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Allgemeine
Bilanz des
Luftkrieges über Österreich
Der Luftkrieg über
Österreich beginnt
erst richtig ab Mitte 1943 nachdem die letzten deutschen und
italienischen
Afrikaverbände in Tunesien die Waffen strecken. Bis zu diesem
Zeitpunkt
ist der österreichische Luftraum nur durch gelegentliche
Einflüge
britischer Fernaufklärer verletzt worden. Nun beginnen die
Westallierten
in Nordafrika mit ihrer 9.Luftflotte (9.USAAF) Ziele in Mittel- und
Südeuropa
zu bombardieren. Am 13.8.43 greifen zum ersten Mal 65 amerikanische
Bomber
vom Typ B-24 Liberator die Flugzeugwerke in Wiener Neustadt an. Die
deutsche
Abwehr wird vollkommen überrascht, sodaß die wenigen
Flugzeuge
verhältnismäßig große Schäden anrichten.
Mehr
als 180 Menschen bezahlen den Angriff mit ihrem Leben.
Im Oktober wird in Tunis die
amerikanische
15.Luftflotte (15.USAAF) aufgestellt, die in weiterer Folge die
Hauptlast
der alliierten Angriffe auf Österreich trägt. Sie besteht
vorerst
aus einigen wenigen Bombergeschwadern, die bis zum Ende des Krieges auf
mehr als 1.500 viermotorige Bomber vom Typ B-24 Liberator und B-17
Flying
Fortress aufgestockt werden. Zusätzlich zu diesen schweren Bombern
verfügt die 15.USAAF bis zum Ende des Krieges auch über mehr
als 700 Jagdflugzeuge und Jagdbomber der Typen P-38 Lightning und P-51
Mustang.
Bis Ende 1943 verlegt die 15.USAAF
ihre Geschwader
auf das italienische Festland in Gegend um Foggia. Dort entstehen im
Laufe
der Zeit 16 Flugplätze von denen die Geschwader der 15.USAAF nun
immer
öfters Ziele in Österreich angreifen.
Während die Amerikaner ihre
Luftwaffe
laufend vergrößern, wird auf österreichischem Gebiet
die
Luftabwehr verstärkt. In Ostösterreich wird die
24.Flakdivision
aufgestellt, die bis Ende 1944 einen Mannschaftsstand von mehr als
16.000
Personen erreicht. Die Flakdivision befehligt zu diesem Zeitpunkt mehr
als 80 schwere und 30 leichte Flakbatterien, deren Geschütze rund
um Wien und Wiener Neustadt postiert sind. Im Raum Linz wird parallel
dazu
die 7.Flakbrigade aufgestellt, deren Aufgabe der Schutz der
oberösterreichischen
Industriegebiete ist. Für den Dienst bei der Flak werden auch
Schüler
höherer Schulen einberufen, die sogenannten Flakhelfer. So hat das
Gymnasium Oberschützen laut Befehl des Luftgaukommandos XVII vom
16.8.1943
13 Schüler der 6.Klassen, 9 Schüler der 7.Klassen und 5
Schüler
der 8.Klassen der Luftverteidigung zuzuführen. Neben der
Verteidigung
auf dem Boden wird auch die Verteidigung in der Luft durch Verlegung
verschiedener
Jagdstaffeln auf österreichische Flugplätze
verstärkt.
Der Erfolge dieser Anstrengungen
bleiben
nicht aus, so daß die nächsten Luftangriffe der 15.USAAF
auch
herbe Verluste für die Amerikaner mit sich bringen. Insgesamt
werden
durch deutsche Jagdflugzeuge und Flak bis zum Ende des Krieges etwa 650
alliierte Flugzeuge über Österreich abgeschossen.
Im Laufe des Jahres 1944
verschlechtert
sich die militärische Situation für das Deutsche Reich auf
allen
Kriegsschauplätzen dramatisch. In Österreich selbst zwingt
Treibstoffmangel
die deutschen Jäger immer öfters auf dem Boden zu bleiben.
Die
technisch und zahlenmäßig weit überlegenen
amerikanischen
Flugzeuge beherrschen bald uneingeschränkt den Himmel. Am
12.3.1945,
genau 7 Jahre nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich,
führen
die Alliierten den größten Luftangriff auf Wien durch.
