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Seth-Text: "Das sichere Universum"

Das SETH-MATERIAL

WELT
PERSON I
GOTT
ZEIT
PERSON II
MYTHEN
TOD
TRÄUME
KARMA

Die beste allgemeine Definition des äußerst komplexen SETH-MATERIALS findet man bei Jane Roberts selbst, nämlich in ihrem Buch "Der Weg zu Seth":
"Unabhängig davon, was Seth nun ist oder nicht ist, fasziniert uns das Seth-Material ständig durch sein hohes intellektuelles Niveau, seine logischen und psychologischen Einsichten, seine psychologischen und wissenschaftlichen Theorien. Das Material befaßt sich mit der Untersuchung der menschlichen Persönlichkeit, wie sie im Wachzustand, im Traum und in Trancezuständen erscheint, es diskutiert unter anderem die Natur der physischen Materie, die Theorie des sich ausdehnenden Universums, Antimaterie und das Wesen der Zeit.(...)Wir haben es hier nicht mit einer allgemeinen abstrakten Abhandlung in pseudo-wissenschaftlicher oder esoterischer Sprache zu tun, die leicht abgetan werden könnte. (...)Das Material bietet die logischten und akzeptabelsten Theorien, mit denen wir je in Berührung gekommen sind; es bietet ein in sich schlüssiges und originäres Modell des Universums, das unabhängig von persönlichen religiösen Überzeugungen akzeptiert werden kann; es bietet eine Brücke zwischen Wissenschaft, Psychologie und Parapsychologie." (WS Kap.15 "Möglichkeiten und Chancen der ASW-Forschung")

WELT: Zufall (Materie) oder Schöpfung (Geist)?
Ein zentrales Thema des Seth-Materials ist die Lehre von der Wirklichkeit geistiger Ideen, wonach den geistigen Ideen prinzipielle Realität zukommt (erinnert ein bißchen an die platonische Ideenlehre). SETH behauptet, die Welt der Ideen, die Welt des Geistigen besitze nicht nur eindeutig Realität, sondern erst durch die "Wirkungskraft" der Ideen bzw. des Geistes existieren überhaupt materielle Phänomene.Die vielleicht wichtigste Aussage von SETH lautet, daß wir unsere Realität selbst gestalten und zwar aufgrund unserer eigenen Vorstellungen und Überzeugungen:
"Ihr macht eure eigene Realität. Es gibt keine andere Regel. Dies zu wissen, ist das Geheimnis des Schöpferischen." (NpR Kap.1 "Das lebendige Weltbild", Sitzung 613).
Das Ursprüngliche ist immer das Geistige:
"Alles Stoffliche ist Ausdruck der Manipulation und Transformation psychischer Energie." (SM Kap.10 "Die Natur der körperlich-materiellen Realität)
Seth definiert den Begriff "Um-welt" weitgehend subjektiv, nämlich als schöpferisches Produkt unseres Bewußtseins. Unsere Umwelt umfaßt nicht nur die physisch-materielle Außenwelt, sondern ebenso unsere Traumwelt, unsere Reinkarnationsleben, unsere gesamten Innenwelten.
"Eure Umwelt ist nicht allein die euch vertraute, euch umgebende Welt (...) Eure wirkliche Umwelt besteht aus euren Gedanken und Gefühlen, denn aus diesen formt ihr nicht allein diese Realität, sondern jede Realität, an der ihr teilhabt. Eure wirkliche Umwelt weiß nichts von Raum und Zeit. In eurer wirklichen Umwelt werden keine Worte benötigt, denn alle Kommunikation ist unmittelbar. In eurer wirklichen Umwelt schafft ihr die euch bekannte physische Welt." (GS Kap.4 "Reinkarnationsdramen", Sitzung 522)
Jedes Individuum erschafft sich quasi seine eigene Welt. Jeder Gedanke ist psychische Energie, die sich äußerlich materialisieren kann.
