Psychotherapeut und klinischer Psychologe
studierte Psychologie (Dr.phil.)
Verhaltens, - Neuro- und Kognitionsbiologie (MSc)
Bergenstammgasse 8/6
A-1130 Wien
Tel.: +43 (1) 876 4 707

EINLEITUNG

 

Der Begriff "Atemzentrierte Verhaltenstherapie" wurde erstmals am EABT - Kongress 1986 in Lausanne erwähnt ( Pohler 1987 ) als eine neue Methode der Verhaltenstherapie, bei der der Atmung und dem Koerper besondere Bedeutung zukommt.

Im Maerz 1989, bei der internationalen Arbeitstagung des Deutschen Kollegiums für psychosomatische Medizin in Innsbruck wurden die ersten Forschungsergebnisse zur AVT berichtet und anschliessend veröffentlicht
( Pohler & Pohler-Wagner 1990 ).

Weitere Forschungsergebnisse wurden beim EABT - Kongress 1989 in Wien berichtet und in Form eines Buches veroeffentlicht ( Pohler & Pohler-Wagner 1990).

Zudem wurden einige Fallstudien veroeffentlicht ( Pohler-Wagner 1990, 1992, Pohler 1992 ).
Luthe ( 1994 ) führte im Rahmen einer Diplomarbeit ( Universität Leipzig ) AVT mit sechs Probanden und einem Patienten durch.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß AVT eine psychotherapeutische Methode ist, die von Pohler & Pohler-Wagner entwickelt, beschrieben und auf ihre Effizienz hin untersucht worden ist ( vgl. Pohler 1996a ).

Bei Angststoerungen. Depressionen und psychosomatischen Beschwerden ist die Atemzentrierte Verhaltenstherapie besonders indiziert; Epilepsie und schwere Herzerkrankungen sind Kontraindikationen.

GRUNDLAGEN DER AVT

Die theoretischen Grundlagen der AVT gehen neben den Lerntheorien ( hier besonders Skinner 1974, und Bandura 1976, 1979 ) auf die Defensivreaktion nach Sokolov ( 1963 ) die Stressforschung und die Psychophysiologie (Duffy 1962, Guttmann 1983, Janke 1974, Schandry 1981, 1983), sowie die Kognitive Verhaltenstherapie (insbesondere Beck 1976, Beck et al.1981, Meichenbaum 1977, Mahoney 1977 ) zurück.

Ein weiterer Bezugspunkt in Theorie und Praxis der AVT sind Konzepte aus der sog. Koerpertherapie (vgl.Petzold 1980), vor allem aber die Publikationen von Wilhelm Reich (1937, 1948, 1972, 1975 ).

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PRAXIS DER AVT

Die Praxis der AVT folgt weitgehend den ueblichen verhaltenstherapeutischen Vorgehen im Sinne einer Bedingungsanalyse ( Schulte 1986 ), wobei gegenwaertig auch neure Konzepte, wie etwa die Persoenlichkeitstypologie nach Grossarth-Maticek ( Grossarth-Maticek & Eysenck 1991 ) einbezogen werden.Das therapeutische Vorgehen selbst ist in eine weitgehend strukturierte Atemsitzung und eine darauffolgende verbale kognitiv orientierte Therapiesitzung unterteilt.

In der verbalen Sitzung werden die Erfahrungen und Befunde aus der Atemsitzung, sowie die aktuelle Problematik des Patienten besprochen. Oft steht beides in einem Zusammenhang.

Hausaufgaben, wie etwa taegliche Atemzentrierte Entspannung ( Pohler 1989 a ) oder anderes, je nach Problemlage, werden ueblicherweise genau besprochen.

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DER AVT-ZYKLUS : ENTSPANNUNG - AKTIVIERUNG - ENTSPANNUNG

Jede Atemsitzung beginnt damit, daß der Klient mit dem Rücken auf einer Matte liegt, und an einen Pulsmesser (Ohr oder Fingersensor) angeschlossen ist.
Die Instruktion für den Klienten lautet zehn Minuten lang ruhig zu liegen
( Phase 1: 1.Entspannung ).

