STILRICHTUNGEN
... ein kleiner Exkurs in die Zeit des 19.Jahrhunderts,
die Epoche, in der der Wiener-Regulator Uhrmachergeschichte schrieb.
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Gegen
Ende des 18. sowie zu Beginn des 19.Jahrhunderts schufen talentierte Wiener
Uhrmachermeister in Zusammenarbeit mit den besten Gehäusetischlern einen völlig neuen Uhrentypus, die
Wiener Laterndluhr. Der abnehmbare Kopf dieser Uhr mit seinem klassizistischen
Dach gibt der Uhr ein laternenähnliches Aussehen, wovon sich schließlich
auch der Name ableitet. |
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BIEDERMEIER - ca. 1815 - 1848
Etwa
um 1810/1815 bis Ende des Biedermeier entstanden die Wiener
Dachluhren
mit ihren eleganten, geradlinigen Holzkästen und
dem vorspringenden Spitzgiebel, welcher in Österreich umgangssprachlich als "Dachl"
bezeichnet wird. Fotos:
Mit Ende der
Biedermeierperiode um ca. 1850 werden die zarten Uhrkästen
miit Aufsätzen und beschnitzten Holzapplikationen im Bereich des Aufsatzes, am Sockel und
an der Tür versehen. Helle, lineare Ahorntarsien
rund um das Glas und anderen Teilen des Korpus geben der Uhr eine feine Note.
Fotos:
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Fotos: |
Mit Ende des Biedermeier um 1848 beeinflusste
die zunehmende Industrialisierung immer mehr das Handwerk. Es wurden
kaum mehr eigene Ideen verwirklicht, vielmehr wurden alte Stilrichtungen
kopiert. So entstanden Stilrichtungen, die wir unter den Begriffen Neogotik-,
2.Rokoko- oder 2. Barockstil kennen. ÜBERGANGSZEIT ca. 1860 - 1875 Als Übergangszeit
(engl.: TRANSITIONAL) bezeichnen wir die Epoche zwischen Wiener
Biedermeier und Historismus.
Die
Serpentine-Uhren, unter
österreichischen Uhrensammlern auch Biskotten-
oder Geigenkastenuhren genannt,
unterscheiden sich schon deutlich von den Biedermeier-Uhren. Geschwungene
Linienführung ist ein tyipsches Charakteristikum dieser Uhr. Zur
Herstellung der Uhrkästen wurde sehr oft nur billiges Holz verwendet, das
mit einer Beize, beziehungsweise meist
dunklen Politur ["ebonisiert"]versehen, die Holzart auf den ersten Blick nicht erkennen lässt. Die
Pendellinse wurde vorderseitig aus
Messing, die Rückseite aus Zink hergestellt. |
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Altdeutsche Wanduhr um 1870 |
In der Zeit des HISTORISMUS, in der u.a. die prächtigen Wiener Ringstraßenbauten nach dem Vorbild alter Architektur entstehen - man spricht von "neo-gotisch", "Neo-Renaissance", "Neo-Barock",... - wo Decken und Wände mit zahlreichen Ornamenten und Fresken geschmückt und überladen werden, entwickelt sich im Möbelbau der altdeutsche Stil, ein Mischstil aus Elementen der Gotik, Renaissance und Barock, üppig und überladen. Kennzeichen des altdeutschen
Wiener Regulators - ein eigentlich falsch
verwendeter Begriff, denn echte "Wiener Regulatoren" sind hochwertige, in
reinster Handarbeit hergestellte ganggenaue Wiener Uhren - sind die stark verzierten, oft aufwändig
verarbeiteten Uhrkästen mit korinthischen Pilastern an der Kastentür,
sowie herrlich überladenen Aufsätzen oder Sockeln. |
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2.BAROCKSTIL - ca. 1875 - 1895 Als
Wiener Pfeiferlbarockstil
oder 2.Barockstil wird die
Übergangszeit vom altdeutschen Stil zum Jugendstil bezeichnet. |
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JUGENDSTIL - ca. 1890 - 1920 Mit Beginn des 20. Jahrhunderts ändert
sich die Einfallslosigkeit in der Architektur gewaltig. Eine richtige
Gegenbewegung setzt ein: die nicht notwendige Dekoration der Uhr
verschwindet gänzlich, das Funktionale steht im Vordergrund. Ein
"erster Designerstil" entsteht und wird von Künstlern und
Architekten, wie Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Kolomann Moser u.a.
geprägt.
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LITERATUR: KALTENBÖCK - "DIE WIENER UHR"; HELLICH - "ALT WIENER UHREN"; "UHRENMUSEUM WIEN"; BASSERMANN-JORDAN/BERTELE - "UHREN"; "WIENER UHREN II - DIE SAMMLUNG DR. FRANZ SOBEK, PÖTZLEINSDORF - DR. HANS BERTELE; KLAUS MAURICE - "DIE DEUTSCHE RÄDERUHR"; HAUSS - "FASZINATION DER WIENER UHRMACHERKUNST"; LUNARDI - "WIENER REGULATOREN"; HELLICH - "ZUR GESCHICHTE DER WIENER UHRMACHER"; ORTENBURGER - "VIENNA REGULATORS AND FACTORY CLOCKS"; CLATERBOS - "VIENNESE CLOCKMAKERS AND WHAT THEY LEFT US"; KOCHAVER - BEAUTIFUL VIENNA REGULATORS OF THE 19th CENTURY"; NAWCC BULLETIN - P. RASCH: "THE EVOLUTION OF THE VIENNA REGULATOR"; ABELER - "MEISTER DER UHRMACHERKUNST"; STOLBERG - "DIE STEIRISCHEN UHRMACHER"; MÜHE/VOGEL - "ALTE UHREN"; ERBRICH - "PRÄZISIONSPENDELUHREN"; RIEFLER - "PRÄZISIONS-PENDELUHREN VON 1890-1965" |
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