"Alles was ihr denkt und glaubt, wird auf die eine oder andere Art im Körperlich-Materiellen seinen Niederschlag finden (...) Eure materielle Welt ist das Endergebnis innerer Aktivität." (SM Kap.9 "Ein Psychologe bekennt sich")
SETH behauptet sogar, daß die uns umgebende, gegenständliche Welt in gewisser Weise nur "symbolischen" Charakter hat. Aus seiner Perspektive existieren die physischen Dinge, die wir als beständig und unabhängig von uns wahrnehmen, nicht "starr", nicht primär in objektiv-materieller Form, sondern sind nach "außen" projizierte Symbole innerer (Bewußtseins-)Prozesse.
Klingt ganz schön ver-rückt für uns im Geiste der empirischen Wissenschaft erzogenen Menschen, nicht wahr! Unsere materielle Welt ist quasi nur ein illusorisches "Tarnsystem", Ausdruck & Symbol für innere (=psychische) Prozesse. In den östlichen Philosophien gibt es da schon mehr Berührungspunkte (Stichwort:"MAYA") und Seth weist auch darauf hin, daß die östlichen Religionen dem Wesen der Natur viel näher gekommen sind als der westliche wissenschaftliche Rationalismus.
PERSON I: Individuum oder Wesenheit?
Nach Seth ist jedes Individuum nur e i n Teil einer übergeordneten Einheit, einer größeren (multidimensionalen) Wesenheit. Wir existieren nicht ausschließlich nur als eine einzelne (singuläre) Person in einer ganz bestimmten historischen Epoche, sondern unser individuelles Leben ist ein kleiner Teil eines größeren Selbst (des "Ursprungs-Selbst"), das viele Leben (Teilpersönlichkeiten) gleichzeitig in vielen Realitätsebenen lebt. Das Wesen der menschlichen Existenz ist nicht auf seine dreidimensionale Existenz beschränkt und wird ganz entschieden von außersinnlichen Faktoren geprägt:
"die Tatsache ist die, (...) daß ihr alle mehr seid, als ihr wißt. Jeder von euch existiert in anderen Realitäten und anderen Dimensionen, und die Person, die ihr glaubt zu sein, ist nur ein kleiner Teil eurer gesamten Wesenheit."(SM Kap.16 "Die multidimensionale Persönlichkeit")
Unsere größere Identität, unser "Ursprungs-Selbst", nimmt viele physische & nichtphysische Formen(Gestalten) an und lebt diese Leben gleichzeitig (und entwickelt sich auch simultan mit diesen). Unser begrenzter menschlicher Intellekt konstruiert daraus jedoch eine zeitliche Abfolge von voneinander getrennten Einzelleben in verschiedenen Zeitepochen. Die Teilpersönlichkeiten des multidimensionalen "Ursprungs-Selbst" sind nicht nacheinander gereiht wie Perlen an einer Schnur, "sie gleichen eher den verschiedenen Häuten einer Zwiebel", die ineinander existieren.
"Die Distanz, die das eine Leben von dem anderen trennt, existiert psychologisch und nicht als zeitlicher Zwischenraum zwischen Jahren oder Jahrhunderten. (...) Was man gewöhnlich unter Reinkarnation versteht, nämlich ein Nacheinander verschiedener Leben, ist ein Mythos." (GS Anhang, Sitzung 595)
Seth lehrt Reinkarnation in einem größeren Zusammenhang, demzufolge alle Reinkarnationsleben zu unserer eigenen "geistigen Umwelt" gehören, d.h. von unserem "Ursprungs-Selbst" bewußt "erzeugt" und nicht von oben herab verhängt werden. Wir selbst haben das Drehbuch zu unserer Existenz geschrieben und die dafür nötige Szenerie gewählt. Wir selbst können diese daher auch wieder ändern und umschreiben, die Einflüsse aus unseren "früheren" Leben lasten nicht apodiktisch und determinativ auf unserem jetzigen Leben:
"Das Damoklesschwert von Erbsünde, Kindheitserlebnissen oder Erfahrungen früherer Existenzen hängt aber nicht über euch(...) Euer Leben ist nicht in der Vergangenheit begraben, abgeschnitten von eurem jetzigen Selbst und eurer Zukunft." (GS Kap.4 "Reinkarnationsdramen", Sitzung523)
Die einzelnen "Reinkarnationsdramen" dienen der schöpferischen Weiterentwicklung des menschlichen Bewußtseins, die Reinkarnationskette stellt quasi einen Lern- und Reifungsprozeß der Wesenheit dar, wobei Seth jedes Hindernis, jede Lebenskrise als selbst gewählte Therapie, als Selbstheilungsversuch der Seele interpretiert.