Danach soll der Klient tief und kräftig ein und aus atmen, insbesondere im Brustbereich
(Phase 2: Aktivierung ).

Wenn nach einiger Zeit dieser " experimentellen Stresssituation " koerperliche Missempfindungen auftreten ( leichte Hyperventilationsanzeichen oder Koerperwahrnehmungen wie sie von Reich als " Muskelpanzer " beschrieben worden sind ), wird der Klient aufgefordert nicht mehr willentlich forciert zu atmen, sondern die Atmung ganz spontan geschehen zu lassen
( Phase 3: 2.Entspannung ).

Die Zeitdauer des forcierten Atmens ist von Klient zu Klient verschieden - in der Regel treten nach 3 bis 5 Minuten Mißempfindungen auf.
Aehnliche Ergebnisse wie die von uns beobachteten wurden im Bereich der Panik- Forschung und Therapie ( Margraf, Ehlers et al.1991) berichtet.
Die Autoren verwenden Hyperventilation allerdings in einer anderen Weise (sitzend) um panikaehnliche Sensationen hervorzurufen und im Rahmen einer kognitiven Therapie der Panik zu nuetzen. Ihre Erfahrungen bestaetigt aber unser Vorgehen und die Indikation der AVT bei Angststoerungen, denn sie schreiben:

" In der Therapie des Paniksyndroms bzw. der Agoraphobie kann eine wiederholte Konfrontation mit den durch Hyperventilation ausgelösten Symptomen ein sinnvoller Therapiebaustein sein " (zit. n. Margraf, Ehlers et. al. 1991,45 ). Gelegentlich konnten wir auch beobachten, daß es waehrend oder kurz nach dem forcierten Atmen zum Ausdruck heftiger Gefuehle kam, besonders Weinen aber auch Zorn, die spaeter in eine angehme Entspannung uebergingen. Diese karthartischen Abreaktionen werden dann in der folgenden verbalen Sitzung ( manchmal auch in einer weiteren ) eingehend besprochen.

Mit dem Ende des forcierten Atmens beginnt die 2. Entspannungsphase ( Phase 3 ), die wieder 10 Minuten lang ist.Während dieser 2. Entspannungsphase können mithilfe des Pulsmessers Defensivreaktionen (Sokolov 1963 ) erhoben werden.Luthe (1994 ) die AVT mit 7 Personen durchfuehrte, konnte die Defensivreaktionen ebenso erheben.

Der Klient wird gefragt, was er nun erlebt, und es zeigt sich, dass es sich oftmals um depressiogene, angstbesetzte oder andere im Zusammenhang mit der Problematik oder dem Leidenszustand des Klienten stehende, Kognitionen handelt.

Eine schematische Uebersicht über die 3 Phasen ist auf der folgenden Abbildung:

verhaltenstherapie

ABBILDUNG 1:
ENTSPANNUNGS - AKTIVIERUNGS - ENTSPANNUNGSZYKLUS
DER ATEMZENTRIERTEN VERHALTENSTHERAPIE (aus Pohler 1992 ).

Defensivreaktionen:

Der Klient wird um seine momentane Wahrnehmung befragt. Oftmals treten hier Gedanken oder Phantasien in Erscheinung, wie sie BECK als automatische Gedanken beschrieben hat, bzw. werden Hinweise auf unerledigte Geschaefte im Sinne von Fritz PERLES gegeben.

Eine weitere Moeglichkeit ist, dass koerperliche Spannungszustaende, wie sie etwa Wilhelm REICH mit dem Begriff des Muskelpanzers beschrieben hat, ins Gewahrsein treten.

In einer verhaltenstherapeutischen Untersuchung konnten HARE und BLEWINGS (1975) aufzeigen, dass bei Vorgabe angstausloesender Reize Defensivreaktionen festgestellt werden konnten.

Im Rahmen der Atemzentrierten Verhaltenstherapie kommt speziell den Gedanken oder Phantasien, die bei Auftreten von Defensivreaktionen in der 2. Entspannungsphase berichtet werden, besondere therapeutische Bedeutung zu.

