Ich bin Robbie Gedanken einer Hundebesitzerin

Hi! Ich bin Josh!

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Nr. 1 - Jan./Feb. 2001

» Ein Welpe wird (aus)gesucht... «

So, da sitze ich nun vor dem Computer. Ich habe eine von meiner tollen Schwester (vielen Dank Eva!!) eingerichtete Homepage, in der einige Bilder meiner Hunde sind .... und was nun? Ich selbst ärgere mich immer wieder, wenn es Homepages gibt, die irgendwann einmal angelegt wurden und nie mehr aktualisiert werden. Also habe ich mir vorgenommen, immer wieder einmal einige Gedanken in eine lesbare Form zu bringen und den Interessenten zum Lesen zu überlassen. Die Themen...? Nun, das weiß ich vielleicht dann, wenn ich vorm Computer sitze und anfange ...

     
 

Klick mich und ich werde groß...

Heute möchte ich darüber schreiben, was mich in den letzten zwei Monaten am meisten beschäftigt hat, nämlich Robbie - mein Welpe und Zweithund. Nun, eigentlich Ersthund, aber im Haushalt doch der Zweithund. 
Dass ich mir einen Welpen kaufen werde, das entschieden wir schon vor langem. Wir wollten uns Zeit lassen, damit wir einerseits den "richtigen" Hund finden und andererseits den richtigen Zeitpunkt. 
 
     
 

Bzgl. Welpenkauf erscheint mir - sofern man sich für eine bestimmte Rasse entschieden hat - v. a. Folgendes wichtig:

1. Der Welpe soll - soweit dies bekannt bzw. aus dem Pedigree ersichtlich ist - von Eltern stammen, bei denen keine Weitergabe von Erbkrankheiten befürchtet werden muss.

2. Die Eltern sollen eine angenehme Persönlichkeit haben und wenn möglich auch dem Standard gut entsprechen.

3. Der Welpe soll seine ersten Lebenswochen in einer liebevollen Umgebung verbringen, die ihm Ruhe und Sicherheit vermittelt, aber ihn auch in dieser Sicherheit vielen interessanten Reizen aussetzt und dem Menschen nahe bringt. 

 
     
  Klick mich und ich werde groß... Schon 1999 nahmen wir Kontakt zu englischen Züchtern auf und besuchten auch einige, um uns ein Bild zu machen von ihnen, ihren Hunden und ihren Ideen und Vorstellungen bzgl. Zucht.
Für mich ist das sehr wichtig, denn die ersten Wochen sind für den Welpen doch so einprägsam.
 
   
  Überrascht war ich von der Uneinheitlichkeit der Ansichten von bekannten Züchtern. Augentests werden üblicherweise gemacht, nicht jedoch Hüftröntgen.
Der NZ/Australische Show-Typ steht dem oft größeren Arbeitstyp gegenüber. Dies wurde mir auch auf der Crufts, die ich im März 2000 besuchte, deutlich. Dort konnte ich Kontakte erneuern, aber auch mit weiteren Züchtern oder Border Collie Besitzern Gespräche führen. Ich muss sagen, dass sie alle sehr hilfsbereit waren und - wie wahrscheinlich jeder begeisterte Hundefan - gerne über ihre Hunde und die Zucht sprachen. Toll fand ich die von einigen guten Züchtern geäußerte Einstellung, dass nicht der Käufer die Auswahl letztendlich machen dürfe, sondern der Züchter! Er kennt die Welpen, kann deren Art etwas einschätzen und dadurch abschätzen, wohin bzw. für welche Aufgabe ein Welpe passen könnte. D.h. der Züchter bestimme, welchen Hund wer bekommen könne... bzw. ob jemand überhaupt einen Hund bekäme. Diese Einstellung fehlt mir bei etlichen unserer österreichischen Züchter!
 
     
Schlussendlich zog ich drei Züchter in die engere Wahl:
 
  Klick mich und ich werde groß...
  • Die Züchterin unseres Josh', die mit seinem Vater noch einen letzen Wurf machen wollte im Herbst. Da dies aber ein rot-weißer Wurf werden würde, schloss ich sie dann doch aus, da ich einen klassischen schwarz-weißen Hund wollte.
  • Marie und Mark Jordan, deren Hunde eher der schönen englischen Arbeitslinie entsprachen.
  • Carolyn Ward vom Caristan Kennel, eine sehr erfahrene Züchterin und Richterin, die eine deutliche NZ/Aust. Linie einkreuzte in die englische Linie.
 

Die Entscheidung fiel mir sehr schwer. Eigentlich wollte ich genau so einen Hund, wie Josh, nur ein bisschen ruhiger.... Es sollte kein großer und hyperaktiver Arbeitshund sein, aber auch kein reiner Showhund. Schlaflose Nächte hatte ich en masse. Die Hunde der Jordans gefielen mir sehr, aber es bestand die "Gefahr" von Stehohren, was ich nicht wollte. Ein möglicherweise hohes Aktivitätsniveau der Arbeitslinie konnte auch nicht ausgeschlossen werden... und damit hatte ich ja nun genug Erfahrung! Letzten Endes wurde die Zeit des Wurfes ein Kriterium. 

So freute ich mich, als ich von Carolyn von einem Wurf bei Rosemary Hancock erfuhr, der Ende September erwartet wurde. Carolyns Sh. Ch. Moet Chandon hatte eine Hündin gedeckt, die auch aus ihrer Zucht war. Der Wurf der Jordans wurde erst im Dezember erwartet und keiner wusste, ob da überhaupt ein schwarz-weißer Rüde dabei sein würde. Carolyn, die seit über einem Jahr wusste, was ich suchte, war auch bereit, sich den Wurf daraufhin anzuschauen, ob ein "passender" Hund für mich dabei wäre. Als sie dann dies bestätigte flog ich nach England, um ihn mir anzuschauen. Alle anderen waren schon fix vergeben, Robbie - damals noch Austria genannt, wo er ja eventuell hinkommen würde - war für mich reserviert. Da war er dann, wollte zu mir und bei mir bleiben. Aber da gab es noch eine schlaflose Nacht mit allerlei Gedanken und Überlegungen - und dann sagte ich zu.

