Luftkrieg über Riedlingsdorf


Allgemeine Bilanz des Luftkrieges über Österreich 

Der Luftkrieg über Österreich beginnt erst richtig ab Mitte 1943 nachdem die letzten deutschen und italienischen Afrikaverbände in Tunesien die Waffen strecken. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der österreichische Luftraum nur durch gelegentliche Einflüge britischer Fernaufklärer verletzt worden. Nun beginnen die Westallierten in Nordafrika mit ihrer 9.Luftflotte (9.USAAF) Ziele in Mittel- und Südeuropa zu bombardieren. Am 13.8.43 greifen zum ersten Mal 65 amerikanische Bomber vom Typ B-24 Liberator die Flugzeugwerke in Wiener Neustadt an. Die deutsche Abwehr wird vollkommen überrascht, sodaß die wenigen Flugzeuge verhältnismäßig große Schäden anrichten. Mehr als 180 Menschen bezahlen den Angriff mit ihrem Leben.

Im Oktober wird in Tunis die amerikanische 15.Luftflotte (15.USAAF) aufgestellt, die in weiterer Folge die Hauptlast der alliierten Angriffe auf Österreich trägt. Sie besteht vorerst aus einigen wenigen Bombergeschwadern, die bis zum Ende des Krieges auf mehr als 1.500 viermotorige Bomber vom Typ B-24 Liberator und B-17 Flying Fortress aufgestockt werden. Zusätzlich zu diesen schweren Bombern verfügt die 15.USAAF bis zum Ende des Krieges auch über mehr als 700 Jagdflugzeuge und Jagdbomber der Typen P-38 Lightning und P-51 Mustang. 

Bis Ende 1943 verlegt die 15.USAAF ihre Geschwader auf das italienische Festland in Gegend um Foggia. Dort entstehen im Laufe der Zeit 16 Flugplätze von denen die Geschwader der 15.USAAF nun immer öfters Ziele in Österreich angreifen.

Während die Amerikaner ihre Luftwaffe laufend vergrößern, wird auf österreichischem Gebiet die Luftabwehr verstärkt. In Ostösterreich wird die 24.Flakdivision aufgestellt, die bis Ende 1944 einen Mannschaftsstand von mehr als 16.000 Personen erreicht. Die Flakdivision befehligt zu diesem Zeitpunkt mehr als 80 schwere und 30 leichte Flakbatterien, deren Geschütze rund um Wien und Wiener Neustadt postiert sind. Im Raum Linz wird parallel dazu die 7.Flakbrigade aufgestellt, deren Aufgabe der Schutz der oberösterreichischen Industriegebiete ist. Für den Dienst bei der Flak werden auch Schüler höherer Schulen einberufen, die sogenannten Flakhelfer. So hat das Gymnasium Oberschützen laut Befehl des Luftgaukommandos XVII vom 16.8.1943 13 Schüler der 6.Klassen, 9 Schüler der 7.Klassen und 5 Schüler der 8.Klassen der Luftverteidigung zuzuführen. Neben der Verteidigung auf dem Boden wird auch die Verteidigung in der Luft durch Verlegung verschiedener Jagdstaffeln auf österreichische Flugplätze verstärkt. 

Der Erfolge dieser Anstrengungen bleiben nicht aus, so daß die nächsten Luftangriffe der 15.USAAF auch herbe Verluste für die Amerikaner mit sich bringen. Insgesamt werden durch deutsche Jagdflugzeuge und Flak bis zum Ende des Krieges etwa 650 alliierte Flugzeuge über Österreich abgeschossen.
Im Laufe des Jahres 1944 verschlechtert sich die militärische Situation für das Deutsche Reich auf allen Kriegsschauplätzen dramatisch. In Österreich selbst zwingt Treibstoffmangel die deutschen Jäger immer öfters auf dem Boden zu bleiben. Die technisch und zahlenmäßig weit überlegenen amerikanischen Flugzeuge beherrschen bald uneingeschränkt den Himmel. Am 12.3.1945, genau 7 Jahre nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich, führen die Alliierten den größten Luftangriff auf Wien durch. Insgesamt 800 viermotorige Bomber und 200 Begleitjäger laden ihre Bombenlast über der Donaumetropole ab. Die amerikanische Verluste sind minimal, während auf dem Boden mehr als 500 Wohnhäuser dem Erdboden gleichgemacht werden. Bei diesem Angriff werden auch viele öffentliche Gebäude, wie die Wiener Staatsoper, schwer getroffen. 