PERSON II: Die "Über"-Seele oder das "Ursprungs-Selbst"
Die Seele ist nicht bloß ein Attribut des Menschen, geschweige denn des menschlichen Körpers, sondern der Mensch als Person i s t eine Seele. Genauer gesagt, das Individuum ist eine besondere Manifestation der weit größeren Einheit "SEELE" ("Ursprungs-Selbst"), die sich ihre eigene Realität schafft, indem sie sich schöpferisch entfaltet. Die Seele wächst und entwickelt sich simultan mit den Erfahrungen ihrer Teilpersönlichkeiten und dennoch ist sie mehr als die Summe ihrer Teile. Sie ist ein offenes geistiges System, ein energetisches Kraftfeld, ein Generator schöpferischer Energien, die in alle Realitätsebenen ausstrahlen. Ein Hauptcharakteristikum der Seele ist ihre Fähigkeit, Gedanken und Gefühle in physische Realität zu verwandeln "Die Seele bringt das Fleisch hervor." (GS Kap.10 "Der 'Tod' im Leben", Sitzung538) Unsere physische Existenz ist "nur" eine Art der schöpferischen Selbstverwirklichung dieser "Über"-Seele, ein besonderer schöpferischer Ausdruck der primären Identität Seele. Unser physischer Körper ist mit anderen Worten einfach eine Manifestation dessen, was wir in der dreidimensionalen Realität darstellen, während unsere Seele auch in anderen Realitätsebenen über andere schöpferische Ausdrucksformen verfügt.
"Man kann die Seele als ein elektromagnetisches Kraftfeld ansehen, von dem ihr ein Teil seid. Sie ist eine Agglomeration nichtphysischen Bewußtseins, das sich nichtsdestotrotz als Identität erkennt." (GS 113)
Sehr anschaulich beschrieben ist dieses multidimensionale Reinkarnations-Konzept im ersten Band der "Oversoul Seven"-Trilogie, den Roberts kurz nach Fertigstellung des ersten SETH-Buches niederschrieb. In diesem SF-Roman muß sich die Überseele Sieben unter der Schirmherrschaft seines geistigen Lehrers Kypros einem Examen unterziehen, um in die nächst höhere Entwicklungsstufe eingehen zu können. "Sieben" soll alle seine Teilexistenzen, seine Reinkarnationspersönlichkeiten, die scheinbar alle in verschiedenen Zeitepochen leben, koordinieren, sodaß sie sich optimal entwickeln können und zu einem umfassenderen Verständnis der Realität gelangen. An einer wichtigen Stelle im Buch belehrt Kypros die Überseele Sieben:
"Du erschaffst deine eigene Realität (...) Eine der wichtigsten Aufgaben einer Überseele besteht darin, ihre Persönlichkeiten zu unterweisen - nicht Beute ihrer begrenzten Glaubensvorstellungen zu werden. Teil ihrer Erfahrung zu werden, aber nicht das ganze Wesen aus den Augen zu verlieren." (ÜS Kap.21 "Das Traum-Tribunal der Sprecher")

ZEIT: Nacheinander oder Nebeneinander von Ereignissen?
Zeit im Sinne einer linearen Abfolge von Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft ist für Seth eine Illusion, eine Sinnestäuschung. Aus seiner Warte existiert alles im Universum gleichzeitig:

"Alle Zeit ist jetzt, und alles, was war, ist und sein wird, existiert jetzt." (SM 176).
So gesehen existieren auch unsere verschiedenen Reinkarnationsleben zur gleichen Zeit und die scheinbar fixen Zeitschranken zwischen Vergangenheit und Zukunft werden transparent:
"Es gibt weder Gegenwart noch Vergangenheit, noch Zukunft (...) Alles im Universum existiert gleichzeitig.(...) Ihr lebt eure Leben, die ihr nur als Reinkarnationskette [Konzept der linearen Zeitsequenz] wahrnehmen könnt, alle zur gleichen Zeit." (SM Kap.12 "Mehr über Reinkarnation - die Gleichzeitigkeit allen Lebens)
Klingt wie aus einem guten Science Fiction-Roman, nicht wahr? Dieses interessante Konzept der simultanen Zeit hat Jane Roberts sehr plastisch in ihrer Science Fiction Trilogie "Oversoul Seven", speziell im dritten Band "Zeitmuseum", umgesetzt.

