Von Frankfurter Museumsdirektoren gestohlen, ein neues Qualitätsgütesiegel?

Andreas Weigel, Wien. Alle Rechte vorbehalten)

Das von der Goethe-Stadt Frankfurt betriebene und zum "Historischen Museum" gehörende "Komische Museum" hat umfangreiche Passagen meiner privaten Homepage ohne Rückfrage, Zustimmung, Autoren- bzw. Quellennennung verwendet, indem es aus meinem Deix-Porträt knapp 1.500 Zeichen (=1 Normtextseite) wortwörtlich übernommen und für eine Presseinformation (Pressetext) sowie zwei Ausstellungstexte (1. Plagiat, 2. Plagiat) verwendet hat.

Wer nicht in der Lage ist, ohne fremde Hilfe einen Pressetext zu verfassen, nimmt dafür gewöhnlich die Leistungen einer PR-Agentur in Anspruch. Das zum "Historischen Museum" (Leitung: Dr. Jan Gerchow) gehörende "Komische Museum" (Leitung: Dr. Achim Frenz) hat sich statt dessen lieber widerrechtlich auf meiner Homepage bedient. Ich kann daher nicht nachvollziehen, wieso meine professionelle Hilfe die Frankfurter Urheberrechtsbrecher billiger kommen soll als eine durchschnittliche PR-Agentur, die für einen gut formulierten Pressetextbeitrag, wie meinen, gut und gern 500.- Euro verlangt.

Trotz eindeutiger Rechtslage und schriftlicher Aufforderung haben mir die verantwortlichen Museumsdirektoren für ihre unrechtmäßige Verwendung meines geistigen Eigentums erst Ende April 2007 die geforderten 500.- Euro Entschädigung bezahlt, nachdem ich Ende März 2007 ihr dreistes Plagiat durch folgende Presseaussendung thematisiert habe.

Presseinformation: Historisches Museum, Frankfurt hat Deix-Porträt plagiiert

Utl. Museumsdirektor Jan Gerchow bestätigt zwar den erfolgten Textdiebstahl durch das "Komische Museum" unterlässt aber bislang die logischen Konsequenzen: Honorarzahlung und Quellennennung.

Wien / Frankfurt - Wie jetzt bekannt wurde, hat das "Historische Museum, Frankfurt" im Rahmen seiner Deix-Ausstellung (26. August 2004 - 9. Jänner 2005) wesentliche Absätze und Passagen (insgesamt rund 1.500 Zeichen) von Andreas Weigels Deix-Porträt wortwörtlich abgeschrieben und seit Sommer 2004 für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet, ohne Weigel als Autor bzw. Quelle zu nennen, geschweige denn diesem ein Honorar zu bezahlen. Der dadurch ideell und material geschädigte Autor protestiert gegen die unrechtmäßige Übernahme seines Deix-Porträts und fordert vom "Komischen Museum" bis Ende März 2007 die Zahlung von 500.- Euro sowie die unverzügliche Nennung als Autor und Quelle. ****

Das geplünderte Deix-Porträt war zwischen Jänner 1999 und Februar 2006 auf der privaten Homepage des Wiener Germanisten Andreas Weigel zu lesen. Damals hat Weigel sein Homepage-Angebot deutlich reduziert, nachdem Mitte Jänner 2006 der Saarländische Rundfunk und Anfang Februar 2006 Deutschlandradio Kultur seine Besprechung von Hans Wollschlägers Edition der "Kindertodtenlieder" ausgestrahlt haben, ohne Weigel als Autor und Quelle zu nennen. - Die Tatsache, dass sich im Sommer 2004 das "Komische Museum" ausgiebig bei der Deix-Rubrik seiner privaten Homepage bedient hat, blieb Weigel bis Ende März 2007 verborgen.

"Copy & Paste"-Diebstahl

"Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass sich ein öffentliches Museum nicht geniert, für seine Öffentlichkeitsarbeit und seine Pressetexte fremde Arbeiten einfach mittels Copy & Paste abzukupfern", sagt Andreas Weigel, dessen Deix-Porträt vom "Komischen Museum" wortwörtlich für die Museumshomepage und sogar für einen "Pressetext" verwendet wurde, ohne Weigel als Autor und Quelle zu nennen.

Museumsdirektor bestätigt erfolgten Textdiebstahl durch das "Komische Museum"

Nach Weigels Protest hat Jan Gerchow, der Direktor des "Historischen Museums", zwar den durch sein "Komisches Museum" begangenen Textdiebstahl bestätigt, aber Weigel bislang weder auf der Homepage als Autor und Quelle genannt, geschweige denn ihm das geforderte Honorar von 500.- Euro überwiesen.

