Ich bin Robbie Gedanken einer Hundebesitzerin

Hi! Ich bin Josh!

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Nr. 3 - September 2001

» Zwei Hunde: Gleich viel oder mehr Arbeit? «

Ein schöner, sonniger Arbeitstag liegt hinter mir. Tagsüber Arbeit im Büro, abends Arbeit mit zwei Hunden. Als ich noch am Überlegen wegen eines zweiten Hundes war, befragte ich Mehrhund-Besitzer nach ihrer Meinung und hörte häufig, dass dies nicht viel mehr Arbeit sei als mit einem Hund. Man müsse mit einem so wie mit zwei Hunden spazieren gehen, die Vorbereitung des Futters sei nicht viel aufwendiger und zu zweit würden sie im Garten mehr herumtollen, was aber eher eine Erleichterung sei, da sie sich selbst beschäftigen würden.

     
 

Klick mich und ich werde groß...

Diese Meinung ist sicherlich zutreffend, sofern es sich einfach nur um Haushunde handelt. Sobald der Hundeführer aber mit den Hunden arbeitet, ist dies sicherlich falsch. Was mir früher nicht klar war ist, wie viel sich der Hundeführer mit jedem Hund alleine beschäftigen muss um, einerseits die Beziehung Hund-Hundeführer zu stärken und andererseits, damit der Hund konzentriert bei einer Sache ist.  
     
  Damit meine ich nicht nur „Arbeit“, sondern ebenso andere Verhaltensweisen, die zu trainieren sind. Wenn ich z.B. mit beiden Hunden spazieren gehe, dann macht Robbie vorwiegend das, was Josh auch tut. Vorwiegend, aber nicht immer. Joggern/Radfahrern/LKW/Skatern usw. nachzujagen wäre für Robbie halt doch reizvoll. Beim gemeinsamen Spaziergang tritt dieses Verhalten jedoch seltener auf als wenn ich mit Robbie alleine gehe. Um ihm dieses Nachjagen abzugewöhnen, war es daher notwendig, dass ich mit ihm alleine auf Jogger-Suche ging und versuchte, ihn mit einem Belohnungsstück in der Hand abzulenken bzw. zu belohnen, wenn er nicht nachzulaufen versuchte. Nun könnte man meinen, dass der Jüngere das „richtige“ Verhalten vom Älteren schon lernen würde. Vielleicht, kann ich dazu nur sagen. Es würde sicher länger dauern, bzw. könnte es sich vielleicht gar nicht legen, da dies als „Arbeitsteilung“ von den Hunden angesehen werden könnte. So möchte Josh am Gartenzaun Motorräder jagen, während Robbie die Skater übernommen hat. Der andere bleibt jeweils ruhig liegen. Da ja die regelmäßigen Spaziergänge so und so mit beiden erfolgen, hat Robbie so beide Chancen, das richtige Verhalten für sich zu lernen.   
     
  Klick mich und ich werde groß... Dass Robbie jeden noch so dominanten Hund freundlich begrüßen will, während ich Josh von dominanten Rüden besser fern halte, macht einen gemeinsamen Spaziergang auch nicht gerade einfacher. Und dass, wo A schnüfffelt auch B zur Kontrolle schnüffeln muss und vice versa trägt deutlich zur Verlängerung des Spazierganges bei - zumindest in zeitlicher Hinsicht. Fazit: selbst ein Spaziergang ist nicht gleich, ob man nun mit  
 

einem oder zwei Hunden geht!
Bezüglich „Arbeit“ bin ich heilfroh, dass Josh schon 9 Jahre ist und ich bei ihm nur noch bereits erlernte Übungen zur Erhaltung trainieren muss, was natürlich wesentlich weniger Aufwand bedeutet als das Beibringen neuer Fertigkeiten. Trotzdem habe ich immer wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich öfter mit Robbie arbeite als mit ihm. Ich habe immer wieder einmal die Befürchtung, dass ich ihn vernachlässige, aber Robbie braucht halt regelmäßige – wenngleich kurze – Arbeitseinheiten. Faszinierend ist für mich weiterhin, wie Josh sowohl das Spiel mit mir als auch Belohnungen verweigert, solange Robbie da ist. Er ist nur zufrieden, wenn ich mich mit Robbie beschäftige.

 
     
  Klick mich und ich werde groß... Da legt er sich auf Beobachtungsposten und schaut zu, ob dieser alles richtig macht. Und er unterstützt mich weiterhin beim Training vom Robbie. So z.B. wenn ich Robbie etwas Kleines zum Apportieren werfe und dieser es im Gras nicht findet – dann geht Josh dort hin, wo es liegt und wenn Robbie es dann findet und aufnimmt, legt er sich wieder auf den Beobachtungsposten. Aber: ein Belohnungsstück würde Josh dafür nie  
annehmen, so, als wäre es einfach selbstverständlich seine Arbeit, bei der Ausbildung des Kleineren mitzutun.

Josh ist so eine wunderbare Persönlichkeit, ich liebe ihn dafür. Er selbst empfindet scheinbar auch keine Vernachlässigung, was mich immer wieder beruhigt. Allerdings bedeutet dies auch, dass ich zuerst mit Josh alleine zum Kursplatz fahren muss, wenn ich mit ihm trainieren will, wobei er jedwede Belohnung gerne annimmt, um ihn danach zu Hause abzuliefern und Robbie mitzunehmen. Der Aufwand ist also wesentlich größer, solange man mit den Hunden auch arbeitet!

 
   
  Mein Resumée ist also, dass zwei Hunde sehr wohl viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als einer, das war mir ja klar, nur jetzt ist es auch deutlich, wie viel!  
       

 
 

P.S.: Bemerkungen zu meinen Gedanken sind jederzeit willkommen:

 
   
 

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Was ich noch sagen wollte:

 
   
 
     
 

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