TRÄUME: Phantasiewelt oder Realitätsebene?
SETH zufolge sind Träume ebenso real wie die Ereignisse in unserem Wachbewußtseins.
"Wie ich schon erwähnt habe, ist das Traumuniversum ebenso 'objektiv' wie das physische Universum."(GS Kap.18 "Verschiedene Bewußtseinszustände..", Sitzung 571)
Eine besondere Bedeutung kommt der Traumebene als Geburtsstätte von neuen Wertvorstellungen, neuen Ideen & Erfindungen zu, die sich später in der materiellen Welt verwirklichen. Die Traumrealität ist für SETH der eigentliche Katalysator unserer physischen Existenz. In vieler Hinsicht, betont SETH, ähneln die Erfahrungen im Traumzustand den Erfahrungen & Gegebenheiten in der jenseitigen Welt. Die Traumerfahrungen sind von Natur aus nie halluzinatorisch, Träume sind nicht bloß das Produkt unserer Phantasie bzw. unseres phantasierenden Gehirns, sondern ebenso real wie unser bewußtes, physisches Leben, ja in gewisser Weise sogar schöpferischer und ursprünglicher, da sie viel dazu beitragen, unser waches, physisches Ich innerlich "lebendig" zu erhalten. Von SETHs Standpunkt aus ist unser Traum-Ich der eigentliche identitätsstiftende Teil der Gesamtpersönlichkeit:
"Ihr seid in vieler Hinsicht eine fleischgewordene Projektion eures Traum-Selbst. Das Traum-Selbst (...) stellt, mit anderen Worten, eine stark vereinigende Komponente eurer Gesamtidentität dar. Seine Erlebnisse sind ebenso lebhaft und seine Persönlichkeit ist ebenso reich wie - nein, sogar reicher als die physische Persönlichkeit, die ihr kennt."(GS Kap.10 "Der 'Tod' im Leben", Sitzung 538)
Zur Veranschaulichung der verschiedenen menschlichen Bewußtseinszustände gebraucht SETH die Analogie der Radiofrequenzen. Das Wachbewußtsein ist im Vergleich zu den anderen Bewußtseinsebenen (Traumrealität, ASW - Trancezustände, Jenseitserfahrungen) keine übergeordnete Instanz, sondern lediglich einer von vielen Sendern auf einer großen Frequenzbreite, sozusagen unser Lieblingssender, den wir halt gewohnheitsmäßig immer auf Empfang eingestellt haben.
KARMA: Schicksal oder Chance zum Neubeginn?
SETH interpretiert Karma nie als schicksalhafte Strafe/Belohnung für das Vergehen/Gute in einem "vergangenem" Leben, sondern sieht in diesem Konzept vielmehr die Chance, sich weiter zu entwickeln, eigenes Fehlverhalten auszumerzen, an bestimmten Aufgaben des Lebens weiter zu arbeiten und zu reifen:
"Es ist daher unrichtig zu vermuten, daß eure Handlungen in diesem Leben von einem früheren Leben verursacht werden oder daß ihr in diesem Leben die Verbrechen eines früheren Lebens abbüßen müßt." (GS Kap.4 "Reinkarnationsdramen", Sitzung 521)
Aufgrund der Tatsache, daß (aus der Perspektive des Ursprungs-Selbst) alle Leben gleichzeitig stattfinden, verliert eine eindimensionale Karmalehre ihre Bedeutung, denn Fortschritt im Sinne von geistiger Entwicklung ist für die Seele nicht durch eine lineare Abfolge von Zeit bzw. eindimensionaler Ursache (Vorleben) und Wirkung (Gegenwart) determiniert.
TOD: Ende oder Übergang?
