Bastleck

Farbstreifen.gif (4491 Byte)

Taukappenheizung

Hallo Astrofreunde nach den ersten Test meiner Taukappenheizung (TkH) möchte ich Euch hier meine Erfahrungen mitteilen.
Und damit man nicht lange rechnen muß hab ich ein kleines Excelsheet geschrieben.

Jetzt nach dem zweiten Test, der am 14.Dec.2001 von 19h00 bis 24h00 bei -15,5° stattgefunden hat, ist meine Taukappe fertig.
Eine Teileliste und eine ausführliche Anleitung mit Bildern sind auf dieser Seite zu finden.

Weiters möchte ich anmerken, das ich für Schäden, Unfälle oder das Funktionieren der Heizung keine Garantie oder Haftung übernehme,
jeder muß die Funktion der Schaltung vor in Betriebnahme selbst prüfen.
Diese Anleitung soll es nur erleichtern eine TkH zu bauen.


Taukappenheizung: Bau, Berechnung, Schaltplan und Stückliste

Excelsheet zur Berechnung der Taukappe:
Die Anleitung zur Berechnung ist im Sheet enthalten.
Taukappen-Berechnung.xls
Formeln zur Taukappenberechnung, für alle Elektroniker
Formeln.doc
Stückliste:
Für meine Taukappe habe ich folgende Teile benötigt.













2 Stk Türschoner
1 Stk Klebefilz schwarz
1 Stk Klebefolie in der gewünschten Farbe
1 Gehäuse
3 Schalter
1 Wahlschalter mit Drehknopf
3 Buchsenstecker für den Einbau ins Gehäuse
1 Buchsenstecker für das Kabel an der Taukappe
1 Stecker passend zum Taukappenstecker
5 Leuchtdioden 12V
1 Drehwiderstand
20kOhm mit Drehknopf
5 Dioden entsprechend der Schaltung
4 Widerstände (bei meiner Schaltung 2,.7  4,7  8,2  und   15 Ohm)
1 Widerstandsdrath (in meinem Fall 5 Meter bei 10Ohm pro Meter)
Kabel zum verlöten und für die Verbindung zur Taukappe
Schaltplan zu meiner Taukappenheizung:

Die 5 stufige Steuerung habe ich in einem Gehäuse nach diesem Schaltplan verkabelt und verlötet.

ACHTUNG ! Änderung des Drehwiderstandes für die Fadenkreuzbeleuchtung.
Nach dem letzten Test habe ich festgestellt das 4,7kOhm nicht ausreichen die LED ganz abzudunkeln, sollte aber mit
20kOhm funktionieren. Die Schaltung wird nach dem Umbau und einem Test entsprechend geändert.
Schaltplan3.JPG (101576 Byte)                       Steuerung1.JPG (47901 Byte)                      Steuerung2.JPG (36097 Byte)
Türschoner:
Dieser wird in der Länge entsprechend den Teleskopumfang gekürzt. Danach schneitet man zwei Steifen der  Selbstklebefolie genau mit den selben Maßen aus und klebt einen davon auf die Rückseite des Türschoners (die graue Seite nicht auf die Seite mit dem Klebefilm). Anschließend wird der Türstreifen gerollt und mit der zweiten Folie zusammen geklebt. Danach wird der Widerstandsdrath in der errechneten Windungszahl auf die Innenseite des Türschoners geklebt.
Leiste.JPG (52662 Byte)                       Drath.JPG (56868 Byte)
Ich habe dann den Widerstandsdrath an der Stelle wo sich die beiden Enden des Türschoners treffen mit einem Kabel verlötet und nach außen geführt. Danach wenn der Drath gut verlegt und verlötet ist, wird die Innenseite noch mit dem schwarzen Klebefilz bespannt.
Vor dem ersten Test hat die fertige Taukappe so ausgesehen
Taukurz1.JPG (29110 Byte)                       Taufertig3.JPG (34343 Byte)                      TeleTau.JPG (43966 Byte)
Nachdem der erste Test nicht ganz so erfolgreich war habe ich die Taukappe mit einem zweiten Türschoner um das doppelte verlängert und die Leistung entsprechend der obrigen Schaltung erhöht.
Somit sieht die Taukappe jetzt so aus.
Taufertig1.JPG (35684 Byte)                       Taufertig2.JPG (28274 Byte)
 
Ob man sich für eine kürzere Taukappe mit mehr Leistung oder eine längere mit etwas weniger Leistung entscheitet bleibt jedem selbst überlassen, aber das Beobachten oder Fotografieren wird auf alle Fälle zum Vergnügen. Jetzt kann ich nur noch viel Spaß beim basteln wünschen.
Abschließend noch mein 1 und 2 Testbericht.

 

1 T E S T B E R I C H T

Datum: 08-12-2001
Ort: Balkon, Ostseite, St.Andrä
Bedingungen: sehr sehr KALT ca. -10 Grad
Teleskop: Meade LX50 /f10 8"
Taukappenheizung: 5 Stufen Eigenbauheizung (1, 2, 3.3, 4.4, 5.3 WATT)

Das erste was ich dachte als ich am Abend gegen den Himmel sah war, es ist soweit heute kommt der große Test meiner selbstgebauten Taukappenheizung.
Also, erst einmal dicke Socken eine zweite Hose, zweiter Pulli, Handschuhe und gefütterte Schuhe, dann alles herrichten.

Da mein Telskop am Südbalkon steht erst einmal alles rübertragen, einmessen und ausrichten, dann verkabeln und ein kurzer Test der Nachführung mit ein 10mm Plössel und Saturn.
OK das wars, jetzt noch den Laptop und die Kamera anschliesen und einschalten.

