Endkämpfe 1945
Eingesetzte Einheiten / Order of Battle
Den nachfolgenden Ausssagen liegen folgende Quellen zugrunde: 
Zeitzeugenberichte
Friedrich Brettner, Die letzten Kämpfe des II.Weltkrieges, Pinka-Lafnitz-Hochwechsel
Manfried Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945
Roland Kaltenegger, Chronik der 9. Gebirgsdivision (Kampfgruppe 'Semmering')
Die deutschen Einheiten 

Die in den Endkämpfen im Jahre 1945 im Bezirk Oberwart und in der Oststeiermark eingesetzten Einheiten der Deutschen Wehrmacht gehören zur Heeresgruppe Süd. Diese deutsche Heeresgruppe gliedert sich von Norden nach Süden in folgende Armeen:
8. Armee (nördlich der Donau)
6. SS-Panzerarmee (Niederösterreich südlich der Donau, später auch nördlich)
6. Armee (nördliche Steiermark)
2. Panzerarmee (südliche Steiermark)

Für den Bezirk Oberwart und die Oststeiermark zeichnet die 6. deutsche Armee verantwortlich, die schon zweimal in diesem Krieg in Kesselschlachten vernichtet worden ist (1942/43 in Stalingrad, 1944 im heutigen Moldawien). Im Bezirk Oberwart sind Einheiten des III.Panzerkorps eingesetzt. Dieses Panzerkorps besteht wie kein anderes Korps der Heeresgruppe Süd aus unzähligen Splitterverbänden. Ein Panzerkorps ist es nur dem Namen nach.
Das Rückgrat des Korps ist die berühmte 1. Gebirgsdivision, deren Gebirgsjäger zweieinhalb Jahre zuvor noch auf dem Elbrus standen. Diese Division gliedert sich in die Gebirgsjägerregimenter 98 und 99, die Gebirgsaufklärungsabteilung 54, die Gebirgspanzerjägerabteilung 44, das Gebirgspionierbataillon 54, die Gebirgsnachrichtenabteilung 54 und das Gebirgsjägerartillerieregiement 79. 
Alle anderen Truppen sind kleinere Einheiten anderer Divisionen, wie die Feldersatzbataillone 81 (1. Panzerdivision) und 75 (3.Panzerdivision), Alarmeinheiten (z.B. infanteristisch eingesetzte Einheiten der Volkswerferbrigaden 17 und 19), Heerestruppen (Volkswerferregiment 24, Beobachtungsabteilung 34, Heeresartillerieabteilung 171), Ausbildungseinheiten und Volkssturm. Diese Einheiten werden immer wieder zu neuen Kampfgruppen (z.B. Kampfgruppe 'Gottwald', Kampfgruppe 'Siegers', Kampfgruppe 'Schweitzer', Kampfgruppe 'Korück 593', Kampfgruppe 'Arko 3' etc.) zusammengefaßt. Der einzige Panzerverband ist die zumindest zeitweise unterstellte Heerespanzerabteilung 509, die mit Tigerpanzern ausgerüstet ist. 

Die Volkssturmbesatzung im Raum Rechnitz (Kommandant Hauptmann Osterroth) besteht aus folgenden Einheiten:
1. und 2. Kompanie des Bau Pionierbataillon 730
Drei Flakkampfgruppen des Wehrkreises XVII bei Dürnbach (I./10/XVII), Hannersdorf (II./10/XVII) und Neuhodis (III./10/XVII) mit einer jeweiligen Stärke von 2 Geschützen 8,8 cm und 3 Geschützen 3,7 cm
Zollgrenzschutzkompanie Rechnitz (Stärke 60 Mann)
Volkssturmbataillon Oberwart 31/181
Volkssturmbataillon Bruck a.d. Mur 31/1
Volkssturmbataillon Leoben 31/131
Volkssturmbataillon 31/185

 
Die Volkssturmbesatzung im Raum Kohfidisch (Kommandant Oberleutnant Groß) besteht aus folgenden Einheiten:
3. Kompanie des Bau Pionierbataillons 730
Zollgrenzschutzkompanie Eberau (Stärke 60 Mann)
Volkssturmbataillon Weiz 31/201
Volkssturmkompanien 31/184/4 und 31/46/3


Foto mit Angehörigen der Zollgrenzschutzkompanie Rechnitz
Originalgröße auf Foto oder hier klicken.


