„kein schluss bleibt auf der andern – nutte nonne lesbe: drei mal raten zählen bis drei“
theatertext für drei frauen, beste freundin + frauenchor; skarabaeus verlag, innsbruck 2004


Antonella Cerullo,
www.literaturhaus.at
Helmuth Schönauer,
Tiroler Gegenwartsliteratur 793
tirol online, kultur

Antonella Cerullo, wwwliteraturhaus.at:
„Originell ist der Text nicht nur wegen der besonderen Protagonistinnen, sondern auch wegen des Ortes, an dem diese Frauen zufällig über mehrere Jahre in Nachbarschaft lebten. Das Wohnhaus in Innsbruck, das das autonome Frauenlesbenzentrum, das einzige legale Bordell der Stadt und den Schweigeorden der Karmelitinnen beherbergte, ist keine erfundene, sondern eine reale ,Bühne’ ... Barbara Hundegger hebt die besondere Aura dieses Ortes in ihrer Einleitung hervor, sie schreibt: ,aber in der luft über diesem frauenhäuser-dreieck musste etwas von dem sich gesammelt haben, was sie wie eine aura umgab. man wusste voneinander, und wusste nicht genau was.’ ... Das Stück ist anhand von Interviews entstanden, die die Autorin mit ehemaligen Bewohnerinnern des Hauses geführt hat. Sprachlich wirkt der Text wie ein Geflecht von weiblichen Stimmen bzw. mehrstimmigen Lebenserzählungen, die sich mit Monologen, einem Frauenchor und Dialogen abwechseln ... Inhaltlich mag vielleicht der Diskurs rund um diese Kluft zwischen dem sexuellen Leben der Protagonistinnen und der gesellschaftlichen heterosexuellen Norm ein veraltetes Thema sein, wie aber Barbara Hundegger mit dem Thema umgeht, macht die Besonderheit und letzten Endes die Qualität dieses Stückes aus. Barbara Hundegger verfügt über sprachliche Virtuosität, und sie weiss diese zu nützen. Sie setzt das Publikum bzw. den Leser in einen Sprachfluss hinein und reduziert die Handlung auf ein Minimum, sodass man das Stück auch als Lesetext genießen kann. Eine CD zu der Sonderausgabe des Buches sammelt die Chorstücke, die bei der Uraufführung vom fem.art.chor interpretiert wurden, und lässt etwas über Stimmung der Aufführung ahnen.“

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Helmuth Schönauer, Tiroler Gegenwartsliteratur 793:
„Barbara Hundeggers Stück ist eine flackernde Theaterleuchte, in deren Schein sich Provinz und Weltgeist, Utopie und Alltag, Gehörtes und Unerhörtes mitreißend für einen Abend zusammentun. Gespielt wird, was sich spielt!“

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tirol online, kultur:
„Die Innsbrucker Autorin Barbara Hundegger (41) hat – ausgehend von der Tatsache, dass der alte Karmel, ein Bordell und das frauen-lesben-zentrum früher in Innsbruck in unmittelbarer Nachbarschaft gelegen sind – einen fulminanten Theatertext geschrieben, der 2003 als Auftragsarbeit der Frauentheatergruppe coop.fem.art uraufgeführt wurde ... Hundegger ist noch einmal tief eingestiegen in die komplexe Struktur ihres Textes. Das hoch theatralische Triptychon funktioniert auch als Lesestück perfekt, entwirft in bloß vermeintlicher Alltagssprache tatsächlich alltägliches Frauenleben, ohne zu be- oder gar zu verurteilen, ohne Sentimentalität, aber liebevoll und mit scharfsichtigem Humor.“

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