Die Kämpfe im Bezirk Oberwart


Den nachfolgenden Ausssagen liegen folgende Quellen zugrunde: 
Zeitzeugenberichte
Friedrich Brettner, Die letzten Kämpfe des II.Weltkrieges, Pinka-Lafnitz-Hochwechsel
Manfried Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich 1945
Josef Paul Puntigam, Vom Plattensee bis zur Mur
Franz Posch, Die Geschichte des Bezirkes Hartberg

Christopher Duffy, Der Sturm auf das Reich
Hugo Portisch, Österreich II
Krisztian Ungvary, Die Schlacht um Budapest 1944/45
Hubert Meyer, Kriegsgeschichte der 12.SS-Panzerdivision 'Hitlerjugend'
Otto Weidinger, Kameraden bis zum Ende
Heinz Guderian, Erinnerungen eines Soldaten
Klaus Christian Richter, Die Geschichte der Deutschen Kavallerie 1919-1945
Roland Kaltenegger, Weg und Kampf der 1. Gebirgsdivision 1939-1945
Roland Kaltenegger, Chronik der 9. Gebirgsdivision (Kampfgruppe 'Semmering')
Marco Picone Chiodo, Sterben und Vertreibung der Deutschen im Osten 1944-1949
April 1945 - Die Eroberung des Bezirkes Oberwart
Nach vielen übereinstimmenden Quellenangaben betritt der erste sowjetische Soldat am 29. März um die Mittagszeit bei Klostermarienberg im Bezirk Oberpullendorf österreichischen Boden. Er dürfte zum IX. Garde-mech Korps der 6. Gardepanzerarmee gehören, welche die Speerspitze der 3. Ukrainischen Front beim Angriff auf Wien darstellt. An der linken Flanke dieser Armee marschiert die 9. Gardearmee ebenfalls mit Hauptstoßrichtung Wien nach Nordwesten. Ein Korps dieser Armee, das XXXVII. Garde-Schützenkorps, überschreitet am Abend des 29. März die Grenze bei Rechnitz und erobert die Ortschaft bis zum Morgen des 30. März. Die Eroberung dieser in der Nordostecke des Oberwarter Bezirkes gelegenen kleinen Stadt bereitet diesem sowjetischen Eliteverband keine großen Probleme, da auf deutscher Seite lediglich drei Volkssturmbataillone zur Verfügung stehen. Die sich noch auf ungarischem Boden befindliche A-Linie der Reichsschutzstellung ist vom Geschriebenstein bis zur Eisenbahnlinie Oberwart-Steinamanger vom Volkssturmbataillon Oberwart besetzt. Im Anschluß daran ist im Süden das Volkssturmbataillon Bruck a.d. Mur eingesetzt. Die dahinter liegende B-Linie wird im gesamten Abschnitt vom Volkssturmbataillon Leoben als Reserveeinheit besetzt. Zusätzlich befinden sich Flak-Kampftrupps eines Flakregimentes, insgesamt sechs schwere 8,8-cm-Batterien und mehrere leichte Batterien im Kampfabschnitt. Das Volkssturmbataillon räumt nach einer kurzen Schießerei am Abend des 29. März die A-Linie und zieht sich auf Rechnitz zurück. Auch Gegenmaßnahmen des Abschnittskommandanten Hauptmann Osterroth können das verloren gegangene Gelände nicht zurückgewinnen.
Die auf die Reichsschutzstellungen zurückgehenden Verbände der 6. Armee stehen für wirksame Gegenangriffe noch nicht zur Verfügung, da sie nach wie vor weit nach Osten gestaffelt sind. Die drei Korps der Armee (III.Panzerkorps, IV.SS-Panzerkorps und I.Kavalleriekorps) müssen in diesen Tagen noch Stellungen verteidigen, die von Steinamanger bis zum Plattensee reichen. Aber auch die sowjetischen Kräfte, die eigentlich für die Eroberung des Bezirkes Oberwart vorgesehen sind, befinden sich noch östlich von Steinamanger. Es sind dies die drei Korps (XXX., CIV. und CXXXV. Schützenkorps) der 26. Armee, die sich in den nächsten Wochen blutige Kämpfe mit den Einheiten des deutschen III.Panzerkorps in den Bezirken Oberwart und Hartberg liefern werden.
Am 30. März um die Mittagszeit trifft in Schachendorf Generalleutnant Walter Krause, der Kommandeur des rückwärtigen Gebietes der 6. Armee ein. Seine Aufgabe ist es, die Situation um Rechnitz wieder herzustellen und zu verhindern, daß die zurückgehenden Einheiten der 6. Armee durch einen sowjetischen Vorstoß in die Steiermark abgeschnitten werden. An Kampfverbänden bringt er einige Bataillone einer Werfer-Brigade mit, die ohne schwere Waffen als Infanteriebataillone eingesetzt werden, aber auch diese Einheiten können nicht verhindern, daß die Russen gegen 22.00 Uhr Schachendorf erobern.
In der Zwischenzeit hat der Befehlshaber des Wehrkreises XVIII, General der Gebirgstruppen Julius Ringel, Truppen in den gefährdeten Oberwarter Bezirks verlegt. Es sind dies
