Einer von vier Söhnen / One of four sons

 
Der gebürtige Deutsche Erich Hoffmann heiratete 1944 die junge Riedlingsdorferin Hermine Tunkl, die Großmutter des Verfassers dieser Seite. Neun Wochen nach dieser Hochzeit ist Erich Hoffmann in Rußland gefallen. Besonders tragisch ist die Tatsache, daß die Familie Hoffmann neben Erich noch den Verlust von drei weiteren Söhnen zu verkraften hatte. 
Erich Hoffmann war Angehöriger der 31. Infanteriedivision, die im Rahmen der Heeresgruppe Mitte am Rußlandfeldzug teilnahm. Wenige nach seinem wurde ein Großteil dieser Heeresgruppe von der Roten Armee vernichtet. In einer Katastrophe, die noch größer war als jene von Stalingrad, verlor die Deutsche Wehrmacht fast 400.000 Mann. 
Erich Hoffmann was born in Germany. He married Hermine Tunkl, who was the grandmother of the author of this site, in Riedlingsdorf in 1944. He died nine weeks after his marrige in Russia. The Hoffmann family didn't loose only Erich, they lost three more sons in this terrible war.
Erich Hoffmann was soldier in the 31st. infantry division. This division was as part of the german army group 'Centre' in Russia. The Red Army destroyed mainly parts of this army group only few weeks after Erich Hoffmanns dead. The german army lost nearby 400.000 soldiers in this battle, which was a greater disaster like the battle of Stalingrad.

Erich Hoffmann (1920 - 1944)


 

Hochzeitsfoto von Hermine Tunkl und
Erich Hoffmann (20.1.1944)

Hochzeitsanzeige 

 
 
Auszug aus der Gedenkpredigt für Erich Hoffmann: 

„Gedenken an Erich Hoffmann, gefallen 28.3.1944

'Herr, wir stellen alles, unser Glück und unsere Sorge, unser Leben und unser Sterben in deine Hände. Machs mit uns, wie es dir gefällt, nur laß uns in deiner Gnade bleiben.'

So beteten wir hier in unserer Kirche am 20. Januar dieses Jahres, als der Gefreite Erich Hoffmann der Auserwählten seines Herzens, unserer lieben Mitschwester Hermine Tunkl aus Riedlingsdorf die Hand zum Lebensbunde reichte. Wie war damals unser aller Herz von einer stillen Freude und Dankbarkeit erfüllt, wie gaben wir uns mit den beiden jungen glücklichen Menschenkindern einer schönen Hoffnung hin, auch wenn auf jener Stunde der ganze Ernst des gegenwärtigen Geschehens lag. Nun ist unsere damalige Freude in Trauer verwandelt. Neun Wochen nach seinem Hochzeitstag ereilte unseren lieben Mitbruder Erich Hoffmann an der Ostfront der Soldatentod. Bei einem Angriff auf den eingebrochenen Feind am 28.März wurde er durch einen Lungensteckschuß verwundet. Auf dem Hauptverbandsplatz erlosch sein junges Leben. Am 31.März wurde er auf dem Heldenfriedhof in Kutnja zur letzten Ruhe gebettet. Erich Hoffmann stand im 24. Lebensjahr. Er war seit 1941 Soldat, stand die längste Zeit an der Ostfront, wurde dreimal verwundet und trug das Sturmabzeichen und das Verwundetenabzeichen in Silber. Mit seiner Gattin, deren Eltern und Geschwister trauern sein Vater, dem der Krieg nun einen dritten Sohn als Opfer abfordert und alle anderen seiner Lieben.

Laß uns nur in deiner Gnade bleiben! Das bitten wir für die schwer betroffene Gattin und Angehörigen, das bitten wir für uns alle. Daß uns die Gewißheit nicht verloren gehe, daß Gott und dennoch gnädig und väterlich gesinnt ist, auch wenn er uns unter die schwere Last des Leides stellt. So wollen wir uns an unseren lieben Herrn und Heiland halten, daß er mit uns gehe und wir an seiner Seite der Gnade und Vaterliebe Gottes gewiß bleiben auch im Leide.

Am Sonntag Jubilate, 30. April 1944 in der evangelischen Kirche zu Pinkafeld. Predigt über Evang. Joh. 16, 16-23a

‚Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.‘ Das sind die Worte, bei denen wir aufhorchen. Traurigkeit ist uns nicht fremd, in der gegenwärtigen Zeit schon gar nicht. Das Heer der traurigen Menschen ist unendlich groß geworden. Machtlos stehen wir der Traurigkeit gegenüber. Wir können sie weder für uns noch für andere abwehren, fernhalten. Und wenn sie auf uns fällt, wissen wir ihrer nicht Herr zu werden. Nun steht der Heiland vor uns und sagt: ‘Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden‘. Es gibt einen Weg, aus der Traurigkeit herauszukommen, mit der Traurigkeit fertig zu werden. Das ist eine Botschaft, über die unser Herz eine tiefe, stille Freude empfinden darf. Das müssen wir aber fest im Auge behalten: Diese Freude kommt von Christus her. Er, dem alle Macht gegeben ist, hat es in der Hand, die Traurigkeit in Freude zu verwandeln und diejenigen, an denen er das tut, die das erfahren können, das sind seine Getreuen, die seinem Ruf Gehör schenken, an denen seine Liebe nicht vergeblich gewesen, die zu seiner Schar gehören.

