Begriffe aus dem Fachgebiet der
Aufladung von Verbrennungsmotoren
Supercharging, Turbocharging
5.5.2008
D.I.Gottfried Haider
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Der Autor legt aber großen Wert auf den Status "Unabhängiger Technischer Berater". Es gibt daher keine geschäftlichen Verbindungen zu Copyright-Nutzern.
Es werden häufig verwendete Begriffe im Bereich der Aufladung mit mechanischem Lader, aber auch mit Abgasturbolader näher beschrieben.
Weitere Infos finden über Aufladung Sie auch in meinem Taschenbuch :![]()
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Aufladung wozu?
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Warum Mechanische Aufladung mit Kompressor?
Bauarten der Mechan. Aufladung
Abgasturboaufladung?
Motortuning mit Aufladung
Turbodiesel Modellbezeichnung
Wassereinspritzung?
Bauarten der Ladeluftkühlung
Nach welchen Kriterien sucht man den Kompressor aus?
Welche Lebensdauer haben Turbolader?
Wie ist derTurbolader aufgebaut?
Kombinierte Aufladung? Resonanzaufladung?
Mixed Flow Turbolader?
Verdichtungsverhältnis beim Ladermotor?
Motorliefergrad, Luftaufwand?Kompressor Bike
Problem beim Turbolader
zweistufige Aufladung-Registeraufladung?
Lachgaseinspritzung?
Turbolader mit elektromotorischer Unterstützung?
Kugelgelagerte Turbolader?
Umluftventil?
Rauchentwicklung beim Turbodieselmotor
Dieselmotor mit drei Turboladern ?
Twin Scroll Turbolader ?
Turbolader macht den Motor leiser?
Zweistufige Aufladung mit Kompressor und Turbo ?
Ölwechselintervalle beim Turbodiesel ?
Wie wirkt sich der Druckverlust im LLK aus?
Neue Rootsladergeneration von Eaton
Abgasturbolader oder Kompressor ?
Zweistufige Abgasturboaufladung setzt sich durch !
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A u f l a d e s y s t e m e:
Einteilung:
Schwingrohraufladung, Abgasturboaufladung, kombinierte Aufladung oder Resonanzaufladung, mechanische Aufladung , Druckwellenaufladung oder Comprexaufladung, Pulseconverter, Impulsaufladung.
Man unterscheidet auch zwischen Selbstaufladung (z.B. Schwingrohraufladung) und der Fremdaufladung mit einem Zusatzaggregat. Bild
Neu ist die Impulsaufladung:
Hier wird die Dynamik der angesaugten Luftsäule im Saugrohr und Einlasskanal genutzt, indem man das Saugrohrende mit einem Magnetventil kurz verschließt und nach dem Aufbau eines Unterdruckes rasch wieder aufmacht. Der erreichte Impuls verbessert das Beschleunigungsverhalten von Motor und Fahrzeug.
Die Impulsaufladung hilft auch das "Turboloch" zu verhindern.
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Welche Namen werden für die Aufladegeräte verwendet?
Für den abgasgetriebenen Kompressor ist Abgasturbolader der Grund-Begriff, es wird jedoch auch Turbolader, oder nur Turbo verwendet.
Der gebräuchlichste im deutschsprachigen Raum ist Kompressor, aber auch mechanischer Lader.
Im englischen Sprachraum wird primär der Begriff Supercharger, gerne wird auch Blower verwendet.
Je nach der Bauart wird verwendet:
Schraubenlader, Verdrängerlader, Strömungsverdichterlader, Drehkolbenlader, Flügellader, Spirallader,
Rootslader, Rootsblower, electrical supercharger, booster, twin screw supercharger, screw compressor, centrifugal supercharger, Twincharger
Im Englischen ist Turbocharger üblich. Es wird aber auch Supercharger für den Abgasturbolader und Mechanical Supercharger für den Kompressor verwendet
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W o z u braucht man A u f l a d u n g ?
Bei der Aufladung wird durch Vergrößerung der Ladung (Dichteerhöhung der Ansaugluft), die Füllung verbessert und die Leistungswerte des Verbrennungsmotors angehoben. Diese Verdichtung der Ansaugluft hat jedoch eine unerwünschte Temperaturerhöhung zur Folge.
Mit einem L a d e l u f t k ü h l e r vor dem Eintritt in den Motor, kann eine weitere Steigerung der Zylinderladung erreicht werden.
Mit Aufladung wird eine bedeutende Drehmomentanhebung , und Leistungssteigerung erreicht.
Der, im Vergleich zum Basis-Saugmotor leistungsgleiche Ladermotor kann mit kleinerem Hubraum und daher geringerem Gewicht ausgelegt werden.
Mit die Aufladung können die gesetzlich vorgeschriebenen Abgasemissionsgrenzwerte besser eingehalten werden.
Das neue Entwicklungsziel der Motorenentwickler ist das Downsizing, eine Verminderung des Hubraumes und der Zylinderzahl, ohne Einbuße an Leistung.
Neben der Verbesserung bei der Ventilsteuerung und der Verminderung der Ladungswechselverluste bietet die Aufladetechnik ein sehr wirksames Mittel zur Erreichung dieser Entwicklungsziele.
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W a r u m m e c h a n i s c h e Aufladung ?
