Endkämpfe 1945
Operation 'Frühlingserwachen'

Den nachfolgenden Ausssagen liegen folgende Quellen zugrunde: 
Zeitzeugenberichte
Friedrich Brettner, Die letzten Kämpfe des II.Weltkrieges, Pinka-Lafnitz-Hochwechsel
Manfried Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945
Josef Paul Puntigam, Vom Plattensee bis zur Mur
Franz Posch, Die Geschichte des Bezirkes Hartberg

Christopher Duffy, Der Sturm auf das Reich
Hugo Portisch, Österreich II
Krisztian Ungvary, Die Schlacht um Budapest 1944/45
Hubert Meyer, Kriegsgeschichte der 12.SS-Panzerdivision 'Hitlerjugend'
Otto Weidinger, Kameraden bis zum Ende
Heinz Guderian, Erinnerungen eines Soldaten
Klaus Christian Richter, Die Geschichte der Deutschen Kavallerie 1919-1945
Roland Kaltenegger, Weg und Kampf der 1. Gebirgsdivision 1939-1945
Die Kämpfe in Ungarn -
Die Offensiven 'Frühlingserwachen' und 'Wiener Operation' 

Um den Verlauf der Endkämpfe im Bezirk Oberwart und in der Oststeiermark besser verstehen, ist es notwendig einen Blick auf die vorangehenden Kämpfe in Ungarn zu werfen. Dort ist es der Roten Armee bis zum Jahresende 1944 gelungen nicht nur die Donau zu überschreiten sondern die Hauptstadt Budapest einzuschließen und auch südlich des Plattensees weit nach Westen vorzustoßen. Die deutschen Gegenangriffe im Jänner haben daher das hauptsächliche Ziel die Besatzung der Hauptstadt Budapest (13. Panzerdivision, 60.Panzergrenadierdivision 'Feldherrnhalle', 8. SS-Kavalleriedivision 'Florian Geyer', 22. SS-Kavalleriedivision 'Maria Theresia' sowie zahlreiche kleinere deutsche Einheiten und viele Verbände der ungarischen Armee). Selbst der Einsatz zweier bekannter SS-Panzerdivisionen, der 3. SS-Panzerdivision 'Totenkopf' und der 5. SS-Panzerdivision 'Wiking' reicht nicht aus, um den Einschließungsring um die ungarische Hauptstadt zu durchbrechen und die Verteidiger vor der Vernichtung zu bewahren.
Zum Entsetzen vieler deutscher Generäle befiehlt Hitler, die nach dem Scheitern der letzten großen Offensive an der Westfront freiwerdende 6. SS-Panzerarmee nach Ungarn zu verlegen. Diese SS-Panzerarmee unter Führung des berühmten Generals Sepp Dietrich verfügt zumindest auf dem Papier mit der 1. SS-Panzerdivision 'Leibstandarte', der 2.SS-Panzerdivision 'Das Reich', der 9. SS-Panzerdivision 'Hohenstaufen' und der 12. SS-Panzerdivision 'Hitlerjugend' über die besten Divisionen der Waffen-SS. In Wirklichkeit sind aber auch diese Elitedivisionen schwer abgekämpft und nur notdürftig mit unerfahrenem Ersatz aufgefüllt. So wurde die Division 'Das Reich' in den letzten vier Jahren in Rußland faktisch zweimal aufgerieben. Im Jahre 1944 mußte sie die besonders verlustreichen Kämpfe an der Invasionsfront in der Normandie und die fehlgeschlagene Ardennen-Offensive verkraften. Die anderen SS-Divisionen haben ähnliche Schicksale erlitten. Sie alle zahlen den Preis von Eliteeinheiten, die immer dort als Feuerwehr eingesetzt werden, wo es am stärksten brennt. Sepp Dietrich hat den Zustand seiner Armee nach den wiederum sehr verlustreichen Kämpfen in Ungarn mit dem sarkastischen Satz beschrieben: "Wir heißen 6. SS-Panzerarmee, weil wir noch sechs Panzer haben." 
Viele Generäle würden diese 6. SS-Panzerarmee lieber vor Berlin sehen, da die Sowjets durch ihre Offensive im Jänner der deutschen Hauptstadt schon sehr nahe gekommen sind. Manche von ihnen glauben daher, daß Hitler mit der Verlegung der letzten großen Reserve nach Ungarn Wien und seine österreichische Heimat schützen möchte. Diese These wird heute von Historikern eher abgelehnt, viel mehr wird der Sicherung der ungarischen Ölquellen für die deutsche Kriegswirtschaft als Hauptmotiv für die Verlegung von Dietrichs Armee nach Ungarn angesehen. 
Die 6. SS-Panzerarmee soll den Hauptschlag gegen die in Südwestungarn stehende 3. Ukrainische Front führen und sie über die Donau zurückwerfen. Die SS-Armee wird dabei nicht nur durch weitere Divisionen des Heeres verstärkt (44. und 356. Infanteriedivision, 23. Panzerdivision, 3. und 4. Kavalleriedivision) sondern auch durch Angriffe von der südlich des Plattensees stehenden 2. Panzerarmee und der in Jugoslawien stehenden Heeresgruppe E unterstützt. Der Angriff beginnt am 6. März und es gelingt vorallem den SS-Panzerdivisionen die sowjetischen Verteidiger zurückzudrängen und Geländegewinne zu erzielen. Die Verluste sind aber durch den heftigen sowjetischen Widerstand und die sehr ungünstigen Bodenverhältnisse, die deutschen Panzer müssen sich durch verschlammte Wiesen und Felder kämpfen, sehr hoch.



