Josef Lackner
Adresse:
Riedlingsdorf 73
Geboren:
29.9.1922
Gefallen:
10.8.1943
Einheit:
2.Kompanie/Geb.Pi.Btl. 99 
Division:
7. Gebirgsdivision
Dienstgrad:
Gefreiter
Todesort:
Bunkerrücken südl. Kanggaswara/Karelien
Grablage: SF Salla 

 
Historischer Hintergrund:
Als am 22. Juni 1941 Hitler-Deutschland die Sowjetunion überfiel, wurde von der Deutschen Wehrmacht der Versuch unternommen, von Finnland aus die vom strategisch wichtigen Nachschubhafen Murmansk nach Süden gehende Eisenbahnlinie zu unterbrechen. Für die Erreichung dieses Kriegszieles wurden an mehreren Stellen, fernab jeglicher Zivilisation, Gebirgsdivisionen eingesetzt. Während hoch im Norden der direkte Angriff auf Murmansk durch die 2. und 3. Gebirgsdivision unter blutigen Verlusten zusammenbrach und zu einem Stellungskrieg erstarrte, wurde im Mittelabschnitt der Finnlandfront die 6.SS-Gebirgsdivision und eine finnische Division angesetzt. Auch hier konnte die Eisenbahnlinie nicht erreicht werden. Die finnische Division wurde 1942 durch die 7.Gebirgsdivision abgelöst. 
Berichte:
Josef Lackner war Angehöriger der 2.Kompanie des Gebirgspionierbataillons 99, das zur 7.Gebirgsdivision gehörte. Im Jahre 1943 gab es im Bereich der 7.Gebirgsdivision ein größeres Angriffsunternehmen, dessen Ziel es war, eine Hügelkette, den sogenannten Bunkerrücken, zu erobern. Bei diesem Angriffsunternehmen ist Josef Lackner gefallen. 
Der Divisionsgeschichte der 7.Gebirgsdivision 'Schicksalsweg und Kampf der "Bergschuh"-Division' ist folgender Bericht über die Kampfhandlungen am Bunkerrücken entnommen:

"Der Angriff auf den sogenannten 'Bunkerrücken' durch die Kampfgruppe Schuler zählte 1943 in Karelien zur herausragenden Waffentat. Dieser Bergrücken, der im Abschnitt der sowjetischen 85.Marine-Schützen-Brigade südlich des Kangaschwara lag und den die Sowjets in rund eineinhalbjähriger Schanzarbeit zu einem festungsartigen Stützpunkt ausgebaut hatten, war auch nach der finnischen Offensive im Jahre 1941 in russischen Besitz geblieben. Es war eine Höhe, die mit dichtem Wald bedeckt war. Von ihr aus konnte derjenige, der sie besaß, das ganze Hinterland des Gegners einsehen....
Mit den ersten Vorbereitungen des Unternehmens war bereits im Juni 1943 begonnen worden. Die Sturmtruppen des II./Gebirgsjägerregiments 218 unter der Führung von Hauptmann H. sowie zwei Züge der 16. (Pz.Jg.) Kompanie, zwei Granatwerfergruppen, schwere Panzerbüchsentrupps und die 12./Gebirgsjäger-Regiment 218 unter Hauptmann St. wurden aus der Front herausgezogen und gründlich geschult. Hinzu kamen als weitere Sturmtruppen Gebirgspioniere der 2./Gebirgs-Pionier-Bataillon 99 mit ihren wirkungsvollen Flammenwerfern, Pak und schweren Waffen...
Die Masse des II.Bataillons, verstärkt durch die 2./Pionier-Gebirgs-Bataillon 99 ... hatte...über die 'Landenge' vorzustoßen und den 'Bunkerrücken' zu nehmen. Sobald durch die vorderste Kompanie der 'Waldwärter' ein am Nordhang des 'Bunkerrückens' gelegener Bunker, der die 'Landenge' voll beherrschte, genommen war, mußte die nächste Kompanie folgen und die Feindanlagen nach rechts aufrollen...
Der Angriffsbeginn war bekanntlich für den 9.August 1943, und zwar um 12.35 Uhr, angesetzt. Die Kompanien erreichten ihre Sturmausgangstellungen vom Gegner unbemerkt und stürmten dann aus ihnen gegen das anvisierte Ziel vor. Dabei mußte Bunker um Bunker, ihre Zahl war bedeutend größer, als man ursprünglich vermutet hatte, geknackt und erobert worden. Sie waren von den Russen in dem schlecht einzusehenden Waldgelände so geschickt angelegt worden, daß sie von den Gebirgsjägern erst aus nächster Nähe ausgemacht werden konnten...
In einem beherzten Sprung war die 6.Kompanie an Sukkula herangekommen und brach in den Stützpunkt ein. Die 7.Kompanie überwand in kühnem Anlauf die 'Landenge', unterstützt durch die 2./Gebirgs-Pionier-Bataillon 99 unter der Führung von Oberleutnant Dennerlein, der schon einen Tag später, am 10.August 1943, fiel."

Josef Lackner ist wie sein Kompanieführer am 10.8.1943 auf dem 'Bunkerrücken' gefallen. Sein Grab befindet sich auf dem Soldatenfriedhof von Salla. Über die genaue Grablage gibt es aber keine Angaben.

Quellennachweis: 
Kriegerdenkmal, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Sterbearchiv Gemeinde Riedlingsdorf