Judo  = (wörtlich) sanfter (besser übersetzt mit dem Wortsinn von engl.: gentle = sanft, edel, vornehm) Weg') ist eine
japanische Kampfsportart, deren Motto „Siegen durch Nachgeben” ist. Der Begründer ist Professor Jigoro Kano.
Judo/Jiu-Jitsu-Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst. Es wurden alle
gefährlichen Techniken entfernt, um aus einer Kunst bis dahin vorwiegend zur Selbstverteidigung, ein ganzheitliche
Lehre für Körper und Geist zu machen. Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Halte- und
Würgetechniken sowie Armhebel.
Judo ist nicht ausschließlich ein Weg der Leibesertüchtigung, sondern darüber hinaus auch eine Philosophie zur
Persönlichkeitsentwicklung. Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde:
1.        Das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen (jita-kyoei).
2.        Der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist (sei-ryoku-zenyo).
Ziel ist es, diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und auf der Judomatte bewusst in jeder Bewegung zum
Ausdruck zu bringen. Ein Judo-Meister hört niemals auf Judo zu praktizieren, auch wenn er nicht im Dojo ist.
Die drei Säulen des Kodokan Judo sind Kata, Randori und Shiai.
Die Entwicklung des Judo

Ursprünge
Jigoro Kano
Die Ursprünge der japanischen Selbstverteidigungskünste liegen im Dunkel der Geschichte. In den alten Chroniken aus
den 8 Jh.n.Chr. werden die Vorläufer des Ju-Jutsu erwähnt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden japanische
Kampfarten zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert aus dem Kumi Uchi (Nahkampf) dem Vorläufer des Yawara (Jiu
Jitsu) entwickelt und später vom chinesischen, koreanischen Buddhistischen Mönchen, Gelehrten, Einwanderern nach
Japan gebrachten Kenpo (Quanfa) beeinflusst. Die Japaner verbanden diese chinesischen Methoden (Atemi) mit ihren
traditionellen Systemen dann zu neuen japanischen Kampfkünsten.

An den Höfen der Daimyo, der Fürsten, wurden diese Verteidigungs- oder Kampftechniken sowohl mit als auch ohne
Waffe, von den Samurai, der Kriegerkaste, ausgeübt (Bujutsu). Die Samurai lebten nach ihrem Ehrenkodex, dem
Bushidō (Der Weg des Kriegers). Treue, grenzenlose Ergebenheit gegenüber ihrem Herrn, unbedingte Pflichterfüllung,
die Einhaltung eines gegebenen Wortes, absolute Verschwiegenheit, Tapferkeit und Todesverachtung waren die
Grundsätze des Bushido. Bushido war zudem stark von der konfuzianischen Lehre und dem Zen-Buddhismus sowie
dem Shintoismus beeinflusst. Die Zeit der Samurai endete mit der Meiji-Restauration im Jahre 1868. Das fast 700 Jahre
dauernde Shogunat wurde abgeschafft und der Kaiser übernahm wieder die Macht im Lande. Infolgedessen mussten
die Samurai all' ihre Waffen ablegen. Die Wirksamkeit der alten Waffen (Schwerter, Spieße, Bogen usw.) war ohnehin
durch die Entwicklung der Feuerwaffen (Gewehre, Pistolen) nicht mehr gegeben.


Judo im modernen Japan

Mit dem Beginn des modernen Japans geriet die waffenlose Selbstverteidigung fast in Vergessenheit. Am Hofe des
japanischen Kaisers unterrichtete gegen Ende des 19. Jahrhunderts der deutsche Medizinalrat Erwin Bälz. Ihm fiel die
schwache Konstitution seiner Studenten auf, weshalb er ihnen empfahl, zur Stärkung die alten Samuraitechniken zu
üben. Diese Geschichte, nach der Bälz letztlich der Auslöser für das Üben der alten Samuraitechniken war, wird oft
erzählt, ist jedoch nicht bewiesen.

Einer seiner Schüler, der junge Jigoro Kano, übte bei verschiedenen letzten alten Meistern der fast vergessenen
Kampfkunst, hauptsächlich übte er Kito Ryu und Tenshin Shinyo ryu JuJutsu. Aus den dort erlernten Techniken
entwickelte er 1882 das moderne Judo, indem er die alten JuJutsu Stile von allen gefährlichen Elementen befreite.
Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder
in die Kata integriert. Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere
Verletzungen zu befürchten waren. Diesen neuen Sport nannte er "Judo" Zu Deutsch: "sanfter" oder "weicher Weg".

