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Fam. Lechleitner und Goth
Lechtaler Alpen Tirol
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Hintergrund und Leseproben aus dem Roman "Das verschworene Tal"
Ein historischer Heimatroman von Walter Lechleitner
Herausgeber: Ehrenberg-Verlag A-6600 Reutte
Alle Rechte auch auszugsweise beim Autor Walter Lechleitner, Boden (Siehe Impressum)
Der Roman ist in Buchform  265 Seiten stark anfang Dezember 2007 erschienen   Die 1. Auflage ist ausverkauft, die 2. ab sofort lieferbar
Preis für ein Exemplar der 2. Auflage in Hardcover € 24,80
Der Fortsetzungsroman"Retter der Heimat" wird anfang Juni zu kaufen sein. Preis ebenfalls € 24.80
Umschlag1.jpg (17118 Byte)   wpe5.jpg (46890 Byte)   Leseprobe siehe unten.

Vom Verlag wird das Werk kurz beschrieben:
Inspiriert von historischen Personen, überliefertem Brauchtum, den Überresten einstigen Bergbaus und den überwältigenden Naturschau plätzen des Bschlabertales und der Lechtaler Alpen verfasste Walter Lechleitner einen packenden Historienroman über seine Heimat und seine Ahnen. Das karge Leben in den Bergen, die unglaublichen Entbehrungen und Strapazen formen aus den Bewohnern des damaligen Pfafflaar, Bschlabs und Boden eine verschworene Gemeinschaft. Zusammen meistern sie Not und Schicksalsschläge und schaffen sich und anderen Menschen eine bessere Lebensgrundlage. Der Autor erzählt von wahrer Liebe, aufopfernder Freundschaft, höheren Werten sowie zutiefst menschlichen Nöten, Gewissenskonflikten und Sehnsüchten. Er entwirft ein faszinierendes Lebens- und Familienbild der Menschen vor 500 Jahren, ihrer Bräuche, Arbeitsweise, Lebensumstände sowie Handelsbeziehungen und Abhängigkeiten ins Inntal und Lechtal. Ein wichtiges Stück Heimatgeschichte wird dadurch wieder lebendig und unvergesslich.
Dieses Buch ist aber allem voran eine zeitlose Geschichte über den wahren Wert von Liebe, Vertrauen und Freundschaft.

 
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Walter Lechleitner,
geboren am 20.6.1931 in Boden im Lechtal. Als Sohn einer Lehrers- und Bauerntochter verbrachte ich meine Kindheit und den größten Teil meines Lebens   in meinem Geburtsort. Im  reiferen Lebensabschnitt bemerkte ich Unterschiede in der Moral, der Einstellung zu Kirche und Religion zwischen dem Hochtal und den umliegenden Talschaften. Erst nach meiner Pensionierung fand ich Zeit mich mit der Geschichte  meiner geliebten Heimat auseinanderzusetzen.  

Zu dieser Erzählung wurde ich angeregt:

Weil es nahe beim Dorf Boden (Lechtaler Alpen) einen alten, heute noch begehbaren, Stollen und einen Schacht gibt, in dem offensichtlich Blei und Zink abgebaut wurde. Ein zweiter, größerer , verschütteter Stollen ist nachweisbar.

Weil im Gebiet der Anhalterhütte eine Galmeihütte bestanden hat, von der noch Fundamente zu sehen sind. Ein Weg durch das Plötzigtal, von dem man bis heute nicht weiß zu was er dienen sollte, scheint, fachmännisch angelegt, zu dieser Hütte zu führen.

Weil dieser Bergbau in historischen Dokumenten mit keinem Wort irgendwo erwähnt wird.

Weil in Pfafflar bereits aus dem Jahre 1510 eine Festtracht dokumentiert ist, welche sich damals Leute in einem abgeschiedenen Bergdorf normalerweise nicht leisten konnten.