Ofmals handelt es sich hier um chronische stoerende Gedanken oder chronische Phantasien, die in einem sehr starken Zusammenhang mit den Leidenszustaenden oder Problemen der Klienten stehen.

Defensivreaktionen wurden in einem aehnlichen Kontext bei Phobikern ( Hare & Blevings 1975) und Zwangsskranken ( Satory 1992 )festgestellt. Auf diese Weise erhobene Kognitionen, stehen oft in einem funktionalen Kontext mit Becks " Automatischen Gedanken " oder Plänen im Sinne von Grawe (1980) bzw. mit den " unerledigten Geschaeften" bei Perls (1976). Sie werden in weiterer Folge in dem anschliessenden verbalen Therapieteil besprochen.

Darüberhinaus kommt es in dieser 2. Entspannungsphase zu einer tiefen und erholsamen Entspannung, die durch das subjektive Erleben bestaetigt und durch die Pulsmessung objektiviert werden kann. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse unserer diesbezueglichen Untersuchung mit 20 Probanden.

AW1 und AW2 sind die Mewßwerte ( nach 5 und 10 Minuten ) der 1. Entspannungsphase; die EWs die Werte der 2. Entspannungsphase.

Tabelle 1:
Mittelwerte und Signifikanzen der Ausgangs- und Endwerte (Nach Pohler & Pohler-Wagner 1988):
AW1 x = 77,56 (1. Entspannungsphase)
AW2 x = 76,82 (1. Entspannungsphase)
EW1 x = 70,48 (2. Entspannungsphase)
EW2 x = 70,34 (2. Entspannungsphase)
t - Tests
AW1 - AW2 n.s.
AW1 - EW1 p = 0,000
AW1 - EW2 p = 0,000
AW2 - EW1 p = 0,000
AW2 - EW2 p = 0,000
EW1 - EW2 p = n.s.

Diese Befunde, die erlebte Entspannung und das Absinken der Pulswerte wurden in der Arbeit zur AVT von Luthe ( 1994 ) bestätigt.

Wenn der Patient zu Hause selbstaendig atmet ( Er legt sich auf eine Matratze, beginnt mittels eines Signales nach 10 Minuten solange forciert zu Atmen, bis es unangenehm wird, und laesst sich dann in die 2. Entspannungsphase sinken ) koennen wir dies Phase therapeutisch durch vorbereitete Autosuggestionen (per Tonband) zusaetzlich nuetzen.

Hier hat sich auch besonders die Anwendung von " Heilbildern " im Sinne Simontons (Simonton et al. 1985) bewaehrt. Dieses Vorgehen entspricht einer " Coping - Therapie " (Pohler 1987), beziehungsweise einem feed - forward Mechanismus (Mahoney 1977), der Einstellungs- und Verhaltensaenderungen bewirken kann. In der Therapiesitzung koennen wir auch die Entspannung oder die Aktivierung des Patienten durch Feedback und soziale Verstaerkung verbessern.

So zeigen etwa depressive Klienten oftmals einen geringen Anstieg der Aktivierung ( geringer Pulsanstieg und geringe Dauer des forcierten Atmens ) und andere koennen sich nur schlecht entspannen.

Hier erwarten wir auch einen Transfer des Erlernten über die Therapiesituation hinaus. Allerdings fehlen dazu bisher, ausser subjektiven Erlebnisberichten, entsprechende Forschungsdaten.

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PHAENOMENE DER KOERPERWAHRNEHMUNG WAEHREND DES AVT-ZYKLUS

Waehrend des forcierten Atmens erleben die Klienten unterschiedliche Koerperempfindungen (Pohler & Pohler - Wagner 1990). Neben einem Gefuehl des " Kribbelns " in den Fingern oder Armen, spueren viele Klienten in unterschiedlichen Koerperbereichen Druckwahrnehmungen, Muskelzucken, Stroemen,Waerme, Kaelte und anderes mehr.

Diese Wahrnehmungen werden von den Patienten nach der Atemsitzung in ein Koerperschema eingezeichnet und beschrieben; auf diese Weise wird versucht das Koerpererleben zu objektivieren, und die Erlebnisse koennen von Sitzung zu Sitzung verglichen werden.