Er gründete 1882 eine eigene Schule, den "Kodokan" ("Ort zum Studium des Weges", heute in Tokio), an der er
seinen neuen Sport lehrte. Auch heute noch ist der Kodokan das "Mekka" des Judo.

Judo setzte sich in Japan allerdings erst durch, als die Schüler Kanos (zuvor JuJutsu Praktizierende) im Jahre 1886
einen Kampf nach Regeln zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen JuJutsu-Schule "Ryoi-Shinto Ryu" für
sich entscheiden konnten. Aufgrund dieses Erfolges verbreitete sich Judo in Japan rasch und wurde bald bei der
Polizei und der Armee eingeführt. An den höheren Schulen in Japan gehört Judo zusammen mit Kendo zu den
Wahlpflichtfächern.

Es wird behauptet, Kano habe das Judo durchaus als ernstzunehmende Selbstverteidigungskunst inklusive Schlägen
und Fußtritten konzipiert (ohne die ein Sieg über "Ryoi-Shinto Ryu" nicht möglich gewesen wäre).




Judo-Praxis

Ausbildung

Die Judoka tragen eine knöchellange weiße oder blaue Baumwollhose (Zubon) und darüber eine halblange weiße
oder blaue Jacke (Uwagi) aus Baumwolle die durch einen farbigen Gürtel (Obi) zusammen gehalten wird (Judo-Gi). Es
ist nicht gern gesehen eine Farbkombination zu tragen und bei Wettkämpfen grundsätzlich verboten, jedoch dürfen bei
einigen Wettkämpfen die Mannschaften in Vereins- bzw. Landesfarben auftreten. An der Gürtelfarbe kann man den
Ausbildungsstand des Judoka erkennen. Die ist allerdings eine relativ moderne Entwicklung, währenddessen in Japan
nur weiße (Schüler) und schwarze (Meister) Gürtel existieren. Jeder Anfänger beginnt mit einem weißen Gürtel. Nach
entsprechender Trainingszeit kann er eine Prüfung vor einer Prüfungskommission ablegen. Für die erste Prüfung
muss der Anfänger zumindest drei Würfe, Falltechniken und verschiedene Kombinationen am Boden zeigen. Der
Prüfling demonstriert die Techniken mit dem Partner. Nach abgelegter Prüfung erhält der Anfänger das Recht und die
Pflicht den entsprechenden Gürtel zu tragen.

In jeder Gürtelprüfung ab dem 1.Dan muß eine Kata vorgeführt werden, das ist eine genau vorgeschriebene Abfolge
von Bewegungsformen und Techniken. Das Kata-Training führt häufig zu einem noch besseren Beherrschen der
jeweiligen Techniken. Es gibt Boden- und Stand-Kata.
Gürtel oberhalb des 5. Dan (Großmeistergürtel) können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie
werden ausschließlich verliehen. Eine höhere Graduierung als zum 10. Dan ist weltweit nicht möglich! Lediglich
Professor Jigoro Kano, dem Begründer des Judo, hat man nach seinem Tode den 11. Dan verliehen. Der 12. Dan ist
für Menschen nicht erreichbar. Der Geist, die Idee des Judo soll den 12. Dan tragen. Die beiden ideellen, weißen, aber
doppelt so breiten Gürtel des 11. und 12. Dan weisen darauf hin, dass auch der größte Meister immer noch "nur" ein
Schüler ist. Auch sollen die Farben einen Kreis darstellen. So wird wiederum darauf verwiesen, dass man nie fertig
gelernt hat.


Judotechnik (Waza)

Die Judo-Techniken lassen sich grob in 3 Grundtypen einteilen:

•        Nage Waza - Wurftechniken
•        Katame Waza - Haltetechniken
•        Ate Waza - Schlagtechniken (Nur in Kata)

Der Schwerpunkt des modernen Judosports liegt in der sportlichen Ertüchtigung und nicht unbedingt in der
Selbstverteidigung. Jigoro Kano sagte, dass Judo vor allem dazu dienen soll, durch das Training von Angriffs- und
Verteidigungsformen Körper und Geist zu stärken.


