Ich bin Robbie Gedanken einer Hundebesitzerin

Hi! Ich bin Josh!

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Nr. 5 - April 2002

» Ausstellungslust - Ausstellungsfrust:
IHA Graz und die Crufts «

     
 

Im März begann heuer die Ausstellungssaison mit der IHA Graz und – da Graz als Tagesausflug möglich ist - meldete ich mich auch mit beiden Hunden an. Zudem fand neben der IHA am Sonntag auch schon am Samstag eine Clubsonderschau statt, so dass sogar zweimal die Chance bestand auf eine – hoffentlich gute – Bewertung.

Also, Samstag morgen – ab nach Graz. Alles lief gut, ausgenommen die Parkplatzsuche, da erstmals der Parkplatz zu bezahlen war und daher sich eine ewig  lange Kolonne bildete bei der Einfahrt und es bis zu einer Stunde dauerte, um in den Parkplatz reinzukommen!!!

Unser Club hatte einen Nebenraum zur Verfügung, was den Vorteil hatte, dass die Hunde nicht total im Getümmel waren. Mit Robbie startete ich in der Jugendklasse und bekam ein V2, wobei das V1 an einen Hund aus dem "T-Wurf" von Heidi P. ging. Am Ende zeigte es sich, dass in jeder Klasse, in der ein Hund von Heidi P. war, dieser gewann.

Beim Blättern im Katalog für den Sonntag schwante mir Böses. Am Sonntag musste Robbie u. a. gleich gegen 4 Hunde aus dem T-Wurf von Heidi P. antreten. Der Vater dieses Wurfes ist der Weltchampion, Australischer, Amerikanischer und Europäischer Champion "Borderfame Heart 'n' Soul".

Nun, das Ergebnis am Sonntag war dementsprechend. Robbie bekam V 4, vor ihm waren 3 Hunde aus diesem Wurf platziert. In fast allen anderen Klassen gewannen ebenfalls wieder die Hunde von Heidi. Wie sie mir erzählte, war sie am Samstag auf einer Ausstellung in München ebenfalls sehr erfolgreich und das sei ihr von Herzen vergönnt.

Allerdings: Für die anderen Hundeführer bedeutet dies schon einen gewissen Frust! Ich rede jetzt nicht von dem Frust, den Aussteller immer wieder einmal haben, da sie ihren Hund als falsch bewertet sehen. Zumindest was die Jugendklasse, in der Robbie antrat, betrifft kann ich ganz klar sagen, dass ich weder dem Richter gegenüber noch Heidi gegenüber irgendeinen Frust habe, denn die Rüden des T-Wurfes sind einfach schön anzuschauen und sie werden kunstgerecht vorgeführt. Die Richterentscheidung war schon in Ordnung.

Dennoch tauchten auch bei mir Fragen auf, die auf Frust zurückzuführen sind. Frust, da es eigentlich rausgeworfenes Geld und viel vertane Zeit ist, wenn ich  - so wie auch andere HF – zu Ausstellungen gehe und feststellen muss, dass ich wieder keine Chance habe, da ich wieder dieselben schönen und fachgerecht vorgeführten Hunde zu Konkurrenten habe. Nun, das Vorführen sollte und könnte ich sicherlich verbessern und ein Vorzüglich wird Robbie möglicherweise auch wieder bekommen, aber eigentlich geht es halt um das V1! Seien wir ehrlich: Letztendes gehen wir - zumindest ich - zu Ausstellungen, um einige V1 zu bekommen und irgendwann dann  dadurch für unseren Hund einen Championstitel zu erlangen. Das Olympische Prinzip des "Dabeigewesenseins" ist ja gut und schön, aber eher dann, wenn ich zur Weltausstellung gehe, aber nicht 6 x im Jahr! Dafür sind mir Ausstellungen zu teuer und zeitaufwendig. Was tun? Am Heimweg fielen mir einige Möglichkeiten ein, so z.B.

  • Ich warte ab, bis eine Lücke in den H.P. Würfen vorliegt oder alle ihre Hunde derselben Altersklasse schon Champions sind, so dass dadurch eine Lücke entsteht...  und hoffe dann, die Chancen vorzufinden auf das V1.

  • Ich könnte Heidi P's Ausstellungskalender klauen und dort melden, wo sie nicht hingeht...

  • In England gibt es im Agility-Sport sogenannte ABC Turniere. "All But Border Collies", d.h. Border Collies sind nicht zugelassen, damit auch einmal andere Hunderassen eine Chance haben. Vielleicht könnte man bei uns "All but H. P. dogs"
    -Ausstellungen organisieren, damit andere Hunde eine Chance haben...  

Weitere Ideen bitte jederzeit an mich senden!

Eines allerdings ist klar: Für mich ist Robbie der liebste Hund - gleich nach dem wunderbaren Josh - und das ist unabhängig von einer Bewertung. Aber einige Ausstellungen werde ich schon noch besuchen, denn es könnte ja sein...

