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Artikel in HKM 10/1989:

Neuigkeiten aus der Teilgruppe 1823 (Schöfftaler Wald)

von Reinhard und Walter Fischer

Am 27.3.1989 wurden von R. Pemsel und den Verfassern vier - zum Teil schön bei früheren Fahrten aufgefundene - Objekte im Bereich der Herdengelhöhle, 1823/4, (s. Höhlenkundl. Mitt. 1/1985) bearbeitet.
Oberhalb einer Scharte jener Felspartie, welche von der Herdengelhöhle ostwärts zieht, befindet sich 120 m östlich des unteren Eingangs der Herdengelhöhle bzw. 80 m ONO vom Herdengelloch III, 1823/40, das

Herdengelloch IV (1823/47, Sh 867 m, L 12 m, H –3 m).
Durch den engräumigen Einstieg hinabschlüpfend, erreicht man eine Kammer, welche rechts eine kurze Fortsetzung besitzt. Geradeaus über Blockwerk aufwärtskriechend, ist eine mannshohe Raumerweiterung zugänglich, von welcher man 2 m abkletternd noch in einen 3 m hohen Raum gelangen kann.

Geht man von der Herdengelhöhle den Waldhang an Höhe gewinnend in Richtung WSW entlang, so kommt man nach 200 m zu einer markanten Felsformation. Am Fuß der in der Folge ansetzenden Felspartie befindet sich das

Herdengelloch V (1823/48, Sh 958 m, L 13 m, H 1 m).
Es ist dies eine beim Eingang 2 m hohe Strecke, welche sich bergwärts verjüngt und an ihrem Ende einen höherliegenden, engräumigen Einschlupf besitzt. Auf halber Länge zweigt linkerhand ein Schluf in eine 7 m lange, 1 m hohe, max. 3 m breite Kammer ab.

4 m südlich vom oberen Einschlupf ins Herdengelloch V öffnet sich der untere Eingang des

Herdengelloches VI (1823/49, Sh 961 m, L 13 m, H 1,5 m).
Es handelt sich um einen leicht ansteigenden Kriechgang, der sich im Mittelteil zu einer kleinen Kammer weitet, von welcher durch einen niederen Schluf der obere - durch Blockwerk in zwei Einstiege gegliederte - Eingang erreichbar ist.

Etwa 100 m westlich vom Herdengelloch V liegt in einer unscheinbaren Felsbildung im Waldhang – 40 m OSO vom Wandschluf, 1823/34, die

Löchermauer (1823/50, Sh 942 m, L 8 m, H -0,5 m).
Durch zwei Eingänge (wobei der westliche halbhöhlenartigen Charakter besitzt) gelangt man in einen 6 m langen, hangparallelen Schluf, dessen Boden aus erdigen Sedimenten und Blockwerk besteht.

Alle vier Höhlen wurden an die bestehende Außenvermessung angeschlossen.
Im Bereich der Rauschmauer (838 m) westlich von Lunz am See wurden am 9.7.1989 zwei von R. Pemsel aufgefundene Höhlen vermessen.
Fährt man auf der Umfahrung von Lunz am See in Richtung Göstling, so kommt man etwa 400 m nach der Brücke, über den Bodingbach zu einer rechterhand gelegenen Siedlung, wo der markierte Weg zur Rauschmauer ansetzt. Diesem folgt man bis zu einer Verflachung in 790 m Seehöhe. Sich in südwestliche Richtung haltend, stößt man auf das Ende einer Forststraße, welche man 40 m weit verfolgt, um dann 30 Höhenmeter den Hang entlang der Waldgrenze aufzusteigen, wo man auf die kleinen Einschlupfe der

Rauschmauerlucke (1823/51, Sh 820 m, L 9 m, H 2,5 m) trifft.
Durch die beiden kleinräumigen, durch einen kurzen Schluf verbundenen Einstiege gelangt man in eine niedere Kammer mit erdigem Boden, welche abwärts zum unteren, schlufartigen Eingang führt.

Von der vorhin erwähnten Verflachung den Waldhang ansteigend, erreicht man nördlich den Fuß der etwa 20 m hohen Felswand der Rauschmauer, in deren östlichen Ende sich die

Rauschmauer-Halbhöhle (1823/52, Sh 810 m, L 6 m, B 6 m, H +3 m)
befindet. Es handelt sich um eine 4 m hohe Halbhöhle mit ebenem Sedimentboden, welche sich oberhalb einer 2 m hohen Stufe noch engräumig 1 m fortsetzt.


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