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1. zu e.t.a. hoffmann |
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde am 24. Jänner 1776 in Königsberg (Ostpreußen) geboren.
Nach erfolgreich abgeschlossenem Jurastudium war er als Kammergerichtsreferendar tätig.
Später jedoch widmete er sich in Warschau und Berlin seinen Leidenschaften (der Musik, der Literatur und dem Zeichnen) bis er wegen einer sehr kritischen Karikatur strafversetzt wurde und als Musiklehrer und Komponist arbeitete.
1813 wurde er zum Musikdirektor in Leipzig und Dresden befördert.
Nur 3 Jahre später übte er jedoch wieder seinen sogenannten "Brotberuf" als Regierungsrat am Gericht in Berlin aus.
Am 25. Juni 1822 starb E. T. A. Hoffmann in Berlin.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der goldene Topf" (1814), Elixiere des Teufels" (1815) und das Fräulein von Scuderi (1819). Mit E. T. A. Hoffmann verbindet man auch den Begriff "die schwarze Romantik", d. h. er beschrieb oft in seinen Werken die Schattenseiten des Lebens und der Menschen.
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2. zusammenfassung des inhalts |
Die Erzählung "Das Fräulein von Scuderi" spielt um 1680 zur Zeit Ludwig des XIV, des Absolutismus, in Paris und beschäftigt sich mit der Aufklärung eines mysteriösen Mordes.
Eines Abends läutet es an der Tür von Magdaleine von Scuderi, einer 73-jährigen adeligen Schriftstellerin und Hofdichterin. Ihre Zofe, Martiniere, öffnet nach längerem Zögern die Tür und läßt den wartenden Jüngling herein, der ihr ein Kästchen für ihr Fräulein überreicht. Am nächsten Tag öffnet das Fräulein das Kästchen und findet darin ein sehr wertvolles Schmuckstück, welches sie sogleich zur Marquise de Maintenon bringt, die sehr viel von Schmuck versteht. Marquise merkt sofort, daß dieses Kunstwerk nur von dem berühmtesten, jedoch etwas sonderbaren Goldschmied Cardillac gefertigt worden sein kann. Als das Fräulein Cardillac zu sich bestellt und ihm den Schmuck zeigt, gibt dieser sofort zu, daß er ihn gefertigt hat, und daß dieser vor einiger Zeit aus seiner Werkstatt verschwunden sei. Obwohl Cardillac sich normalerweise kaum von seinen Kunstwerken trennen kann, schenkt er dem Fräulein als Zeichen seiner Verehrung sein Werk.
Mehrere Monate später, als das Fräulein mit ihrer Glaskutsche über den Pontneuf fährt, wirft ihr der selbe Jüngling, der ihr das Kästchen überbracht hat, einen Zettel in die Kutsche und verschwindet spurlos. Dieser Zettel beinhaltet eine Warnung, welche besagt, daß das Fräulein den Schmuck so schnell wie möglich dem Schmied Cardillac zurückgeben soll, da er sonst sterben müsse. Kurz darauf fährt das Fräulein zu Cardillac um ihm den Schmuck zurückzugeben, doch Cardillac wurde ermordet und sein Geselle Olivier Brusson der Tat beschuldigt. Madelon, die Tochter Cardillacs und Olivers Geliebte, beteuert Oliviers Unschuld. Das Fräulein glaubt ihr und nimmt das Mädchen zu sich.
Durch ein Gespräch mit Olivier erfährt das Fräulein, daß Cardillac für die Morde in Paris verantwortlich war, Olivier ihn aber nicht verraten konnte, da er seine geliebte Madelon nicht verletzen wollte.
Am nächsten Morgen sucht das Fräulein den Richter Regnie auf, um ihn von Oliviers Unschuld zu überzeugen. Regnie läßt sich jedoch nicht überzeugen sondern glaubt, daß Olivier der Mörderbande, die zur Zeit ihr Unwesen in Paris treibt, angehört.