Wurftechniken (Nage-waza)

Wurftechniken werden angewandt um den Partner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es existiert eine Vielzahl
von Möglichkeiten dieses Ziel zu erreichen. Dabei reicht die Auswahl vom einfachen Bein stellen (O-soto-otoshi) bis hin
zu spektakulären Aushebern (Kata-guruma) oder auch dem klassischen Überkopfwurf (Tomoe-nage), der in vielen
Hollywood Actionfilmen wiederzufinden ist. Man unterteilt die Techniken in folgende Untergruppen:

Koshi-waza (Hüftwürfe) Die eigene Hüfte wird unter den Schwerpunkt (Hüfte) des Partners gebracht. Die
Beinstreckung bewirkt den Gleichgewichtsverlust des Partners.

Te-waza (Hand- und Armwürfe) Geworfen wird durch ausheben des Partners (Bsp. Te-guruma), durch plötzlichen Zug
nach unten (Bsp. Uki-otoshi) oder durch werfen über die Schulter (Bsp. Seoi-Nage)

Ashi-waza (Bein- und Fußwürfe) Beinwürfe werden wiederum in Sichel- und Fegetechniken unterschieden. Erstere
greifen das Standbein des Partners an und entziehen im so das Gleichgewicht. Bei den Fegetechniken hingegen wird
das unbelastete Bein angehoben und dem Partner die Möglichkeit sich mit diesem abzustützen genommen.

Yoko-sutemi-waza (Opferwürfe/Selbstfaller zur Seite) Durch die Aufgabe des eigenen Stands erzielt man einen
Schwung der sich ausnutzen lässt, um den Partner zu Boden zu werfen. Dabei wirft man den Partner zur Seite.

Ma-sutemi-waza (Opferwürfe/Selbstfaller nach hinten) Im Unterschied zu den Yoko-sutemi-waza wird der Partner nicht
zur Seite, sondern über den eigenen Körper hinweg geworfen.

Des Weiteren werden die Wurftechniken in der Gokyo (den 40 traditionellen Würfen) in 5 Gruppen nach ihrer
Komplexität aufgeteilt.

Gut ausgeführte Wurftechniken benötigen wenig Kraft zur Ausführung, da sie den Schwung und die Bewegung des
Partners geschickt ausnutzen. Ein Kind kann im Prinzip einen Erwachsenen werfen. Aus diesem Grund übersetzt man
Judo auch mit den Worten "Der sanfte Weg".

Ukemi-waza (Falltechniken) Um sich bei den Würfen nicht zu verletzen, müssen alle Judoka Falltechniken erlernen.
Dabei werden Methoden geübt, so zu fallen, dass man sich dabei nicht verletzt. Fallen wird nach allen Seiten trainiert:
Seitwärts, rückwärts und nach vorne. Die Falltechnik vorwärts ist auch als "Judorolle" bekannt. Träger höherer
Gürtelgrade trainieren sie als "freien Fall" in der Luft.

Ähnliche Falltechniken finden sich bei allen anderen Kampfsportarten, die Wurftechniken kennen, wieder. Häufig sind
nur Details, wie z.B. das anschließende Aufstehen oder die Art und Weise, sich nach dem Fall vor weiteren Angriffen
des Partners zu schützen anders. So stehen Judoka bei der Fallschule vorwärts in Laufrichtung auf, Ju-Jutsuka aber
drehen sich noch im Aufstehen herum, um den Angreifer sofort wieder im Blick zu haben.


Haltetechniken (Katame Waza)

Osae-komi-waza (Festhaltetechniken) Mit Haltetechniken wird der geworfene Partner in der Rückenlage am Boden
fixiert. Werden sie gut ausgeführt, ist es selbst mit speziellen Befreiungstechniken sehr schwierig, aus diesen zu
entkommen. Man teilt die Haltetechniken in vier Gruppen ein: Kesa-gatame, Yoko-shiho-gatame, Kami-shiho-gatame
und Tate-shiho-gatame.

Kansetsu-waza (Hebeltechniken) Hebeltechniken werden im Judo nur auf den Ellenbogen angewandt. Dabei wird
kontrolliert Druck auf das Gelenk aufgebracht und zugleich der Partner fixiert. Die Bewegung entgegen der anatomisch
vorgesehen Bewegungsrichtung führt zu einem stechenden Schmerz, welcher den Partner zur Aufgabe zwingt. Das
signalisiert er durch Abklopfen, also dem Klopfen mit der flachen Hand auf die Matte oder auf den Partner oder durch
rufen von "Maitta", wenn man z.B. keine freie Hand hat. Man unterscheidet zwei Arten von Hebeltechniken: Streckhebel
(Gatame-Gruppe) oder Beugehebel (Garami-Gruppe).