Insgesamt
800 viermotorige Bomber und 200 Begleitjäger laden ihre Bombenlast
über der Donaumetropole ab. Die amerikanische Verluste sind
minimal,
während auf dem Boden mehr als 500 Wohnhäuser dem Erdboden
gleichgemacht
werden. Bei diesem Angriff werden auch viele öffentliche
Gebäude,
wie die Wiener Staatsoper, schwer getroffen.
Als im Mai 1945 endlich die Waffen
ruhen,
hat der Luftkrieg in Österreich mindestens 20.000 Tote und mehr
als
50.000 Verwundete gefordert. 6.000 Kilometer Eisenbahnschienen und
75.000
Wohnungen sind zerstört.
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Der
Luftkrieg über
Riedlingsdorf
Der Luftkrieg über
Österreich hat
auch für Riedlingsdorf einige Auswirkungen. Das Gebiet von
Riedlingsdorf
ist zwar kein Zielgebiet, es liegt aber auf der Rückflugroute der
amerikanischen Bombergeschwader von ihren Angriffen auf Wien und Wiener
Neustadt. Zusätzlich ziehen die Bahnlinie und der Bahnhof von
Altpinkafeld
auch immer wieder die gefährlichen Tiefflieger an.
1941
Im März 1941 wird ein
britischer Bomber
vom Typ Bristol-Blenheim bei Markt Allhau zur Landung gezwungen. Das
Flugzeug
steht einige Wochen auf einer Wiese zwischen Buchschachen und Markt
Allhau
und wie Walter Zapfel (Riedlingsdorf) erzählt, von vielen
Bewohnern
aus der Umgebung bestaunt. Nach Augenzeugenberichten soll die Maschine
in Einzelteile zerlegt und auf Eisenbahnwaggons gelagert im Bahnhof
Altpinkafeld
gestanden sein. Andere Augenzeugen widersprechen dieser Version und
meinen
bei dieser zerlegten Maschine auf den Eisenbahnwaggons habe es sich um
einen deutschen Bomber gehandelt.

Leichter englischer Bomber vom Typ
Bristol
Blenheim
1944
Die alliierten Bombergeschwader,
die ihre
todbringende Fracht nach Wien und Wiener Neustadt tragen, sind auch von
Riedlingsdorf aus zu beobachten. Die Kondensstreifen am Himmel und das
Brummen der vielen hundert Flugzeugmotoren gehören bald zum Alltag
der Riedlingsdorfer.
10. Mai 1944:
Abschuß
eines viermotorigen Bombers über Riedlingsdorf
Am 10.5.1944 greifen die Amerikaner
wieder
Ziele im Großraum Wien und Wiener Neustadt an. Flak und deutsche
Jagdflieger schießen an diesem Tag mehr als 20 Angreifer ab.
Einer
dieser Bomber, eine Maschine vom Typ B-17 Flying Fortress, wird von
deutschen
Jägern angegriffen und so schwer beschädigt, daß er an
der Grenze zu Buchschachen um 11.15 Uhr abstürzt. Die
Riedlingsdorfer
Bewohner beobachten von Boden aus den Todeskampf des amerikanischen
Flugzeuges.
Sie sehen wie sich dunkle Punkte von der Maschine lösen und wenig
später an Fallschirmen zu Boden schweben. Wie sich später
herausstellt,
können bis auf zwei Mann alle anderen Besatzungsmitglieder aus dem
brennenden Flugzeug aussteigen. Sofort werden auf dem Boden
Suchmannschaften
eingeteilt, deren Aufgabe es ist, die abgesprungenen amerikanischen
Soldaten
gefangen zu nehmen.
Walter Zapfel, damals gerade 12 Jahre
alt,
gehört dem Suchtrupp an, der das Besatzungsmitglied suchen
muß,
das im Ried Zeming am Hotter zu Unterschützen abgesprungen ist.
Sie
finden auf einem Acker Schleifspuren vom Fallschirm und graben diesen
wenig
später aus der Erde, wo ihn der Amerikaner notdürftig
versteckt
hat. Auf ihrer weiteren Suche gelangen sie bis in ein Waldstück in
Unterschützen, wo sie ein Bauernehepaar antreffen. Die Frage, ob
sie
den Amerikaner gesehen hätte, verneinen sie zwar, doch ist ihnen
ihre
Angst anzumerken. Schließlich trauen sie sich doch dem Suchtrupp
das nahe Versteck des Amerikaners zu verraten. Der Amerikaner wird
festgenommen
und die Männer des Suchtrupps können sich mit ihm auf
Englisch
verständlich machen. Er führt sie an die Stelle im Wald, wo
er
in der Nähe des Absprungortes seine Pistole in einer
Bodenvertiefung
vergraben hat.
