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Artikel in HKM 5-6/2010:

Die Steinerne Rast (6845/209) bei Traunstein im Waldviertel

von Reinhard und Walter Fischer

Etwa 20 km südlich von Zwettl im Waldviertel liegt die Ortschaft Traunstein mit der markanten Felsformation des Wachtsteines. Die Blockanhäufung und die Umgebung im Umkreis von 300 m sind seit 1951 Naturdenkmal und beherbergen vier Überdeckungshöhlen (siehe HKM 4/1987). Im Verlauf des sogenannten „Steingiganten-Rundwanderweges“ trifft man 730 m westlich des Wachtsteines bzw. 770 m westlich der Kirche von Traunstein im sanft abfallenden Waldgebiet auf eine vergleichsweise bescheidene Anhäufung von Blöcken. Eine Bank lädt zum Verweilen ein, ein Schild weist die Örtlichkeit als „Steinerne Rast“ aus. In der Österreichischen Karte (ÖK50, Nr. 36 bzw. 4316) ist der Waldrücken mit der Bezeichnung „Franzosenstein“ versehen. Diese bezieht sich jedoch auf einen riesigen, etwas weiter nördlich gelegenen, einzelnen Granitblock, der so schräg auf seiner Unterlage ruht, dass man glauben kann, ein kleiner Stoß würde genügen, um ihn hinunterzustürzen.
Im „z“ der Bezeichnung „Franzosenstein“ liegt die

Steinerne Rast (6845/209), L 15 m, H 2,5 m, Sh 870 m.
Zwischen den Blöcken ist eine Überdeckungshöhle mit 5 befahrbaren Einstiegen angelegt.
Von der Ostseite leitet ein Kriechgang in eine kleine Erweiterung im Zentrum des Objektes. Nach Norden führen von hier eine Kriechstrecke und parallel dazu ein Schluf zu einem 2,5 m breiten und bis 1 m hohen Eingang, wobei der Schluf noch einen weiteren Einstieg an der Nordostseite des Objektes besitzt. Weiters ist es vom Zentrum möglich, durch eine schmale, 2 m hohe Strecke nach Übersteigung eines Klemmblockes an die Südwestseite der Blockanhäufung zu gelangen, sowie direkt nach oben zwischen den Blöcken ins Freie zu klettern. Der Höhlenboden besteht überwiegend aus erdigen und sandigen Sedimenten.

Die Vermessung erfolgte am 3.10.2009 durch R. u. W. Fischer.

Literatur:


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