In anderen Sportarten, z.B. Ju-Jutsu werden Hebel auch gegen die Beine, Handgelenk und Nacken ausgeführt. Aus
Sicherheitsgründen ist das beim Judo verboten.

Obwohl diese Technikgruppe gefährlich klingt, gibt es dabei keine Verletzungen: Erfahrene Judoka wissen, wie weit sie
gehen dürfen - sowohl im Versuch, sich aus einem Hebel herauszuwinden als auch beim Hebeln.

Shime-waza (Würgetechniken) Bei den so genannten "Würgern" wird mit speziellen Techniken mit den Händen oder
den Unterarmen Druck auf die seitlich des Kehlkopfes verlaufende Halsschlagader ausgeübt. Durch die daraus
resultierende Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff entsteht beim Gewürgten der Eindruck, zu wenig Luft zu
bekommen. Andere Techniken, (Hadaka-Jime) greifen die Luftröhre an und hindern so den angegriffenen am Atmen.
Daher werden diese Techniken als Würgetechniken bezeichnet.

Auch hier wird durch Abschlagen aufgegeben. Im Wettkampf lassen sich Würger häufig wesentlich schlechter
platzieren als Hebel- oder Haltetechniken, da sich der Hals mit den eigenen Händen bzw. Unterarmen gut schützen
lässt.


Schlagtechniken (Ate-Waza/Atemi-Waza)

Heutzutage werden sie nur noch in den Kata weitergegeben und sind das Erbe aus dem japanischen JuJutsu. Manche
Vereine lehren sie noch im Rahmen der Selbstverteidigung.

Ude-Ate-Waza (Armtechniken)
•        Fingerspitzentechniken:Yubisaki-Ate-Waza
•        Faustknöcheltechniken: Kobushi-Ate-Waza
•        Handkantentechniken: Tegatana-Ate-Waza
•        Ellenbogenspitzentechniken: Hiji-Ate-Waza
•        Handballentechniken:Shotei-Uchi-Waza

Ashi-Ate-Waza (Beintechniken)
•        Kniespitzentechniken: Hizagashira-Ate-Waza
•        Fussballentechniken: Seikito-Ate-Waza
•        Fersentechniken: Kakato-Ate-Waza
•        Fusskantentechniken: Sokuto-Ate-Waza
•        Fusssohlentechniken:Sokutei-Ate-Waza

Wettkampf (Shiai)
Die Kämpfe werden auf einer quadratischen Matte von in der Regel 8x8 Metern ausgetragen. Der Wettkampf wird
durch einen Matten(kampf)richter( Hauptkampfrichter ) und zwei zusätzliche Kampfrichter (=Außenrichter) bewertet, die
an den gegenüberliegenden Ecken der Kampffläche sitzen.

Wenn es nach der vorgegebenen Zeit noch Unentschieden steht, wird seit einigen Jahren bis zum Golden Score (jede
Wertung - auch Koka [bzw. Kinsai]- führt in der Überzeit zum Sieg) weiter gekämpft. Für jüngere Judokas gilt jedoch,
dass der Koka nicht als zählbarer Punkt gewertet wird. Für die ausgeführten Techniken und Aktionen der beiden
Wettkämpfer kann der Kampfrichter vier verschiedene Bewertungen oder Bestrafungen vergeben. Die Wertungen sind
Ippon (voller Punkt), Waza-ari (halber Punkt), Yuko (technischer Vorteil) und Koka (kleiner technischer Vorteil), sowie
Kinsai (kann nur nach Ablauf der Kampfzeit des Golden Score zum Sieg füren und wird vom Kampfrichter für den
Kämpfer gegeben, der am aktivsten war, siehe Bemerkungen).

Nach der neuen Wettkampfordnung gibt es nur noch die Strafwertung Shido und Hansokumake. Beim vierten
Aussprechen der Strafe Shido erfolgt die Disqualifikation durch Hansokumake, das heißt vier Shidos entsprechen
einem Hansokumake. Bei der Vergabe der höchsten Wertung (Ippon) oder der höchsten Bestrafung (Hansokumake)
wird der Kampf (ähnlich wie bei einem KO beim Boxen) vorzeitig abgebrochen. Erhält ein Kämpfer ein direktes
Hansokumake (d.h. nicht als viertes Shido), wird er zusätzlich aus dem aktuellen Wettkampf ausgeschlossen
(Ausnahme: Hansokumake für Eintauchen wird zum eigenen Schutz des Kämpfers ausgesprochen und der Kämpfer
nicht aus dem Wettkampf entfernt).