Besonders beim Ottomotor ergeben sich Vorteile gegenüber dem ATL, weil die abgasführenden Teile nicht aus hochwarmfesten, teuren, Material hergestellt werden müssen. Die luftführenden Teile in genügend großem Abstand zu heißen Teilen angebracht werden können und dadurch nicht aufgeheizt werden können. Die Abgasturbine soll aus Wirkungsgradgründen möglichst nahe am Auspuffkrümmer angebracht werden. Das verursacht thermische Probleme für die übrigen angrenzten Motorteile und stellt große Anforderung an die Abgasabdichtungen.
Die Abgasführung des Kompressormotors kann jedoch strömungsgünstig und kostengünstig gestaltet werden.
Der Einbau des Katalysators kann an optimaler Stelle durchgeführt werden.
Marinemotoren beispielsweise müssen zur Reduzierung der Oberflächentemperatur (Verminderung der Brandgefahr) mit wassergekühlten Abgasturbinengehäusen ausgestattet werden.
Mechanische Lader können hingegen ohne diesen Zusatzaufwand eingebaut werden.
Als Zusatzladegerät in Serie zum ATL ist jedoch ein kompakter mechanischer Lader auch beim PKW-Motor sinnvoll einsetzbar. Es gibt aber auch Marinedieselmotoren mit vorgeschaltenem Kompressor.
Auch bei Dieselmotoren mit Rußfiltern ergeben sich Vorteile für den mechanischen Lader, da auf den wirkungsgradgünstigen Anbau der Abgasturbine nicht Rücksicht genommen werden muss. Der Abgasstrang kann optimal gestaltet werden.
Eine Sekundärluftpumpe kann eingespart werden, da die Überschussluft des Kompressors auch für die Abgasentgiftung genutzt werden kann.
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B a u a r t e n der mechanischen Aufladung (Kompressoraufladung):
Für die mechanische Aufladung von Verbrennungsmotoren werden überwiegend
Drehkolbenmaschinen in einwelliger und zweiwelliger Ausführung verwendet.
Wie bei den Zahnradgetrieben (Außenverzahnung und Innenverzahnung) unterscheidet man bei den zweiwelligen Maschinen zwischen
außenachsigen und innenachsigen Ausführungen.
In der einfachsten Form besteht der Rotor aus einem Kreiszylinder, das Gehäuse aus einem kreiszylindrischen Rohr,
und das Trennelement zwischen Saugraum und Druckraum aus einem federbelasteten Flach-Schieber.
Die einwellige Bauart läßt sich gut und kompakt in den Verbrennungsmotor einbauen.
Der Antrieb kann auch ohne Riemen oder Zahnräder erfolgen, wenn man den Rotor direkt mit dem Kurbelwellenende antreibt.
Durch das zentralsymmetrische Aneinanderreihen von mehreren Rotoren hintereinander wird ein pulsationsarmer gleichmäßiger Förderverlauf erreicht.
Es ist aber die zweiwellige, außenachsige, verschraubte Bauart nach Roots,die derzeit am häufigsten in Serie eingesetzt wird.
Die Schraubenverdichter sind im Kommen.
Im Aftermarketbereich wird zusätzlich der
mechanisch und elektrisch getriebene Radialverdichter und der
Schraubenverdichtereingesetzt.
Beim mechanisch getriebenen Radialverdichter wird ein kompaktes, reibungsarmes und geräuscharmes Getriebe,
z.B.ein Zahnradgetriebe, Reibradgetriebe oder ein Zahnriementrieb
verwendet.
Ein mechanisch getriebener Axialverdichter ist in Entwicklung
Beim Electrical Supercharger wird ein hochdrehender Elektromotor mit langer Lebensdauer eingesetzt.
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A b g a s t u r b o a u f l a d u n g :
Die Abgasturboaufladung nutzt das abgeblasene Abgas aus dem Motor für den Antrieb eines Kompressors.
Es wird auf dem Auspuffkrümmer eine Abgasturbine angeschraubt, die über einer gemeinsamen Welle einen Strömungsverdichter antreibt.
Der Nutzen ist umso größer, je heißer die Abgase auf das Turbinenrad treffen.
Zur Begrenzung des Ladedruckes wird der Abgasstrom an der Turbine vorbeigeleitet oder gedrosselt.
Warum ist die Abgasturboladung besonders bei Dieselmotoren so stark verbreitet?
Im Vergleich zum Ottomotor machen das niedrige Drehzahlniveau und die geringeren Abgastemperaturen die Anpassung des Abgasturboladers an das Motorkennfeld einfacher, die Materialauswahl kostengünstiger.
Der Dieselmotor kann ohne Turbolader in der Leistung mit dem Benzinmotor nicht mithalten.
Die neuen kompakten Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG ™) sind hinsichtlich des Beschleunigungsverhaltens stark verbessert. Die Rauchentwicklung durch verzögertes Ansprechen der Abgasturbine ist mit diesen neuen Geräten stark vermindert. Es wird hier der Eintrittsquerschnitt und der Anströmwinkel auf die Abgasturbinenschaufeln in Abhängigkeit von Motorparametern verändert. Dies wird meist mit verstellbaren Leitschaufeln erreicht - oder mit einem Schieber der den Eintrittsquerschnitt mehr oder weniger abdeckt.
Es gibt aber auch schon serienreife Abgasturbolader mit Hilfs-Elektroservomotor, der das Laufzeug zusätzlich beschleunigt und so das "Turboloch" (kurzzeitiger Luftmangel durch Förderverzögerung des Laders bedingt, durch die Massenträgheit des Laufzeuges) verhindert.