Als im Mai 1945 endlich die Waffen ruhen, hat der Luftkrieg in Österreich mindestens 20.000 Tote und mehr als 50.000 Verwundete gefordert. 6.000 Kilometer Eisenbahnschienen und 75.000 Wohnungen sind zerstört. 

Der Luftkrieg über Riedlingsdorf

Der Luftkrieg über Österreich hat auch für Riedlingsdorf einige Auswirkungen. Das Gebiet von Riedlingsdorf ist zwar kein Zielgebiet, es liegt aber auf der Rückflugroute der amerikanischen Bombergeschwader von ihren Angriffen auf Wien und Wiener Neustadt. Zusätzlich ziehen die Bahnlinie und der Bahnhof von Altpinkafeld auch immer wieder die gefährlichen Tiefflieger an. 

1941

Im März 1941 wird ein britischer Bomber vom Typ Bristol-Blenheim bei Markt Allhau zur Landung gezwungen. Das Flugzeug steht einige Wochen auf einer Wiese zwischen Buchschachen und Markt Allhau und wie Walter Zapfel (Riedlingsdorf) erzählt, von vielen Bewohnern aus der Umgebung bestaunt. Nach Augenzeugenberichten soll die Maschine in Einzelteile zerlegt und auf Eisenbahnwaggons gelagert im Bahnhof Altpinkafeld gestanden sein. Andere Augenzeugen widersprechen dieser Version und meinen bei dieser zerlegten Maschine auf den Eisenbahnwaggons habe es sich um einen deutschen Bomber gehandelt. 


Leichter englischer Bomber vom Typ Bristol Blenheim
 

1944

Die alliierten Bombergeschwader, die ihre todbringende Fracht nach Wien und Wiener Neustadt tragen, sind auch von Riedlingsdorf aus zu beobachten. Die Kondensstreifen am Himmel und das Brummen der vielen hundert Flugzeugmotoren gehören bald zum Alltag der Riedlingsdorfer.
 
 

10. Mai 1944: Abschuß eines viermotorigen Bombers über Riedlingsdorf

Am 10.5.1944 greifen die Amerikaner wieder Ziele im Großraum Wien und Wiener Neustadt an. Flak und deutsche Jagdflieger schießen an diesem Tag mehr als 20 Angreifer ab. Einer dieser Bomber, eine Maschine vom Typ B-17 Flying Fortress, wird von deutschen Jägern angegriffen und so schwer beschädigt, daß er an der Grenze zu Buchschachen um 11.15 Uhr abstürzt. Die Riedlingsdorfer Bewohner beobachten von Boden aus den Todeskampf des amerikanischen Flugzeuges. Sie sehen wie sich dunkle Punkte von der Maschine lösen und wenig später an Fallschirmen zu Boden schweben. Wie sich später herausstellt, können bis auf zwei Mann alle anderen Besatzungsmitglieder aus dem brennenden Flugzeug aussteigen. Sofort werden auf dem Boden Suchmannschaften eingeteilt, deren Aufgabe es ist, die abgesprungenen amerikanischen Soldaten gefangen zu nehmen.
Walter Zapfel, damals gerade 12 Jahre alt, gehört dem Suchtrupp an, der das Besatzungsmitglied suchen muß, das im Ried Zeming am Hotter zu Unterschützen abgesprungen ist. Sie finden auf einem Acker Schleifspuren vom Fallschirm und graben diesen wenig später aus der Erde, wo ihn der Amerikaner notdürftig versteckt hat. Auf ihrer weiteren Suche gelangen sie bis in ein Waldstück in Unterschützen, wo sie ein Bauernehepaar antreffen. Die Frage, ob sie den Amerikaner gesehen hätte, verneinen sie zwar, doch ist ihnen ihre Angst anzumerken. Schließlich trauen sie sich doch dem Suchtrupp das nahe Versteck des Amerikaners zu verraten. Der Amerikaner wird festgenommen und die Männer des Suchtrupps können sich mit ihm auf Englisch verständlich machen. Er führt sie an die Stelle im Wald, wo er in der Nähe des Absprungortes seine Pistole in einer Bodenvertiefung vergraben hat. 
Wilhelm Berk aus Riedlingsdorf, damals 10 Jahre alt, kann sich noch erinnern, wie ein anderer Suchtrupp einen Amerikaner festgenommen hat, der im Wald in der Nähe des Neudörfels niedergegangen ist. Dieser Platz ist etwa drei Kilometer von jenem entfernt, wo der erste Amerikaner, den der Suchtrupp von Walter Zapfel festgenommen hat, gelandet ist. Wilhelm Berk ist noch gut in Erinnerung, daß der amerikanische Soldat am ganzen Leib vor Angst gezittert hat.
Walter Zapfel kann sich noch erinnern, daß der Rumpf des Flugzeuges einige Zeit in der Nähe des Soldatengrabes bei Buchschachen gelegen ist. Etwa einen Kilometer westlich des Soldatengrabes sind noch heute Wrackteile eines amerikanischen Flugzeuges zu finden. Bei diesen Teilen handelt es sich, wie Roland Pfeiffer aus Markt Allhau herausgefunden hat, mit  Sicherheit um Teile einer B-17 Flying Fortress.