(Originalquelle: Josef Paul Puntigam, Vom Plattensee bis zur Mur)

Die Karte zeigt den von drei Seiten geführten Angriff (Unternehmen 'Frühlingserwachen') auf die Armeen der 3. Ukrainischen Front. Im Westen greift die 2. Panzerarmee an, im Süden die Heeresgruppe E und im Norden als Hauptstoßkraft die 6.SS-Panzerarmee. Im Rücken der SS-Armee braut sich das Unheil zusammen. Die 4.Gardearmee sowie die von der 2.Ukrainischen Front verlegte 9. Gardearmee und 6.Gardepanzerarmee bedrohen bald die deutschen Angreifer und entscheiden schließlich die Schlacht für die Rote Armee. Zur Ansicht in Originalgröße auf die Karte oder hier klicken.
Als schlachtendscheidend wirkt sich aber im Endeffekt die sowjetische Absicht aus, selbst offensiv zu werden und mit Wien die zweitgrößte Stadt des Deutschen Reiches zu erobern. Zu diesem Zweck werden von der nördlich der Donau eingesetzten 2. Ukrainischen Front Verbände zur hart bedrängten 3. Ukrainischen Front verlegt. Es sind dies mit der frisch aufgefüllten 9. Gardearmee und der 6. Gardepanzerarmee zwei großzügig ausgestattete Eliteverbände. Diese Einheiten marschieren am rechten Flügel der 3. Ukrainischen Front auf und greifen zusammen mit der dort bereits eingesetzten 4. Gardearmee die Sicherungen der 6. deutschen Armee an, deren Aufgabe es ist, der SS-Panzerarmee den Rücken freizuhalten. Die weit vorgestoßenen Angriffsdivisionen der 6. SS-Panzerarmee sind nun in einer extrem gefährlichen Lage. Wenn den sowjetischen Gardearmeen der Durchbruch gelingt, dann wäre die ganze SS-Armee in einem Kessel eingeschlossen. Die 6.SS-Panzerarmee wird daher nach Norden zurückbefohlen und übernimmt den Gefechtsabschnitt bis zur Donau, während die 6. Armee nun für den südlichen Frontabschnitt bis zum Plattensee verantwortlich zeichnet. Der entscheidende Durchbruch gelingt der Roten Armee eine Woche später, nachdem nicht weniger als 42 sowjetische Divisionen und acht schnelle Korps gegen die Stellungen der Wehrmacht anrennen. Die 6. Armee entgeht dabei nur knapp einer neuerlichen Einkesslung, weil den Sowjets ganze drei Kilometer bis zum Plattensee fehlen, um den Divisionen dieser Armee den Rückweg abzuschneiden. Die Lücke, die sich nun zwischen der 6. SS-Panzerarmee im Norden und der 6. Armee im Süden aufgetan hat, kann aber nicht mehr geschlossen werden. Die deutschen Divisionen werden nun sehr schnell unter schweren Verlusten in Richtung Reichsgrenze zurückgedrängt. Die sowjetischen Einheiten treiben die Deutschen vor sich her und drohen immer wieder aus der entstandenen Lücke heraus die deutschen Verbände zu umfassen. Die 6. SS-Panzerarmee sieht sich gezwungen ihre Einheiten in Richtung Nordburgenland/Wien zurückzunehmen (verfolgt von den drei sowjetischen Gardearmeen), während die 6. Armee in Richtung Südburgenland/Steiermark zurückgeht (verfolgt von der sowjetischen 26. und 27. Armee). Die bereits mehrfach erwähnte Frontlücke strebt auf das Mittelburgenland, dem Bezirk Oberpullendorf, zu. Sie bildet Ende März für die Divisionen der 6. Gardepanzerarmee, der 4. und 9. Gardearmee das Einfallstor nach Österreich. Der südlich angrenzende Bezirk Oberwart liegt am Rande dieses Einfallstores und wird im Nordosten bei Rechnitz/Schachendorf Ende März von der Bewegung der sowjetischen Gardearmeen gestreift und schließlich in der ersten Aprilwoche von der nachstoßenden 26. Armee größtenteils erobert. 

(Originalquelle: Josef Paul Puntigam, Vom Plattensee bis zur Mur)
Die Karte zeigt den dramatischen Verlauf der Geschehnisse nach dem Scheitern der deutschen Offensive. Die grüne, türkise und blaue Linie zeigen deutsche Widerstandslinien, die oft nur für Stunden halten. Durch die Lücke zwischen 6.SS-Panzerarmee und 6.Armee erfolgt der Hauptstoß der 4. und 9. Gardearmee und der 6.Gardepanzerarmee in Richtung Wien. Die 26. und 27.Armee bedrohen die Front der 6. deutschen Armee. Im Süden verliert die deutsche 2.Panzerarmee den Anschluß zur eigenen 6.Armee und wird von Teilen der 27.Armee im Norden und von der 57. Armee und der 1. bulgarischen Armee im Osten angegriffen. Es gelingt der 2. Panzerarmee entlang der Mur zu entkommen und wieder die 6. Armee zu erreichen. Der violette Kreis stellt ungefähr den Bezirk Oberwart dar, der am südlichen Rand dieses großen sowjetischen Durchbruches liegt und in der ersten Aprilwoche von der sowjetischen 26. Armee größtenteils erobert wird. Den deutschen Armeen gelingt es im April wieder eine durchgehend geschlossene Frontlinie innerhalb von Österreich herzustellen. Zur Ansicht in Originalgröße auf die Karte oder hier klicken.

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