Wilhelm Berk aus Riedlingsdorf, damals
10
Jahre alt, kann sich noch erinnern, wie ein anderer Suchtrupp einen
Amerikaner
festgenommen hat, der im Wald in der Nähe des Neudörfels
niedergegangen
ist. Dieser Platz ist etwa drei Kilometer von jenem entfernt, wo der
erste
Amerikaner, den der Suchtrupp von Walter Zapfel festgenommen hat,
gelandet
ist. Wilhelm Berk ist noch gut in Erinnerung, daß der
amerikanische
Soldat am ganzen Leib vor Angst gezittert hat.
Walter Zapfel kann sich noch erinnern,
daß
der Rumpf des Flugzeuges einige Zeit in der Nähe des
Soldatengrabes
bei Buchschachen gelegen ist. Etwa einen Kilometer westlich des
Soldatengrabes
sind noch heute Wrackteile eines amerikanischen Flugzeuges zu finden.
Bei
diesen Teilen handelt es sich, wie Roland Pfeiffer aus Markt Allhau
herausgefunden
hat, mit Sicherheit um Teile einer B-17 Flying Fortress.
Roland Pfeiffer und dem bekannten
Buchautor
Leopold Banny aus Lackenbach ist es auch zu verdanken, daß nun
alle
Details über diesen Flugzeugabsturz bekannt sind. Herr Banny
stellte
eine Abschrift des MACR (Missing Aircrew Report) zur Verfügung,
die
als Grundlage für die nachfolgenden Aussagen dient:
Das abgeschossene Flugzeug ist eine
B-17G
mit der Seriennummer 42-106988 und gehört zur 348. Staffel der
99.Bombergruppe.
Die Maschine ist am 10. Mai 1944 von ihrem Heimatflughafen Tortorella
(Italien)
aus zu einem Angriff auf Wiener Neustadt gestartet. Auf Position 47
Grad
und 6 Minuten Nord und 16 Grad und Null Minuten explodiert es noch in
der
Luft als es von mehreren deutschen Jagdflugzeugen angegriffen
wird.
Technische Daten:
Seriennummer: 42-106988
Motortype: R-1820-97 mit den
Seriennummer
SW 008249 (Motor a), SW 008639 (b), SW 008571 (c) und SW 008332 (d)
Installierte Waffen: Browning .50 cal.
mit
Seriennummern 773846(Waffe a), 773879(b), 1074420(c), 1073680(d),
1074968(e),
1074592 (f), 1074288(g), 1074626(h), 1074951(i), 1074175(j),
1074864(k),
1074999(l) und 1074784(m)
Die Besatzung und ihr Schicksal:
| Aufgabe |
Name |
Schicksal |
| Pilot |
Oberleutnant William E.
Waltenmire |
gefangen in Riedlingsdorf am
10.5. um 11.30
Uhr |
| CO-Pilot |
Leutnant Morris M. Kirpich |
gefangen in Aschau am 10.5.