Verzweifelt besucht sie den Anwalt Pierre Amand d` Andilly, da sie Olivier wenigstens die bevorstehende Folter ersparen möchte. Doch dann wird das Fräulein von dem Grafen Miossens aufgesucht, der ihr die Wahrheit über den Mord an Cardillac erzählt und ihr auch gesteht, daß er der Mörder ist, es jedoch Notwehr war.
Schließlich erzählt das Fräulein dem König die ganze Geschichte und bittet ihn um Gnade für Olivier. Dieser begnadigt ihn auch unter der Bedingung, daß er Paris verläßt. Daraufhin ziehen Olivier und seine Verlobte Madelon nach Genf, wo er ein glückliches Leben als Goldschmied führt.
Die Schlüsselszene der Erzählung ist die Kutschenfahrt auf dem Pontneuf, als Olivier die Kutschentür aufreißt und dem Fräulein von Scuderi einen Zettel in die Schoß wirft, welcher sie warnen soll. In dieser Szene wird bereits auf den Hauptteil des Buches verwiesen, ohne beteiligte Personen oder zukünftige Ereignisse zu nennen. Außerdem wird große Verwirrung und Ungewißheit gestiftet.
Weiters sind die vier Gespräche des Fräulein mit dem Richter, Olivier, dem Anwalt und dem Grafen äußerst wichtig. Sie schildern besonders den Einsatz des Fräuleins für die Gerechtigkeit und die unglückliche Verkettung und die große Rolle, die der Zufall für Olivier spielt.
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3. stellungnahme und bewertung |
Obwohl sich E. T. A. Hoffmann in diesem Werk mit der Lösung mysteriöser Morde beschäftigt, kann man nicht sagen, daß die Erzählung brutal oder gar blutrünstig geschildert wird; wobei Werke der schwarzen Romantik einer gewissen psychischen Brutalität nicht entbehren.
"Das Fräulein von Scuderi" ist leicht verständlich, da der Text nicht mit Fremdwörtern überhäuft ist. Im Gegensatz zum Roman ist die Anzahl der vorkommenden Personen beschränkt, die weiblichen Vornamen sind sich jedoch sehr ähnlich.
Mir gefällt das Buch recht gut, da alles spannend erzählt wird und man sehr lange nicht weiß, ob es eine Möderbande gibt oder nur einen Einzeltäter.
Außerdem finde ich die Rolle des Cardillacs besonders interessant, anhand welcher beschrieben wird, wozu Menschen fähig sind, wenn es darum geht eine Sucht befriedigen zu können. Was meiner Meinung nach ein immer aktuelles Thema ist, sei es Habgier, Neid, Drogensucht etc. Auch heute liest und hört man immer wieder von Raubüberfällen süchtiger Personen, die sich dadurch ihre Rauschmittel finanzieren oder einfach nur ihre Triebe ausleben.
Cardillac vereinigt in sich 2 Personen. Den Mörder, aber auch das Opfer. Im so zusagen "nüchternen Zustand" ist er ein guter Vater und ein freundlicher Mensch, er schwört sich auch immer wieder keinen Auftrag mehr anzunehmen, doch sobald ihm Edelsteine oder wertvolle Metalle gezeigt werden, kann er nicht widerstehen und nimmt den Auftrag an.
Obwohl jeder schon mal den einen oder anderen Vorsatz gebrochen hat, kann man mit Cardillac - angesichts der Brutalität seiner Morde - kein Mitleid haben.
Abschließend möchte ich noch sagen, daß es mich erstaunt hat, daß ein so altes Buch mit einem ziemlich langweilig klingenden Titel auch für Jugendliche noch lesenswert ist. Wobei ich das Publikum nicht auf Jugendliche beschränken möchte, sondern "Das Fräulein von Scuderi" allen empfehle, die sich für Kriminalgeschichten interessieren.
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| ~~~~~ das ende (rauf) ~~~~~ |
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