Die neuen PKW-HighTechDiesel in V-Bauweise werden auch mit "DoppelTurbo" oder "TwinTurbo" ausgeführt.
Zwei kleine ATL´s für je eine Zylinderreihe ergeben ein sehr gutes Ansprechverhalten und damit gute, weitgehend rauchfreie Fahrzeugbeschleunigung.
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Motortuning mit Aufladung:
Das Tunen (Verbesserung von Leistung und Drehmoment von Serienmotoren) mit Abgasturbolader und Kompressor (Supercharger) ist sehr beliebt und wirkungsvoll. Die einfachste Möglichkeit ist die "milde" Aufladung mit mechanisch getriebenen, dauergeschmierten Ladern bis max. 0,3bar Ladedruck.
Durch den Verzicht auf höhere Ladedrücke und damit höhere Leistungswerte kann gegebenenfalls der Ladeluftkühler, Ölkühler und der Lader-Motorschmierölanschluß eingespart werden.
Der Umbau damit einfach gehalten werden. Auch die Lebensdauer von Lader und Motor wird höher sein.
Das Tunen mit dem Abgasturbolader hat größeren Einfluss auf den Motor als das Tunen mit dem Kompressor.
An den Motorteilen Abgaskrümmer, Auspuffanlage, und an der Motorschmierung sind bei der Abgasturboaufladung in jeden Fall Umbauten notwendig.
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Turbodiesel:
Da bei den neuesten PKW - Dieselmotoren der Abgasturbolader die Standardausführung ist (nur mehr wenige Saugdiesel werden angeboten), wird dieser Begriff immer weniger in der Fahrzeugbeschreibung und -bezeichnung verwendet.
Auch das früher so oft in der Abkürzung verwendete "T" für "Turbo" wird nur mehr selten verwendet.
So kann man bei der Bezeichnung Common Rail Dieselmotor (CDI oder CR...) fast immer davon ausgehen das ein Dieselmotor mit Abgasturbolader (Turbodiesel) im Fahrzeug eingebaut ist. Also ein Turbodiesel mit dem neuen Einspritzsystem Common Rail.
Auch beim schlichten "D" für Diesel (früher die Bezeichnung für Saugdiesel) muss man mit einem Abgasturbolader rechnen.
Besonders dann, wenn die Literleistung über 30KW/Liter Hubraum (ca.41PS/Liter) beträgt.
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Wassereinspritzung beim aufgeladenen Motor?
Die meist nur für getunte Motoren und Rennmotoren angewandte Wassereinspritzung nutzt die hohe Verdampfungswärme von Wasser.
Auf den Ladeluftkühler, oder nach dem Lader in die heiße Luft gesprüht, entzieht es dem Gehäuse und der Ladeluft beim Verdampfen Wärme
und bewirkt eine Abkühlung. Die Dichte der Ladeluft wird durch diese "Zusatzladeluftkühlung" weiter vergrößert.
Das bringt nicht nur einen Leistungsgewinn, sondern auch (bei normaler Fahrweise) Verbrauchsvorteile und Abgasverbesserung (NOx).
Mehr darüber in der Printausgabe: Die mechanische Aufladung - Kap.9.1
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Bauarten der Ladeluftkühlung:
Im Fahrzeugbereich (PKW, LKW) wird überwiegend die
Luft(Fahrtwind) - Luft(Ladeluft)-Kühlung angewendet.
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Der "kühle", Fahrtwind wird auf einen Wärmetauscher aus Rippen und Rohren geleitet und kühlt diese ab.
In den Rohren strömt die Ladeluft und kühlt an den "kalten" Rohrwänden ab.
Stark im Kommen ist aber der doch aufwendige
Wasser (Motorkühlwasser) - Luft (Ladeluft) Kühler.
Zwischen Zylinderkopf (V-Motor) und Ladegerät wird ein wassergekühltes Wärmetauscherelement
eingebaut. Auf den Lader wird dann noch ein Luftsammler mit Drosselklappen aufgesetzt.
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Eine effektive Kühlung kann dabei nur erreicht werden, wenn auch das Motorkühlwasser vor dem Eintritt
in den Ladeluftkühler mit einem Zusatzkühler unter das Motorkühlwasserniveau abgekühlt wird.Dafür ist aber ein zweiter Kühlmittelkreislauf mit Wasserpumpe notwendig.
Die Bauarten werden auch nach dem verwendeten Kühlmittel unterschieden. Schema
----------------------------------------------------------------------------------------Welche Auswahlkriterien gelten für mechanische Aufladegeräte (Kompressor)?
Die Kriterien ergeben sich aus der Beantwortung von folgenden Fragen:
- Erreicht der ausgewählte Lader den gewünschten maximalen Ladedruck, und den maximalen Durchsatz?
- Welcher Gesamtwirkungsgrad wird dabei erreicht. (Beim Kompressor muss der Wirkungsgrad des Ladergetriebes mit berücksichtigt werden.)
Das Gerät das ALLE Kriterien maximal erfüllt werden Sie kaum finden.
- Wie ist der Druckaufbau beim Beschleunigen und bei Lastwechsel?
- Wie groß ist der Einbauraum? (Besonders wichtig ist der Querschnitt - In Motorlängsrichtung ist meist mehr Platz)
- Wie sieht der Antrieb des Laders oder das Getriebe im Lader aus? (Ist ein Zusatzgetriebe notwendig, um die günstige hohe Radialverdichterdrehzahl zu erreichen, oder genügt ein einfacher Zahnriemen von der Kurbelwelle?)
