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Artikel in HKM 1/1998:

Vermessung eines Stollens (K1828/1) in Kienberg

von Reinhard und Walter Fischer

Der Stollen liegt 200 m ostnordöstlich vom Bahnhof Kienberg-Gaming (Kote 391 in ÖK50/72).
Er kann nur durch seinen oberen, im steilen Waldhang, 20 Schrägmeter nördlich oberhalb der Bundesstraße B25 befindlichen Einstieg betreten werden. Der sich ursprünglich unmittelbar neben der Straße öffnende untere Eingang wurde bei Verbreiterung dieser zugeschüttet, ist aber in der steilen Böschung heute noch erahnbar.

Über den seinerzeitigen Verwendungszweck des Stollens liegen den Verfassern keine Unterlagen vor, er dürfte aber in der Endphase des Zweiten Weltkrieges dem Industriestandort Kienberg als Luftschutzanlage gedient haben.

Zu Beginn dieses Jahres wurde im Gaminger Gemeinderat aus Sicherheitsgründen eine allfällige Absperrung bzw. Sprengung des frei zugänglichen Stollens diskutiert. Eine erste informative Begehung durch Mitglieder der Bergrettung ergab, daß die Anlage gut erhalten sei und keineswegs einen einsturzgefährdeten Eindruck mache. Um eine weitere Diskussionshilfe zu liefern, führten die Verfasser am 11.4.1997 eine Vermessung durch und erstellten einen Plan im Maßstab 1:500.

Die Vermessung erbrachte folgende Basisdaten:
Sh 405 m, L 130 m, H -13 m;

Vom knapp 1,5 m hohen und ebenso breiten oberen Einstieg führt der Gang leicht fallend 2 m bergwärts und leitet danach mit einer 50 steilen Strecke (Seilhilfe) in einen 12 m tiefer liegenden (Straßenniveau) Quergang. Dieser bis 3 m hohe und 2 m breite Gang endet in östliche Richtung nach 31 m bei einem Rechtsknick. Westlich mündet der Gang nach 17 m in einen Nord-Süd verlaufenden Teil. Nördlich ist hier ein 26 m langer Rundgang angeschlossen. Südlich trifft man nach 18 m auf die Schuttmassen, die den unteren Eingang verschließen. Westlich ist noch ein kleiner Rundgang mit etwas geringeren Raumdimensionen angegliedert.

Am Tag der Vermessung wurden 14 Kl. Hufeisennasen beobachtet.

Bei einer Befahrung durch Heinrich Seidl, Hauptschullehrer in Gaming, und Schülern wurde im östlichsten Teil bei VP19 ein Dachs angetroffen, der aber bei einer Tour einige Tage später den Stollen bereits wieder verlassen hatte.

Von einer Sprengung des Objektes wurde wegen des guten Gesamtzustandes und der Tatsache, daß es sich um ein Quartier für Fledermäuse handelt, abgesehen.


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