Zwei Beispiele dafür sind aus den folgenden Abbildungen ersichtlich:

verhaltenstherapie

Abbildung 2 :
KOERPERWAHRNEHMUNG EINER PATIENTEN MIT
MORBUS HODGKINS WAEHREND ES FORCIERTEN ATMENS

verhaltenstherapie

Abbildung 3 :
KOERPERWAHRNEHMUNG EINES PATIENTEN MIT
PANIK - ATTACKEN WAEHREND DES FORCIERTEN ATMENS


Wir deuten diese Koerperwahrnehmungen im Sinne einer Spannungsloesung und einer Entspannungsreaktion. Dabei beziehen wir uns auf die Publikationen von Wilhelm Reich, der solche Koerperwahrnehmungen als Ausdruck und Aufloesung des Koerperpanzers (Reich 1937, 1942, 1972, 1975) beschrieb.

Nach Wilhelm Reich handelt es sich beim " Muskelpanzer " um chronisch verspannte Koerperbereiche, die dazu dienen Gefuehle zurueckzuhalten und zu hemmen. Die Ausbildung des Muskelpanzers (der chronischen Verspannungen) wird auf Kindheitstraumen zurückgefuehrt. Nach einiger Zeit werden diese Verspannungen nicht mehr voll bewußt wahrgenommen. Eine lerntheoretische Revison und Deutung dieser Phaenomene wurde bereits 1984 durch den Autor versucht ( Pohler 1984, Pohler 1989, Pohler & Pohler-Wagner 1990 ).

Unabhaengig von diesen Arbeiten hat Traue ( 1989 ) bei seinen EMG-Untersuchungen auf Wilhelm Reichs Konzept hingewiesen und spricht in diesem Zusammenhang von Muskelmehrarbeit und von Muskelaktivität als Korrelat von Verhalten und Ausdruck.

In der Praxis der AVT sehen wir immer wieder, daß sich diese Koerperwahrnehmungen (Verspannungen) im Laufe der Atemsitzungen veraendern und im Idealfall in ein angenehmes den ganzen Koerper durchstroemendes lustvoll erlebtes Koerpergefuehl erlebt wird.

In der Diktion der Koerpertherapien würden wir von einer Aufloesung des Muskelpanzers sprechen. Wir halten diese Erlebnisse auch fuer therapeutisch wirkungsvoll, da es nach unserer Hypothese zu einer besseren Durchblutung, und moeglicherweise auch zu einer hoeheren Sauerstoffaufnahme kommt ( Pohler & Pohler- Wagner 1990 ).

Die Ueberprüfung dieser Hypothesen - es kommt zu einer besseren Durchblutung, Sauerstoffaufnahme und einem Stressabbau durch den AVT - Zyklus koennte von geeigneten Instituten durchgeführt werden.

Luthe (1994 ) konnte in ihrer Untersuchung zur
AVT, diese Koerperphaenomene ebenfalls beobachten
und deutet sie im Sinne Reichs bzw. als
Hyperventilationsphaenomene.

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DIE THERAPEUTISCHE BEZIEHUNG

Die therapeutische Beziehung in der AVT, sollte durch die von Carl Rogers (1957) für seine Gespraechstherapie geforderten Faktoren:
Positive Wertschätzung, Empathie und Kongruenz gekennzeichnet sein. Die weitere Strukturierung dieser Beziehung von Seiten des Verhaltenstherapeuten hat Seiderer - Hartig (1980) beschrieben, wobei in der AVT noch ganz besonders auf das Prinzip der Autonomiefoerderung im Sinne von Grossarth-Maticek (1990) geachtet werden sollte.

ZUR EFFIZIENZ DER ATEMZENTRIERTEN VERHALTENSTHERAPIE

Die Wirksamkeit einer psychotherapeutischen Methode exakt wissenschaftlich nachzuweisen ist ein sehr schwieriges Unternehmen. Zum einem liegt es an den Kriterien, mit denen man den Therapierfolg messen soll, zum anderen an der Untersuchungsmethodik.