Roland Pfeiffer und dem bekannten Buchautor Leopold Banny aus Lackenbach ist es auch zu verdanken, daß nun alle Details über diesen Flugzeugabsturz bekannt sind. Herr Banny stellte eine Abschrift des MACR (Missing Aircrew Report) zur Verfügung, die als Grundlage für die nachfolgenden Aussagen dient:

Das abgeschossene Flugzeug ist eine B-17G mit der Seriennummer 42-106988 und gehört zur 348. Staffel der 99.Bombergruppe. Die Maschine ist am 10. Mai 1944 von ihrem Heimatflughafen Tortorella (Italien) aus zu einem Angriff auf Wiener Neustadt gestartet. Auf Position 47 Grad und 6 Minuten Nord und 16 Grad und Null Minuten explodiert es noch in der Luft als es von mehreren deutschen Jagdflugzeugen angegriffen wird. 
Technische Daten:
Seriennummer: 42-106988
Motortype: R-1820-97 mit den Seriennummer SW 008249 (Motor a), SW 008639 (b), SW 008571 (c) und SW 008332 (d)
Installierte Waffen: Browning .50 cal. mit Seriennummern 773846(Waffe a), 773879(b), 1074420(c), 1073680(d), 1074968(e), 1074592 (f), 1074288(g), 1074626(h), 1074951(i), 1074175(j), 1074864(k), 1074999(l) und 1074784(m)

Die Besatzung und ihr Schicksal:
 

Aufgabe Name Schicksal
Pilot Oberleutnant William E. Waltenmire gefangen in Riedlingsdorf am 10.5. um 11.30 Uhr
CO-Pilot Leutnant Morris M. Kirpich gefangen in Aschau am 10.5. um 14.00 Uhr
Navigator Leutnant Irving Baum jr.  gefangen Oberschützen am 10.5. um 11.30 Uhr
Bombenschütze Alfred W. Marshall jr. gefangen in Markt Allhau am 10.5.
Ingenieur Sergenant Charles F. Forrest gefangen in Riedlingsdorf am 10.5. um 11.35 Uhr
2. Ingenieur Sergenant Francis W. Foltz gefangen (Details nicht bekannt)
Funker Sergenant Frank Juergens gefangen in Buchschachen am 11.5. abends
2. Funker Sergenant Furman King gefallen, begraben auf dem Friedhof Buchschachen am 12.5.
Bordschütze Sergenant Boleslaw J. Klocek gefallen, begraben auf dem Friedhof Buchschachen am 12.5.
Heck-Bordschütze Sergenant John W. Humphries gefangen (Details nicht bekannt)

