Apothekennotruf: 1455

Wie sieht es in der Apotheke aus ?

Wenn auch die Abgabe von Arzneimitteln der Hauptaufgabenbereich der Apotheke ist und einfach aussieht, so gibt es noch viele weitere Dinge, die hinter den Kulissen ablaufen und die zum reibungslosen Ablauf eines Apothekenbetriebs erforderlich sind. Sowohl Anzahl als auch Größe der Räume einer Apotheke unterliegen gesetzlichen Vorschriften.

Es ergibt sich eine Mindestfläche von etwa 140m², die eine Apotheke aufweisen muß, um genehmigt werden zu können.. In regelmäßigen Abständen (etwa alle 3 - 4 Jahre) werden Apothekenvisitationen durch die Behörde vorgenommen, um etwaige Mängel festzustellen.

Ein kurzer Rundgang durch den Apothekenbetrieb:

  • Offizin
    • In der Offizin werden die Arzneimitel an den Patienten abgegeben, oft werden hier auch die Anfertigungen hergestellt. Weiters erfolgt in der Offizin auch die Beratung und Information der Kunden.

      Medikamente werden oft in der Offizin gelagert, meist in Schubladenschränken, welche sich seit etwa 20 Jahren durchgesetzt haben. Hier können bis zu 15.000 Stück Medikamentenpackungen vorrätig gehalten werden. Außerdem können Arzneimitel in eigenen Lagerräumrn untergebracht sein, oder aber in automatisierten Lagerrobotern.

  • Labor
    • Im Labor werden Arzneimittelherstellungen in größerem Maßstab durchgeführt. Hier werden Arzneimittel auf Vorrat hergestellt z.B. Hausspezialitäten, Vorräte an Salben, Tinkturen etc. Weiters werden hier spezielle Arbeiten wie Entkeimungen durchgeführt. Hier finden auch die Überprüfungen der eingelangten Substanzen statt.
  • Dienstzimmer
    • Dies ist der Raum, wo sich der diensthabende Pharmazeut während des Bereitschaftsdienstes zurückziehen bzw. schlafen kann. Bitte bedenken Sie, daß man in den meisten Fällen am nächsten Tag wieder normal weiterarbeiten soll, es also keine Ruhezeit am nächsten Tag gibt. Beanspruchen Sie daher bitte den Bereitschaftsdienst in der Nacht nur in wirklich dringenden Fällen, nicht für Besorgungen, die man auch zu den Öffnungszeiten erledigen könnte. Unsere Apotheke hat etwa einmal in der Woche Bereitschaftsdienst, in Kleinstädten und am Land ist es entsprechend öfters, in vielen Fällen täglich. Den aktuellen Dienstplan sehen sie hier: http://www.magwien.gv.at/apo oder Sie erfahren Informationen zur nächsten diensthabenden Apotheke unter der Rufnummer 1455.
  • Warenübernahme
    • Hier werden die angelieferten Waren übernommen , kontrolliert und sortiert. Meist ist dieser Raum kombiniert mit dem Bestellplatz, wo mittels Computer die Waren bestellt werden. Die Datenübertragung erfolgt meist elektronisch, und dies schon seit fast 30 Jahren.
  • Arzneikeller
    • Hier werden meist Vorräte bzw. Waren gelagert, die kühl und dunkel aufzubewahren sind. Auch ist oft ein eigener Teil, der "Feuerkeller" zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten (Benzin, Äther, Alkohol) vorhanden. Auch wenn der Arzneikeller an Bedeutung verloren hat durch moderne Kühltechnik, so ist im Falle eines technischen Gebrechens eine gewisse Sicherheit gegeben, kühl zu lagernde Arzneimittel hier unterbringen zu können.
  • EDV
    • Seit einigen Jahren hat sich auch der Computer in unserer Apotheke durchgesetzt Begonnen hat es anfangs mit Programmen zur Warenbestellung bzw. Optimierung der Bestellmengen, weil man in der stark zunehmenden Arzneimittelmenge nicht mehr alle Bestelldaten im Kopf haben kann. Hier werden Programme eingesetzt, die berechnen, wieviel von jedem Medikament auf Lager sein soll, wann bestellt werden soll und wann Medikamente abzulaufen drohen.
      In weitere Folge kommen auch spezielle Buchhaltungsprogramme, wie in anderen Branchen auch, zum Einsatz, sowie Karteiverwaltungsprogramme für die Verwaltung von Arzneistoffen und für die Anfertigung von Arzneimitteln.

      Besonderheiten sind jedoch Programme, die der Kundeninformation dienen: Man kann sich vor Antritt von Fernreisen über den jeweils aktuellen Stand der vorgeschriebenen bzw. empfohlenen Impfungen informieren und sich gleich ein persönlich angepaßtes Impfschema, abhängig von Reiseziel, Dauer, aber auch Körpergewicht und Art der Reise ausdrucken lassen.

      Außerdem verfügen wir über sehr gute EDV Programme, welche Interaktionen (Unverträglichkeiten) zwischen verschiedenen Arzneimitteln herausfinden. Hier kann der Apotheker rasch informieren, ob es zu Unverträglichkeiten kommt, und ob diese auch im speziellen Fall gefährlich werden können, oder ob es Lösungen für solche Probleme gibt.