um 14.00 Uhr |
| Navigator |
Leutnant Irving Baum
jr. |
gefangen Oberschützen
am 10.5. um 11.30
Uhr |
| Bombenschütze |
Alfred W. Marshall jr. |
gefangen in Markt Allhau am
10.5. |
| Ingenieur |
Sergenant Charles F. Forrest |
gefangen in Riedlingsdorf am
10.5. um 11.35
Uhr |
| 2. Ingenieur |
Sergenant Francis W. Foltz |
gefangen (Details nicht
bekannt) |
| Funker |
Sergenant Frank Juergens |
gefangen in Buchschachen am
11.5. abends |
| 2. Funker |
Sergenant Furman King |
gefallen, begraben auf dem
Friedhof Buchschachen
am 12.5. |
| Bordschütze |
Sergenant Boleslaw J. Klocek |
gefallen, begraben auf dem
Friedhof Buchschachen
am 12.5. |
| Heck-Bordschütze |
Sergenant John W. Humphries |
gefangen (Details nicht
bekannt) |

Navigaor Lt. Irving Baum
gefangen in Oberschützen
|

Irving
Baum starb 1997,
er war auch in Vietnam
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Abzeichen der 99.Bombergruppe
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Hier noch zwei Originalberichte von
amerikanischen
Piloten, die den Absturz ihrer Kameraden beobachen und diese nach
beendeter
Mission zu Protokoll geben:
"99th Bombardement Group(H) AHF,
MTO,
APO 520, 11.May 1944
Statement
I was flying as tail gunner on ship
number
615, piloted by Lt.Col.Barnett, on the mission to Wiener Neustadt on
May
10. 1944. Ship No. 988 was flying on our left wing. About five minutes
before we reached our I.P. the props on 988s number two engine began
windmilling
and the ship pulled out of formation. They did not go over the target
and
were about five thousand feet below us when we came off the target. I
saw
two figthers making passes at it and the their left wing caught of
fire.
I saw three chutes open up and the the plane went into a dive and
exploded
about a thousand feet about groud.
Robert W. Franklin, Sergant, Air
Corps"
Und hier die Übersetzung des 1.
Originalberichtes:
"99.Bombergruppe
Bericht
Ich flog am 10. Mai 1944 als
Heck-Bordschütze
in Flugzeug Nr. 615, das von Oberstleutnant Barnett pilotiert wurde,
den
Einsatz auf Wiener Neustadt. Flugzeug Nr. 988 flog an unserem linken
Flügel.
Ungefähr fünf Minuten bevor wir unser Ziel erreichten, begann
Motor Nummer 2 von Maschine 988 zu ... und die Maschine scherte aus der
Formation aus. Sie erreichten nicht das Bombenziel und waren auf
ungefähr
1.700 Meter unter uns, als wir vom Ziel zurückkamen. Ich sah zwei
Jagdflugzeuge angreifen und ihren linken Flügel in Flammen
gehüllt.
Ich sah drei Fallschirme sich öffnen und das Flugzeug in den
Sturzflug
gehen und es etwa 300 Meter über dem Boden explodieren.
Robert W. Franklin, Sergenant,
Luftwaffe"
Hier der 2. Originalbereicht von
einem amerikansichen
Augenzeugen:
"I was the tail gunner on 061 on
the
mission of 10. May 1944 Ship 988 was flying off Col. Barnett's left
wing,
fell out of formation a couple minutes after I.P. with what looked like
#3 engine windmilling. They fell out to tail and charlay on the bomb
run,
losing altitude first. When flak got really heavy they pulled out and
went
north of the target. After we dropped bombs and turned off the target,
they were west of target headed South. One chute blossomed, then three
fighters made a pass and two more chutes blossomed. Then the plane was
attacked by two more fighters and #2 engine caught on fire and 988
peeled
off as if to start in a dive and then exploded. At the time of the
explosion
one more chute blossomed, making four that I saw. The had approximately
30 or 36 minutes to clear the airplane from the time they pulled out of
the formation until the went down.
Richard O. Westphal, Sergenant, Air
Corps"
Und hier die Überseitung des 2.
Originalberichtes:
"Ich war Heck-Bordschütze auf
061
bei der Mission vom 10. Mai 1944. Maschine 988 flog am linken
Flügel
von Oberst Barnett, fiel aus der Formation einige Minuten nach dem
I.Punkt,
wie es aussah weil Motor Nummer 3 ... Sie fielen an das Ende der
Bomberformation
und verloren zuerst an Höhe. Als das Flakfeuer wirklich sehr
schwer
wurde, scherten sie aus und flogen nordwärts des Zieles. Nachdem
wir
die Bomben abgeworfen hatten und vom Ziel abdrehten, waren sie westlich
des Zieles mit Flugrichtung Süden. Ein Fallschirm öffnete
sich,
dann griffen drei Jagdflugzeuge an und weitere zwei Fallschirme
öffneten
sich. Dann wurde das Flugzeug von zwei weiteren Jägern attackiert
und Motor 2 begann zu brennen. Maschine 988 schwenkte so als ob es in
einen
Sturzflug gehen würde und explodierte. Zum Zeitpunkt der Explosion
öffnete sich ein weiterer Fallschirm, macht vier (Fallschirme),
die
ich sah. Sie hatten schätzungsweise 30 oder 36 Minuten das
Flugzeug
zu räumen von dem Zeitpunkt an als sie ausscherten aus der
Formation
und abstürtzten.
