Johann Piff
Adresse:
Riedlingsdorf 183
Geboren:
23.10.1920
Gefallen:
01.05.1942
Einheit:
1./Geb.Pi.Btl. 91
Division:
6. Gebirgsdivision
Dienstgrad:
Gefreiter
Todesort:
Seenenge/Lizabucht
Grablage: Soldatenfriedhof Pentschga (Parkkina/Petsamo)

 
Historischer Hintergrund:
Als am 22. Juni 1941 Hitler-Deutschland die Sowjetunion überfiel, wurde von der Deutschen Wehrmacht der Versuch unternommen, von Finnland aus die vom strategisch wichtigen Nachschubhafen Murmansk nach Süden gehende Eisenbahnlinie zu unterbrechen. Für die Erreichung dieses Kriegszieles wurden an mehreren Stellen, fernab jeglicher Zivilisation, Gebirgsdivisionen eingesetzt. Hoch im Norden griffen die 2. und 3. Gebirgsdivision direkt durch die weglose Tundra den Eismeerhafen Murmansk an. Die Rote Armee konnte den Vormarsch der deutschen Gebirgsjäger jedoch stoppen und es entwickelte sich nun ein jahrelanger Stellungskrieg am nördlichen Ende Europas. Die beiden Gebirgsjägerdivisionen waren schwer angeschlagen, sodaß die 3. durch die 6.Gebirgsdivision ersetzt werden mußte, die direkt aus dem warmen Griechenland in die Arktis versetzt wurde.
Im Mai 1942 unternahmen die Sowjets den Versuch, die beiden Gebirgsdivisionen zu vernichten, indem sie durch Landeoperationen vom Meer aus und durch Flankenstöße aus der menschenleeren Tundra versuchten die Einheiten der Gebirgsjäger von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden. Die beiden Divisionen konnten durch Aufbieten der letzten Reserven in wochenlangen Kämpfen, die auf beiden Seiten große Verluste forderten, diese Angriffe abwehren. 

Berichte:

Johann Piff war Angehöriger der 1.Kompanie des Pionierbataillons 91. Als Ende April die sowjetischen Marineeinheiten in der linken Flanke der 6.Gebirgsdivision an Land gesetzt werden und die wenigen Sicherungsposten überrennen, werden ihnen verschiedene Alarmeinheiten, darunter auch das Pionierbataillon 91 entgegengeworfen. Bei diesem Einsatz in der Seenenge fällt Johann Piff.

Im Buch 'Winterschlacht im Mai' von Karl Ruef ist über den Einsatz des Pionierbataillons 91 bei dem Johann Piff den Tod fand folgendes zu lesen:

"Das Pionier-Bataillon 91 bestand aus dem Stab mit Nachrichtenzug (4:8:54), der 1.Kompanie (1:14:116), der 2.Kompanie (3:9:103) und der 3.Kompanie (2:10:90), insgesamt aus 10 Offizieren, 41 Unteroffizieren und 362 Mannschaften. Die Männer besaßen weder Tarnbekleidung noch Schi und waren nur mit leichten Infanteriewaffen ausgerüstet. Das Bataillon war am 29.April um 9 Uhr vormittags alarmiert worden ... und bis 20 Uhr geschlossen in der Seenenge...
Es erhielt den Auftrag die Landbrücke zwischen Ruf- und Kosubeck-See vom Feind zu säubern und gegen alle Angriffe der Russen zu halten...Als nun um 22 Uhr die 1.Kompanie Pi91 diese Höhe sehr schwungvoll stürmte, überschütteten sie die Marineinfanteristen von einer etwas 800 m östlich steil aufragenden Höhe mit einem Geschoßhagel aus schweren Maschinengewehren und verheerendem Granatwerferfeuer. Zwölf Tote und vierunddreißig Verwundete büßte bis 4 Uhr früh die Kompanie ein...
Gefechtsbericht des Pionierbataillon: '1.5.42, 0.30 Uhr. Die Kampfgruppe tritt zum Angriff über die Höhe südlich Kosubeck-See an, erhält aber beim Überschreiten der Höhe sehr starkes Feuer aus Richtung Höhe 200. Der Führer der Kampfgruppe entschließt sich, Höhe 200 anzugreifen. Der Angriff gewinnt in starkem sMG- und Granatwerferfeuer nur langsam an Boden und bleibt schließlich liegen'...
Ein Augenzeuge von damals schildert die Situation so: 'Der Befehl, über diese Landenge frontal anzugreifen, war meines Erachtens von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil nach Überwinden des Inselberges die Truppe Hunderte von Metern über eine ungedeckte Fläche vorgehen mußte. Die Russen saßen auf der Höhe und brachten jeden einzelnen Mann ins Visier, ohne selbst gefährdet zu sein. Sie hätten durch Artillerie- und Granatwerferfeuerschläge niedergehalten werden müssen, aber es stand uns nichts davon zur Verfügung. Wir waren armselige Infanteristen und wurden wie die Hasen abgeschossen. Die Strecke von Osthang des Inselberges bis zur deckenden Westflanke dieser Höhe 200 war übersät von Verwundeten und Toten..'" 

Johann Piff ruht heute auf dem Soldatenfriedhof von Parkkina, der seit einigen Jahren vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hergerichtet wird. Sein Grab selbst wurde noch nicht gefunden.
Tragisches Detail am Rande: Adolf Piff, der Bruder von Johann Piff ist am 1.5.1942 ebenfalls in Finnland gefallen. Ihre Eltern verloren also innerhalb von 24 Stunden beide Söhne in diesem sinnlosen Krieg. 

Quellennachweis: 
Kriegerdenkmal, Grabstein, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Buch 'Gedächtniswerk 1939-1945', 
Buch 'Winterschlacht im Mai' von Karl Ruef