Clavichord - dieses einsame, melancholische, unaussprechlich süße Instrument

Gebundenes Clavichord

Gebundenes Clavichordab der Tenorlage aufwärts bespielen meist 2 nebeneinanderliegende Tasten das gleiche Saitenpaar, erkennbar an den Abständen zwischen den Tastenhebeln,
das Bindungsschema ist bei Clavichorden des 18. Jahrhunderts fast immer folgendes: c an cis gebunden, d hat Saitenpaar für sich d.h. frei, es an e, f-fis, g-gis, a ist frei, b-h,
extrovertierterer offenerer Klang,
bedeutend leichter zu stimmen (weniger Saiten, je nach Stimmungssystem ergeben sich die temperierten Intervalle automatisch),
kleiner und leichter,
Bindungskonflikte sind möglich, da die gebundenen Töne (zB. c und cis) nicht zugleich gespielt werden können, mit ensprechender Übung allerdings ist ein beinahe unterbrechungsloser Übergang zwischen "gebundenen" Noten erreichbar, Überlegato hingegen ist zwischen diesen Tönen unmöglich,
das obige Bindungssystem heißt auch "Diatonisch frei", weil im Quintenzirkel von B-dur bis A-dur keine Bindungen in der diatonischen Leiter vorkommen,
gebundene Instrumente wurden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gebaut (zB.:Hubert), das heißt selbst nach Phillip Emanuel Bach schätzte man weiterhin die Vorteile gebundener Instrumente.

Freies Clavichord:

Freies Clavichordjede Taste hat ein eigenes Saitenpaar,
keine Bindungskonflikte,
Stimmung frei wählbar, da die Stimmung nicht wie im gebundenen Instrument von den Abständen zwischen den gebundenen Tasten abhängt,
bundfreie Instrumente haben meist den größeren Umfang vom Kontra F bis f3, für späte Literatur oftmals unumgänglich (Philipp Emanuel, und später),
Legato und Überlegato sind in jeder Tonart möglich,
gebundene Instrumente können einen singenden, romatischen und gehaltvollen Klang haben,
schwerer und größer, weil mehr Saiten,
benötigen längere Zeit zum Stimmen.


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