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Training der beachvolleyballspezifischen Annahme- und Angriffstechniken 

Die meisten Übungen zu diesen Techniken sind dem Hallenspiel identisch, weswegen ich sie hier nicht gesondert anführen möchte.  Deshalb möchte ich hier nur die Unterschiede zu den Hallentechniken herausarbeiten.

Im besonderen möchte ich auf die folgenden Techniken eingehen:

Ø      Cut

Ø     Shot bzw. Poke Shot

Ø      Beach Dig

Ø      Dive

Die Schlagtechnik im Beachvolleyball

Im allgemeinen ist die Angriffstechnik der de Hallenvolleyballspiels sehr ähnlich, allerdings gibt es ein paar Bewegungsunterschiede, die jedoch sehr wichtig sind.

Ø      Die Laufschritte des Anlaufes zum Schlag sind eine fließende Bewegung im Gegensatz zum Hallenvolleyball, bei dem man die Geschwindigkeit kontinuierlich steigert und zum Schluss mit einem starken Impulsstoß in den Boden abspringt. Dieser Impuls ist im Beachvolleyball nicht zielführend, da sehr viel kinetische Energie verloren gehen würde, was zu einer frühzeitigen Ermüdung ohne Erfolg führen würde.

Ø      Der Spieler verharrt kurz in ca. 2 bis 3 Meter Entfernung vom Netz, bevor er den Orientierungs- und Stemmschritt einleitet.

Ø      Der Orientierungsschritt ist wegen des obig genannten Grundes kürzer, der Absprung ist jedoch dem Hallenvolleyball relativ ähnlich, da man auch hier beidbeinig abspringt, jedoch mit einer kontinuierlichen Beschleunigung.

Ø      Dem Armzug kommt beim Beachvolleyball eine noch größere Bedeutung zu, da er als Schwungelement sehr wichtig ist.

Ø      Die Schlagbewegung, sowie der Treffpunkt sind gleich wie beim Hallenvolleyball.

Ø      Die Schlagrichtung wird durch den Unterarm (vertikale Richtung hoch / flach) und das Handgelenk (links / rechts) gesteuert.

Ø      Ausschwung und Landung werden wie beim Hallenvolleyball durchgeführt.

 

Der Bewegungsablauf des Driveschlags:

Dadurch, dass der Gegner nicht erkennen sollte, ob man einen harten Schmetterschlag (Hard-Driven Ball) oder einen lockeren Driveschlag durchführen möchte, muss der Bewegungsablauf dem des Schmetterschlages möglichst ähnlich sein.

Der Bewegungsablauf ist demnach dem des Schmetterschlages ident, allerdings wird der Armzug im letzten Moment verlangsamt.

Der größere Unterschied besteht darin, dass man den Ball hinten/unten trifft, wobei man das Handgelenk bis zum vollständigen Überdachen des Balles nachklappt.

Im allgemeinen sind von der Technik her sämtliche besondere Schlagtechniken im Beachvolleyball Driveschläge. Die verschiedenen Namen bekommen sie allerdings wegen der Schlagrichtung.

Der Cut

Damit bezeichnet man den Diagonal- oder Extremdiagonalschlag. Ein Rechtshänder führt ihn normalerweise von der rechten Spielfeldseite aus(Cut Shot rechts). Man trifft den Ball rechts/unterhalb des Mittelpunktes und man „wickelt“ die Schlaghand über die rechte Seite des Balles, d.h. man führt die Hand durch ein Klappen des Handgelenkes tangential am Ball entlang, wodurch man einen sehr extremen Winkel spielen kann und der Ball einen starken Drall bekommt. Der Ball wird damit diagonal nach links in die rechte vordere Ecke des gegnerischen Feldes geschlagen. Beim „Cut Shot links“ ist es genau umgekehrt.

Textfeld: Abbildung 10

 

 

 

 

 

Bewegungsablauf der Angriffsfinte (Poke Shot)

Anlauf und Ausholbewegung erfolgen wie beim Angriffsschlag. Man verlangsamt allerdings kurz vor der Ballberührung den Schlagarm und beugt die Finger im Fingermittelgelenk (Cobra). Man trifft den Ball mit der Fläche zwischen Fingermittel- und endgelenken. Die Länge und Richtung der Flugbahn werden wiederum durch den Handgelenkeinsatz kontrolliert.

 

Der Beach-Dig

Diese Technik erlaubt es dem Verteidigungsspieler, einen hart geschlagenen Ball mit geöffneten Händen (einem sog. „Platsch“) zu verteidigen. Man darf sie allerdings nur bei einem hart geschlagenen Ball anwenden. Bei Angriffsfinten und Driveschlägen ist sie nicht erlaubt. Von der Technik ist sie dem Oberen Zuspiel ähnlich, jedoch wird der Ball tiefer in die Hände gelassen und erst die Fingerinnenflächen bremsen und spielen den Ball vollkommen.

 

Der Dive

Diese Verteidigungsform ist gleichzusetzen mit einer Glanzparade eines Fußballtorwartes. Sie entspricht dem Hechtbagger im Hallenvolleyball und ist auch in den technischen Grundzügen gleich. Allerdings kann man den Dive aufgrund der weichen Sandunterlage beim Beachvolleyball um vieles extremer ausführen, da keine Verletzungsgefahr besteht.

Man benötigt ein sehr gutes Körpergefühl und sehr hohe koordinative Fähigkeiten, damit man den Sprung im richtigen Augenblick ausführt. Außerdem muss man den Ballflug sehr gut vorausberechnen können, da diese Technik auf den Bruchteil einer Sekunde genau abgestimmt sein muss. 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur: PAPAGEORGIOU (1997)