- Wie hoch ist das Geräusch (Schallpegel, unangenehmes Geräusch)
- Wieviel will ich ausgeben? - Preis?
- Welche Schmierung ist vorgesehen? (mit Motordruckölschmierung, oder Dauerschmierung?)
Es ist daher immer vorher festzulegen welche Anforderungen für den jeweiligen Anwendungsfall die wichtigsten sind.
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Lebensdauer von Ladegeräten:
Die, am höchsten beanspruchten Ladegeräte sind die Abgasturbolader für Hochleistungs-Benzinmotoren.
Besonders die kleinen Turbolader von Motoren unter 2Liter Hubraum sind noch zusätzlich durch die extrem hohen Drehzahlen belastet.
Der Turbolader ist beim Benzinmotor durch Abgastemperaturen mit über 1000°C belastet.
Das Temperaturniveau ist daher um einiges höher als beim Turbodiesel.
Das wird teilweise durch die Anwendung von hitzefestem Material bei den Abgasteilen inklusive Turbolader ausgeglichen.
Ein wassergekühltes Lagergehäuse und eine elektrische Nachlauf-Wasserpumpe verbessern die Gefahr der Verkokung noch weiter.
Diese erwähnte Pumpe läuft auch bei abgestelltem Motor automatisch einige Minuten nach - wie z.B. der Elektrolüfter beim Wasserkühler - und ist auch im Nachrüsthandel (Tuning) erhältlich. Mit diesem Zusatzaufwand kann man, bei vernünftiger Fahrweise und der Einhaltung der erwähnten Verhaltensregeln beim Abstellen, mit der gleich guten Lebensdauer für moderne Turbolader an Ottomotoren und an Dieselmotoren rechnen.
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Wie ist ein Abgasturbolader aufgebaut?
Der PKW-Abgasturbolader besteht aus einer mit dem Motorabgas beaufschlagten Kleinst-Radialturbine und einem kompakt aufgebauten Radialverdichter .
Die Rotoren der Strömungsmaschinen sind mit einer gemeinsamen Welle verbunden.
Der Zusammenbau von Turbinenrad -Welle-Verdichterrad bildet das Laufzeug.
Um hohe Drehzahlen mit wenig Reibung beim Hochfahren zu erzeugen, ist dieses Laufzeug mit geringem Trägheitsmoment ausgeführt.
Die Lagerung erfolgt mit schwimmenden Gleitlagerbüchsen, oder mit Kugellagern. Es werden aber auch "Hybridlader" mit Gleitlagerbüchse und Keramikkugellager zusammengebaut.
Für die Schmierung der Lager und für den Abtransport der Hitze wird diese Lagerung mit Motordrucköl versorgt.
Wichtig ist es für Lagerung und Geräuschentwicklung, das dieses Laufzeug sehr gut ausgewuchtet wird.
Für die Regelung des Ladedruckes wird Abgas, über eine Ventil, am Turbinenrad mehr oder weniger vorbeigeleitet und die Drehzahl des Laufzeuges dadurch verändert. Dieses Ventil wird Abblaseventil oder in einer neueren Ausführung auch Abblaseklappenventil genannt. Bei der neueren Regelungs-Methode (VTG - der variablen Turbinengeometrie) wird der Anströmwinkel und der Durchströmquerschnitt vor dem Laufradeintritt der Abgasturbine verändert. Für den unteren Drehzahlbereich wird dadurch ein kleines Turbinengehäuse angenähert, das besonders gute Hochlaufeigenschaften des Laufzeuges im instätionären Betriebsbereich (Beschleunigung) ermöglicht.
Durch einen Wassermantel im Lagergehäuse kann Motor-Kühlwasser geleitet werden und damit die Lager-Temperatur bedeutend gesenkt werden. Besonders bei Benzinturbomotoren wird damit die Verkokungsgefahr der Lagerung deutlich vermindert.
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Was versteht man unter einer "Kombinierten Aufladung"?
Dr. Cser (HU) hat schon vor vielen Jahren eine kombinierte Aufladung mit Resonanzrohren entwickelt, die in einem Resonanzbehälter münden.
Beim 6Zylindermotor gibt es 2 Resonanzrohre und 2 Sammelbehälter, wobei beide Enden der Resonanzrohre offen sind.
Von diesen Sammelbehältern gehen dann 3 Einzelrohre zu den Ansaugkanälen. Kombiniert wird dieses System mit einem ATL .
Die Wirkung gegenüber einer einfachen Schwingrohraufladung (bei der die Rohre nur einseitig offen sind) wird verstärkt.
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Unter Resonanzaufladung versteht man eine Aufladung mit Druckschwingungen in beidseitig offenen Ansaugrohren.
Bei der Resonanzdrehzahl stimmt die Frequenz der Anregung (Motordrehzahl) mit der Frequenz der Luftsäule im Rohr überein.
Es ergibt sich eine Druckerhöhung für diese Drehzahl, die üblicherweise bei d e r Drehzahl auftritt, wo das maximale Drehmoment des Motors liegen soll.
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Mixed Flow Turbine beim Abgasturbolader?
Eine Mixed - Flow Abgasturbine ist eine Zwischenlösung für Radialturbine und Axialturbine.
Wie der Name schon sagt, wird das Radialturbinenrad - radial (Eintrittskante parallel zur Rotationsachse) angeströmt.
Eignet sich gut für kleine Durchsätze wie beim PKW und LKW.