Weil in Pfafflar, von alters her, kein einziges religiöses Symbol zu finden ist und weil in diesem Ort, trotz der frühen Besiedlung, kein sakraler Bau, und in Boden erst sehr spät eine Kapelle errichtet wurde.
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Diese Erzählung erhebt keinen Anspruch auf geschichtliche Tatsachen, sie versucht aber Geschichte aufzuarbeiten, welche nirgends zu lesen oder gar dokumentiert ist.
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Wenn diese Lektüre dazu beitragen kann die Menschen in diesem interessanten Hochtal den Gästen aus Nah und Fern etwas näher zu bringen, und den Leser zu unterhalten, dann dürfte sie ihren Zweck erfüllt haben.
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Herr Armin Müller,
Schriftsteller und Maler in Weimar
war so freundlich den 1. Teil zu editieren, wofür ich ihm meinen innigsten Dank ausspreche. Den 2. Teil konnte er leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bearbeiten.
Seine Eindrücke über diese Erzählung schildert er wie folgt:
Insgesamt kann ich Ihnen sagen, daß mir die Lektüre Ihres Textes die Menschen dort, ihre Geschichte und Eigenart sehr nahegebracht hat. Ein Buch wie dieses muß nicht mit großen literarischen Aussprüchen antreten, es wird durch die gründliche Kenntnis vergangener Lebensumstände ganz bestimmt zahlreiche Leser finden. Außerdem bietet es jedem Interessierten wichtiges, kulturgeschichtliches Material.
Ihr Armin Müller

 

1. Leseprobe >Das verschworene Tal>.

Zu Beginn beschreibt der Roman die Besiedlung, das kärgliche Leben und das Verlangen so zu leben wie unten im Tal

Ein fast zwei tausend Meter hoher Paß und ein vierstündiger Fußmarsch trennte die wenigen Häuser in den Bergen zwischen Inn und Lech von den mächtigen Schloßherren im Inntal. Um ins Lechtal zu kommen, brauchte man keinen Paß zu überwinden, um so steiler und gefährlicher jedoch behinderten dorthin  die schmalen Pfade und unwegsamen Schluchten. Es war eher eine entlegene Einödsiedlung in tausendsechshundert Meter Seehöhe als ein Dorf, Pfafflaar genannt. Sechs Hütten,  mit rohen Baumstämmen primitiv gezimmert, die Fugen mit Moos und Lehm einigermaßen winddicht zugestopft, mußten für Mensch und Vieh den kurzen Sommer und den langen Winter über als Behausung dienen.  Über dem ebenerdigen Raum befand sich die Scheune, voll mit Heu, so daß kaum Wärme nach oben entweichen konnte. Ein paar Rinder, Ziegen und Schafe erwärmten den gemeinsamen Raum so, daß niemand frieren mußte. Gekocht wurde, wenn es das Wetter einigermaßen erlaubte, in einem kleinen Unterstand im Freien. Nur bei großer Kälte, Schnee und Regen mußten auf einer kleinen Feuerstelle im Innern der Hütte  die Speisen erwärmt werden.
Ein einziger Neubau wurde für die kinderreichste Familie gebaut und sollte von nun an den Menschen allein, getrennt vom Vieh, als Behausung dienen. Dieses Haus sollte zwar nur einer Familie ein menschenwürdiges Dasein bescheren, war aber bald gemeinsamer Treffpunkt für alle zweiunddreißig Bewohner. Man kam  tagsüber, bis in den Abend hinein, zusammen, um sich zu unterhalten, zu spinnen und zu stricken. Die Männer bastelten primitive Geräte und Einrichtungsgegenstände. Dieses Haus sollte Vorbild für weitere Hausbauten sein. In wenigen Jahren wollte man erreicht haben, daß niemand mehr mit dem Vieh zusammen wohnen mußte.

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2. Leseprobe <Das verschworene Tal>

Durch die Abgeschiedenheit, die langen Winter und das Leben abseits vom klerikalen Einfluss bildete sich eine eigene, freie Moral, ein Gefühl für Anstand und gegenseitiger Hilfe.