Verstohlene Korrektur des allgemeinen Ausstellungstextes

Trotz schriftlich erfolgter Aufforderung weist die Homepage des "Komischen Museums" nach mehreren Tagen noch immer nicht auf die widerrechtlich verwendete Quelle hin. Allerdings wurde der allgemeine Ausstellungstext, bei dem acht Zeilen [rund 670 Zeichen] von 16 Textzeilen aus Weigels Deix-Porträt stammen, nachträglich so umgeschrieben, dass die nachfolgend angeführten, vom "Komischen Museum" Jahre lang widerrechtlich verwendeten Passagen (siehe: 1. Plagiat) verstohlen entfernt wurden:

Sein Personal ist sprichwörtlich geworden. Zwar läßt die Bezeichnung Deix-Figur ohne Kenntnis der betreffenden Person offen, durch welche geistige bzw. körperliche Unart, jemand dieses Urteil provoziert hat, aber es ist gewiß, daß der oder die Betreffende so oder so keine gute Figur macht." ... [Seine Bilder] "sind für viele der einzige Anlass, einen Blick in diverse bunte Nachrichtenmagazine zu werfen. Zum Glück kann man sein verstreutes Werk aber auch konzentriert genießen, da seine Cartoons in unregelmäßigen Jahresabständen zu Sammelbänden vereint werden. ... karikierende Archivar öffentlicher Missstände ... der Name Deix endgültig zum Markenzeichen geworden ...

Korrekter wäre es gewesen, den Text so stehen zu lassen, wie er seit Sommer 2004 auf der Homepage des "Komischen Museums" zu lesen war und einfach die Zitate nachträglich als solche zu kennzeichnen sowie um Autor und Quelle zu ergänzen.

Unterlassene Korrektur des Ausstellungskonzeptes ("Pressetext")

Obwohl auch beim zweiten Web-Beitrag (siehe: 2. Plagiat), der auf der Homepage des "Komischen Museums" sogar als das "Ausstellungskonzept" bezeichnet wird, 8 Zeilen [rund 816 Zeichen] von 14 Zeilen aus Weigels Deix-Porträt stammen, wird er bislang weder als Autor noch als Quelle der nachfolgend zitierten Passagen genannt, die vom "Komischen Museum" nachweislich als "Pressetext" (siehe: Pressetext) verwendet wurden:

Unfreiwillig steht Österreich Modell für die ebenso drastischen, wie plastischen Porträts und Cartoons, die alles andere als illustrierte Witzchen oder handzahme Karikaturen sind. Vielmehr betreiben sie die schonungslose Bloßstellung öffentlicher und privater Mißwüchse, wobei die detailverliebte bunte Bilderpracht mit der Deix etwa Ewiggestrige, Klerikale, Künstlerkollegen, Politiker, Polizisten und Militaristen angreift, schallendes Gelächter auslöst.

Für seine erfrischend unverschämten Bilder läßt sich Deix gerne von Schlagzeilen und Skandalen anregen, also von Ereignissen und Vorurteilen, die den Gemütlichen ins Gemüt gehen. Diese bevölkern als bumsfidele Kretins, geschäftige Kultursumper, pädophile Kindsköpfe, derbe Heuchler, selbstgefällige Idioten und verschlagene Tölpel seine Unmenschen-Menagerie.

Öffentliche Richtigstellung durch das "Historische Museum" gefordert

Dieses unverfroren dreiste Verhalten des "Komischen Museums" provoziert Weigels Schritt an die Öffentlichkeit: "Die Tatsache, dass das 'Komische Museum' zwei umfangreiche Passagen meines Deix-Porträts sogar als 'Pressetext' verwendet hat, hat zur Konsequenz, dass meine Formulierungen von vielen im guten Glauben übernommen wurden und werden, es handle sich um einen 'Pressetext' des 'Historischen Museums', der frei verwendbar, d.h. ohne Quellenangabe zitierbar sei. - Ich weise daher ausdrücklich auf die erfolgte Urheberrechtsverletzung und den mir dadurch entstandenen ideellen und finanziellen Schaden hin und fordere das 'Historische Museum' auf, unverzüglich den Presseverteilerkreis der Deix-Ausstellung zu informieren, dass das 'Komische Museum' große Teile meines Deix-Porträts widerrechtlich verwendet und dadurch mein Urheberrecht verletzt hat."

"Die Öffentlichkeit soll erfahren, dass das 'Komische Museum' seine Öffentlichkeitsarbeit unter Verletzung bestehender Urheberrechtsgesetze bestreitet und sich nicht geniert, sich mit fremden Federn zu schmücken", schließt Weigel verärgert.

Link zu den Plagiaten: Zwei Ausstellungsseiten und Pressetext

*) 1. Plagiat: Screenshot des ersten, das Urheberrecht verletzenden Web-Beitrages von der Homepage des "Komischen Museums, Frankfurt", der nach der von mir angedrohten Urheberrechtsklage eigens umgeschrieben wurde.

*) 2. Plagiat: Screenshot des zweiten Web-Beitrages von der Homepage des "Komischen Museums", der weiterhin großteils aus meinem Deix-Porträt besteht, aber mich weiterhin weder als Autor, noch als Quelle nennt.

*) Pressetext: Screenshot von der kunstaspekte-Homepage, der belegt, dass wesentliche Teile meines Deix-Porträts vom "Komischen Museum" widerrechtlich als "Pressetext" verwendet wurden.