Der Tod bedeutet nicht das Ende, die Vernichtung des menschlichen Bewußtseins, sondern markiert lediglich den Übergang von einer Existenzebene in eine andere. Der Tod ist nicht Endpunkt des menschlichen Lebens, sondern dessen Wendepunkt:
"Das Leben ist ein Zustand des Werdens, und der Tod ist ein Teil dieses Werdeprozesses." (GS Kap.9 "Die Todeserfahrung", Sitzung535)
Die jenseitige "Welt" soll man sich besser nicht im Sinne eines Ortes, einer räumlichen Lokalität vorstellen, denn das "Jenseits" ist rein geistiger Natur und koexistiert inmitten der physischen Welt. Am Ende eines langen Reinkarnationsprozesses erkennt das Individuum schließlich seine Identität als multidimensionales Wesen. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende seiner Entwicklung, sondern den Übergang in die nächst höhere Entwicklungsstufe jenseits physischer Realitäten:
"Es gibt für das euch bekannte Leben kein einfaches Ende so wie im Märchen vom Himmel. Ihr habt die Freiheit eure eigene Realität zu verstehen, eure Fähigkeiten fortzuentwickeln und eure Existenz tiefer als ein Teil von All-dem-was-ist zu empfinden." (GS Kap.11 "Jenseitige Alternativen und die Technik des Übergangs", Sitzung 547)
GOTT: anthropomorphes Wesen oder allgegenwärtige "Lebensenergie"?
Die menschlichen Gottesvorstellungen waren im wesentlichen immer anthropomorph (Gott als Projektion menschliche Eigenschaften). Seth verwendet den Begriff "Gott" nicht im Sinne eines höheren Individuums, sondern eher als "Summe aller Lebensenergie", als"absolute, ständig expandierende und überall gegenwärtige Energie." (SM Kap.18 "Das Gotteskonzept und die Schöpfung") Anstelle des Begriffes "Gott" prägt SETH den Begriff "All-das-was-ist". Jedes Lebewesen, jede noch so kleine Energie ist ein Teil von "All-das-was-ist", dessen Hauptcharakteristikum ein immerwährender Antrieb zu immer neuer Schöpfung ist. So gesehen, gibt es auch nie ein Ende der Schöpfungsgeschichte, da die Evolution nie aufhört. Ein wichtiger Punkt in SETHs Kosmologie ist der Gedanke, daß "Gott" keine statische, in sich vollkommen entwickelte Existenz zukommt. Da jeder von uns Teil des kosmischen All-Bewußtseins ist, gilt der berühmte Heraklit'sche Satz, daß alles im Fluß ist, sich ständig verändert, genauso für "Gott" selbst.
"Bewußtsein und Erfahrung der Energiegestalt, die für euch Gott ist, ändern sich ständig. Es gibt keinen statischen Gott (...) Alles im Verbundnetz des umfassenden 'All-das-was-ist' verändert sich ständig, und aus jeder Entfaltung entfaltet sich wiederum Neues (...) Es gibt keinen persönlichen Gott, der eine Art höhere Individualität wäre." (SM Kap.18 "Das Gotteskonzept und die Schöpfung")
Es wäre also falsch, sich "Gott" als weit oben im Himmel thronende, höchstentwickelte Individualität (als objekt-ivierte Gestalt) vorzustellen, denn Gott ist in jedem von uns, in jeder unserer Zellen, er ist uns näher als unser Atem.
"Was ihr Gott nennt, ist die Summe allen Bewußtseins, aller Energie, und doch ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Gott ist darum mehr als die Summe aller Persönlichkeiten, aber alle Persönlichkeiten sind auch, was er ist
." (SM Kap 18 "Das Gotteskonzept und die Schöpfung")
SCHÖPFUNGSMYTHEN
Das menschliche Bewußtsein & seine Wahrnehmungsmechanismen sind einseitig auf eine eindimensionale, physisch dominierte Realität fixiert. Die Begriffe "Geschichte" und "Evolution" werden von der Wissenschaft immer noch materialistisch und linear definiert. Jedoch genauso wie es ein multidimensionales Selbst gibt, das gleichzeitig in verschiedenen Realitätssystemen aktiv ist, genauso gibt es eine multidimensionale, psychische Um-welt, deren mannigfache Aspekte uns größtenteils verborgen sind, da sie nicht unserem Raum-Zeit-Kontinuum unterworfen sind. Es gibt demnach nicht nur eine, sondern unzählige Evolutionslinien, Realitäts- und Wahrscheinlichkeitssysteme.