Das Axialturbinenrad wird hingegen in axialer Richtung angeströmt und ist für größere Durchsätze etwa für Großmotoren geeignet.
(Eintrittskante 90 Grad zur Rotationsachse)
Nun gibt es auch die Mixed Flow Turbinen, die eine schräge Eintrittskante aufweisen und für manche LKW-Größen besser geeignet sind.
Vorteil:
Es kann auch ein kleineres Laufrad verwendet werden, weil auch eine "axialer" Laufradteil dazu kommt, der ja ideal für größere Durchsätze ist.
Der Vorteil der Radialturbine (wie besseres Ansprechverhalten instationär) wird kombiniert mit dem Vorteil (besserer Wirkungsgrad) des axialen Teiles, im oberen Drehzahlbereich.
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Warum muss das Verdichtungsverhältnis beim Nachrüsten des Saugmotors mit einem Aufladegerät reduziert werden?
Mit dem höheren Verdichtungsdruck des aufgeladenen Motors steigt die Verdichtungsendtemperatur deutlich über das Niveau des Saugmotors an.
Besonders beim Benzinmotor erhöht sich die Klopfgefahr dramatisch.
In der einfachsten Form erreicht man durch Beilegen einer zweiten Zylinderkopfdichtung eine ausreichende Verkleinerung des Verdichtungsverhältnisses.
Da aber beim Motor mit deutlich erhöhter Leistung, ohnehin verstärkte, gekühlte Kolben zu empfehlen sind, kann man bei der Bestellung die reduzierte Kolbenhöhe gleich berücksichtigen.
Bei geringen Veränderungen kann auch der Brennraum und oder der Kolben nachgearbeitet werden.
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Motorliefergrad - Luftaufwand
Der Motorliefergrad ist von großer Bedeutung für die Drehmoment-, und Leistungsausbeute des Motors. Er berücksichtigt die Strömungsverluste beim Einströmen der Ladung in den Zylinderkopf.
Ältere 2-Ventilmotoren haben einen geringeren Liefergrad als die neuen 4-Ventilmotoren.
Zum Teil aufwendige Saugrohrkonstruktionen mit Klappensystemen können den Liefergradverlauf über der Drehzahl günstig beeinflussen.
Die Folge ist eine gute Drehmomentüberhöhung schon bei niedrigeren Drehzahlen.
Aufgeladene Motoren erreichen diesen Effekt mit elektronischer Ladedruckregelung und variabler Geometrie.
Der Liefergrad der Ladermotoren ist wesentlich größer als der von Saugmotoren.
Beim aufgeladenen Motor wird der Liefergrad auf den Zustand vor dem Einlassventil bezogen und als Luftaufwand bezeichnet.
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Kompressor Motorrad
In den 30er Jahren wurden oftmals im Rennsport Motorräder mit Kompressor verwendet.
Vor allem Rootslader und Flügellader waren in 2Takt und 4Takt-Motoren eingebaut.
Für Serienmotorräder reichte die Lebensdauer der Lader offenbar nicht aus.
Neben Kleinst-Turboladern wurden auch Rootslader und Schraubenlader an getunten Motorrädern verbaut.
Diese Blower werden mit Zahnriemen, aber auch über Zahnradgetriebe vom Motor direkt angetrieben.
Auf eine BypassRegelung wird meist verzichtet.
Die erhöhten Leistungswerte werden zwar mit herkömmlichem Tuning vielfach auch erreicht.
Aber den guten Drehmomentverlauf von "unten heraus" kann man am besten mit einem Kompressor erreichen.
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Neu sind mechanisch getriebene Radialverdichterlader,
die weit über 100.000U/min Rotordrehzahl erreichen und besonders kompakte Abmessungen aufweisen.
Serienanwendung für den Kompressormotor gibt es für einen Peugeot -Scooter mit Benzineinspritzung.
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Abgasturbolader Probleme
Neben Schadensursachen im Gerät selbst, müssen auch einige Fehlerursachen geprüft werden, die mit dem Motor zusammenhängen:
Kurbelgehäuseentlüftung:
Mit hoher Laufdauer des Motors tritt, durch den unvermeidbaren Kolbenringverschleiß, ein größeres Durchblasen ("blow by") von Brenngas am Kolben vorbei auf. Der Druck im Kurbelgehäuse wird größer und beschäftigt die Kurbelgehäuseentlüftung zusätzlich.
Eine schlecht funktionierende Kurbelgehäusentlüftung kann zu Abdichtproblemen an Verdichter und Turbinenseite führen, da das Lagergehäuse über den Ölrücklauf mit der Ölwanne in Verbindung steht.
Luftfilter:
Der Luftfilter bei Turbomotoren ist unbedingt nach Wartungsvorschrift zu wechseln.
Mit zunehmender Verschmutzung erhöht sich der Unterdruck im Verdichter derart, das auch Öl vom Lagergehäuse in den Luftfilter gesaugt wird.
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Was versteht man unter einer zweistufigen Aufladung und einer Registeraufladung?
Bei mittelschnelllaufenden Marinemotoren ist die zweistufige Aufladung und die Registeraufladung schon lange bekannt.
Hier ist auch genug Einbauraum vorhanden und die Kosten der zusätzlichen Aggregate fallen nicht so gravierend ins Gewicht.
Durch den Einsatz von Klappen oder Ventilen für die teilweise oder vollständige Abschaltung von Turboladereinheiten wird die zweistufige Aufladung zur Registeraufladung. Eigentlich wäre es sinnvoll, erst bei mehr als 2 Turboladern von Registeraufladung zu sprechen.
