Historischer
Hintergrund:
Emmerich Hazivar war während
des Krieges an vielen Fronten eingesetzt. Das Jahr 1942 verbrachte er
als
Angehöriger des Gebirgsjägerregimentes 141, das zur 6.
Gebirgsjägerdivision
gehörte, an der Eismeerfront. Im Mai 1942 versuchte die Rote Armee
diese und noch eine weitere Division zu zerschlagen. Der Angriff wurde
von den beiden deutschen Divisionen abgewiesen und Emmerich Hazivar
wurde
in diesen Gefechten mit dem Infanteriesturmabzeichen und mit dem
Eisernen
Kreuz Zweiter Klasse ausgezeichnet. Am 1.12.1942 wurde er zum Leutnant
der Reserve befördert.
Im Jahre 1943 wurde er zum
Jägerregiment 738 versetzt, das zur 118.Jägerdivision
gehörte.
Diese Division war im damaligen Jugoslawien als Besatzungstruppe
eingesetzt.
Im Oktober 1943 wurde im das Verwundetenabzeichen in Schwarz und am
8.12.1943
das Eiserne Kreuz Erster Klasse verliehen.
Als die Rote Armee 1944/45
in Ungarn eindrang, wurde die 118.Jägerdivision in den Raum
südlich
des Plattensees verlegt. Dort nahm sie an der letzten deutschen
Offensive
in Ungarn, dem Unternehmen 'Frühlingserwachen', teil. Dieses
Unternehmen
scheiterte und die Rote Armee trieb die deutschen SS-Panzerdivisionen
nördlich
des Plattensees weit nach Westen zurück, während die
Divisionen
südlich des Plattensees die Front noch tagelang notdürftig
halten
konnten, bevor auch sie den Rückzug nach Österreich antreten
mußten. Bei diesen Kämpfen wurde Emmerich Hazivar schwer
verwundet.
Seine Kameraden nahmen ihn zwar bei dem fluchtartigen Rückzug noch
mit, er starb aber an den Folgen der Verwundung und wurde daraufhin
unterwegs
von seinen Kameraden auf dem Gebiet des heutigen Slowenien an
unbekannter
Stelle begraben.
Berichte:
Emmerich Hazivar kehrte im
März 1945 nach Ausheilung einer Verwundung wieder zu seiner
Kompanie
zurück, die nun südlich des Plattensees gegen die Rote Armee
kämpfte.
Am 27.3.1945 schrieb er seinen
letzten Brief an seine Eltern:
"Liebe Eltern!
Ich bin nun glücklich
wieder bei meiner Kompanie. 2 Tage war ich bei der Annatante. Die Fahrt
ging reibungslos vonstatten. Sie haben sich sehr gefreut, daß ich
sie besucht hatte. In Rechnitz habe ich mit dem Lokomotivführer
gesprochen,
er ist dann im Ramon ganz langsam gefahren und ich konnte schön
abspringen.
Sie haben dann alles getan, um mir das Leben die zwei Tage so
schön
wie möglich zu machen. Dann hat mir der .. noch einen halben
Schinken,
2 Seiten Speck, etliche Würste und die Annatante eine Strudel
mitgegeben,
ich habe es fast nicht mitbekommen und werde noch lange davon zehren
können.
DIe Verpflegung ist bei uns in der Zwischenzeit sehr schlecht geworden.
Doch wir sorgen schon selbst für Verbesserung. Bei Gelegenheit
wird
der ... dem Papa einmal Tabak schicken. Er sagt, einen
Blättertabak
hätte er noch. Sonst lassen sie Euch schön grüßen,
es geht allen gut. Mit der Bombardierung ist es auch nicht so arg, wenn
auch manches hin ist, wie zum Beispiel die große Kirche.
Der Schuh Hans ist inzwischen
verwundet worden. Ich habe leider das Packerl schon vorher an ihn
weggeschickt,
bevor ich es erfahren habe. Ich habe mit dem Arzt gesprochen. Er sagt,
die Verletzung ist nicht lebensgefährlich, aber es kann lange
dauern.
Es war Brustverletzung durch Splitter. Vielleicht kommt er ja auch nach
Pinkafeld. Mir geht es vorläufig gut, gehe morgen wieder vor an
die
Front.
Es grüßt und
küßt Euch alle herzlich Emmerich.
Wenn Briefe an mich ankommen,
alle hierher schicken.Haben nämlich alles nach Riedlingsdorf
geschickt."
Wenige Tage nachdem dieser
Brief von Emmerich Hazivar geschrieben worden ist, wurde er an der
Front
sehr schwer verwundet. Nachdem für die deutschen Truppen die Front
südlich des Plattensees unhaltbar geworden war, begann ein
fluchtartiger
Rückzug, auf der der verwundete Offizier noch mitgenommen wurde.
Emmerich
Hazivar starb aber an den Folgen der Verwundung auf dem Staatsgebiet
des
heutigen Sloweniens und wurde im Raum Luttenberg an unbekannter Stelle
begraben.
Wenige Monate nach Ende des
Krieges erhielten die Eltern von Emmerich Hazivar einen Brief von einem
ehemaligen Soldaten der 118.Jägerdivision.
"Geehrter Herr
Oberlehrer!
18.XII.1945
Ihren werten Brief vom
29.XI. über Innsbruck erhalten, finde ich gerade jetzt nicht die
genügende
Zeit, um Ihnen ausführlich antworten zu können.
Ihren Sohn kannte ich von
der Kriegsschule her und traf ihn in Ungarn wieder, als er von der
Heimat
kam und dann zum Feldersatzbatallion versetzt wurde. Furchtbar war
für
uns der Rückzug, als ich selbst leicht verwundet war. Und so hat
es
auch Ihren Sohn getroffen und fiel, wie es sein Einheitsführer
Ihnen
von seinem Heldentod Mitteilung machte. Nehmen Sie meine Kürze der
Antwort nicht übel, wenn ich Sie bitte, zu mir zu kommen. Dann
will
ich Ihnen gern alles ... als Mann zu Mann und Sie werden
bemüßigt
sein. Ob er beerdingt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, denn er kam
mit dem Sanitätswagen als Toter nach ... Raum Luttenberg, ob
beerdigt
weiß ich nicht, doch ist es ...
Schreiben Sie mir bitte
anhier, dann weiß ich um Ihr Urteil, ob Sie herkommen .., dann
muß
ich Ihnen den Brief schreiben.
Vom 19.XII. bis 10.I.46
bin ich in Innsbruck.
Würdige Weihnachten
wünscht Ihnen Günter .."
Das Grab von Emmerich Hazivar
konnte bis jetzt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
noch nicht gefunden werden.
|