Josh bekam in der Veteranenklasse jeweils ein V1, so dass er nun nicht nur Österreichischer Champion sondern mit 10 Jahren auch noch Veteranen-Champion ist! Für mich bestätigt dies, dass er auch in diesem Alter noch ein gutaussehender und gesunder Hund ist!

Wechsel: Selbes Thema, anderer Ort.

Crufts: magischer Anziehungspunkt von Züchtern und Hundefreunden.

Ich fahre wieder einmal hin, u. a., um Robbies Züchter zu treffen. An Ort und Stelle angekommen finde ich schnell den Ring der Border Collies und treffe auch gleich einige Bekannte aus der englischen Züchterriege. Das Richten beginnt.

Ich versuche, mich im Katalog zu orientieren, was sehr schwierig ist bei den vielen Nennungen. Ich schaue zu. Ich plaudere mit Bekannten und Unbekannten. Mir fällt dies und das auf. So z.B. folgendes:

  • Die Hunde der Offenen und Championsklasse sind sehr gleichförmig, die Hunde in den „jüngeren“ Klassen zeigen jedoch deutlich unterschiedliche Typen von Border Collies. Es scheint, als ob die australischen Gene von z.B. „Clan Abby Blue Aberdoone“ sich mit der Zeit und den Generationen wieder abgeschwächt hätten und die eigentliche englische Typologie wieder verstärkt zum Vorschein kommt. Sicher zum Leidwesen etlicher Züchter von Show-Hunden.
  • Manche bekannte Züchter fehlen mir in der Ausstellung bzw. in manchen Klassen. Ich höre Aussagen wie: „Bei diesem Richter hab ich keine Chance, das ist Geldverschwendung“.
  • Der große Sieger ist  „Borderfame Heart 'n' Soul“, Weltsieger usw. – siehe weiter oben bei den Grazschilderungen, er ist der Vater von Heidi P's T-Wurf! Er wirkt wie ein lieber Bär und ich vermute, dass manche Züchter auch deshalb nicht ausstellten, da sie gegen ihn sich keine Chance ausrechneten. Hm – siehe ebenfalls weiter oben...

Die Atmosphäre ist verglichen mit der Ausstellung 2000, die ich auch besuchte, deutlich angespannter, vielleicht sogar frustriert.

Neben den oben erwähnten Beobachtungen gab es aber auch noch solche, die mich abschreckten.

Das eine ist die Geschichte von Borderfame Heart 'n' Soul, des erwähnten Weltsiegers, so wie ich sie in einem Gespräch mit der derzeitigen Besitzerin erfuhr.  Er wurde in Australien gezüchtet und zum Champion gemacht. Dann nach Amerika gesandt, um dort Champion zu werden. Dann nach Europa gesandt, um Champion zu werden. Seit der Aufhebung der Quarantäne im April 2001 ist er nun in England, wo er auch Champion wurde. In Kürze wird er wieder nach Australien zurückgesandt. Er ist 4 ½ Jahre alt, lebte bei 4 verschiedenen Personen in verschiedenen Ländern.
Wir sind stolz, dass in Salzburg und hoffentlich bald in ganz Österreich im Gesetz der Hund als Mitgeschöpf und nicht als Sache eingestuft wird, aber dieser Hund wird m. E. n. eindeutig als Sache behandelt. Und alles nur, um aus ihm den Superchampion zu machen!

Die zweite Beobachtung galt dem HF des drittplazierten Rüden. Dieser Rüde war Top Dog 2000, gewann laufend Ausstellungen, aber er verlor diesmal eben gegen den Weltchampion. Bei seinem Besitzer zeigte sich zunehmende Wut, was sich in einigen Leinenrucks äußerte, obwohl der Hund sich meiner Beobachtung nach vollkommen ordentlich zeigte. Schlimmer war noch zu sehen, dass der Hund schnell sehr verängstigt reagierte, sich sogar einmal auf den Boden legte und zudem beim Verlassen des Ringes mit der Urkunde eine auf die Schnauze bekam. Ein Verhalten, dass ich sonst nie auf der Crufts gesehen hatte. Was kann der arme Hund dafür, wenn dem Richter ein anderer besser gefällt!

Diese beiden Geschichten machten mich betroffen. Natürlich hätte ich gerne, dass Robbie einmal Champion wird, aber nicht unter allen Bedingungen! Dem Hund ist es herzlichst egal, ob er Champion ist oder nicht, damit befriedigen wir genau genommen nur unsere eigenen Hoffnungen und Wünsche. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, sofern dies in einer für den Hund guten Weise erfolgt! Schönheit ist doch nur ein Merkmal, die Persönlichkeit ist doch viel wichtiger, oder? Andererseits: auch Menschen werden z. T. danach beurteilt oder beurteilen sich selbst so, finden sich dementsprechend oft aber auch in der Praxis eines Psychotherapeuten wieder, da dies nicht glücklich macht...

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal oder zur nächsten Ausstellung!

Andrea

 
     

 
  P.S.: Bemerkungen zu meinen Gedanken sind jederzeit willkommen:  
   
 

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