So sind z.B. bei MTU 4 zweistufige Turboladereinheiten zu einer zweistufigen (jeweils kleiner und großer Turbolader) Registeraufladung zusammengeschalten.
Das ergibt 8Turbolader für den V12.
Die Bezeichnung Register dürfte vom Orgelbau stammen, hier werden auch in Tonhöhe (Ladedruck) und Klangfarbe (Durchsatz) verschiedene "Pfeifen-Register" zu oder abgeschalten.
Der Trend nach höheren Ladedrücken und besserem Hochlaufverhalten der Turbolader brachte auch dieses System in den Serien-Nutzfahrzeugmotoren und PKW-Motoren Anwendungsbereich. Es werden zwei Turbolader mit unterschiedlicher Größe verwendet. Ein kleiner Turbolader für den unteren Drehzahlbereich und ein größerer für den oberen Drehzahlbereich mit hohen Luftdurchsätzen.
Die beiden Turbolader sind abgasseitig und luftseitig in Serienschaltung miteinander verbunden und werden mit BypassKlappen dem jeweiligen Drehzahl- und Lastbereich des Motors angepasst. Je nach Ladedruckniveau können ein bis zwei Ladeluftkühler notwendig werden.
Die Konstruktion des Laderanbaues für einen PKW-Motor mit bekannt knappen Einbauraum im Motorraum des Fahrzeuges, stellt neue Anforderungen an den Entwicklungsingenieur.
Doch der Aufwand scheint sich zu lohnen. Ladedruckniveau und Performance sind deutlich besser.
Ein 3Liter 6Zylinder CR-Dieselmotor mit zweistufiger Aufladung (Registeraufladung mit zwei Turboladern) ist schon in Serie.
Der 2Liter 4Zylinder CR Dieselmotor ging 2007 in Serie.
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Lachgaseinspritzung?
Stark abgekühltes flüssiges Lachgas N2O wird bei offener Drosselklappe in den Lader gespritzt.
Es tritt eine kurzzeitige starke Leistungserhöhung durch Erhöhung des Sauerstoffanteiles und einer Abkühlung durch den Wärmeentzug beim Verdampfen der Ladung ein. Auch Nitrous Einspritzung oder Nitro Blowing genannt.
Nur für den Rennsport geeignet.
Turbolader mit elektromotorischer Unterstützung?
Im Bereich des Lagergehäuses wird ein schnelllaufender Elektromotor eingebaut, der in Hochlaufphasen beim Beschleunigen kurzfristig zugeschalten wird. Besonders bei größeren Ladern tritt beim Hochlaufen eine Verzögerung durch den trägen Aufbau des Abgasdruckes auf.
Die Abgasturbine erreicht nicht rasch genug die notwendige Drehzahl für den Verdichterantrieb.
Die Folge ist eine kurzfristiger Luftmangel beim Beschleunigen.------> Das "Turboloch"
Der kleine Elektromotor ist da wesentlich schneller und hilft der Turbine beim Hochlaufen.
Nachteil: 1.Das Turboladerlaufzeug wird auch schwerer, und das fällt bei ausgeschaltenem Elektromotor ins Gewicht.
2.Das elektrische Energieversorgungssystem muss verstärkt werden.
Eine zweite Möglichkeit bietet sich durch den Antrieb eines Zusatz-Verdichters mit einem Elektromotor.
Der "electrical supercharger" unterstützt den "normalen" Turbolader nur in Beschleunigungsphasen.
Wozu kugelgelagerte Abgas -Turbolader?
Die sogenannten " Ballbearing Turbocharger " haben statt der üblichen Gleitlagerung mit schwimmenden Lagerbüchsen, ein für höchste Drehzahlen geeignetes Kugellager eingebaut. Das bringt Vorteile beim Hochfahren des Turboladers, also besseren Ladedruckaufbau beim Beschleunigen. Beim Benzinmotor wird diese Lagerung für mittlere und große Turbolader angeboten.
Beim Dieselmotor gibt es aber auch schon Serienanwendung für Kleinstturbolader.
Umluftventil bei Turbolader oder Kompressor?
Ist eine wirksames Regelglied im Lastwechselbereich. Der Verdichter (Kompressor) wird kurzgeschlossen und die wertvolle Ladeluft von der Verdichteraustrittsseite über dieses Bypassventil in die Saugöffnung zurückgeleitet. Der Turbolader-Verdichter wird auf Drehzahl gehalten und verbraucht weniger Leistung bis der nächste Beschleunigungsstoß vom Fahrer erfolgt.
Turbodiesel mit Rauchentwicklung?
Für die Rauchentwicklung beim Dieselmotor kann es viele Ursachen geben. Ein häufiger Defekt wird oft übersehen und hat fatale Wirkung auf den Turbolader.
Die undichte Steuerdruckleitung für die Ladedruckregelung.
Wird der Schlauch für den Steuerdruck vom Verdichter zur Druckdose der Ladedruckregelung undicht oder ist die Schlauchschelle schlecht angezogen, so wirkt ein geringerer Steuerdruck auf die Membran und die Stellung eng der Leitschaufeln wird überhaupt nicht oder nur verzögert geöffnet.
Der notwendige Luftdurchsatz bei höheren Drehzahlen kann daher nicht mehr vom Turbo geliefert werden, weil der Querschnitt eng bleibt. Für den oberen Drehzahlbereich müssen die Leitschaufeln immer mehr öffnen.
