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| Historischer
Hintergrund: Am 22.6.1941 begann der Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion. Es folgte ein gnadenloser Kampf der Millionen Opfer auf beiden Seiten forderte und mit einer verheerenden deutschen Niederlage endete. Adolf Kaipel war Unteroffzier im
Pionierzug
der Stabskompanie des Infanterieregimentes 131, das zur
44.Infanteriedivision
gehörte. Diese Division nahm im Rahmen der Heeresgruppe Süd
am
Angriff auf die Sowjetunion teil. Bereits das Jahr 1941 forderte von
der
Division viele blutige Opfer, im Winter 1942/43 wurde sie mit der
kompletten
6.Armee im Kessel von Stalingrad vernichtet. Von den 200.000 Mann, die
in Stalingrad eingeschlossen wurden, gingen die meisten elendlich zu
Grunde.
Nur ganze 6.000 Mann sind körperlich und geistig gebrochen Jahre
später
aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Die Gefallenen des deutschen Soldatenfriedhofes von Kupjansks wurden im Jahre 2003 durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf den Sammelfriedhof von Charkow umgebettet. Berichte: Der damalige Kompanieführer
Oberleutnant
Reinhold Schatte schrieb am 8.7.1942 aus Kupjansk: Ein zweiter Brief stammt von seinem
Kameraden
Hermann Gartner datiert mit 31.8.1942: Ein dritter Brief stammt von seinem
Freund
und Kameraden Stefan Steiner. Es ist nicht besonders wahrscheinlich, daß der Wunsch von Unteroffizier Steiner auf einen leichten Tod in Erfüllung gegangen ist. Die 44.Infanteriedivision wurde in Stalingrad eingeschlossen und vollständig vernichtet. Über den Tod von Oberleutnant Schatte und dem letzten Kampf des Pionierzuges des IR 131 ist in der Divisionsgeschichte der 44.Infanteriedivision folgendes nachzulesen: "Am Ostrand des inzwischen verlorengegangenen Flugplatzes Pitomnik ... die 44.Infantierdivision, die hier in einer neuen Verteidigungsstellung lag. Ihre Gliederung von rechts: Restteile Gren.Rgt. 131, I./IR 230, Pionierzug/IR 131, Festungsbataillon 1. Der Gegner brach in ihre Reihen ein, noch ehe sie sich zur Verteidigung einrichten konnten und drückte zwischen Pionierzug/IR 131 und I./IR230 durch. Der Versuch, diesen Einbruch im Gegenstoß zu bereinigen, mißlang. Oberleutnant Schatte fand dabei den Tod. Zu einem planmäßigen Angriff fehlten die Kräfte. Panzer gab es nicht mehr, der Rest der gesamten Divisionsartillerie hatte wenige Kilometer ostwärts die Stellung ‚letzte Batterie‘ bezogen, doch war wegen Munitionsmangel mit wirksamer Feuerunterstützung ohnedies nicht zu rechnen. Die Infanterie, nur noch auf ihre leichten Waffen angewiesen, befand sich am Ende ihrer Kräfte." |
Der Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge
kommt im Rahmen seiner Umbettungsaktionen im Jahre 2003 nach Kupjansk.
Nach Wehrmachtsunterlagen gibt es in Kupjansk einen deutschen und einen
italienischen Friedhof. Als besonderes Problem bei der nun folgenden
Umbettungsaktion
stellt sich heraus, daß in den Jahren nach dem Krieg ukrainische
Zivilisten über den deutschen und italienischen Gefallenen
bestattet
worden sind. Viel schlimmer wirkt sich aus, daß man bei den
geborgenen
sterblichen Überresten der Soldaten keine Erkennungsmarken mehr
findet,
so daß sie alle als 'unbekannt' eingestuft werden müssen.
Die
Toten von Kupjansk werden mit einigen anderen Hundert unbekannten
Soldaten,
die in der Ostukraine gefunden wurden, gemeinsam im Block 8 des
Sammelfriedhofes
von Charkow begraben (siehe dazu nachfolgende Fotos):
![]() Einsegnung mehrerer hundert Särge im Block 8 des Sammelfriedhofes von Charkow. Einige dieser Särge enthalten die Toten von Kupjansk. ![]() Hier findet Adolf Kaipel mehr als 60 Jahre nach seinem Tod inmitten seiner Kameraden seine letzte Ruhestätte. Ich, der Verfasser dieser Seite, möchte meinem Großonkel Adolf Kaipel den nachfolgenden Text widmen. Dieser Text wurde am 28. Jänner 1945 zum Gedenken an den Riedlingsdorfer Hans Bundschuh verlesen, der im Dezember 1944 in Kroatien gefallen ist und ebenfalls ein Onkel von mir war . "Sei nicht traurig, liebe Mutter. Gottes ist die Erde und alles, was auf ihr ist. Wo auch das Grab deines Sohnes sein mag, immer ist es auf Gottes Erde. Wenn du die Erde vor der Schwelle deines Hauses berührst, berührst du das Ende vom Grab deines Sohnes; und das alles sehende Auge Gottes sieht, indem es auf die Erde blickt, die Toten wie die Lebenden. Wenn dein Sohn vor dir verborgen ist, so ist er vor Gott nicht verborgen. Der Herr hat ihn vor dir verborgen, damit durch die Kümmernis dein Herz gereinigt werde. Du wirst eine unerwartete Freude des Wiedersehens mit deinem Sohn vor seinem ewigen Antlitz erfahren." Es wäre für meine
Urgroßmutter,
die zeitlebens unter dem Verlust ihres jüngsten Sohnes gelitten
hat,
sicherlich beruhigend gewesen, wenn sie gewußt hätte, wo ihr
Sohn begraben liegt. |
| Quellennachweis:
Kriegerdenkmal, Grabstein, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Briefe aus dem Nachlaß |
Wenn Sie mehr über das Leben von
Adolf
Kaipel in den Jahren 1938 bis 1942
erfahren wollen, dann lesen Sie die
Dokumentation:
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