Titelseite / Übersichtsseite (Home) / Publikationen /


  

Artikel in HKM 9/1992:

Der Schindelkogelschacht (1831/12) bei Mariazell (Stmk.)

von Reinhard und Walter Fischer

Etwa 2 km östlich von Mariazell zweigt vom Beginn des unteren Halltales die schmale Asphaltstraße in den Rechengraben ab. Dieser folgt man bis zur Kote 817, 400 m südwestlich vom Hubertussee. Von hier weiter auf einer Forststraße entlang der Schwarzen Walster bis zur Kote 836 am Fuß des Schindelkogels (1219 m). Man steigt von der Kote entlang eines Rückens in nordwestliche Richtung auf. In 1040 m Seehöhe trifft man auf einen querenden Jagdsteig. Weiter ansteigend gelangt man 100 Höhenmeter über dem Jagdsteig zu einer kleinen, westlich vom Rücken liegenden Verflachung mit dem unscheinbaren, mit Gräsern und Farnen umwachsenen Einstieg in den

Schindelkogelschacht (1831/12, Sh 1140 m, L 104 m, H -32 m).
Vom engräumigen Einstieg gelangt man in einen sich erweiternden, 13 m tiefen Schacht. Südwärts des erdigen Schachtgrundes ist eine 7 m lange Schlufstrecke zugänglich. Die abwärtsführende Hauptfortsetzung wird fast vollständig durch verkeilte Baumstämme verdeckt. Der folgende 4 m tiefe Schrägabstieg (Seilhilfe) leitet in einen abfallenden, 4 m hohen Raum mit Blockboden. Durch eine nördlich ansetzende Strecke kommt man steil ansteigend, dann kletternd, zu einer Kluftkreuzung. Hier befinden sich bescheidene Tropfsteinbildungen und die Inschrift "Jos Praschl 16 V 33". Ein kurzer Schluf leitet noch in eine Parallelkluft.
Vom tiefsten Punkt des Raumes führt ein abfallender Gang - anfangs engräumig, dann übermannshoch - in eine Erweiterung. Nordwestlich befindet sich ein kurzer Schluf mit Sinterschmuck. Durch einen 5 m hohen, engen Schlot ist eine 3 m lange Kriechstrecke zugänglich. Die Hauptfortsetzung mündet durch eine Engstelle (Sinterröhrchen) abwärts in eine SW-NO verlaufende Kluftstrecke.
In nordöstliche Richtung ist sie engräumig 4 m weit befahrbar, in der entgegengesetzten Richtung steigt man in der hier bis 1,5 m breiten und 10 m hohen Strecke über Blöcke zum tiefsten Punkt ab. Nach einem kurzen Kletteraufstieg verengt sich die Strecke zu unschliefbaren Dimensionen. Außerdem kann man hier in eine 8 m höher liegende Etage emporklettern, die ebenfalls eine unbefahrbare Verbindung zu der weiterziehenden Kluft besitzt.
Die Vermessung erfolgte am 27.6.1992 durch die Verfasser.


zum Seitenanfang