Es entsteht Ruß infolge "Luftmangels". Und dieser setzt sich nicht nur im Bereich des Auspuffaustrittes auf dem Fahrzeug ab, sondern auch massiv im Turbinengehäuse, den Lagerabdichtungen und dem Verstellmechanismus für die Ladedruckregelung. Das ist mit reichlich unverbranntem Dieselöl durchsetzter Ruß der kleben bleibt und durch die hohen Bauteiltemperaturen, richtig festbackt wie der Kuchen der zu lange im Rohr war.
Auch die empfindliche Lagerung mit engsten Toleranzen wird durch Rußschichten beinflusst, weil die Ringabdichtung durch notwendige Spiele nicht 100% dicht sein kann. Auch der Verstellmechanismus der variablen Geometrie wird mit jedem Kilometer mehr bedeckt und blockiert nun endgültig.
Steckt man nun einen neuen Schlauch auf, dann bewegt sich dieser Mechanismus wieder und es lösen sich einzelne Partikeln, die dann Schaden an dem Turbinenrad und der Lagerung verursachen können. Da nutzt keine Reinigung von außen in das Turbinengehäuse. Es muss der Lader beim Spezialisten zerlegt, gereinigt und überholt werden.
Dieselmotor mit drei Abgasturboladern?
Bei V-Motoren ist der Einbau einer zweistufigen Turboaufladung besonders kompakt verwirklichbar.
Je ein kleiner Turbolader für die linke und rechte Zylinderbank und ein großer mittig angeordneter Turbolader für beide Zylindereihen.
Die gute Beschleunigung mit Rekorddrehmoment geht hauptsächlich von den kleinen Hochdruckladern aus.
Und die Höchstleistung wird mit dem zugeschaltenen Big Turbo erzeugt, der mit zunehmender Drehzahl immer mehr durchströmt wird.
In Genfer Automobilsalon 2005 war schon eine seriennahe Studie von diesem System zu sehen.
Twin Scroll Turbolader ?
Da die variable Geometrie, wie sie beim Dieselmotor heute schon Standard ist, beim Ottomotor wegen der höheren Abgastemperaturen Probleme bereitet, geht man andere Wege um das Ansprechverhalten der Turbine im instationären Betrieb zu verbessern. Durch die zweiflutige Ausführung des Turbinengehäuses, wird die Trennung der beiden Auspuffkrümmerfluten bis vor dem Turbineneintritt weitergeführt. Durch die Verkleinerung der Oberflächenrauhigkeit der Turbinenkanäle konnte der Strömungsverlust (aufgrund der zusätzlichen Trennwand beim Twin Scroll) kompensiert werden. Die Vorteile der vollständigen Fluttrennung besser genutzt werden.
Bisherige Turbinengehäuse waren bei PKW Turboladern überwiegend einflutig ausgeführt, d.h. der Eintrittsquerschnitt in die Turbine hatte keine Trennwand in der Mitte. Über diesen gemeinsamen Eintrittsbereich im Turbineneintritt konnte daher eine Störung der Stoßenergie auf die benachbarte Flut im Auspuffkrümmer stattfinden und der Antrieb der Turbinenschaufel geschwächt werden.
Macht der Turbolader den Motor leiser ?
Beim Abgasturbolader wird Abgas in eine Turbine geleitet. Dort wird die Energie auf das Laufzeug übertragen und der Verdichter angetrieben. Dabei sinkt der Abgasdruck von p3 auf p4 und der Druck der Ladeluft steigt von p1 auf p2. Abgasdruckschwingungen werden abgebaut und das Druckniveau wird deutlich gesenkt.
Das ergibt eine verminderte Geräuschentwicklung durch den Abgasturbolader mit Ausnahme des Turbopfeifens, das bei einem gut abgestimmten und gewuchteten System eigentlich nicht auftreten soll. Aber bei tauschreifen Turbos mit hoher Laufleistung doch oft vorkommt.
Turbolader mit Kompressorunterstützung ?
Das System ist nicht neu -------- Rallyemotoren, Marinemotoren, Flugmotoren, aber auch NfZ-Motoren hatten und haben dieses System erfolgreich eingesezt.
Die Trägheit des Turboladers wird mit einem Zusatzkompressor kompensiert. Zusätzlich kann der Durchsatz und der Ladedruckverlauf deutlich angehoben werden.
Man kann den Kompressor vor oder nach dem Abgasturbolader einbauen, wobei die Anpassung und die Regelung der beiden unterschiedlich reagierenden Ladegeräte von großem Einfluss auf den Erfolg dieses Systemes ist. Jüngste Serienanwendung ist ein Downsizingmotor mit 1,4Liter von VW. Der Eatonkompressor ist hier vor dem Turbolader angeordnet und liefert verdichtete Luft in den Verdichtereinlass des ATLs. Im oberen Drehzahlbereich wird er abgekuppelt.
Ölwechselintervalle beim Turbodiesel ?
Die Ölwechselintervalle und Motorserviceintervalle werden bei den modernen Motoren immer länger.
Im Schnitt alle 30.000km oder alle 2Jahre das Öl mit Filter gewechselt werden.
Dennoch bleibe ich bei der "alten" Vorschrift, besonders bei Turbodieselmotoren,
der JÄHRLICHE Motorölwechsel mit Filter.
Fährt man viel, ist es ohnehin sehr anzuraten.
