Ich bin Robbie Gedanken einer Hundebesitzerin

Hi! Ich bin Josh!

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Nr. 6 - April 2003

» Über das Alter des Hundes
 oder
Will denn keiner in Pension gehen außer mir? «

Wir befinden uns im Jahre 2003 n. Chr. Alle in der Palmengasse 42 sind müde.... Alle? Nein! Ein von einem unbeugsamen Arbeitswillen besessener Hund hört nicht auf, die Ruhe zu durchbrechen. Und das Leben ist nicht leicht für die anderen...
(Wem dies bekannt vorkommt, hat wohl Asterix und Obelix gelesen...).

Tja, so war es am Palmsonntag, nach einem Morgenspaziergang, dem Hin und Her im Haus und Garten während des Vormittags, dem langen Mittagsspaziergang an einem strahlenden Frühlingstag: wir waren müde und ich legte mich auf die Couch, Robby schnappte sich ein Beißspielzeug und kaute an dem zufrieden herum – nur Josh war unzufrieden und versuchte, durch kleine Beller uns aufzufordern, doch etwas zu tun, ihm eine Arbeit zu geben! In meinem Arbeitszimmer, dem einzigen Raum mit Teppichboden, wird nicht geschlafen, sondern gearbeitet: Identifizieren, Sitz und Platz, Fangen spielen usw. Was ließe sich nun daraus schließen, dass er in meinem Büro immer ruhig ist? Bevor dazu Beamtenwitze auftauchen krame ich liebe in meiner Erinnerung...
Wie war das doch, als Josh 3 bis 4 Jahre alt war und wie ein Verrückter durch den Agility-Parcours flitzte: "Wart‘ nur bis er 6 - 7 Jahre alt ist, dann wird er schon ruhiger“ so wurde mir damals gesagt. Von wegen!

Liebe (zukünftige) Besitzer von B.C.s, lasst es Euch gesagt sein: wenn ihr einen B.C. aus einer Arbeitslinie habt, erwartet nicht, dass er so schnell ruhiger wird! Josh ist jetzt 11 Jahre und hat immer noch seinen unbändigen Arbeitswillen – von Pension hat er noch nie etwas gehört, obwohl er angeblich ja schon ca. 80 Jahre alt ist! Aber davon will er nichts hören und er wirkt ja auch nicht so. In der letzten Clubzeitung des ÖCBHs erschien auf der Seniorenseite ein Artikel über Josh sowie sein Bild. Aber irgendwie erscheint mir dies nicht wirklich passend, denn Josh ist bei weitem kein „Senior“! Der Titel des Artikels „Ach wie lieb, sind dies Geschwister?“ gibt die Frage wieder, die mir immer wieder von Spaziergängern gestellt wird, wenn sie mich mit Josh (11J.) und Robbie (2 J.) treffen. Und Josh ist tatsächlich noch so jugendlich und aktiv, dass man ihm sein Alter in keiner Weise ansieht. Er ist weder ergraut noch langsam oder behäbig. Im Gegenteil: er will Hunde begrüßen und mit Hündinnen wenn möglich spielen und er ist immer noch so agil, dass es oft anstrengend mit ihm ist.
Als ich Robbie bekam war Josh immerhin schon fast 9 Jahre und ich wusste nicht, wie er sich als älterer Single-Hund an den Neuzuwachs gewöhnen würde. Aber das war kein Problem.
Voriges Jahr nahm ich Josh mit 10 Jahren erstmals mit zu Schafen. Solange wir außerhalb vom Pferch standen, zeigte er kein Interesse. Als wir dann im Pferch waren und die Schafe sich in Bewegung setzten – da wachte er auf und es wirkte, als ob in seinem Kopf etwas zu rattern begann. Da war doch noch etwas .... Und er setzte sich in Bewegung und sammelte die Schafe in einem Eck ... Es war für mich faszinierend zu sehen, wie bei einem 10 Jahre alten Hund scheinbar ein altes Programm aufgerufen wurde, das alle Prägung auf Ball, Agility usw. überdauert hatte. Als ich ihn noch ein weiteres Mal mitnahm kam es u.a. dazu, dass Marion Fuchs, die Trainerin, sagt: „Ich glaube, dass Josh möchte, dass Du ihm aus dem Weg gehst; er weiß besser als Du, was zu tun ist!“ Er war so konzentriert, dass er erstmals in seinem Leben Stehohren hatte! Allerdings zeigte sich diese Anspannung anschließend auch in einem deutlichen Muskelkater!
Jetzt hütet er eben Robbie und ich mache mit ihm immer noch Obedience in der Klasse 3.
Josh lernte das Anhalten beim Hereinrufen auf Grund des verbalen Kommandos „Stand“. Nun brachte ich es Robbie mit einem Handsignal bei. Josh schaut beim Training mit Robbie immer zu. Als ich nun neulich versehentlich bei Josh das Handsignal einsetzte, blieb er schneller stehen als sonst beim verbalen Kommando: er hatte es sich abgeschaut und umgelernt!
Ich glaube, dass es wie beim Menschen ganz wichtig ist, einen Hund auch im Alter weiterhin in einem gewissen Ausmaß geistig und körperlich zu fordern, um ihn so fit wie möglich zu halten. Natürlich gibt es kleine Anzeichen seines Alters. So wurde z.B. sein Fell stumpfer, sodass ich auf Rat des Tierarztes sein Futter mit 9 ½ Jahren auf Seniorenfutter umstellte und in der Zeit des Fellwechsels gebe ich ihm Biotin-Zusatz. Jetzt ist es wieder schön glänzend. Er steht manchmal etwas schwerer auf, wenn er viel im Garten „mitgeholfen“ hat. Nun, sein verrücktes Kreiseln vor der Schubkarre usw. hat er immer noch nicht eingestellt .... Da hilft eine Gabe Rhus Toxicodendron. Einmal jährlich lasse ich ihn vom Tierarzt durchchecken incl. Blutbefund, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Ich hoffe, dass Josh bei guter Gesundheit noch viele schöne Jahre vor sich hat. Sein Vater sorgte vor einiger Zeit mit 13 Jahren noch erfolgreich für Nachwuchs. Sein Vorgänger Zim, natürlich ein Border Collie, wurde immerhin 17 Jahre.
Was sind schon 11 Jahr für einen B.C.? Josh ist älter geworden, aber er ist noch lange nicht alt. Wenn ich einmal 80 Jahre alt sein werde, werde ich sicher – selbst nach den neuesten politischen Bestrebungen – schon in Pension sein. Aber: ich bin ja auch kein Border Collie!


 
 

P.S.: Bemerkungen zu meinen Gedanken sind jederzeit willkommen:

 
   
 

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