Carmela Corren


(* 13.02.1938 in Tel Aviv)


 


 


Mit Ihrer rauen Stimme singt sich Carmela Corren Anfang der 60er Jahre in die Herzen der deutschen Schlagerfreunde. „Eine Stimme, die keinen gleichgültig lässt , eine Stimme, glutvoll wie der Wüstensand“, schwärmt die Werbeabteilung der Schallplattenfirma Ariola von ihrem neuen Star, der sich mit dem gefühlvollen Lied Eine Rose aus Santa Monica praktisch über Nacht in die Spitze der weiblichen Schlagerstars singt.


 


„Die Rosen haben mir Glück gebracht – denn Rosen haben mich ein Leben lang begleitet“, strahlt die am 13. Februar 1938 in der israelischen Stadt Tel Aviv geborene Sängerin, als sie 1962 nach dem Geheimnis ihres Erfolges gefragt wird. Sie erzählt von ihrer Militärzeit, wo sie von ihren Kameraden liebevoll „Rose der Wüste“ genannt wird.


 


Die Militärzeit hatte ihre in ihrer israelischen Heimat gerade hoffnungsvoll begonnene Karriere beendet, ihr aber auch gleichzeitig den Weg zur internationalen Karriere geöffnet. Nach der Ausbildung als Sängerin und Tänzerin in ihrer Heimatstadt, bekommt Carmela Bizman, wie sie damals noch heißt, als 15jähriger Teenager ihr erstes Engagement als Tänzerin in einem Theater in Tel Aviv. Als sie sich beim Spitzentanz so schwer verletzt, dass ihr die Ärzte das Tanzen für immer verbieten, resigniert das temperamentvolle, schwarzhaarige Energiebündel nicht. Kurzentschlossen singt sie dem Theaterdirektor vor – so überzeugend, dass sie mit 17 Jahren als jüngste Sängerin des Ensembles engagiert wird. In Musicals und Operetten begeistert sie das verwöhnte Publikum, bis der Einberufungsbescheid zur israelischen Armee ihre Karriere unterbricht.

Doch als einziges Mädchen in dem 1000-Mann-Regiment wird sie von ihren Kameraden verwöhnt. Nach der Grundausbildung in der Wüste Negev ist der schwere Militärdienst für sie praktisch beendet, als sie als Sängerin zum Orchester der Luftwaffe versetzt wird.


 


Als ein amerikanisches TV-Team in Israel einen Film für die Ed-Sullivan-Show dreht, haben die Fernsehleute – so ganz nebenbei – auch ein Auge auf neue Talente. Das spricht sich herum. Hunderte bewerben sich. Carmela Corren allerdings nicht. Für sie nimmt ihr Vorgesetzter die Verbindung mit den Amerikanern auf und befiehlt der Soldatin Bizmann: „Du musst singen und der Armee Ehre machen“. Carmela Corren, wie sie sich inzwischen nennt ist gehorsam. In khakifarbener Arbeitsuniform strahlt sie die amerikanischen Gäste aus ihren graugrünen Augen an, atmet tief ein und singt. Nach drei Liedern in israelischer, englischer und spanischer Sprache springen die Fernsehleute auf und möchten die singende Soldatin am liebsten sofort ins nächste Flugzeug in Richtung USA setzen. „Das wäre unerlaubte Entfernung von der Truppe“, gibt Carmelas Vorgesetzter zu bedenken. Den für den Amerikabesuch notwendigen Sonderurlaub indes gewährt er ihr großzügig.


 


Ed Sullivan ist von dem Temperamentbündel begeistert und vermittelt ihr nach seiner Show noch weitere Auftritte.

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