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D  I  G  I  T  A  L    F  I  N  E    A  R  T    P  R  I  N  T  I  N  G 


 

Schwarz-Weiss, eine neue Herausforderung für mich.

Allgemein kann man beobachten, dass die SW-Fotografie momentan ein Revival
erlebt. Ich habe mich lange nicht für SW begeistern können. Jedoch, ein
aussagekräftiges, super ausgearbeitetes SW-Bild auf klassischem Barytpapier,
hat mir eigentlich  immer imponiert. Aber selber, mit Dunkelkammer, Chemie und so,
das war nie mein Ding.

Doch da gibt es nun seit ein paar Jahren Drucker mit einer fantastischen
Druckqualität, mit Pigmenttinten, die endlich wirklich langzeitbeständig sind.
Und Papiere! Feinste Aquarellpapiere und edle Büttenpapiere, säurefrei,
aus 100% Baumwolle, aus besten Häusern wie Hahnemühle, Arches,
Red River oder Moab.

Diese Papiere besitzen wieder etwas, das die Dunkelkammerfans ganz
früher auch gekannt haben. Nähmlich eine strukturierte, samtweiche,
seidige Oberfläche. Oder bedruckbares Leinen. Überhaupt alles was durch
 den Drucker passt. Also nicht nur ein Fest für die Augen sondern auch
für den Tastsinn.

Während Freunde der dunklen Kammer sich mit einer dramatisch schrumpfenden
Papierauswahl abfinden müssen, vergrössert sich das Angebot an hochwertigen
Inkjetpapieren rasant.

Seit Mitte 2004 bin ich nun Besitzer eines Epson 2100. Diese Maschine habe ich gewählt
wegen  der Ultrachrome Pigmenttinten und der manuellen Papierzufuhr. Der Drucker nimmt
alles bis zu einer Dicke bis 1,5mm und das Medium wird schonend waagrecht durch-
gerollt. Mein Ziel war in höchster Qualität farbig und SW mit einem Gerät mit original
Farbtinten zu drucken.

Die ersten SW-Versuche aus dem Epson Druckertreiber waren nicht befriedigend.
Die Druckqualität war zwar schon super, aber die Bilder hatten je nach Beleuchtung
verschiedene Farbstiche. Etwa grünlich bei Tageslicht oder rötlich bei Kunst-
licht. Man nennt das Metamerie.

Der 2100er kommt mit einer Software namens GreyBalancer. Damit soll es möglich
sein für eine bestimmte Beleuchtungssituation, etwa eine Ausstellung bei Kunstlicht
neutrale SW-Prints herzustellen. Ich habe es ausprobiert: Mühsam, zeitaufwendig
und immer noch nicht zufriedenstellend. Allein das Benutzerhandbuch hat
139 PDF-Seiten!

Bis ich beim Weiterbilden im Internet auf die Homepage eines amerikanische Foto-
grafen und Computerfreaks namens Roy Harrington stiess. Er hat eine RIP-Software
(Raster-Image-Prozessor) geschrieben, mit der man mit den Original Epson Tinten
des 2100ers perfekte farbstichfreie SW-Bilder drucken können soll. Im Gegensatz
zu anderen RIPs, die sehr teuer sind, kostet der QuadToneRip (QTR) nur 50.00 Dollar.
Nach etwa einem Jahr Beschäftigung mit diesem Stück Software bin ich jetzt über-
zeugt und zufrieden.

Der QTR nutzt hauptsächlich die Farben MatteBlack und LightBlack. Cyan und Magenta
nur zum Tonen und Yellow überhaupt nicht. Gelbe Farbpigmente fangen an als Erstes zu
verblassen, dann die übrigen Farbpigmente. Schwarz bzw. Karbon hält am Längsten.
Schon um 1850 wurde Karbon in der Fotografie verwendet.
Mein Bildbearbeitungsprogramm und die QTR-Benutzeroberfläche gestatten mir eine
umfassende Kontrolle über Bildkontrast und Tonwerte, eine gezielte Steuerung des
Bildtones von kühl über neutral, von warm bis Sepia. Stufenlose Einstellung des Tinten-
auftrages in den Schatten, Mitteltönen und Lichtern.

Wer nun denkt, das klingt ja super, man wandelt einfach ein Farbbild in eine Graustufen-
Datei um, gibt den Druckbefehl und es kommt umwerfend tolles SW heraus, der irrt.
Das wäre ungefähr so als lege man einen SW-Film in eine Kamera ein, fotografiert mit
Programmautomatik, und schickt den Film dann zum Entwickeln ins Grosslabor.
Die herkömmliche Dunkelkammerarbeit ist seit Jahrzehnten genau beschrieben und
dokumentiert. Man kauft sich ein Buch, einen Vergrösserer, Papier und Chemie und
mit etwas Geduld kommen SW-Fotos heraus. Nicht so bei SW Digital FineArtPrinting.
Es gibt viele Wege, jeder hat seine Vorteile, aber keiner ist perfekt.

SW-Denken bleibt einem auch im Digitalzeitalter nicht erspart. Die kreative Umsetzung
der Realität in ein SW-Bild, umwandeln von Farbe in Tonwerte, Umgang mit Belichtung
und Tonwertumfang und den Betrachter die Stimmung und die Atmosphäre spüren
lassen, die der Fotograf erlebt hat.

Für ein feines Bild braucht es als solides Fundament ein perfektes Negativ. Und es
ist egal ob das ein Stück Film oder eine Datei ist.

 

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