So jetzt der große Moment.

Die Taukappe ist schon montiert, die Kabel angeschlossen und eingeschaltet, der Haupschalter leuchtet, und die LED für die mittlere Stufe (grün ca. 3.3 WATT).
Jetzt heist es warten, es vergeht eine Stunde ohne anlaufen der Korrekturplatte, für erste mal nicht so schlecht.
Eine virtel Stunde später wieder mal kontrollieren ob noch alles frei ist, NEIN in einem Viertel der Platte macht sich Tau breit.
Na ja kein Problem für mich ich haben ja noch zwei Stufen, also den Wählschalter meiner Steuerung gleich mal auf volle Leistung ca. 5,3 WATT, mit mir nicht, Kälte macht mir nichts aus.
Denkste der Kampf mit der Kälte geht weiter, nicht nur das sich der Tau nicht zurückzieht, nein der glaubt er muß sich noch breiter machen auf meinem Tele.
Der Schreck fährt durch meine Glieder, alles um sonst, ein Haufen Kohle für nichts, die ganze Arbeit für dei Katz.

Aber he eine Möglichkeit gibts noch, ich kann ja nachdem ich Zuhause bin und alles über ein regelbares Ladegerät betreibe mal versuch ein bißchen mehr Spannung anzulegen.
Also Schiebschalter angepeilt und rüber damit auf 15Volt, kurzer Blick auf die Led´s, OK keine kaputt gegeangen leuchtet noch alles.
Jetzt das Tele gegen den Boden gerichtet damit alles auftaut, da ja warme Luft aufsteigt kann sie sich so innerhalb der Taukappe sammelen.
Nach ca. 10 Minuten ist wieder alles frei und ich richte meine Tele erneut auf Jupiter.

Wäre ja gelacht wenn jetzt mit der ca. 8,4 Watt Turboheizung noch mal der Tau seine Krallen zeigt.

Jetzt heist es wieder warten, und warten, und warten, die Zeit nutze ich um mit meiner umgebauten Webcam Bilder von Jupiter zu machen.
Und was soll ich sagen es hat entlich funktioniert, kein Tau und kein Eis mehr.

Also ich habe sehr viele Berichte von anderen Amateuren gelesen und nach diesen Angaben meine Taukappenheizung gebaut.
Da war die Rede von 10mW pro cm2, oder 4Watt für ein 20cm Teleskop, bei anderen hab ich wieder was von 8Watt oder sogar 16Watt gelesen.

Jetzt nach dem ersten Test hab ich festgestellt das 5,3 Watt bei -10Grad nicht ausreichend war, sehrwohl aber 8,4Watt.

Als erstes werde ich meine Taukappe um das doppelte verlängern (zur Zeit ca.9 cm) sollte das nicht helfen werde ich mir eine zweite mit nur 2 Heizdrahtwindungen bauen, das bringt dann bei meiner derzeitigen Steuerung maximal 7 Watt, wenn ich noch einen Vorwiderstand weglasse komm ich sogar auf 10,5 Watt. Das muß aber dann reichen.

Ob dann alles funktioniert, erfahrt Ihr in meinen nächsten Bericht.

Vorab kann ich sagen wenn man für ein 8" Tele eine Heizung mit 2, 4, 6, 8, 10 Watt baut kann eigendlich nichts schiefgehen, dann muß man nur noch achtgeben das man die Autobatterie nicht leermacht, man will ja noch nach hausefahren (eine Powerback kann hier helfen).

bis zum nächsten mal

Andi


2
T E S T B E R I C H T

Datum: 14-12-2001
Ort: Balkon, Ostseite, St.Andrä
Bedingungen: sehr sehr KALT ca. -15,5 Grad
Teleskop: Meade LX50 /f10 8"
Taukappenheizung: 5 Stufen Eigenbauheizung ( 2, 3.3, 4.4, 5.3, 6.7  WATT)

Die Bedingungen waren die selben wie bei meinem ersten Bericht, außer das es noch kälter war.
Ich habe wieder alles aufgebaut und begonnen Bilder vom Saturn zu machen, die überarbeitete Heizkappe habe ich auf volle Leistung (Stufe 5,  6.7Watt) gestellt.
Nachdem ich einige mahle kontrolliert habe ob sich Tau auf der Korrekturplatte breit macht ist mir ein ziemlich starkes flimmern auf dem Videobild meiner Webcamsoftware aufgefallen.
Das ist ein Zeichen dafür das die Luft vor dem Teleskop zu warm ist, also hab ich die Heizung auf Stufe 3 (4.4 Watt) zurückgestellt.
Durch die jetzt doppelt so lange Taukappe hat sich die benötigte Heizleistung doch sehr reduziert, bei meinem ersten Test haben 5,3 Watt nicht gereicht um ein anlaufen zu verhindern.
Nachdem ich die Leistung zurückgestellt hatte wurde die Luft ruhiger und bei meiner halbstündigen Kontrolle konnte weiterhin kein Tau festgestellt werden.
Da sich nach 5 Stunden bei ca. -15,5° noch immer kein Tau gezeigt hat, denke ich meine Heizung funktioniert sehr gut.
Natürlich werden noch mehrere Beobachtungen erforderlich sein um zu sehen ob die Heizung 100% funktionier, da die Luftfeuchtigkeit nicht immer gleich hoch ist und es bei -1° ganz andere Bedingungen gibt.
Falls nötig wird es einen neuen Bericht geben.
Wenn nicht wünsche ich viel Spaß beim Beobachten, und sollten Sie Fragen oder Anregungen haben schreiben Sie mir ein Mail oder tragen Sie es im Gästebuch ein.

mfg Andi