Ein Ippon (voller Punkt) wird vergeben, wenn einer der Kämpfer schnell und in guter Technik auf den Rücken geworfen
wird, er bei einem Hebel oder einem Würger aufgibt oder 25 Sekunden auf dem Rücken liegend ohne
Befreiungsmöglichkeit festgehalten wird.

Die anderen Wertungen werden entsprechend vergeben, wenn die Ausführung des Wurfes nur teilweise erfolgreich
war (weniger Schwung, nur teilweise auf den Rücken bzw. auf das Gesäß geworfen usw.). Für die Dauer einer
Haltetechnik gelten zudem folgende Bewertungen:

•        10 bis 15 Sek. --> Koka,
•        15 bis 20 Sek. --> Yuko,
•        20 bis 25 Sek. --> Waza-ari
•        ab 25 Sek.       --> Ippon

Anmerkung: Hat ein Kämpfer bereits einen Waza-ari erzielt, gewinnt er beim Halten bereits nach 20 Sekunden (waza-
ari awasete ippon)

Andere Kampfwertungen:
Koka: in anderen Systemen : 3 Punkte
Yuko: in anderen Systemen : 5 Punkte
Waza-ari: 1/2 Punkt : in anderen Systemen : 7 Punkte
Ippon: 1 Punkt (Sieg) : in anderen Systemen : 10 Punkte

Bemerkungen: Eine höhere Wertung übertrifft immer niedrigere Wertungen. So übertrifft ein Waza-ari immer eine
beliebige Zahl an Yuko oder Koka. Ein Yuko übertrifft immer eine beliebige Zahl an Koka. Allein ein zweiter Waza-ari
führt immer zu einem Ippon (waza-ari awasete ippon) und damit zu einem vorzeitigen technischen Sieg. Alle anderen
Wertungen können nicht zusammen gezählt werden - d.h. ein Koka bleibt auch nach dem 10. Koka ein Koka und kann
nie zu einem Yuko werden.

Ist der Kampf auch nach der doppelten Kampfzeit in der die Golden Score Regel angewandt wird, nicht entschieden,
entscheiden die Kampfrichter durch Abstimmung über den Sieg. Dabei hält jeder der drei Richter eine rote Fahne und
eine weiße Fahne waagerecht vor sich und hebt auf Zeichen des Hauptkampfrichters die entsprechende Fahne. Der
Kämpfer mit zwei oder drei Stimmen gewinnt, d.h. alle Richter haben gleiches Stimmrecht. Um sich auf diese Situation
vorzubereiten, beobachten die Kampfrichter während des Kampfes die Technik der Kämpfer und verteilen für sich
Wertungen, Kinsa genannt, die nirgendwo angezeigt, sondern nur gemerkt werden. Hält ein Kämpfer den anderen z.B.
8 Sekunden in einem Haltegriff, und kann sich der andere Kämpfer dann befreien, so wird keine Wertung
ausgesprochen, aber diese Aktion sollte von den Richtern bei einer Entscheidung nach der doppelten Kampfzeit
honoriert werden. Man nennt diese Entscheidung Hantai. Für Kinder und Jugendliche gelten modifizierte Regeln.

Judo in Österreich

In Österreich wird das Judo durch den Österreichischen Judoverband vertreten. Ihm gehören sämtliche
Landesverbände und kleinere Ortsgruppen an.
Einer der erfolgreichsten österreichische Judokas ist Peter Seisenbacher. Er ist mehrfacher österreichischer
Staatsmeister und war vor allem in den 80er Jahren bei vielen internationalen Turnieren sehr erfolgreich. Er war
Sportler des Jahres 1984 und 1985 und der erste Judoka der eine olympische Goldmedaille erfolgreich verteidigen
konnte. Er trug auch maßgeblich zur Verbreitung des Judo in Österreich bei. Derzeit sind auch Sabrina Filzmoser,
Claudia Heill und Ludwig Paischer vielen ein Begriff.


JUDO