Dass Jaggl heute in Bschlabs übernachten würde war für ihn selbstverständlich. So oft kam man doch nicht zu Hiasls Weiber. Fesche Mädchen um die zwanzig Jahre die einander so ähnlich sahen als wären sie Zwillinge. Eines war sicher: Beide Töchter mochten ihn und machten auch kein Hehl daraus. Vater Hiasl, die Mutter und sogar der jüngere Bruder gingen bald nach dem Essen schlafen. Man wollte augenscheinlich den jungen Leuten Gelegenheit zum Anbandeln geben. Und eine Heirat nach Pfafflaar war gar nicht so schlecht.
So waren die drei bald allein in der kleinen Stube. Man lachte und zwickte sich gegenseitig mal in den Schenkel, mal in die Rippe. Eine links, die andere rechts, wetteiferten sie geradezu ihm zu gefallen. Ja, nicht nur das, sie wollten die Gelegenheit nützen, um ihn einmal ganz zu bekommen. Wer das Rennen schließlich machen würde, war gar nicht so wichtig. Hauptsache man hatte ein wunderschönes Erlebnis. Darauf waren nun echt gute Aussichten. Jedes Mädchen hatte eine Hand bereits unterm Tisch und streichelte bei Jaggl alles, was leicht zu erreichen war.Auf einmal sagte Mina ganz unbefangen: "Wirst du uns heute Nacht, wenn wir beieinander schlafen, überhaupt noch unterscheiden können?
„Ganz sicher, die frechere bist du, die Mina.“
„Schwer getäuscht. Bei Nacht bin ich viel frecher, wirst schon spüren, was ich mit dir mache“, gab sich Justina als ihrer Schwester überlegen.
„Und wenn ich dich dort anfasse, wo du es am liebsten hast, dann ist es dir sowieso egal, wer es von uns beiden ist“, sagte Mina, als ob sie ihn durchschaut hätte und in diesen Dingen schon sehr erfahren wäre.
Jetzt wurde er aber richtig gefordert, da half nur die Flucht nach vorn: „Jedenfalls werde ich mit euch beiden fertig. Weiß sowieso nicht, wen ich von euch lieber habe. Am liebsten hätte ich euch alle beide.“
„Du weißt aber noch gar nicht, ob wir dich für mehr als eine Nacht mögen“, bellte Justina dazwischen. Er weiter aufreizend: “Und ihr wisst noch gar nicht, ob ich überhaupt etwas mit euch mache, was ihr gern habt.“
Das Kienfeuer in Kamin war am Erlöschen. So kroch man durch ein kleines Loch in der Stubendecke in das obere Geschoss.
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Impressum:
Walter Lechleitner
Gasthof Bergheimat
A-6644 Boden bei Elmen im Lechtal

Tel.: 05635 231
Email: bergheimatboden@aon.at

 

 

3. Leseprobe <Das verschworene Tal>

Nur durch die Wirren um das Schloss Starkenberg und das diplomatische Geschick der Pfafflaarer war der heimliche Bergbau, ohne dass die Herrischen im Inntal davon Kenntnis erlangten und Abgaben einforderten, möglich.  Hier eine dramatische, fürs Erste nebensächliche, später aber doch bedeutsame Begebenheit.

............Während die Männer noch bei ihren Überlegungen waren, hörte man aus der Schlucht ein eigenartiges, dumpfes Brausen und schneller als die Versammelten es fassen konnten, schoß eine riesige Mure von Geröll, Wasser, Baumstämmen und großen Felsbrocken aus der Schlucht hervor. Im Nu türmte sich das Geröll mindestens eine Geschoßhöhe über dem normalen Bachbett. Alle Männer liefen nun, wie auf ein unhörbares Kommando, um Äxte zu holen und Bäume in das Bachbett zu fällen. Quer liegende Baumstämme zwischen Mure und den Häusern waren der beste und wohl auch der einzige Schutz den man errichten konnte.
Die Brücke war unter den Wasser- und Geröllmassen begraben, doch es gelang tatsächlich die Mure von den diesseitigen Häusern abzulenken.
Plötzlich rannte eine Frau aus einem Haus heraus und schrie verzweifelt: "Meine Kinder, meine Kinder sind in unserem Haus. Schaut, bald wird es vom Bach weggerissen werden!"

Tatsächlich kam die Mure dem Haus am gegenüber liegendem Bachufer gefährlich nahe. Doch nicht nur das. Der Bach umspülte das Haus zu beiden Seiten, zwar bis jetzt nur mit einem kleinen Bächlein, doch für die Kinder schien es kein Entrinnen mehr zu geben.
Alle, verzweifelte Eltern, ratlose Männer und schreiende Frauen mußten zusehen wie die Katastrophe ihren Lauf nahm.
Auf einmal waren zwei Reiter mitten unter den Dorfbewohnern. Der Schloßherr von Starkenberg kam mit seiner Gemahlin augenscheinlich von einem Frühjahrsausritt zurück. Der sonst sehr wortkarge Edelmann rief laut in die Runde: "Sind Menschen in Gefahr?"
Friedl erwiderte, genau so laut:
"Kinder sind im Haus an der anderen Bachseite. Dieses Haus wird die Mure bald wegreißen. Niemand kommt mehr über den Bach. Wir wissen nicht was wir tun können." ...........................................................................................................
4. Leseprobe >Das verschworene Tal>

Das Galmei, welches heute noch in der Nähe der Galmeihütte zu finden ist und bereits metallurgisch analysiert wurde beweist  die beinahe weltbeste Qualität aus diesem Vorkommen.

