Biographie


Josef Dirnbeck
wurde am 5. Januar 1948 in Rotenturm an der Pinka (Österreich) geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien und in Nürnberg. Der Autor ist Mitglied des Österreichischen PEN-Clubs und der Wiener Musikgalerie.

Dirnbeck veröffentlicht auf den Gebieten Theologie und Literatur. Er hat von 1966 bis 1972 als katholischer Laientheologe an den Universitäten Wien und Graz studiert und sein Studium im Fachbereich Bibelwissenschaft mit einer Arbeit zum Thema „Das falsche Spiel mit dem »wahren Jesus« – Unseriöse Jesusliteratur auf dem Prüfstand“ abgeschlossen. Bereits während des Studiums begann die publizistische Tätigkeit mit einer Reihe von Beiträgen für das von Bruno Dreher herausgegebene „Neue Predigtwerk“ (Graz 1969-1971) und einem Aufsatz zum Thema „Aufgaben für Laientheologen“ in der Zeitschrift „Diakonia“ (Wien 1970).

Seit seinen ersten literarischen Publikationen – der Erzählung „Der Prügelknabe“ (Zürich 1972) und einem Essay über Ödön von Horváth in der Zeitschrift „Wort und Wahrheit“ (Wien 1973) – hat Josef Dirnbeck eine Fülle von Werken hervorgebracht: 74 Bücher, die in zahlreichen in- und ausländischen Verlagen erschienen sind. Über 11.000 Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und sonstige Printmedien. Rund 1800 Radio- und Fernsehsendungen, 42 Hörspiele und zwei Spielfilme, die vom ORF sowie von anderen Rundfunk- und Fernsehanstalten in Deutschland, Italien und der Schweiz ausgestrahlt wurden. 26 Theaterstücke. Mehr als 1300 Vorträge und Lesungen in Österreich, Deutschland, Italien, Israel, Schweiz, Ungarn und Griechenland. Einzelne Bücher wurden ins Finnische, Spanische, Ungarische und Polnische übersetzt.

Bekannt geworden ist Dirnbeck als Verfasser zeitgemäßer Meditationstexte („Ich begann zu beten“, Graz 1973. – „Sonntag für Sonntag“, München 1981. – „Die Stunde ist da – Beten für Ungeübte“, Graz 1984. – „In Gottes Ohr“, Düsseldorf 1987. – „Von allen Seiten umgibst du mich“, Graz 1991. – „Ich weiß, wem ich glaube“, Graz 1995. – „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“, München 2005. – „Via Lucis – Österlicher Licht-Weg in vierzehn Stationen“, Eisenstadt 2011) und hat sich auch als Gestalter international beachteter Radiosendungen einen Namen gemacht („Amnestie für Barabbas“, Premio UNDA Sevilla 1977. – „Du sollst das Weekend heiligen“, Köln 1980. – „Dieser Jesus aus N.“, Aachen 1987). Große Resonanz fand eine drei Jahre lang ausgestrahlte Serie im Österreichischen Fernsehen („Zum Namenstag“, ORF 1985-1987), in der täglich vor Beginn des Hauptabendprogramms Gestalten aus dem Heiligenkalender präsentiert wurden.

Mit Bücher wie „Falsches Zeugnis wider Jesus“ (Salzburg 2002), „Die Jesus-Fälscher“ (München 2006) und „Das Buch von den Engeln“ (Augsburg 2007) hat sich Dirnbeck als ein theologischer Sachbuchautor ausgewiesen, der es versteht, komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen. Dass sich der Autor nicht scheut, auch so genannte heiße Eisen anzufassen, zeigen Titel wie „Was Jesus nicht wollte“ (Wien 1997) oder „Jesus und das Tuch“ (Wien 1998), eine kritische Studie zur angeblichen Echtheit des Turiner Grabtuchs. In der akribisch recherchierten Analyse „Reibebaum Krenn – Vom Papstfrühstück zu den „s“ (Wien 2004) werden die Hintergründe beleuchtet, die zum Rücktritt des umstrittenen Sankt Pöltner Bischofs Kurt Krenn geführt haben.

Passend zum historischen Schuldbekenntnis, das Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 abgelegt hat, ist Dirnbeck in einem 590 Seiten starken Buch mit dem Titel „Die Inquisition – Eine Chronik des Schreckens“ (München 2001) der Frage nachgegangen, wie es in der Kirche zu diesen Gewalttaten im Namen des Glaubens kommen konnte, und gibt einen profunden Überblick über die Geschichte der Ketzer- und Hexenverfolgungen. Der im Pattloch-Verlag erschienene Titel gilt als einer der umfassendsten deutschsprachigen Veröffentlichungen zum Thema Inquisition und enthält alle wichtigen Quellentexte.

