Nachlese ccb - tour 2006; Auf der Drau 203 km von Lienz bis Lavamünd.

Lienz bis Sachsenburg, 58km, Sonne, bis 33°C
Start um 12.00 Uhr auf der Isel, 200m vor der Mündung in die Drau. Jede Menge Schmelzwasser vom Gletscher,so wird die Startetappe zur Wildwasserfahrt ( 3x ausleeren ). Im Anschluss an die heftigen ersten 14km bringt uns die flotte Strömung viel schneller voran als erwartet. Weitere Höhepunkte sind die renaturierten Abschnitte bei Dellach und Steinfeld, hier ist der Fluss wie wir uns das vorstellen! Um 18.00 Uhr beenden wir den Paddeltag am Campingplatz von Sachsenburg, wo wir uns mit Tarp usw. zwischen den Campern mit Satelitenschüssel und allem Comfort etwas deplaziert vorkommen.

Sachsenburg bis Weissenstein, 39km, Sonne, bis 33°C, umtragen: Kw Patrenion, Kw Weissenstein. Um 9.00Uhr sind wir am Fluss, die angekündigten Schnellen unter Sachsenburg sind bei dem hohen Wasserstand nicht vorhanden, Prallwände nahe der Einmündung der Möll sind ebenfalls kein Thema, weil die ganze Breite des Flusses gleichmäßig strömt. Die Renatuirierung wenige km vor Spittal ist paddeltechnisch lustig (scharfe Kehrwasser, Rieselstrecken, stehende Wellen ...), die Vogelwelt aber ist geradezu sensationell vertreten. In Spittal machen wir Kaffepause, wenige km später nimmt die Strömungsgeschwindigkeit ab, die Stauwurzel des Kw. Paternion macht sich bemerkbar. Ab hier ändert sich der Charakter der Drau, gleichbleibende Flußbreite und wenig bis keine Strömung begleiten uns bis Villach. Dieser Abschnitt ist der einzige unserer Tour, den ich mangels Abwechslung und Besonderheiten für Tagestouren kaum empfehlen kann. Das Umtragen der Kraftwerke ist deutlich langwieriger als gedacht, ein Bootswagen wäre eine große Hilfe.Der Lagerbau unter dem Kraftwerk Weissenstein kann erst nach einer längeren Diskussion mit dem Besitzer der Wiese die sich von rüde, über reserviert zu freundlich entwickelt, beginnen. Die “Tarpitektur” gelingt heute viel besser, das gewählte System wird für die weiteren Etappen Standart.

Weissenstein bis Rossegg, 27km, Sonne, bis 33°C, umtragen: Kw Fellach, Kw Rossegg Geduld ist gefragt, erst ab Villach gibt es Abwechslung. Mittags essen wir auf der Draupromenade mitten in der Stadt. Das saubere Wasser der Gail läd uns zu Bad und Körperpflege ein, die restliche Strecke zum Kraftwerk Rossegg ist ein Vogelparadies. Ein Telefonat mit dem Verantworlichen der AHP macht schnell klar, dass wir die Restwasserstrecke bei Rossegg nicht befahren können. Einerseits will sich garantiert niemand festlegen, ob die Schilder “ACHTUNG WASSERSCHWALL” in den nächsten zwei Stunden ihre Berechtigung unter Beweis stellen werden, andererseits führen meine Zweifel an der Mengenabgabe (ich schätze - völlig laienhaft maximal 2m³/sec - zur schroffen Belehrung, dass es sich bei den am Kw. angeführten 5m³/sec um eine Pflichtwassermenge handelt, was mich augenblicklich beeindruckt, überzeugt und motorisierte Hilfe für 7,5km “Umtragen” anfordern läßt! Versöhnt hat uns die freundliche Erlaubnis des Bauern, in dessen Obstgarten zu übernachten und dessen Einladung: Die “Äpfel sind grad´reif, nehmt Euch ruhig was Ihr braucht!” Später erzählt er uns von den alten Zeiten, wo täglich 20 oder 30 Paddler täglich hier vorbeikamen. ( Wir haben während unserer gesamten Fahrt nicht einen getroffen, irgendwie schade, irgendwie schön. )

Rossegg bis Gleinach, 27km, Sonne, bis33°C, umtragen: Kw Feistritz, Kw Ferlach. Die großen Stauseen liegen vor uns. Das Rosental ist landschaftlich immer abwechslungsreich - Kärnten zwischen Karawanken und Sattnitz - von seiner schönsten Seite. Am Abend bleibt die Feldküche kalt. Beim Antonitsch in Gleinach gibs Krautknödel und Apfelpolenta, da kann man kaum widerstehn! Neben der Schönheit der Aulandschaft sicher ein Hauptgrund, warum ich so gerne hier Flachwasser Tagestouren mache.

Gleinach bis Edling, 35km, bedeckter Himmel, Wind, umtragen: Kw Annabrücke Das Wetter hat umgeschlagen, vom erwartete Regen bleibt nur ein kalter Wind. Die kräfteraubendste Etappe führt uns vorbei an Linsendorf, vorbei an den Mündungen von Fellach und Gurk und an der “schwarzen Burg” mit den ausgedehnten Aulandschaften - alles Plätze mit besonderem Flair und einen eigenen Ausflug wert. Abends ist der Himmel wieder blau. Wir lagern am Campingplatz vor dem Kw. Edling und genießen die Warmwasserduschen und einabendfüllendes Gespräch mit reichlich Fischerlatein der heimischen “Profiangler”.

Edling bis Lavamünd, 18km, umtragen: Kw Edling, Kw Schwabegg Der Vortag steckt uns gehörig in den Knochen. Landschaftlich besonders reizvoll, aber glücklicherweise nicht besonders lang. Im Kw. Schwabegg ist Samstags niemand, der uns ein Umtragen der Staumauer auf Firmengelände ermöglichen könnte. 3,8 km lassen wir uns motorisiert helfen, die wenigen verbleibenden km sind schneller vorbei als wir dachten. Die Landcrew empfängt uns freudig ...

Fazit: Von Lienz bis Spittal ein wunderschöner, schneller Wanderfluß, von Paternion bis Villach ist die Drau kaum lohnend. Die anschließende Seenkette bietet für Naturliebhaber und Flachwasserpaddler ein reiches Angebot und bietet sich vor allem für Tagestouren auch außerhalb des Hochsommers an. Die Strömungsgeschwindigkeit erlaubt stromaufwärts zu wandern, mit Ausnahme der Abschnitte unterhalb der Kraftwerke. Umtragen der Kw. ist bei Rossegg, Edling und Schwabegg nicht empfehlenswert, sonst möglich, aber ohne Bootswagen mühsam .

Für meinen zwölfjährigen Sohn Matthias und mich war unsere erste lange Tour lehrreich und traumhaft schön. Für die ccb Tour 2007 steht die Gail auf dem Programm, die wir abschnittsweise schon recht gut kennen.

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