das SS-Panzergrenadier Ausbildungs- und Ersatzbataillon 11 aus Graz (Ersatzeinheit der 11. SS-Panzergrenadierdivision 'Nordland'; Stärke rund 900 Mann), das Gebirgsjäger Ersatz- und Ausbildungsbataillon 138 aus Graz (Ersatzeinheit der 3. Gebirgsdivision ?; Stärke rund 500 Mann) , eine Gebirgsveterinär Ersatzkompanie (Stärke rund 150 Mann) und eine Kavallerieersatzschwadron (Ersatzeinheit der 3. Kavalleriedivsion; Stärke rund 180 Mann). Diese Einheiten bilden zusammen mit den Bataillonen der Werferbrigade und einer weiteren Kampfeinheit der 6.Armee, dem Feldersatzbataillon 75 der 3. Panzerdivision, die sogenannte 'Divisionsgruppe Krause', deren Aufgabe es ist, unter dem Kommando von Generalleutnant Krause den linken Flügel der 6. Armee zu stabilisieren und Rechnitz wieder zu erobern. Nachdem sich die Truppen am 31. März in Großpetersdorf sammeln, gelingt es am 1. April dem SS-Panzergrendadierbataillon 11 Rechnitz zu erreichen und die Truppen des XXXVII.Gardeschützenkorps aus dem Städtchen zu vertreiben (siehe 'Das Schicksal des SS-Panzergrenadier Ersatz- und Ausbildungsbataillon 11). Schachendorf kann aber trotz mehrerer Versuche nicht wieder zurückgewonnen werden. In den nächsten Tagen gelingt es mit Mühe die erreichten Stellungen zu halten. Es macht sich aber immer mehr der Druck der sowjetischen 26. Armee bemerkbar, die nun mit ihren Hauptkräften die Reichsschutzstellung erreicht. Am 5. April schließlich überrennen die Divisionen des XXX.Schützenkorps die schwachen Kräfte der Werferbataillone und des dezimierten Gebirgs-Ersatz und Ausbildungsbataillons 138, während das SS-Bataillon in Rechnitz relativ ungeschoren bleibt.  Am Nachmittag des 5. Aprils wird die Straße Großpetersdorf-Oberwart erreicht, danach gehen die Sowjets in nordwestlicher Richtung auf Pinkafeld weiter vor, das sie noch am Abend erreichen. Somit hat die 26. Armee in nur wenigen Stunden die Nordhälfte des Oberwarter Bezirkes erobert, während die Südhälfte nach wie vor vom III.Panzerkorps und hier vorallem von der 1. Gebirgsdivision gehalten wird. Generalleutnant Krause bekommt zur gleichen Zeit einen Abschnitt ostwärts der Lafnitz zugewiesen, an dem sich in den nächsten Tagen blutige Kämpfe (Buchschachen, Markt Allhau) entwickeln. Weiter nördlich dieser Stellung, im steirischen Hinterland, wird die Kampfgruppe 'Arko 3' unter dem Artilleriekommandeur des III.Panzerkorps Oberst Semmer gebildet. Dieser Verband besteht aus kleinen Splitterverbänden, darunter auch vielen Überlebenden aus den Kämpfen um Rechnitz, und hat die Aufgabe eine weitere Überflügelung der 6. Armee nach Westen zu verhindern.
Diese Überflügelung geht aber in den nächsten Tagen rasch weiter voran, denn am 6. April erreichen die sowjetischen Truppen fast kampflos Friedberg und am 7. April dringen sie bis in den Raum Mönichwald-Waldbach vor. Die Rote Armee verfügt über große Truppenmassierungen in diesem Raum, so sollen an diesem Tag etwa 20.000 bis 30.000 Soldaten nach Friedberg nachgeschoben worden sein. Für das III.Panzerkorps ist nun die gefährliche Situation entstanden, daß sein linker Flügel weit nach Nordwesten zurückgebogen ohne irgendwelche Reserven in der Luft hängt, während der rechte Flügel mit dem Kernverband des Panzerkorps, der 1. Gebirgsdivision, noch in der Reichsschutzstellung steht. Dieser Frontbalkon ist sowohl von Norden als auch von Süden gefährdet, daher werden die Gebirgsjäger um den 11. April herum auf die Lafnitzvorstellung zurückverlegt. Schwere Kämpfe am 13.April verursachen alleine beim Gebirgsägerregiment 99 einen Verlust von nicht weniger als 180 Mann an Gefallenen, darunter 2 Offiziere. Am 14. April ziehen sich die Gebirgsjäger bei Wolfau und Allhau auf den Westhang des Lafnitztales zurück und verlassen nun endgültig burgenländischen Boden. Die Schützengräben, die sie in den Wäldern westlich der Lafnitz ausheben, sind noch 60 Jahre später im Waldboden zu erkennen. Die Stellungen werden bis zum Ende des Krieges von der Deutschen Wehrmacht behauptet. Währendessen spielen sich im nördlich gelegenen Einbruchsraum des Hartberger Bezirkes wechselvolle und verlustreiche Kämpfe ab.   

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