Ausschlaggebend für Robbie war u. a. die so angenehme und entspannte Art der anderen dort lebenden Hunde und die liebevolle Aufzucht im Haus von Rosemary.

Zwei Wochen später holte ich ihn dann in einer Katzenbox im Passagierraum einer Lufthansa-Maschine nach Hause - und damit begannen einige sehr schwierige Wochen!

Ich muss gestehen, dass ich nicht darauf vorbereitet war, wie schwierig dies sein würde. So wie kaum Mütter von Babys bzw. Kleinkindern zugeben, wie stressig die erste Zeit ist, so sagen es auch die wenigsten Welpenbesitzer bzw. man vergisst diese Zeit schnell. Vielleicht nehme ich auch nur alles zu genau, aber ich fühlte mich doch sehr eingespannt durch die Verantwortung. Ich hatte keine Ahnung mehr, wie dies bei Josh gewesen war.

Es war eindeutig einfacher: Er kam Ende Mai zu uns, sodass wir viel im Garten waren und er ohne großen Aufwand sauber wurde. Unser Garten war ein Urwald, das Haus eine Bruchbude. Wir begannen gerade erst mit der Renovierung und hatten nur alte Möbel drinnen - also war es kein Problem, wenn er einmal doch etwas anknabberte. Er war der einzige Hund - es mussten nicht zwei Hunde zufrieden gestellt werden... Abgesehen davon war ich so und so meist in der Arbeit und bekam das meiste nicht mit.

 
     
  Klick mich und ich werde groß... Diesmal hatte ich mir meinen Jahresurlaub aufgespart und war daher fast immer zu Hause. Es war kalt, aber zum Glück (vielen Dank an Petrus!) fast immer trocken, sodass es zwar schlimm war, ständig mit dem Welpen in den Garten zu gehen, aber nicht so schlimm, wie es zu dieser Jahreszeit sein könnte. Robbie wusste gar nicht, was ein Garten war!   
     
 

In England hatte es ja wochenlang nur geregnet (Überschwemmungen waren Tagesthema), sodass er zwar beim Tierarzt war, aber sonst nie draußen. So drehte er fast durch, als er bei uns den Garten erstmals erlebte.

Gott sei Dank war der Schnee bald wieder weg. Der Winter ist zwar nicht die ideale Zeit für einen Welpen, er hat aber auch Vorteile. So ist es z.B. nicht so schlimm, wenn er an den Pflanzen knabbert, da diese eh' im Ruhestadium sind. Löcher in den Boden zu graben ist auch nicht erstrebenswert, da dieser gefroren ist und daher nicht dazu einlädt. Meine Hoffnung ist, dass Robbie daher diese Phase hinter sich hat, bevor der Boden auftaut. Zecken und Flöhe gibt es auch keine in der freien Natur...

Morgens war das erste für mich, mit Robbie in den Garten zu gehen und zu hoffen, dass er bald sein Geschäft erledigte. Da dies oft dauerte, nahm ich im Vorbeigehen die Zeitung mit und las halt die neuesten Nachrichten. Irgendwie musste ich die Zeit ja nutzen. Was sich die Nachbarn bzw. die Vorbeigehenden bei meinem Anblick dachten, das sei ihnen überlassen. Die extra gekaufte Daunenjacke hat mir jedenfalls sehr gute Dienste in dieser kalten Zeit geleistet!

Mit genau drei Monaten beschloss Robbie dann, sauber zu bleiben und das war es auch. 

Die (nächtliche) Sauberkeitserziehung machte ich wie bei Josh in einer Art, wie es bei uns kaum üblich ist. Damals bei Josh hörte ich rundherum, dass man aufstehen müsse in der Nacht um mit dem Welpen hinauszugehen, damit er allmählich lerne, sauber zu werden. Jeremy vertrat jedoch die These, die ich auch jetzt von englischen Züchtern gehört habe, dass dies Unsinn sei, denn sobald der Hund in der Lage sei, würde er  von selbst sauber werden.

So war es bei Josh und so war es auch bei Robbie. Statt jede Nacht aufzustehen schlief ich lieber und säuberte dann morgens die Plastikunterlage. Beide Hunde wurden mit genau drei Monaten von alleine sauber... Wozu also dieser nächtliche Aufwand? Natürlich gibt es in vielem unterschiedliche Ansichten, aber da dies zweimal funktionierte, vertrete ich auch bzgl. Sauberkeitstraining in der Nacht die These, dass dann, wenn der Hund dazu in der Lage ist, dies von alleine geht. Überhaupt bin ich inzwischen überzeugt, dass - wie bei Kindern - es keinen Sinn hat, zu früh mit bestimmten Trainings zu beginnen. Dies benötigt viel zuviel Aufwand und oftmals Ärger, während es der Hund dann, wenn er dafür reif ist, viel leichter und schneller lernen kann.

Aber dazu vielleicht das nächste Mal.

 
     
  Klick mich und ich werde groß...

Jetzt allerdings locken mich die Sonne und v. a. die Hunde in den Garten! So wünsche ich allen einen wunderschönen Tag!

Andrea Felnémeti

 

 
 

P.S.: Bemerkungen zu meinen Gedanken sind jederzeit willkommen:

 
   
 

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Was ich noch sagen wollte:

 
   
 
     
 

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