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Artikel in HKM 1-2/2014:

Zwei neue Kleinhöhlen beim Steingrabenkreuz (Teilgruppe 1824)

von Walter Fischer

Einleitung: Bei einer Geländebegehung durch Thomas Gundacker und dem Verfasser im August 2012, ausgehend von der Ötscherwiese bei Lackenhof durch die „Gmoa“, über den Fallmannkogel, vorbei beim Steingrabenkreuz und weiter aufwärts Richtung Rainstock, wurden zahlreiche am Laserscan sichtbare Dolinen erkundet und auch die nachfolgend beschriebenen Objekte aufgefunden und vermessen. In der langgezogenen Felswand mit den zwei kleinen Höhlen sind an einigen Stellen mit roter, bereits stark verwitterter Farbe einzelne, etwa 30 cm hohe Ziffern aufgemalt, zum Teil auch etliche Meter über dem Wandfuß und auch links und rechts neben dem Eingang der nun sobenannten Ziffernkluft (1824/88). Die Bedeutung der Ziffern konnte nicht eruiert werden.

Zustieg: Den Ausgangspunkt für den Zustieg stellt die Häusergruppe Raneck (954 m) nordöstlich von Lackenhof dar. Entlang einer Forststraße marschiert man 1,4 km in Richtung NW bis zu einem Kreuzungspunkt beim Steingrabenkreuz (1024 m). Etwa 50 m westlich vom Steingrabenkreuz zweigt ein nordwärts ziehender Karrenweg ab, der nach 200 m den Fuß einer westschauenden Felswand erreicht. Von hier folgt man ansteigend dem Fuß der Felsbildungen etwa 100 m weit und trifft in einem kleinen Felswinkel, ca. 3 m über dem Wandfuß auf den unscheinbaren Einschlupf in den Ziffernschluf (1824/87). Nach weiteren 8 m öffnet sich, ebenfalls in ca. 3 m Höhe, die Ziffernkluft (1824/88). Beide Höhleneingänge sind in leichter Kletterei erreichbar.

Ziffernschluf (1824/87)
Basisdaten: L 7 m, H -1 m, HE 7 m, Sh 1035 m, ÖK72.
Lage: In einer langgezogenen Felswand, etwa 300 m NNW vom Steingrabenkreuz bei Lackenhof.
Beschreibung: Die 2 m breite Eingangsnische öffnet sich in einem Felswinkel oberhalb einer schrägen Felsstufe 3 m über dem Wandfuß. Hinter einem kleinen Vorbau vorbei schliefend gelangt man in einen schmalen, max. 1 m hohen canyonartigen Schluf, der zuerst einen rechtwinkeligen Linksknick aufweist und nach 2 m bei der Einmündung eines unbefahrbaren Deckencanyons nach rechts umknickt. Leicht abwärtsführend endet die Strecke nach weiteren 3 m bei zwei unschliefbaren Engstellen. Der Boden besteht aus lehmigen Sedimenten und etwas Bruchschutt.

Ziffernkluft (1824/88)
Basisdaten: L 5 m, H +3 m, HE 3 m, Sh 1035 m, ÖK72.
Lage: In einer langgezogenen Felswand, etwa 300 m NNW vom Steingrabenkreuz bei Lackenhof sowie 8 m NNW vom Ziffernschluf (1824/87).
Beschreibung: Der schmale, 3 m hohe Kluftspalt öffnet sich 3 m über dem Wandfuß und endet, im Mittelteil durch einen Klemmblock verengt, nach 3 m an einer Querkluft. Der Boden besteht aus sandigen Sedimenten und ein paar Blöcken. Die Querkluft kann nach links einige Meter emporgeklettert werden, bevor sie mit Blöcken zur Gänze verlegt ist. Nach rechts, 1,5 m über dem Boden ansetzend, zieht ein unbefahrbarer Minicanyon abwärts. Eine Verbindung zum 8 m entfernten Deckencanyon im Ziffernschluf (1824/87) ist wahrscheinlich.

Erforschung und Vermessung: Die beiden Höhlen wurden am 24.8.2012 von Thomas Gundacker und Walter Fischer aufgefunden und bearbeitet. Eine Außenvermessung wurde am 20.5.2013 von Rita und Walter Fischer durchgeführt, wobei als Ausgangspunkt eine Stelle mit gutem GPS Empfang oberhalb der Felswand gewählt wurde.


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