Wer ist die ASM - Austrian Society for Aerospace Medicine?

Die ASM - Austrian Society for Aerospace Medicine/Life Sciences in Space wurde 1991 als gemeinnützige Forschungsgesellschaft gegründet und hat erfolgreich die österreichischen Großprojekte RLF (Russischer Langzeitflug, 1993 - 1997) und ISU Summer School (Millenniumsprojekt 2000) gemanagt sowie mehrere Forschungsbereiche eingerichtet. Diese arbeiten in enger Kooperation mit zahlreichen universitären und außeruniversitären Institutionen im In- und Ausland, wie zum Beispiel im Falle RLF mit dem Institute of Biomedical Problems – IMBP, Moskau, sowie u.a. verschiedenen Forschungseinrichtungen der NASA, etc.

Gegenwärtig wird die ASM Univ.Prof. Dr.Dr.h.c.mult. F. Gerstenbrand (Präsident), Univ. Prof. DI Dr. W. Wehrmann (Generalsekretär) und Univ. Prof. Dr. G. Köhler (Finanzreferent und geschäftsführendes Vorstandsmitglied) geleitet. Das Budget stammte bisher hauptsächlich aus Subventionen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie.

Aufgaben, Tätigkeit und Ziele
Die ASM hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung auf den Gebieten Raumfahrtmedizin und Life Sciences in Österreich anzuregen und zu fördern - durch eigene wissenschaftliche Arbeit, Suche nach finanzieller Unterstützung, Information der Öffentlichkeit und andere einschlägige Aktivitäten.

Die zahlreichen internationalen Kontakte der ASM sind wesentliche Voraussetzung zur Wahrnehmung dieser Tätigkeiten.

Die ASM führt Forschungen auf verschiedenen Gebieten durch, wie Weltraumneurologie, Raumfahrtphysiologie, molekulare Strukturbiologie, Dosimetrie und klinische Anwendungen. Forschungspläne für eine Fortsetzung der Untersuchungen unter Bedingungen simulierter und realer Schwerelosigkeit wurden erarbeitet, bedürfen zu ihrer Umsetzung allerdings noch geeigneter Rahmenbedingungen.

Die Forschungsbereiche gliedern sich auf in
- Adaptive und Raumfahrtphysiologie (IAP Graz **))
- Weltraum-Leistungsphysiologie (IEP Wien)
- Biophysik und molekulare Strukturbiologie (ISB Wien)
- Space Weather (ISD Wien)
- Weltraum-Neurologie (ISN Innsbruck)
**) Das IAP hat sich auf Grund mangelnder Geldmittel im Jahr 2004 von der ASM gelöst und ist nunmehr ein Vertragspartner der Grazer Universitäten.

sowie weitere, assoziierte Aktivitäten, wie
- Funktionelle Elektrostimulation (Wien)
- Physiologie des Bewegungssystems (Wien)
- Transkutane Muskelstimulation (Wien)
- Neuromuskuläre Biomechanik (Graz)

Die ASM hat mit dem IMBP ein umfangreiches Forschungsprogramm („IMPULS-Projekt“) akkordiert und im Detail abgestimmt, das im Rahmen der Forschungsprogramme auf der ISS durchgeführt werden soll und die Gewähr liefern kann, Österreichs im Rahmen der Projekte AUSTROMIR und RLF erarbeitete führende internationale Stellung im Bereich der Raumfahrt- und Biomedizin sowie Life Sciences zu erhalten.

Was ist aerospace medicine?
Aerospace medicine und space life sciences sind ein interdisziplinäres und zukunftsträchtiges Forschungsgebiet, das sich mit der Untersuchung, Gestaltung und Nutzung biologischer und ökologischer Randbedingungen und Voraussetzungen, physiologischen und medizinischen Aspekten – Prävention, Diagnostik und Therapie –
- bemannter Raumflüge und deren Vorbereitung auf der Erde,
- extraterrestrischer Aufenthalte (Raumstation, Mars, Mond) und
- der Rückkehr zur Erde inklusive Nachuntersuchungen sowie
- der physiologischen und klinischen Simulation
beschäftigt.

Großen Raum nehmen auch die Messung und Beurteilung der Strahlung im Weltraum und deren biologische Wirkung und Risiken ein.

Das österreichisch-russische Projekt RLF (Russischer Langzeit-Flug) war ein hervorragendes Beispiel für integrative und interdisziplinäre Forschung mit gemeinsamen biologischen, physiologischen und klinischen Zielsetzungen, die sich überschneiden und ergänzen.