Richard O.Westphal, Sergenant,
Luftwaffe"
Hier sei noch ein persönlicher
Kommentar
angebracht. Wie irrsinning dieser Krieg war, sieht man auch an den
vielen
deutschstämmigen Namen der Besatzungsmitglieder wie Juergens, Baum
oder Westphal. Sie waren mit ziemlicher Sicherheit Nachkommen von
deutschen
Auswanderern und kämpften gegen die Armee ihrer Vorfahren.
Bruchlandung eines
viermotorigen amerikanischen
Bombers vom Typ B-17 Flying Fortress
|

Typ B-17 Flying Fortress
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Wrackteil von der im Raum
Buchschachen abgeschossenen
B-17
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Wrackteil (vermutlich vom Tank)
von der
im Raum Buchschachen abgeschossenen B-17
|
Jaboangriffe auf
den Bahnhof
Altpinkafeld
Der Bahnhof von Altpinkafeld war
während
des Krieges mehrmals das Ziel von alliierten Jaboangriffen. Das
Gefährliche
an Jaboangriffen ist, daß diese kleinen Flugzeuge entweder
einzelnen
oder in kleinen Schwärmen vollkommen überraschend und mit
großer
Geschwindigkeit auf ihr Ziel zustoßen. Für die Betroffenen
am
Boden bleibt dann meist wenig Zeit sich in Sicherheit zu bringen.
So berichtet Richard Hofer aus
Pinkafeld,
daß er und seine Spielkameraden einen dieser Jaboangriffe auf
Waggons,
die auf dem Altpinkafelder Bahnhof abgestellt sind, nur deshalb
überlebt
haben, weil sie sich buchstäblich in letzter Sekunde unter einem
Holzstoß
gerettet haben. Für das Verlassen des Geländes ist ihnen
keine
Zeit mehr geblieben.
Weniger glimpflich ist ein zweiter
Jaboangriff
ausgegangen, den Werner Kirnbauer, damals ebenfalls noch ein kleiner
Junge,
miterlebt hat. Er und einige andere Kinder besuchen die Flak-Soldaten,
die mit ihrem Geschütz den Bahnhof Altpinkafeld vor
Tieffliegerangriffen
schützen sollen. Die Jungen setzen sich auf das Flak-Geschütz
und spielen unter Aufsicht der Wehrmachtsangehörigen mit dem
Kriegsgerät.
Plötzlich tauchen am Himmel von Norden her kommend Flugzeuge auf.
Einer der erfahrenen Flak-Soldaten identifiziert diese Flugzeuge als
amerikanische
Jagdbomber und schreit den Buben zu, daß sie sich in Sicherheit
bringen
sollen. Die Buben laufen um ihr Leben. Sie retten sich hinter das
schützende
Bahnhofsgebäude. Nur einer von ihnen schafft es nicht. Wenige
Meter
vor der rettenden Deckung trifft ihn ein Geschoß aus den
Bordkanonen
der Flugzeuge tödlich am Kopf. So hat der Luftkrieg auch in der
näheren
Umgebung von Riedlingsdorf ein Todesopfer unter der
Zivilbevölkerung
gefordert.

Amerikanischer Jagdbomber vom Typ P-38
Lookheed
Lightning
24. Mai 1944:
Absturz einer
Me 109 auf dem Lampelfeld
Am 24. Mai 1944 stürzt gegen
12.00 Uhr
eine deutsche Jagdmaschine vom Typ Messerschmitt Me 109 auf dem
Lampfelfeld
ziemlich genau an der Grenze zwischen Riedlingsdorf und Pinkafeld ab.
Wie
Walter Zapfel berichtet, kommt der deutsche Pilot lebend aus der
Maschine
heraus und springt mit dem Fallschirm ab. Der Fallschirm verfängt
sich in einem Baum und ein Bewohner bedroht den hilflos baumelnden
Piloten
mit dem Gewehr, bis sich dieser als deutscher Pilot zu erkennen gibt.
Das
abgestürzte Flugzeug reißt einen tiefen Krater in den Boden
des Lampelfeldes.
