-online 32; Mai 2009

 
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Blutjunge 2009
 

5. Jugendkleinkunstfestival
im Theater am Alsergrund

Zum 5. Mal fand vergangenen Februar im Theater am Alsergrund das Jugendkleinkunstfestival BLUTJUNGE statt.

19. 2. 2009

Nomen est omen stand bei den Electrics „Electric Dance“ im Mittelpunkt. Dabei setzten sie dem abendlichen Rhythmus der Pointen und Worte einen kongenialen Kontrapunkt: sehenswerte Tanzeinlagen!

Stanek & Miedl, längst Routiniers des jungen Kabarettgeschehens auf den Kleinkunstbühnen, brachten ein fulminantes Best-of ihres Duo-Programmes „Stopptafelbesessenheit“.

Die Lehrer-Schüler-Gruppe LeSchü fand diesjährig Bereicherung durch den ehrbaren Berufsstand der Zivildiener, demgemäß der adaptierte Gruppenname LeZiSchü. Sketchgewitter aus den kriminellen Abgründen schulischer Bürokratie, pointenreiche Betrachtungen zu Verwaltungskopierpapier und Personalkopierpapier.

Absolut 2, das den Stil der Doppelconference bevorzugt, um seine geistreichen Pointen dem Publikum an den Kopf zu schleudern.

Zwischen Comedy, Impro und skurrilem Comic-Kabarett in ständiger witziger Bewegung zeigten sich die drei Herren namens King Boorok & PJS. Die Geschichte um den polnischen Superhelden „Patman“ bewirkte Lachstürme und gewaltige Applausbrandung.

Die Drei Pfoten, ein neues Duo, welches sich bei Blutjunge IV fand: Leo Toriser und Katrin Stichauner ergänzen einander in sozialkritischer, bitterböser Satire und ausgelassenem Spiel. Sie greifen Tabu-themen der Gesellschaft auf, sie bieten innovatives Kabarett - von ihnen werden wir noch hören.


Drei Pfoten

Show, Satire und pointierte Kritik an der seltsamen Zeiterscheinung Voting-Show zeigte die Wiener Schüler(+1 Lehrerin)-Gruppe Hoppi Poppis mit ihrem Sketch „ASSI“ (Austria sucht den Super-Inländer). Ein thematisches und darstellerisches Highlight des Abends.

20. 2. 2009

Salzburgs Jungkabarett-Perle Alois Fenninger beherrscht das Handwerk; streut scheinbar beiläufig Pointen, packt das Publikum (das sich gerne packen lässt) und bringt nicht zuletzt durch gekonnten Einsatz seiner hölzernen Begleiterin, der Gitarre, musikalische Stimmungselemente, die das Auditorium lautstark Zugaben verlangen lässt. (Die es selbstverständlich auch bekommt.)


Alois Fenninger

3 Engel für Satzl, 3 Schülerinnen und ihr Prof. mit einer (aber)witzigen Szene zum Thema „Finger weg von Drogen“. Verpackt in Puppenspiel-Elemente wurde das heikle Thema geschmeidig und kurzweilig präsentiert.

Lehrer, die zu Schülern werden und vice versa. Sensible szenische Satire der Gruppe HotSketchups, rund um Schulthemen wie Burnout, Mobbing, Gewalt und Einsamkeit. Die Lehrer-Schüler-Gruppe reiht sich bereits zum dritten Mal charmant in den Reigen der schulischen Kabarettisten rund um „Blutjunge“.


HotSketchups

Lisa und Flo, das steirische Duo, bediente sich althergebrachter Klischees, um die Probleme des Mann-Frau-Mit(Gegen-) einanders bildhaft und skurril zu überzeichnen.

Sechs Burschen aus dem Sankt Peter-Gymnasium in Graz, kurz San Pietro Clan, schlüpften in die Rolle von Mafiabossen und ihrer familia. Ein Reimepos über die Spaghettikochkunst der Mama und den Alltagskram der Cosa Nostra mit kriminell-komischem Ausgang. (Zum Totlachen!)


San Pietro Clan

Eine wahrlich blutjunge 5-er-Gruppe, bezeichnenderweise Die 4 Haschler, die das erste Mal auf der Bühne stand und mit vollem Drive das Publikum mit sich riss: Der absurde Sketch zweier sich bewerbender Köche im ungewollten Rotlichtmilieu gipfelte in einer gelungenen Chippendale-Parodie.


Die 4 Haschler

Der junge Wiener HTL-Schüler Alexander Wurz nahm sich Stand-up-Comedians zum Vorbild und bestritt seinen Programmausschnitt episch. Trotz Namensgleichheit mit einem der österreichischen Rennfahrer-Veteranen stand weniger der Verkehr auf den Formel 1 Strecken als der in den jugendlichen Abschleppzonen im Mittelpunkt des Wurz'schen Sketches.

21. 2. 2009

Das Duo Antihaftbeschichtung setzte gekonnt ihre zwei von allen Fans bekannten Typen ein, um sich diesmal das Thema „… sucht den Superstar“ vorzunehmen. Ein Feuerwerk der Gags. Antihaftbeschichtung lässt die (Socken-)Puppen tanzen und „Dirty Dancing“ singen. „You´re the one thing? I can´t get enough of …“


Antihaftbeschichtung

Improtheater vom Feinsten präsentierte die Grazer Gruppe Bagger inda Mur. Ein wahres Vergnügen dieser fulminanten Mischung ausTheater, Slapstick und Kabarett im weiten Spielfeld der Improvisation.

Deutsch 5 ist eine Wiener Schülergruppe, deren Name angeblich auf ehemalige Reibereien mit einem Pflichtfach zurückgeht. Davon ist freilich längst nichts mehr zu merken. Sowohl sprachlich wie auch darstellerisch ideenreich wurde das Thema Fernsehen und seine Nebenwirkungen aufgearbeitet.

Frank und seine Jünger begaben sich in die Niederungen des Call-in-TVs, um daraus mit einem vielbelachten Sketch zum Thema Toilettenpapier aufzutauchen und das Publikum gekonnt einzuwickeln.

Klippal 1 feat. CHAOS, eine „Notlösung“, denn Klippal 2 saß an diesem Abend eingeschneit in den frostig-unendlichen Weiten des Burgenlandes fest. So sprang CHAOS ein und bot mit Klippal 1 eine Improshow vom Feinsten. Hut appal!


Klippal 1 feat. CHAOS

Hinter dem Pseudonym Notausgang verbirgt sich ein junger Niederösterreicher, der mit vielerlei Stimmen gekonnt vielerlei Pointen zu setzen weiß. Einzige Kritik: Mehr bitte!

M-Project. Der Mann im Rollstuhl präsentierte Kabarett mit wirklich feiner Klinge. Ironisch, bissig, poetisch. Wunderbarer Minimalismus mit großer Wirkung.

Clemens Maria Schreiner, ein „Blutjunger“ der ersten Stunde, der an allen drei Tagen mitmoderierte, bot einen Ausschnitt aus seinem neuen Programm „Erstklassik“. Die Erlebnisse eines Tafelklasslers ließen das Publikum zwischen Lach- und Applausstürmen positiv schaudernd an die eigene Schulzeit zurückdenken. Clemens Maria Schreiner ist einer der Blutjungen, von dem wir in Zukunft noch viel in der Kabarettszene sehen und hören werden!

Anmeldungen für BLUTJUNGE 2010 bis 30. Oktober 2009 bei:
Andrea Motamedi
0676-77 55 721
andrea.motamedi@chello.at

Text: Andrea Motamedi
Fotos: Andre Blau
www.blutjunge.net