Originalzeichnung eines Angehörigen der Zollgrenzschutzkompanie Rechnitz.
Zeichnung zeigt das Gebiet um Burg/Eisenberg.
Originalgröße auf Foto oder hier klicken.

Ende März werden folgende Verstärkungen in den Bezirk Oberwart verlegt:
SS-Panzergrenadier Ausbildungs- und Ersatzbataillon 11 aus Graz (Ersatzeinheit der 11. SS-Panzergrenadierdivision 'Nordland'; Stärke rund 900 Mann) mit folgender Stellenbesetzung:
Bataillonskommandeur: SS-Sturmbannführer Willi Schweitzer
1. Kompanie: SS-Untersturmführer Stefan Lenzmoser
2. Kompanie: SS-Untersturmführer Willi Wagner
3. Kompanie: SS-Untersturmführer Erich Depke
4. Kompanie: SS-Obersturmführer Stefan Lellinger
5. Kompanie: SS-Obersturmführer d.R. Hans Alf
6. Kompanie: SS-Obersturmführer Peter Pongraz
Gebirgsjäger Ersatz- und Ausbildungsbataillon 138 aus Graz (Ersatzeinheit der 3. Gebirgsdivision ?; Stärke rund 500 Mann)
Eine Gebirgsveterinär Ersatzkompanie (Stärke rund 150 Mann)
Eine Kavallerieersatzschwadron (Ersatzeinheit der 3. Kavalleriedivsion; Stärke rund 180 Mann)

In der Kriegsliteratur werden für die Gliederung der III.Panzerkorps ferner noch ein Grenadierbataillon Büttner und einzelne Bataillone des SS-Regiments Ney erwähnt. Das SS-Regiment Ney setzt sich aus ungarischen Volksdeutschen zusammen, die ursprünglich zur 22. SS-Kavalleriedivision, die in Budapest untergegangen ist, gehörten und die zur Aufstellung der 37. SS-Kavalleriedivision 'Lützow' herangezogen werden. Im Internet gibt es Hinweise, daß es nach dem Krieg eine Gerichtsverhandlung mit dem Regimentsführer Ney als Angeklagten gegeben hat, wo ihm die Erschießung von ungarischen Juden und Zwangsarbeitern an der Reichsgrenze vorgeworden wurde. Nähere Details konnten leider nicht ermittelt werden. 

Viele dieser Splittereinheiten sind nur schlecht ausgebildet und ausgerüstet. Aufgrund der Vielzahl dieser kleinen Einheiten ist es sehr schwierig die Anzahl der Kampftruppen des III.Panzerkorps im Bezirk Oberwart zu schätzen. Man kann wohl von ungefähr 20.000 Mann ausgehen.

Für die Kämpfe in der Steiermark werden dem III.Panzerkorps dann später wesentliche Verstärkungen zugeführt, um den Zusammenbruch der 6.Armee zu verhindern:
Sperrverband Motschmann
SS-Polizeiregiment 13
117. Jägerdivison (von Heeresgruppe E/Balkan)
1. Panzerdivision mit unterstellter I./PR 24 der 24.Panzerdivision 
Zusätzlich wird aus den Alarmeinheiten, die den Hochwechsel sichern, die 9.Gebirgsdivision gebildet.