Navigaor Lt. Irving Baum 
gefangen in Oberschützen

Irving Baum starb 1997,
er war auch in Vietnam

Abzeichen der 99.Bombergruppe

Hier noch zwei Originalberichte von amerikanischen Piloten, die den Absturz ihrer Kameraden beobachen und diese nach beendeter Mission zu Protokoll geben:
"99th Bombardement Group(H) AHF, MTO, APO 520, 11.May 1944
Statement
I was flying as tail gunner on ship number 615, piloted by Lt.Col.Barnett, on the mission to Wiener Neustadt on May 10. 1944. Ship No. 988 was flying on our left wing. About five minutes before we reached our I.P. the props on 988s number two engine began windmilling and the ship pulled out of formation. They did not go over the target and were about five thousand feet below us when we came off the target. I saw two figthers making passes at it and the their left wing caught of fire. I saw three chutes open up and the the plane went into a dive and exploded about a thousand feet about groud.
Robert W. Franklin, Sergant, Air Corps"
Und hier die Übersetzung des 1. Originalberichtes:
"99.Bombergruppe
Bericht
Ich flog am 10. Mai 1944 als Heck-Bordschütze in Flugzeug Nr. 615, das von Oberstleutnant Barnett pilotiert wurde, den Einsatz auf Wiener Neustadt. Flugzeug Nr. 988 flog an unserem linken Flügel. Ungefähr fünf Minuten bevor wir unser Ziel erreichten, begann Motor Nummer 2 von Maschine 988 zu ... und die Maschine scherte aus der Formation aus. Sie erreichten nicht das Bombenziel und waren auf ungefähr 1.700 Meter unter uns, als wir vom Ziel zurückkamen. Ich sah zwei Jagdflugzeuge angreifen und ihren linken Flügel in Flammen gehüllt. Ich sah drei Fallschirme sich öffnen und das Flugzeug in den Sturzflug gehen und es etwa 300 Meter über dem Boden explodieren.
Robert W. Franklin, Sergenant, Luftwaffe"

Hier der 2. Originalbereicht von einem amerikansichen Augenzeugen:
"I was the tail gunner on 061 on the mission of 10. May 1944 Ship 988 was flying off Col. Barnett's left wing, fell out of formation a couple minutes after I.P. with what looked like #3 engine windmilling. They fell out to tail and charlay on the bomb run, losing altitude first. When flak got really heavy they pulled out and went north of the target. After we dropped bombs and turned off the target, they were west of target headed South. One chute blossomed, then three fighters made a pass and two more chutes blossomed. Then the plane was attacked by two more fighters and #2 engine caught on fire and 988 peeled off as if to start in a dive and then exploded. At the time of the explosion one more chute blossomed, making four that I saw. The had approximately 30 or 36 minutes to clear the airplane from the time they pulled out of the formation until the went down.
Richard O. Westphal, Sergenant, Air Corps"
Und hier die Überseitung des 2. Originalberichtes:
"Ich war Heck-Bordschütze auf 061 bei der Mission vom 10. Mai 1944. Maschine 988 flog am linken Flügel von Oberst Barnett, fiel aus der Formation einige Minuten nach dem I.Punkt, wie es aussah weil Motor Nummer 3 ... Sie fielen an das Ende der Bomberformation und verloren zuerst an Höhe. Als das Flakfeuer wirklich sehr schwer wurde, scherten sie aus und flogen nordwärts des Zieles. Nachdem wir die Bomben abgeworfen hatten und vom Ziel abdrehten, waren sie westlich des Zieles mit Flugrichtung Süden. Ein Fallschirm öffnete sich, dann griffen drei Jagdflugzeuge an und weitere zwei Fallschirme öffneten sich. Dann wurde das Flugzeug von zwei weiteren Jägern attackiert und Motor 2 begann zu brennen. Maschine 988 schwenkte so als ob es in einen Sturzflug gehen würde und explodierte. Zum Zeitpunkt der Explosion öffnete sich ein weiterer Fallschirm, macht vier (Fallschirme), die ich sah. Sie hatten schätzungsweise 30 oder 36 Minuten das Flugzeug zu räumen von dem Zeitpunkt an als sie ausscherten aus der Formation und abstürtzten.
Richard O.Westphal, Sergenant, Luftwaffe"

Hier sei noch ein persönlicher Kommentar angebracht. Wie irrsinning dieser Krieg war, sieht man auch an den vielen deutschstämmigen Namen der Besatzungsmitglieder wie Juergens, Baum oder Westphal. Sie waren mit ziemlicher Sicherheit Nachkommen von deutschen Auswanderern und kämpften gegen die Armee ihrer Vorfahren.
 