Schließlich hatten sie den letzten Aufstieg und den kurzen Abstieg zu der Stelle, wo sie das Galmei zum Test mitgenommen hatten, erreicht. Tino schien das Sagen zu haben. Alessandro dürfte mehr als Gehilfe und Lehrling mit gekommen sein. So viel erahnte Anna, am Ziel angekommen. Als Tino der Felswand so nahe kam, dass er die Einschlüsse im Fels erkennen konnte, machte er ein paar Sätze und schon hatte er einen kleinen Brocken Galmei in der Hand. Anna erkannte sofort, dass er von dieser Entdeckung hell begeistert war. Um so mehr war sie gleich darauf enttäuscht als ihr Tino den Brocken zeigt und meinte: „Dieses Erz sieht zwar schön aus und man meint daß es gutes Galmei ist. In Wirklichkeit muß man dieses Erz umständlich und lange rösten, darum nimmt man es in den Messinghütten nur ungern an“.
Anna wußte sofort, dass das gelogen war, wagte aber diplomatischerweise keinen Widerspruch. Bestätigt wurde sie noch zusätzlich, weil die Venezianer die ganze Felspartie gründlich absuchten und zum Schluß ein Stück weiter in Richtung Feara auf eine kleine Felsscharte wanderten, bis sie das Tal dorthin übersehen konnten.
Anna kam es schockartig zum Bewußtsein, daß diese zwei Venezianer zu Verrätern wurden, welche das Erzvorkommen lieber ins Inntal als nach Ehrenberg verschachern wollten.
Auf dem Rückweg gaben sich die Beiden ziemlich wortkarg. In Anna rumorte es im Hirn und in der Brust. Was tun? Etwas Radikales mußte geschehen, damit die zwei Venezianer Mandl
e den geplanten Verrat nicht anbringen können.............

5. Leseprobe <Das verschworene Tal>

Die Geheimhaltung des Bergbaues wird von mehreren Seiten gefährdet. Schließlich wird es wegen den Weiderechten der Imster Bauern besonders schwierig

In seiner aufflammenden Leidenschaft konnte Benjamin gar nicht bemerken, wie schockiert, ja entsetzt Anna darüber war. Sie wusste in diesem Augenblick nicht, wie ihr geschah. Sah einerseits sein Einverständnis, das wahrscheinlich das ganze Tal vor einem Chaos retten konnte, zum Greifen nahe, andererseits konnte sie sich doch keinem Mann hingeben, zu dem sie keine inneren Gefühle hinzogen. 
Ihre Gedanken überschlugen sich. Wirklich denken konnte sie schon gar nicht mehr, als Benjamin sich ihr weiter näherte, eine Hand ihren Busen berührte und die andere ihren Rock nach oben schob. Kaum war sie noch mächtig die Worte über ihre Lippen zu bringen: „Benjamin, ich habe dich auch sehr gern,“ log sie im Zwiespalt: „aber du musst mir vorher versprechen, dass du zu den Weiden für die Bschlaber ja sagst.“
„Habe schon gewusst, dass das kommen wird. Ich sage ja, wenn du mir nun wenigstens einmal ganz gehörst.“

Zum Teufel mit der Moral wenn ..............

Hintergrund und erste Leseproben aus dem Heimatroman "Die Retter der Heimat" von Walter Lechleitner:

Der Wunsch vieler Leser vom "Verschworenen Tal" nach einer Fortsetzung war für mich eine echte Herausforderung von der ich mir kaum einen
Erfolg versprechen konnte nachdem mein erstes Buch solchen Anklang gefunden hat.Woher sollte ich noch Steigerungen nehmen, nachdem
es mir gelungen war die damalige Lebensweise, Sitten und Gebräuche für die Leser erschöpfend darzustellen? Bei den ersten Erkundigungen um das
Knappendorf hinter Kaisers traf ich glücklicherweise einen hervorragenden. logisch recherchierenden Kenner des gesamten Gebietes und dem damaligen Knappenleben.