Eine besondere Spezialität Dirnbecks sind heiter-besinnliche Texte, die allgemein menschliche Probleme, aber auch religiöse Themen in unterhaltsamer Art und Weise aufgreifen. So etwa „Treffpunkt Adventkranz“ (Salzburg 1998), ein Buch mit Anregungen zur „stillsten Zeit im Jahr“, oder die Weihnachtsbücher „Wer zum Fest lacht, lacht am besten“ (Salzburg 2000), „Die Ahnengalerie des Christkindes“, „Der Esel von Bethlehem“ und „Bruder Franz und Schwester Krippe“ (Tettnang 1991) – eine Weihnachtsgeschichte, in der Franz von Assisi, der Schutzpatron der Tiere und Erfinder der Weihnachtskrippe, zusammen mit verschiedenen Tieren das neugeborene Jesuskind besucht.

Einfach so“ (Salzburg 1998) ist ein Buch mit „Geheimtipps“, die der Autor für junge Christen bereithält. In „Gott lacht“ (München 2006), einem überaus vergnüglich zu lesenden Buch, spürt Dirnbeck an Hand von Witzen den Zusammenhängen zwischen Glaube und Humor nach. Und mit „Fromm und trotzdem normal – Die Franz-von-Sales-Methode“ (Eichstätt 2008) eröffnet er heutigen Lesern einen Zugang zu der 1604 erschienenen „Philothea“, die der Bischof und Kirchenlehrer Franz von Sales verfasst hat und die zu einem Bestseller der christlichen Weltliteratur wurde.

Zu Dirnbecks wichtigsten Arbeiten auf literarischem Gebiet zählen Gedichte zu den Seckauer Fresken von Herbert Boeckl („Siehe, ich sah“, ORF 1982) und zu Aquarellen von Elfriede Ettl („Sonnengesang“, Eisenstadt 1998), Texte zu den mit Blut gedruckten Holzschnitten von Herbert Schügerl („Blut-Druck-Buch", Kemeten 1981), Betrachtungen zu Cartoons und Karikaturen („Der Wahnsinn hat Methode“, Wien 1985), ein „Ehebuch für Kenner & Liebhaber“ mit visueller Poesie („Parallehen“, Wien 1978), experimentelle Prosa („Die brennenden Körbe der Schildbürger – Sprache und Religion in literarischen Annäherungen“, Graz 1976), die Erzählung „Aschermittwoch oder Quo vadis, Hochwürden“ (Eichstätt 1994), Hörspiele („Die Zauberflöte von Richard Wagner“, ORF 1980. – „Das Pannendreieck auf dem Mond“, ORF 1981) und Filme („Schnapsrhapsodie“, Wien 1980. – „Franz Schubert soll geboren werden“, Köln 1984. – „Kreuz-Weg-Zeichen“, Wien 1988. – „Endstation Halleluja“, Mainz 1993).

Mit Bühnenstücken wie „Der Tribun“ (Burgspiele Güssing 1997) und Theaterproduktionen im „Kleinen Rotenturmer Schlossparktheater“ („Jedermanns letzte Stunde“, 1991. – „Der Weibsteufel“, 1994. „Der zerbrochene Krug“, 1996. – „Das Taschentuch der schwarzen Hexe“, 1999. – „Die schweigsame Frau“, 2004. – „Der Partnertausch“, 2006) ist Josef Dirnbeck auch als Theaterautor und Regisseur in Erscheinung getreten.

Nicht zuletzt bildet auch die Tätigkeit als Literaturkritiker („Die Zeit im Buch“, „Die Furche“, „Ex libris“, „Extrablatt“, „Bibliotheksnachrichten“) oder als Kolumnist in dem von Rudolf Schermann herausgegebenen, internationalen, christlich-ökumenischen Nachrichtenmagazin „Kirche In“ einen wichtigen Teil von Dirnbecks schriftstellerischer Arbeit.

Der Autor wurde für sein bisheriges Schaffen mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem für das Buch „Die brennenden Körbe der Schildbürger“, das Hörspiel „Amnestie für Barabbas“, die Dokumentation „Reisefieber – Der Fall Marianne Golz“, das Theaterstück „Der Tribun“ und die Dramatisierung von Franz Werfels Roman „Stern der Ungeborenen“.