Der Heiland bereitet seine Jünger auf den Abschied vor. ‚Ihr werdet mich nicht sehen...ihr werdet weinen und heulen.‘ Das ist der Grund aller unserer Traurigkeiten. Wenn wir nicht mehr sehen, wenn unseren Augen entzogen ist, woran wir unser Herz hängten, was uns lieb und teuer ist, was unsere Hoffnung war, wovon wir meinten, daß wir es nie entbehren, daß wir nie darauf verzichten können. Wie oft geschieht das? Wer zählt sie alle, denen der Gatte und Vater, der Sohn und Bruder endgültig und unwiederbringlich aus den Augen gezogen wird durch das fruchtbar harte Geschehen der Gegenwart. Wer zählt sie alle, denen in wenigen Augenblicken alles genommen wird, denen Hab und Gut in Staub und Asche sinkt, denen ihrer Hände Werk, die Frucht vieler Jahre und vieler Mühe restlos vernichtet wird. Da breitet sich dann Dunkel über uns und aus dem Dunkel stürmen die bangen und furchtbaren Fragen und Gedanken, es scheint nur eine Stimme alles zu übertönen: Es ist alles, alles sinnlos! Die Jünger des Heilandes haben das auch erlebt. Als ihnen die Grausamkeit der Widersacher ihren Herrn und Meister nahm und in den Tod ans Kreuz brachte, da war ihre Enttäuschung, ihr Zweifeln, ihre Hoffnungslosigkeit und Trauer grenzenlos, da standen sie vor dem Abgrund, aus dem sir nur die Sinnlosigkeit anstarrte.

Dem Heiland war das, was kommen sollte, was auf ihn wartete, nicht sinnlos. Er schreitet nicht ins Dunkle, nicht ins Ungewisse, in das Nichts. Er sagt zu seinen Jüngern: ‘Ich gehe zum Vater‘. Sein Weg in die Bitterkeit des Leides und Sterbens ist ihm der Weg zum Vater. Er nimmt alles aus der Hand des Vaters, auch was Menschen ihm antun. Das Leid legt sich auf ihn, aber es kann ihn nicht von Gott, seinem Vater trennen, auch das Sterben und der Tod drängen ihn nicht von Gott ab, sie sind ihm vielmehr Tür und Tor zum Vater. Ich kann hier, liebe Gemeinde, nicht fortfahren, euch etwas zu deuten oder zu erklären, ich kann euch nur sagen: Laßt uns in großer stiller Ehrfurcht stehen vor diesen Worten des Heilandes: Ich gehe zum Vater. Sind wir sein Eigentum geworden wissen wir uns an ihn gebunden, dann kommt großer Friede und Trost über uns, dann dürfen wir uns sagen: An der Seite meines Heilandes wird mein Weg durch die Traurigkeit ein Weg zum Vater. Er nimmt mit, er zieht mich nach sich. Hat er doch verheißen: Niemand wird euch aus meiner Hand reißen. Seht, liebe Brüder und Schwestern, darin unterscheidet sich der Christen Traurigkeit von der Traurigkeit aller anderen Menschen: Sie haben auch in der Traurigkeit den Heiland an ihrer Seite. Sie gehen mit ihm und er mit ihnen und er sagt seinen traurigen Brüdern und Schwestern: Wir gehen zum VATER.

Der Heiland erinnert seine Jünger an die große Traurigkeit, die jede Mutter kennt, bevor sie die große Freude erlebt, wenn sie ihr neugeborenes Kind in den Händen hält. Ist das eine sinnlose Traurigkeit? Wir alle wissen es, daß diese Traurigkeit eine Furcht hat, daß dieser Traurigkeit neues Leben entspringt. Auch in der Traurigkeit will Gott am Werk sein. Darum läßt er uns nicht allein, darum gibt er uns Christum, der mit uns geht und bei uns steht. In der Traurigkeit löst Gott von uns allem, damit wir ganz ihm gehören, uns ganz auf ihn werfen, mit ihm uns genügen lassen. ‚Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.‘ Wer es an sich geschehen lassen will, des lasse den lebendigen Heiland HERR sein über sich und räume ihm sein ganzes Herz ein. Amen.“

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