Ich bin Robbie Gedanken einer Hundebesitzerin

Hi! Ich bin Josh!

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Nr. 9 - Oktober 2009

» Hunde und der Tod«

 

Im ersten Moment wird der Leser nun meinen, dass ich davon schreiben werde, dass man einen Hund rechtzeitig gehen lassen muss, wie schwierig dies ist usw. Ja, das ist ein Thema, das jeden Hundebesitzer einmal trifft... auch uns traf es im Juli 2007, als unser geliebter Josh mit 15 J. plötzlich nicht mehr aufstehen konnte, da ihn das Vestibularsyndrom erwischte. Eine Woche lang fütterte ich ihn mit einer Spritze und Astronautennahrung, flößte ihm mit der Spritze Wasser ein, trug ihn ständig in den Garten und hielt ihn, aber trotz aller tierärztlicher und meiner Bemühung verbesserte sich rein gar nichts und wir mussten ihn gehen lassen. Gut, dass mein Mann, sein Besitzer, die Entscheidung traf, denn ich wäre dazu nicht in der Lage gewesen. Hätte ich nicht Robbie gehabt - ich hätte mir keinen Hund mehr genommen, da es für mich so schrecklich war, diese Entscheidung zu treffen, dass ich sie nicht selbst einmal treffen wollte. Aber eigentlich wollte ich gar nicht darüber schreiben!!

Ich wollte und werde vielmehr darüber schreiben, wie Josh und Robbie auf den Tod eines anderen Lebewesens reagierten, denn nach dem Tod meines Mannes wurde ich oft gefragt, wie denn Robbie darauf reagiert habe. Erwähnen möchte ich, dass ich viele Jahre als Diagnostikerin "naturwissenschaftlich" orientiert arbeitete, Studien machte und daher sehr genau beobachte. Die erste Geschichte ereignete sich, als Josh gerade erst wenige Wochen bei uns war: Ich hatte damals einen Wellensittich, der jedoch wegen einer zunehmenden Lähmung schon seit längerem nicht mehr fliegen konnte. Eines Morgens als ich seinen Käfig abdeckte wollte er auf meine Hand und starb in meiner Hand sitzend.
In der Nacht war die Türe zur Küche und dem Wohnzimmer immer geschlossen, sodass Josh nicht hinein konnte. Als ich am nächsten Morgen mit Josh (ca. 3 1/2 Monate) durch die Küche ins Wohnzimmer ging blieb er plötzlich beim Durchgangsbogen zum Wohnzimmer stehen, schaute zur Decke und hin- und her als würde er dort etwas fliegen sehen. Es war keine Fliege u. ä. im Raum und den Wellensittich hatte er nie fliegen gesehen. Nie vorher hatte er dies gemacht und nie mehr danach.
 

Ich vergaß diese Geschichte und die Zeit verging. Es kam der Tag im Juli 2007, als wir Josh gehen lassen mussten. Der Tierarzt kam zu uns und Josh schlief in meinem Schoß ganz ruhig ein. Ich kann immer noch nicht daran denken, ohne traurig zu werden.
Am nächsten Tag, als ich mit Robbie durch die Küche ins Wohnzimmer ging blieb er - so wie viele Jahre davor Josh - im Durchgangsbogen zum Wohnzimmer stehen, schaute zur Decke, als würde dort etwas herumfliegen... dieselbe Verhaltensweise zeigte nun Robbie am Tag nach Josh's Tod wie dieser 15 Jahre davor. Auch da gab es im Raum keinen ersichtlichen Grund für dieses Verhalten.
Ich sage absichtlich "keinen ersichtlichen Grund", denn irgendeinen Grund wird es wohl geben.
Klick mich und ich werde groß...
Und dann kam der Tag, an dem mein Mann starb. Während seiner Erkrankung war es die Morgenroutine, dass ich zuerst mich fertig machte, ihn umbettete und dann mit Robbie kurz spazieren ging. Wenn wir zurück kamen ging Robbie zu Jeremy's Bettseite, stellte die Vorderpfoten auf das Bett und suchte und begrüßte freudig meinen Mann, der auf Grund seiner Lähmung nicht mehr selbst den Kontakt herstellen konnte. Am Morgen nach seinem Tod setzte ich mich nach dem Spaziergang zum PC im Durchgangszimmer zum Schlafzimmer und sah zufällig folgende Szene:
Robbie ging wie jeden Morgen zu Jeremy's Bettseite, wo das Bettzeug noch unverändert lag. Er stellte die Vorderpfoten auf das Bett, aber statt Jeremy zu suchen stand er einfach da und schaute Richtung Fenster als würde er da etwas wahrnehmen. Er war längere Zeit ganz konzentriert auf einen Punkt hin orientiert als würde er etwas hören. Dann nahm er seine Pfoten vom Bett, drehte ab und ging nie wieder hin. Es wirkte, als hätte ihm jemand gesagt, dass Jeremy nicht mehr dort zu finden sei. Er hat ihn nie mehr gesucht.
 