In einer ersten Evaluationsuntersuchung ( Pohler & Pohler-Wagner 1988 ) konnten wir zeigen, daß der AVT-Zyklus zu einer vertieften Entspannung führt ( vgl. Tabelle 1 ). Dieser Befund wird auch von Luthe ( 1994 ) in ihrer Untersuchung zur AVT bestätigt.

In einer 2. Evaluationsuntersuchung untersuchten wir Veraenderungen von Persönlichkeits - und Befindlichkeits merkmalen bei 20 Patientent, die vorwiegend an Depressionen oder psychosomatischen Beschwerden litten.

Jeweils vor und nach 10 Stunden AVT wurden der Giessentest ( Beckmann & Richter 1972 ), das Emotionalitaetsinventar ( Ullrich & Ullrich 1977 ), die Giessener Beschwerdeliste (Zenz 1971) und das Fear-Survive Schedule (aus Schulte 1976 ) vorgegeben. Von 15 unterschiedlichen Kriterien fanden wir bei der statistischen Auswertung (t-Test f. verbundene Stichproben) 13 positive signifikante Veraenderungen.

Im Giessentest verbesserten sich die Klienten auch 4 von 7 Skalen: die soziale Resonanz stieg, die Dominanz sank, die Grundstimmung wurde froehlicher, die Durchlaessigkeit steig an. Das Emotionalitätsinventar besteht aus 7 bipolar angeordneten Skalen; Skala 1 misst Angst, 2 Depression, 3 Erschoepfung, 4 Aggression, 5 Hemmung, 6 Verlassenheitsgefuehl und 7 Allgemeinbefinden. Auf allen Skalen fanden wir positive Veraenderungen.Der Gesamtmittelwert (n=20) der Gießener Beschwerdeliste sank von 107,21 auf 89,74 (p= 0,01 ) und der des FSS III (n=20 ) von 80 auf 66,5 (p=0,05).

Bei Luthe (1994 ), die AVT mit 6 Probanden und 1 Patienten durchführte finden sich weitgehend vergleichbare Ergebnise. Nachdem die Verhaltenstherapie allgemein als ein effizientes Therapieverfahren gilt (Mayer et al.1991; Pohler 1996b) sind die Ergebnisse nicht allzu überraschend.

Wir glauben aber, daß das regelmaessige atemzentrierte Entspannen, sowie das gemeinsame Auffinden von therapierelevanten Kognitionen mittels der Defensivreaktionen zusätzliche Wirkfaktoren darstellen.

Was das taegliche (als Hausaufgabe)" Atmen " anbetrifft, koennen wir uns auf die subjektiven Erlebnisberichte unserer Patienten und auf unsere eigene Selbsterfahrung berufen.

Das Verstaerken von Aktivierung oder Entspannung in der Therapiestunde - von dem wir vermuten daß dadurch ein Lernprozess stattfindet der über die Therapiesituation hinaus im Alltagsleben Auswirkungen zeigt - wäre eine weiterer AVT spezifischer Therapieeffekt. Auch das Loeschen der kognitiven Inhalte der Defensivreaktionen in der Atemsitzung ( es erfolgt keine verbale Verstaerkung ); die Besprechung erfolgt erst anschliessend, koennte zu einer Reduktion von depressiogenen oder angstbestzten automatischen Gedanken im Sinne Becks führen.

Es wird also offensichtlich, daß das Ausmass der Wirksamkeit der einzelnen therapeutischen Interventionen bisher nicht eindeutig angegeben werden kann. Dazu beduerfte es mehrer Forschungsarbeiten, die von uns nicht durchgefuehrt werden koennen.

Forschungsinstitutionen und Universitaetsinstitute sind dazu befaehigt und entsprechend ausgestattet. Luthe ( 1994 ) hat hier einen Anfang gemacht. Bei Forschungsvorhaben zur AVT ( auch von Diplomanden oder Dissertanten ) sind wir aber gerne bereit eine entsprechende Beratung oder Selbsterfahrung durchzufuehren.

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