Das deutsche Jagdflugzeug wird von
einer
amerikanischen P-51 Mustang abgeschossen, die der damalige Oberleutnant
Robert
C. Curtis pilotiert. Robert Curtis beendet den 2.Weltkrieg als
Major
und erringt insgesamt 14 bestätigte Luftsiege gegen deutsche
Jagdmaschinen.
Durch einen glücklichen Zufall kann der Verfasser dieser Seite mit
Major Curtis Kontakt aufnehmen und ihm von den Umständen des
Luftkampfes
und dieser Internetseite sowie jener des Männergesangsvereines von
Riedlingsdorf berichten.
Hier seine Antwort vom 30.12.2002:
"Mr. Bundschuh - Thank you for the
information
about my air fight on 24 May 1944 and for putting me in the history of
Riedlingsdorf. I downloaded your choral society's home page and the web
site about the history of your village.
It's all very interesting.
My wife, Louise, was a choral
director
for 38 years; an adult choir, a youth choir and a Junior choir.
Thanks again, and very best wishes
to
all for a Happy New Year.
R.C.Curtis"
Hier die deutsche Übersetzung:
"Herr Bundschuh - Danke für
die
Information über meinen Luftkampf am 24.Mai 1944 und daß ich
in der Geschichte von Riedlingsdorf erwähnt werde. Ich habe Ihre
Chorseite
und die Webseite über die Geschichte ihres Dorfes downgeloaded. Es
ist alles sehr interessant.
Meine Frau Louise war 38 Jahre lang
Chorleiterin
für einen Erwachsenenchor, einen Jugendchor und einen Kinderchor.
Vielen Dank und die besten
Wünsche
an alle für ein Glückliches Neues Jahr.
R.C.Curtis"
Robert C. Curtis schickte am
28.12.2002 an
Roland Pfeiffer aus Markt Allhau den Gefechtsbericht über diesen
Luftkampf
vom 24.5.1944, den Roland mir freundlicherweise zur Verfügung
stellte:
"At about 1148 hours I saw ten ME
109s
at about 12.000 feet flying north, parallel to and about 2.000 yards
east
of a formation of 20 B-17s. I told my flight that we would attack them
and we dived on them from about 15.000 feet. I closed so rapidly that I
only had time to fire a short burst. I saw fumes pour from the engine
of
the e/a. I pulled away, turned and saw the e/a going down in a slow
turn,
pouring dense black smoke and flaming slightly from the engine. It then
disappeared into the clouds (Lt. Adams, who was in Lt.Curtis
flight,later
saw the ME 109 at 5/6.000 feet going straight down, out of control and
enveloped in flames)."
Hier wiederum die deutsche
Übersetzung:
"Um etwa 11.48 Uhr sah ich 10 ME
109
in etwa 12.000 Fuß Höhe (Anmerkung: ca. 4.000 Meter)
in Richtung Norden fliegen, parallel zu und etwa 2.000 Yards (Anmerkung:
ca. 1.800 Meter) östlich einer Formation von 20 B-17. Ich sagte
meinem Flug, daß wir sie angreifen werden und wir stürzten
uns
auf sie aus etwa 15.000 Fuß (Anmerkung: ca. 4.500 Meter)
.
Ich erreichte sie so schnell, daß ich nur Zeit für einen
kurzen
Feuerstoß hatte. Ich sah Rauch aus dem Motor der Feindmaschine
austreten.
Ich zog weg, drehte und sah die Feindmaschine in einem langsamen Dreh
niedergehen,
dichten schwarzen Rauch ausstoßend und wenig Flammen vom Motor
ausstoßend.
Sie ist dann in den Wolken verschwunden (Leutnant Adams, der in
Leutnant
Curtis Flug war, sah die ME 109 später in einer Höhe von 5
bis
6.000 Fuß (Anmerkung: ca. 1.500 Meter) senkrecht
niedergehen,
außer Kontrolle und eingehüllt in Flammen)."
Deutscher Jäger vom
Typ Messerschmitt
Me-109
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Amerikanischer Jäger vom
Typ North
American P-51 Mustang
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Major Robert
C. Curtis vor seiner P-51 Mustang mit den Symbolen für 12
abgeschossene
Feindflugzeuge
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Robert C. Curtis im Kreise
seiner Familie
(Foto aus dem Jahre 2000)
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