Bruchlandung eines viermotorigen amerikanischen Bombers vom Typ B-17 Flying Fortress 

Typ B-17 Flying Fortress

Wrackteil von der im Raum Buchschachen abgeschossenen B-17

Wrackteil (vermutlich vom Tank) von der im Raum Buchschachen abgeschossenen B-17

 

Jaboangriffe auf den Bahnhof Altpinkafeld

Der Bahnhof von Altpinkafeld war während des Krieges mehrmals das Ziel von alliierten Jaboangriffen. Das Gefährliche an Jaboangriffen ist, daß diese kleinen Flugzeuge entweder einzelnen oder in kleinen Schwärmen vollkommen überraschend und mit großer Geschwindigkeit auf ihr Ziel zustoßen. Für die Betroffenen am Boden bleibt dann meist wenig Zeit sich in Sicherheit zu bringen. 
So berichtet Richard Hofer aus Pinkafeld, daß er und seine Spielkameraden einen dieser Jaboangriffe auf Waggons, die auf dem Altpinkafelder Bahnhof abgestellt sind, nur deshalb überlebt haben, weil sie sich buchstäblich in letzter Sekunde unter einem Holzstoß gerettet haben. Für das Verlassen des Geländes ist ihnen keine Zeit mehr geblieben.
Weniger glimpflich ist ein zweiter Jaboangriff ausgegangen, den Werner Kirnbauer, damals ebenfalls noch ein kleiner Junge, miterlebt hat. Er und einige andere Kinder besuchen die Flak-Soldaten, die mit ihrem Geschütz den Bahnhof Altpinkafeld vor Tieffliegerangriffen schützen sollen. Die Jungen setzen sich auf das Flak-Geschütz und spielen unter Aufsicht der Wehrmachtsangehörigen mit dem Kriegsgerät. Plötzlich tauchen am Himmel von Norden her kommend Flugzeuge auf. Einer der erfahrenen Flak-Soldaten identifiziert diese Flugzeuge als amerikanische Jagdbomber und schreit den Buben zu, daß sie sich in Sicherheit bringen sollen. Die Buben laufen um ihr Leben. Sie retten sich hinter das schützende Bahnhofsgebäude. Nur einer von ihnen schafft es nicht. Wenige Meter vor der rettenden Deckung trifft ihn ein Geschoß aus den Bordkanonen der Flugzeuge tödlich am Kopf. So hat der Luftkrieg auch in der näheren Umgebung von Riedlingsdorf ein Todesopfer unter der Zivilbevölkerung gefordert.


Amerikanischer Jagdbomber vom Typ P-38 Lookheed Lightning
 
 
 

24. Mai 1944: Absturz einer Me 109 auf dem Lampelfeld

Am 24. Mai 1944 stürzt gegen 12.00 Uhr eine deutsche Jagdmaschine vom Typ Messerschmitt Me 109 auf dem Lampfelfeld ziemlich genau an der Grenze zwischen Riedlingsdorf und Pinkafeld ab. Wie Walter Zapfel berichtet, kommt der deutsche Pilot lebend aus der Maschine heraus und springt mit dem Fallschirm ab. Der Fallschirm verfängt sich in einem Baum und ein Bewohner bedroht den hilflos baumelnden Piloten mit dem Gewehr, bis sich dieser als deutscher Pilot zu erkennen gibt. Das abgestürzte Flugzeug reißt einen tiefen Krater in den Boden des Lampelfeldes.