Fährt man wenig und steht das Fahrzeug daher viel herum, dann ist es wegen Ablagerungen und Verklumpungen ebenfalls empfehlenswert zu wechseln.
Besonders nach einer wetterbedingten Zwangspause (z.B. Fahrzeug über ein Monat eingeschneit)
Im Vergleich zu den hohen Treibstoffkosten, ist der Ölwechsel noch günstig.
Beim Ölwechsel nicht sparen, Markenöl und Leichtlauföle sind zu empfehlen.
Sie werden sicher nach jedem Ölwechsel einen postiven Unterschied merken.
Und der ist nicht nur subjektiv.
Es ergibt sich auch ein günstigerer Verbrauch und eine längere Lebendauer des Motors und des hochbeanpruchten Turboladers.
Wie wirkt sich der Druckverlust im LLK aus?
Die Ladeluftkühlung wirkt sich sehr positiv auf den aufgeladenen Motor aus. Ist man jedoch wenig sorgsam bei der Auswahl der Kühlergröße und der Ausführung der Versorgungsleitungen, so ergibt sich ein hoher Druckverlust der das Ladedruckniveau um bis zu 18% mindert. Der Verdichter liefert beispielsweise 1bar Ladedruck, der Motor erhält jedoch nur mehr 0,82bar. Will man diesen Leistungsverlust durch höheren Ladedruck ausgleichen, so muss man mindestens auf 1,2bar erhöhen. Das bedeutet aber wieder eine höhere Ladelufttemperatur. Daher müsste auch die Kühlwirkung verbessert werden.
Es ist daher viel wirkungsvoller den Druckverlust zu vermindern, anstatt den Ladedruck zu erhöhen.
Auf die Optimierung der Strömungsverhältnisse beim Eintritt in den Ladeluftkühlerblock ist besonders zu achten. Aber auch die Länge und Krümmungen der Leitungen haben großen Einfluss auf den Gesamtdruckverlust vor dem Eintritt in den Motor.
Moderne Aufladung bei Traktorenmotoren:
Die Traktormotoren für die landwirtschaftliche Nutzung sollen drehmomentstark, sparsam, von hoher Lebensdauer, abgasarm und geräuscharm sein. Für dieses Anforderungsprofil kommt nur der Turbodieselmotor zur Anwendung. Der Einsatz von Ladeluftkühlung und von Ladern mit Ladedruckregelung erfolgte hier etwas später als bei PKW und LKW Anwendung. Mangels ausreichendem Fahrwind für die Ladeluftkühlung aufgrund der niedrigen Fahrgeschwindigkeit, hat hier der Motorlüfter (Gebläse) hohen Einfluss auf Leistungsausbeute und Verbrauch. Auch wassergekühlte Ladeluftkühler mit Rückkühlung des Kühlmediums sind in Anwendung. Da nun auch elektronische Einspritzsysteme und Turboladerregelungen in der Traktormotorenentwicklung Einzug gefunden haben sind auch die variable Turbinengeometrie und die Overbooststeuerung des Turboladers in der Branche nicht mehr unbekannt. Die neue Turboladergeneration ermöglicht eine deutliche Anhebung des Drehmomentes bei noch geringen Drehzahlen und eine Nenn-Leistungsteigerung die es ermöglicht die Nenndrehzahl ohne Leistungseinbussen zu senken.
Neue Rootsladergeneration von EATON:
Die TVS (Twin Vortices Series) Lader haben zwei vierflügelige um 160Grad verschraubte Rotoren und verbesserte Einlass- und Auslasskanäle.
Ein deutlicher Schritt in Richtung Schraubenverdichter.
Der Wirkungsgrad des neuen Laders ist daher stark verbessert. Auch die Abmessungen sind kompakter.
Abgasturbolader oder Kompressor ?
Der Turbolader ist nun auch beim Benzinmotor stark im Kommen. Optimierte Radialverdichter mit breiten Kennfeldern, die hohe Ladedrücke schon bei niedrigen Durchsätzen erlauben ohne die Pumpgrenze zu überschreiten. Und ein stark vergrößertes Angebot an Verdichter- und Turbinengrößen mit zahlreichen Feinabstimmungen im Trim und A/R erlauben eine genauere Anpassung des Turboladers an den Motor. Verbessertes Anprechverhalten durch variable Geometrie, zweistufige Turboaufladung, Twin Scroll Ausführungen, und neue Materialien.
Der Kompressor ist aber noch lange nicht tot. Neue, im Wirkungsgrad und Geräuschverhalten verbesserte Geräte mit verbreiterter Geräteauswahlpalette.
Besonders Twin Supercharger Motoren sind im Kommen. Bei V8, V10 und V12 Motoren ist der Twin-Kompressor im Vergleich zum Twin-Turbo besonders einfach anzubauen.
Zweistufige Aufladung setzt sich durch!
Nach ersten Serienanwendungen in Marinedieselmotoren, BMW PKW-Dieselmotoren setzt sich das geregelte zweistufige Abgasturboladersystem bei PKW, Transporter und auch LKW durch. Der doch erhebliche Mehraufwand lohnt sich, da damit die Verbrauchs-, und C02- Problematik besser gelöst werden kann. Und zwar mit zusätzlich verbesserter Fahrdynamik!
Neu ist auch die Kombination von variabler Turbinengeometrie und zweistufiger geregelter Aufladung im Ford Power Stroke 6,4L V8 Dieselmotor. Dieser neue Motor ist mit einem Borg Warner Aufladesystem ausgerüstet.
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Stand 5.5.2008