Der Theorie folgend bestimmt sich beim Dividendenwachstumsmodell der Substanzwert einer Aktie aus dem diskontierten Wert aller zukünftigen Geldzahlungen aus dem Aktienbesitz. Die zukünftigen Dividenden wachsen mit der Vermehrung des Vermögens und des Gewinns. Ausgehend von diesen vereinfachten Annahmen, dass im Durchschnitt ein Unternehmen konstant wächst, lässt sich der aktuelle Wert bestimmen durch:

Funktion 1: Dividendenwachstumsmodell

Zur illustrativen Darstellung des Verfahrens wird angenommen, dass ein Investor bei diesen Erwartungen in eine Aktie investieren möchte:

Funktion 2: Berechnung des Substanzwerts mit dem Dividendenwachstumsmodell

Die erwartete Dividende d für das kommende Jahr t+1 und die konstante Wachstumsrate g orientieren sich an den zukünftigen Erwartungen, die sich aus dem einbehaltenen Gewinn, der Dividendenpolitik und der Rendite am reinvestierten Kapital abgeleitet. r entspricht der geforderten Rendite als eine Funktion des erwarteten Risikos des Investments und der erwarteten Rendite für risikolose Anlagemöglichkeiten. Bei zunehmendem Risiko wird der Investor eine höhere Abgeltung für das zusätzlich übernommene Risiko fordern – der Wert r wird mit steigendem Risiko erhöht. Bedeutend in diesem Zusammenhang ist, dass das Risiko nicht als Abweichung um die erwartete Rendite der einzelnen Anlage gesehen wird. Das Risiko sollte als Portfoliorisiko gemessen werden. Diese Tatsache ist insofern richtig, weil das Risiko der Einzelanlage anders ist als das Marktrisiko. Das Risiko der Einzelanlage lässt sich sogar in relativ kleinen Portfolios einfach diversifizieren.

Tabelle 1: Wertbestimmung mit dem Dividendenwachstumsmodell



Zur praktischen Verprobung dieser Vorgehensweise siehe Aktienanalyst.