Das deutsche Jagdflugzeug wird von einer amerikanischen P-51 Mustang abgeschossen, die der damalige Oberleutnant
Robert C. Curtis pilotiert. Robert Curtis beendet den 2.Weltkrieg als Major und erringt insgesamt 14 bestätigte Luftsiege gegen deutsche Jagdmaschinen. Durch einen glücklichen Zufall kann der Verfasser dieser Seite mit Major Curtis Kontakt aufnehmen und ihm von den Umständen des Luftkampfes und dieser Internetseite sowie jener des Männergesangsvereines von Riedlingsdorf berichten. 
Hier seine Antwort vom 30.12.2002:
"Mr. Bundschuh - Thank you for the information about my air fight on 24 May 1944 and for putting me in the history of Riedlingsdorf. I downloaded your choral society's home page and the web site about the history of your village.
It's all very interesting. 
My wife, Louise, was a choral director for 38 years; an adult choir, a youth choir and a Junior choir.
Thanks again, and very best wishes to all for a Happy New Year.
R.C.Curtis"
Hier die deutsche Übersetzung:
"Herr Bundschuh - Danke für die Information über meinen Luftkampf am 24.Mai 1944 und daß ich in der Geschichte von Riedlingsdorf erwähnt werde. Ich habe Ihre Chorseite und die Webseite über die Geschichte ihres Dorfes downgeloaded. Es ist alles sehr interessant.
Meine Frau Louise war 38 Jahre lang Chorleiterin für einen Erwachsenenchor, einen Jugendchor und einen Kinderchor.
Vielen Dank und die besten Wünsche an alle für ein Glückliches Neues Jahr.
R.C.Curtis"

Robert C. Curtis schickte am 28.12.2002 an Roland Pfeiffer aus Markt Allhau den Gefechtsbericht über diesen Luftkampf vom 24.5.1944, den Roland mir freundlicherweise zur Verfügung stellte:
"At about 1148 hours I saw ten ME 109s at about 12.000 feet flying north, parallel to and about 2.000 yards east of a formation of 20 B-17s. I told my flight that we would attack them and we dived on them from about 15.000 feet. I closed so rapidly that I only had time to fire a short burst. I saw fumes pour from the engine of the e/a. I pulled away, turned and saw the e/a going down in a slow turn, pouring dense black smoke and flaming slightly from the engine. It then disappeared into the clouds (Lt. Adams, who was in Lt.Curtis flight,later saw the ME 109 at 5/6.000 feet going straight down, out of control and enveloped in flames)."
Hier wiederum die deutsche Übersetzung:
"Um etwa 11.48 Uhr sah ich 10 ME 109 in etwa 12.000 Fuß Höhe (Anmerkung: ca. 4.000 Meter) in Richtung Norden fliegen, parallel zu und etwa 2.000 Yards (Anmerkung: ca. 1.800 Meter) östlich einer Formation von 20 B-17. Ich sagte meinem Flug, daß wir sie angreifen werden und wir stürzten uns auf sie aus etwa 15.000 Fuß (Anmerkung: ca. 4.500 Meter) . Ich erreichte sie so schnell, daß ich nur Zeit für einen kurzen Feuerstoß hatte. Ich sah Rauch aus dem Motor der Feindmaschine austreten. Ich zog weg, drehte und sah die Feindmaschine in einem langsamen Dreh niedergehen, dichten schwarzen Rauch ausstoßend und wenig Flammen vom Motor ausstoßend. Sie ist dann in den Wolken verschwunden (Leutnant Adams, der in Leutnant Curtis Flug war, sah die ME 109 später in einer Höhe von 5 bis 6.000 Fuß (Anmerkung: ca. 1.500 Meter) senkrecht niedergehen, außer Kontrolle und eingehüllt in Flammen)." 
 

Deutscher Jäger vom Typ Messerschmitt Me-109

Amerikanischer Jäger vom Typ North American P-51 Mustang
Major Robert C. Curtis vor seiner P-51 Mustang mit den Symbolen für 12 abgeschossene Feindflugzeuge 

Robert C. Curtis im Kreise seiner Familie
(Foto aus dem Jahre 2000) 
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