Für mich führt dies zur Frage, was Josh und Robbie in diesen Situationen jeweils wahrgenommen haben.

Bei Josh war es uns beiden klar, dass wir ihm "telepathisch" mitteilen konnten, dass wir auf der Rückfahrt vom Urlaub wären und bald kämen. Meine Eltern, die ihn jeweils betreuten, berichteten das erste Mal ganz erstaunt, dass er wenige Stunden vor unserer Rückkunft plötzlich in Warteposition ging und seinen Platz am Fenster nicht mehr verlassen wollte, obwohl sie gar nicht genau wussten, wann wir ankommen würden.
 
 

Derartige Ergebnisse sind gut nachlesbar in Rupert Sheldrake's Buch "Der 7. Sinn der Tiere". Er hat vor Jahren zusammen mit dem ORF in England einen derartigen Versuch gemacht, der wirklich auffallende Ergebnisse zeigte.

Wir wissen, dass Tiere vieles auf Grund ihrer vielfach besseren Sinnesorgane wahrnehmen können - siehe Krebszellen, Unterzucker, Veränderungen vor einem epileptischen Anfall u. a. Es gibt jedoch viele Berichte über Wahrnehmungen von Tieren, die wir als "außersinnlich" bezeichnen würden, da wir es nicht erklären können. Telepathie?? Energetische Veränderungen??
Können sie etwa spüren, was viele Menschen glauben, manche hoffen und andere als Unsinn ablehnen, dass beim Tod eines Lebewesens sich die geistige Entität oder nennen wir es einfach "Seele" vom Körper löst? Können sie diese vielleicht noch wahrnehmen, bevor der Übergang vollzogen ist?
Ich weiß es nicht. Ich würde es gerne glauben. Es wäre vielleicht ein kleiner natürlicher Hinweis auf etwas, wozu mancher vielleicht die Quantenphysik heranziehen würde, wo je nach Beobachtungskriterium ein- und dasselbe Teilchen entweder als Materie oder als Welle gesehen werden kann, wie die Dualität Körper und Geist/Seele.

Es ist schade, dass wir unsere Hunde nicht befragen können. Aber ich bin sicher, dass auch andere ähnliche Beobachtungen gemacht haben, die - siehe Rupert Sheldrake - nicht mit unserem heutigen Wissen erklärbar sind. So wie die Quantenphysik einige der als unumstößlich geltenden physikalischen Gesetze als nicht fix zutreffend aufzeigte, so werden wahrscheinlich noch viele unserer Annahmen revidiert werden müssen, auch wenn wir dies vielleicht nicht mehr erleben werden... oder erst nach dem Tod erfahren werden.

So denke ich an den Ausspruch: "If I'll wake up one day with all my dogs around me I'll know I'm in heaven" und hoffe, dass irgendwann die Geschichte von der Regenbogenbrücke sich bewahrheiten wird und es dort ein Wiedersehen geben wird mit allen, die man liebte.

Andrea

P.S. Zur Aufheiterung: Als ich im Begräbnisinstitut fragte, ob ich Robbie zum Begräbnis mitnehmen konnte, sagte eine freundliche Dame am Telefon: Ja, er soll wissen, wo sein Herrchen ist. Immerhin vergraben Hunde ja auch ihre Lieblingsknochen...

 

 
 

P.S.: Bemerkungen zu meinen Gedanken sind jederzeit willkommen:

 
   
 

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