Von ihm und einem bekannten Ehepaar erfuhr ich bald wie viel interessanten Stoff  es  um den Bergbau im Koaser zu verarbeiten gibt.
Bei der Ergründung des Zuzuges aus dem Bergell und dem Wallis kamen mir instinktives Recherchieren und einige Zufälle zu Hilfe.
Die Katastrophen mit den existenzbedrohlichen Auswirkungen für das Lechtal sind teils urkundlich erwähnt, teils logisch nachvollziehbar.
Die Beschreibung dieser Ereignisse wäre unvollständig würde man nicht die durchwegs erfreuliche Entwicklung des Tales danach mit einbeziehen.
Da die Bauern immer eine bedeutende Rolle in der Primärversorgung gespielt haben, wurde ihnen neben den Handwerkern
bedeutende Teile der Erzählung gewidmet.Wie von den meisten Lesern erwartet, kommt in meinem dritten Buch die Liebe nicht zu kurz.

und so beginnen die "Retter der Heimat":
 Es war ein warmer, schöner Spätsommerabend. Traumhaft leuchteten die Berge in der beginnenden Abendröte. Die letzten Sonnenstrahlen tauchten die Landschaft mit ihren bizarren Berggipfeln in eine unwirkliche, fantastische Märchenstimmung, während die tiefen Täler bereits vom abendlichen Dunkel überschattet wurden. Tief zu Füßen der Berge blickte Josef auf sein Heimatdorf Pfafflaar und das weitgestreute Dorf seiner Mutter, Bschlabs. Direkt  unter ihm, hin zum Knappendorf Boden, wandelten ein paar Gestalten ihren Behausungen zu. Er wusste es waren Bergknappen, die in den zwei Knappenlöchern oberhalb des Dorfes arbeiteten. Josef, einer der wenigen Bauern, die hoch oben am Berg Heuarbeit betrieben, war heute ganz feierlich zumute. Die wunderliche Abendstimmung weckte in ihm ganz besondere Gefühle, und er wusste nicht, ob er vor Freude jauchzen oder vor Glück weinen sollte. Wo er jetzt stand, knapp unter dem Berggipfel, von dem aus man alle Täler seiner heimatlichen Umgebung übersehen konnte, wurde ihm bewusst, wie gut es ihm ging im Gegensatz zu den Arbeitern  in den  Knappenlöchern, er der unbeschränkt die würzig frische Bergluft atmen und die wärmende Sonne hautnah fühlen konnte.  An diesem Abend schweiften seine Gedanken mehr als sonst zu den Bergknappen, die ständig im Fackelschein, in Nässe und Schmutz ihr Brot verdienen mussten, während er mit dem heutigem Tag seine  Sommerarbeit am Berg beendet hatte.

Die Händler aus dem Lechtal kamen bis nach Flandern um Seide und Messing zu verkaufen.Die ertragreichen Handelsbeziehungen lassen vermuten, dass dort auch persönliche Freundschaften eine bedeutende Rolle gespielt haben:
Auf einmal war Sabina für ihn ein ganz normaler Mensch, eine ganz normale Frau, der man ihre Zuneigung einfach erwidern musste. Wahrscheinlich möchte sie sogar öfter ein ganz normaler Mensch sein und nicht immer eine Person von gehobenem Stande mit der Pflicht verbunden, darauf allzeit Bedacht nehmen zu müssen. Immer dichter schmiegte sich ihr von feinem Blütenduft riechender, frisch gebadeter Körper an den geliebten Mann. Nie hätte ein Wort besser zu ihrem Wunsch gepasst als in Französisch das Wort, Bitte‘ was doch auf Deutsch ,Wenn es ihnen gefällt‘ bedeutet.
Doch dieses Wort sollte nicht das einzige bleiben. Im Flüsterton wagte sie ihm anzuvertrauen: "Heute ...........

Durch Naturgewalten hatte das Lechtal immer wieder zu leiden. Erdbeben waren zwar selten, haben aber den Bergbau bedeutend beeinflusst:
Der Bergknappentrupp rüstete sich gerade für einen zweiten Aufstieg zu den Knappenlöchern, als ein unbekanntes,
unterirdisches  Rumpeln zu vernehmen war.
Gleichzeitig schienen alle Häuser zu wackeln und eine schön verputzte Küchenwand bekam schlagartig einen tiefen Riss.
Über den Berg, wo sich die Knappenlöcher befanden, wälzte sich in beängstigendem Tempo eine Staubwolke talwärts. Im Nu war die gesamte Bergflanke
vollständig in dichten Staub gehüllt und ununterbrochen konnte man das Poltern von Steinen hören.
Ein einzelner Stein schien sich sogar durch den dichten Wald bis zum Bachbett seinen Weg gebahnt zu haben.
Ohne einen Laut aus der Kehle zu bringen, konnten die Leute vom Boden nur stumm, halb ohnmächtig, das Naturschauspiel betrachten,
machtlos die Naturgewalten ihr Zerstörungswerk vollenden sehen

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