"Die Realität ist viel mannigfacher, reicher und unaussprechlicher, als ihr gegenwärtig ahnen oder verstehen könnt."(GS Kap.14 "Schöpfungsmythen und der multidimensionale Gott", Sitzung 559)
Genauso einseitig wie sein Realitätsverständnis genauso einseitig hat der Mensch seinen Gottesbegriff geformt, nämlich als Projektion seiner eigenen psychischen Befindlichkeit. Seit Anbeginn projizierte der Mensch seine eigene eindimensionale (physische) Natur, seine eindimensionalen Vorstellungen von Leben, von (physischer) Macht, Stärke & Tugendhaftigkeit in seinen Gottesbegriff. Seth definiert den Begriff "Gott" eher symbolhaft als Idee eines absoluten, multidimensionalen, schöpferischen Seins, aus dem alles entstanden ist.
"Gott ist in erster Linie Schöpfer - nicht eines physischen Universums, sondern einer unendlichen Vielheit möglicher Existenzen." (GS Kap.16 "Schöpfungsmythen..", Sitzung 560)
Gott als multidimensionales Sein ist in allem und ist doch mehr als die Summe von allem, er ist mit unseren menschlichen Begriffen, wenn überhaupt, nur unzulänglich vorstellbar:
"Im letzten Grunde ist er überhaupt in eurem Sinne nicht menschlich; er ist auch in eurem Sinne keine Persönlichkeit." (GS Kap. 16 "Schöpfungsmythen..", Sitzung 560)
In ähnlicher Weise interpretiert SETH die Christuslegende: Seinem Verständnis nach ist Christus ein multidimensionales Wesen, das viele "Fragmentpersönlichkeiten" aus sich heraus manifestierte, um eine große Idee der Menschheit nahe zu bringen. Die Gestalt Christi ist für SETH die Personifikation eines "Ideendramas", ein Mysterienspiel zum Wohle der Menschheit: die Christus-Wesenheit bzw. die Christusenergie manifestierte sich in drei Personen, die tatsächlich gelebt haben, nämlich Johannes der Täufer, Jesus von Nazareth und der Apostel Paulus, die also alle von einer einzigen "Kern-Energie" abstammen. Auch die Jünger Jesu, die Apostel, sieht SETH als Personifikationen dieser Christusenergie, also als Fragmentpersönlichkeiten, die bestimmte Eigenschaften der Christus-Wesenheit darstellen sollten. Die Kreuzigung Christi hat für Seth nicht als historisches Ereignis Relevanz (wenn sie überhaupt stattfand!), sondern als ideeller Gedanke, als Mythos, der eine neue Religion entscheidend mitgeprägt hat.
"Christus wurde zum Gekreuzigten, Judas zum Verräter, obgleich Christus nicht gekreuzigt wurde und Judas ihn nicht verriet. Die Realität lag daher im Mythos. Die Realität war der Mythos." (GS Anhang, Sitzung 594)
Genauso wie das Christentum aus dem ideellen Christus-Drama entstanden ist, genauso liegen "anderen Religionen (...) andere Dramen zugrunde, durch welche die Ideen auf andere, den verschiedenen Kulturen angemessene Weisen ausagiert wurden." ( GS Kap.14 "Schöpfungsmythen und der multidimensionale Gott", Sitzung 560)


Im 2. Seth-Buch "Die Natur der persönlichen Realität" faßt Jane Roberts die Essenz, den Kerngedanken in SETHs "Philosophie" folgendermaßen zusammen:
"Seths Hauptgedanke ist, daß wir unsere persönliche Realität durch das, was wir bewußt von uns, den Mitmenschen und der Welt erwarten, selbst erschaffen. Die Botschaft ist leicht verständlich: Wir stehen nicht in der Gewalt unseres Unbewußten, noch sind wir unbegreiflichen Mächten hilflos preisgegeben.(...) 'Wir sind in der Kreatürlichkeit verborgene Götter', sagt Seth, denn wir können unsere Erfahrungen selbst gestalten, indem wir unsere Gedanken und Gefühle aktualisieren." (NpR Einführung)


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