Titelseite / Übersichtsseite (Home) / Publikationen /


  

Artikel in HKM 7-8/1998:

Die Rotensteinspalte (1828/87a,b) südlich von Scheibbs

von Reinhard und Walter Fischer

Der Rote Stein (Kote 687) ist eine ca. 50 m hohe, rötlich gefärbte Felsformation westnordwestlich oberhalb der Talenge Peutenburg, ca. 4,5 km südlich von Scheibbs und ist von der Bundesstraße 25 aus deutlich erkennbar. In älteren Ausgaben der ÖK 50/72 findet sich noch die Bezeichnung "Roter Stein" samt zugehöriger Höhenkote, welche in der letzten Ausgabe allerdings nicht mehr vorhanden sind. Am Fuß dieser markanten Felsformation bzw. in den Felsblöcken unterhalb befinden sich die Kleine Rotensteinhöhle (1828/62) und die Große Rotensteinhöhle (1828/63) welche schon 1987 Eingang in den Kataster fanden (siehe HKM 12/1987). In einer dem Roten Stein vorgelagerten, von tektonischen Vorgängen geprägten, felsigen Kuppe befindet sich die im April 1998 entdeckte Rotensteinspalte.

Die Zufahrt erfolgt am besten von der Ortschaft Neustift südlich von Scheibbs über die Straße auf den Buchberg. Beim ehemaligen Gehöft Pichl fährt man dann, sich links haltend, den Güterweg "Schneebichl" abwärts bis zu einer starken Rechtskurve (Seehöhe ca. 920 m) kurz vor dem ebenfalls nicht mehr bewirtschafteten Gehöft Rotenstein. Hier verläßt man die Straße in östliche Richtung und erreicht über einen Rücken absteigend nach etwa 150 m die Felsabbrüche des Roten Steins, welche man südlich umgeht. 25 m östlich des Wandfußes wird die bereits erwähnte Kuppe erreicht, in deren Ostabhang der kleine schachtartige Einstieg a) liegt.

Eine unter 60° geneigte Felsplatte führt in die SO-NW verlaufende, maximal 1 m breite Kluftstrecke. Wenig unterhalb des Einstieges ist über Klemmblöcke eine niedere, 3 m lange Strecke befahrbar. Der aus erdigen Sedimenten bestehende Kluftboden liegt 6,5 m unterhalb des Einstieges (event. Halteseil). Die Kluft erstreckt sich noch 5 m weit in Richtung NW, wo sie immer niedriger werdend hinter einem Klemmblock endet. In der südöstlichen Raumbegrenzung führt ein knapp 30 cm hoher, abwärtsleitender Schluf in eine bis 3 m hohe, maximal 1 m breite, teilweise unterlagernde Etage. Während der unterlagernde Teil nach 5 m endet, leitet eine etwa 2 m hohe Strecke 5 m nach SO, wo ein sehr enger Spalt 3 m weit zu Einstieg b) führt, welcher am Ostfuß der Kuppe liegt. Über einen engräumigen Abstieg ist hier noch eine 5 m lange, abwärtsführende, immer enger werdene Strecke mit Blockboden zugänglich.

Die Vermessung durch die Verfasser erfolgte am 16.5.1998 und ergab eine Gesamtlänge von 41 m bei einem Höhenuntersschied von -12 m (bezogen auf Einstieg a). Über eine Außenvermessung zum Roten Stein wurden die Seehöhe von 640 m und die BMN-Koordinaten ermittelt.


zum Seitenanfang