Die sowjetischen Einheiten


Die im Bezirk Oberwart und in der Oststeiermark eingesetzten Einheiten der Roten Armee gehören durchwegs zur
3. Ukrainischen Front
. Die sowjetische Heeresgruppe, deren Operationsgebiet von der Donau bis zur Südsteiermark reicht, gliedert sich von Norden nach Süden in folgende Armeen:

4. Gardearmee
6. Gardepanzerarmee
9. Gardearmee
26. Armee
27. Armee
57. Armee
1. bulgarische Armee

Die Hauptlast der Kämpfe im Bezirk Oberwart trägt zuerst die 26. Armee (Generalleutnant N.A.Gagen, Mitglied des Kriegsrates V.I.Druzinin, Chef des Stabes Generalmajor B.A.Fomin). Diese Armee besteht aus folgenden Einheiten:
CXXXV. Schützenkorps (Generalmajor I.V.Gnedin) mit 74., 151. und 155. Schützendivision
XXX. Schützenkorps (Generalmajor G.S.Laz'ko) mit 74. Schützendivision sowie der 36. und 68. Gardeschützendivision
CIV. Schützenkorps mit 93. und 233. Schützendivision sowie der 66. Gardeschützendivision
In Reserve wird das LXXV. Schützenkorps gehalten, von dem keine Gliederung bekannt ist. 

Für die Kämpfe in der Steiermark wird dieser Armee noch das V. Garde-Kavalleriekorps (Generalmajor S.I.Gorskov) mit der 11. und 12. Garde-Kavalleriedivision, der 63. Kavalleriedivision, den Panzerregimentern 57., 60. und 71., dem 150. Garde-Panzerregiment und dem 1896. Sturmgeschütz-Regiment unterstellt.

Bei den Kämpfen um Rechnitz sind Ende März auch Einheiten der nach Wien zielenden 9. Gardearmee (Generaloberst V.V.Glagolev, Mitglied des Kriegsrates Generalleutnant G.P.Gromov, Chef des Stabes Generalmajor S.E.Rozdestvenskij) beteiligt. Es ist dies hauptsächlich das XXXVII. Gardeschützenkorps (Generalleutnant P.V.Mironov) mit der 98., 99. und 103. Gardeschützendivision.

Ab Mitte April verlegt die sowjetische Führung den Schwerpunkt weg von der 3.Ukrainischen Front hin zur 2.Ukrainischen Front, um ihre strategischen Ziele in der Tschechoslowakei zu erreichen. Diese Strategieänderung führt zum Übertritt der 6.Gardepanzerarmee zur 2.Urkainischen Front und zum Herauslösen der 9.Gardearmee in die Reserve. Die 26.Armee ersetzt nun diese Großverbände in Niederösterreich und wird ihrerseits im Lafnitzabschnitt durch das XXXIII.Schützenkorps der 27.Armee (Generaloberst S.G.Trofimenko, Mitglied des Kriegsrates Generalmajor P.V.Sevastjanov, Chef des Stabes Generalmajor G.M.Bragin) abgelöst. Diese Armee besteht aus folgenden Einheiten:
XXXIII. Schützenkorps (Generalmajor A.I.Semenov) mit der 206. und 337.Schützendivision sowie der 3.Gardeluftlandedivision.
Weitere Großverbände der 27.Armee sind das XVIII.Panzerkorps, XXXVII.Schützenkorps und XXXV.Gardeschützenkorps.

Eine sowjetische Schützendivision besteht auf dem Papier aus ungefähr 9.000 Mann. Sie ist daher kleiner als das deutsche Gegenstück. Ein Schützenkorps hat somit die Kampfkraft von fast zwei deutschen Infanteriedivisionen. Die Gardeschützendivisionen sind bezüglich Bewaffung und Versorgung besser als die herkömmlichen Divisionen ausgestattet und haben daher auch einen höheren Kampfwert. Ein sowjetisches Panzerregiment hat eine Soll-Stärke von ca. 40 Panzern.

Entscheidend wirkt sich vorallem aus, daß die Rote Armee ihre Menschen- und Materialverluste viel schneller als die Wehrmacht ausgleichen kann. Man muß daher die Kräfte der im Bezirk Oberwart eingesetzten 26. Armee mit drei Schützenkorps und einem Gardekavalleriekorps auf fast 100.000 Mann ansetzen.

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