DER KLEINE FRIEDRICH ODER MOZART IM PARK


(Idee und Buch: Janko Kastelic/Claudia Toman, Regie: Claudia Toman)


Die Opernschule der Wiener Staatsoper wird sich in der Matinee am 25.Juni dem Mozartjahr widmen. Dessen wichtigster Protagonist, nämlich Wolfgang Amadeus selbst, wird dabei auch aktiv ins Geschehen eingreifen, schließlich hat er ja reichlich Verständnis für  die Jugend von heute, wenn er auch, zugegeben, schon steinalt geworden ist. Eine Bandbreite wichtiger Mozart-Lieder wird von den Opernschulkindern musikalisch und szenisch, in Form einer Miniaturcollage präsentiert, für reichlich Überraschungen wird gesorgt werden. "Der kleine Friedrich oder Mozart im Park" erzählt von einem ganz besonderen Kind, einer ganz besonderen Begegnung und davon, daß Mozart nicht nur in Noten und Partituren gefunden werden kann, sondern in jedem offenen Kinderherz.

 

Eine szenische Collage mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

 


Kritik im "Neuen Merker"


Den Mittelteil der Matinee nahm eine Darbietung der Kinder-Opernschule ein. 'Der kleine Friedrich oder Mozart im Park' nannte sich die szenische Collage von Janko Kastelic (auch am Klavier) und Claudia Toman, die, zusammen mit dem musikalischen Leiter Francois-Pierre Descamps, und mit Elisabeth Lampl und Claudia Haber die hübsche Aufführung einstudiert hatten. Marcus Pelz spielte und sang (mit kräftigem Bariton) die Mozartstatue, die auf den armen Friedrich, den verhöhnten Außenseiter in der Kinderschar, so positiv einwirkte, dass er sich als Flötenspieler mit Mozart-Musik schließlich die Bewunderung und Achtung seiner Altersgenossen gewann. Antonia Höppel, die eine Verstärkung durch Mikroport, wie auch einige ihrer jungen Kolleginnen und Kollegen, gar nicht nötig gehabt hätte, sang mit schönem, klarem Kindersopran die Rolle. Mai Leeb, Juliette Khalil und Theresia Welser waren mit weiteren Solorollen betraut und rechtfertigten diese Auszeichnung ebenso, wie es die Mitglieder des 1.-3. Jahrgangs der Opernschule als ChorsängerInnen taten. Die Kinder singen mit bemerkenswert klarem, substanzreichem und lockerem Ton, mit mühelos erreichter Höhe.


Für eine köstliche Schlusspointe des kleinen Dramas sorgte der Parkwächter, der die Kinder verjagt, weil er das Terrain zuzusperren hat. Der Interpret dieser (Besen-)tragenden Rolle war ein gewisser Ioan Holender, der sich für die Bereitschaft zu diesem Sonderspaß an der Seite 'seiner' Kinder verbeugen durfte und dafür Sonderapplaus einheimste.


("DER NEUE MERKER", Juli 2006)

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