DICK  Hermann jun.

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 Schiltern                    

Geschichtliches aus Schiltern
Schiltern - ein kleiner, friedlicher Weinort, bekannt nicht nur durch seine hervorragenden Weine sondern auch durch das anerkannte psychosoziale Zentrum. Lesen Sie hier über seine Entwicklung.



Katastralgemeinde Schiltern


Wer nach Schiltern will, erreicht es, indem er entweder vor dem Stauteich im Loistal nach rechts abbiegt oder die alte Schilterner Straße benützt, die vom Stadtzentrum in Langenlois in zahlreichen Kurven durch Weinkulturen zur Höhe des Schiltingerberges in 366 Meter Höhe führt und dabei immer wieder schöne Ausblicke auf Langenlois, in das Tullnerbecken und ins Voralpenland bietet.

"Schiltern" - der Name bedeutet "zu den Schildmachern". Ihn führen auch die ersten Grundherren, es sind die Herren von Siltarn. Die ersten Ansiedlungen sind frei und offen, die Zeiten aber unruhig und gefahrvoll. So werden zum Schutz gemeinsame Zufluchtsorte gebaut, die Hausberge. Es sind künstlich aufgeschüttete, oben abgeplattete Kegel- oder Pyramidenstümpfe, umgeben von mächtigen Palisadenzäunen. Ein hölzerner Wehrturm steht im Innern.

 

Geschichtlicher Überblick


Der Schilterner Hausberg ist von besonderer Art. Er hat eine Mauerkrönung. An drei Seiten ragen heute noch Mauerreste auf, von einer Mächtigkeit und Eigenart (aus schiefliegenden Platten geformte Zwischenteile), die staunen läßt. Es ist die "Zorimaurer" (mittelhochdeutsch "zarga"=Einfriedung). Die Herren von Schiltern bauen ihre Burg gleich neben der Zorimauer. Die heutige Pfarrkirche soll ja aus der Burgkapelle entstanden sein. 1280 geht der ganze Schilterner Besitz auf die Ritter des nahegelegenen Chrantzekk (Kronsegg) über. Die Zorimauerburg wird nun nicht mehr gebraucht, nicht weiter ausgebaut, und verfällt. Wer Kronsegg erbaut, und wann, ist gänzlich unbekannt. Es ist eine stattliche Burg, im Loistal auf einem schmalen Berggrat gelegen. (Chranz=schön, egg=Bergschneide).

Das Geschlecht der Leysser, im Dreißigjährigen Krieg, beginnt als Protestanten den Wirtschaftshof der einstigen Burg Schilterns zu einem Schloß auszubauen. Gründe dafür waren, daß Kronsegg von den Schweden zerstört worden sein soll (belegt ist es nicht), eher schon der Umstand, daß die Bergburgen ihre Bedeutung von einst verlieren, und den neuen Kriegswaffen nicht mehr standhalten, genügt auch die wohnliche Anforderung der Zeit nicht mehr.

 

Schloß Schiltern




  Schloß Schiltern
 
Die Herren von Hackelberg (Karl, Freiherr von Hackelberg) leitet 1683 von Krems aus die erfolgreiche Abwehr gegen die Türken. Die Pfarrkirche wird wieder aufgebaut und Kronsegg als Pulver- und Bleilager, sowie als Zufluchtsort genützt. Der letzte der Herren von Schiltern (Graf Aichelberg), verkauft schließlich des Schloß und den Grundbesitz an die Stadt Langenlois (1928) von wo es 1930 weitergeht an "Die Englischen Fräulein Krems". Diese führen darin ein Kinderheim und eine Schule bis in die 90er Jahre. Heute wird das Schloß als Psychosoziales Zentrum geführt.

Schloß Schiltern also ist voller Leben, Kronsegg aber eine Ruine. Später übernimmt die Gemeinde den Besitz und befestigt die Burganlage soweit, daß der Interessierte nun Zugang hat. Gegenüber der Ruine liegt der Burgstall, jene geschichtliche Fluchtburg wo Funde aus der Bronze- und der Laténezei Zeugnis früher Besiedlung geben.

1972 wird Schiltern mit Langenlois vereinigt und es dauert noch bis 1997 bis sich alle Schilterner als gleichwertige Partner einer Gemeinschaft, "als Stadtgemeinde Langenlois" fühlen.

 

 

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Stand: 31. Oktober 2007