Vorausschicken
möchte ich, dass mir bei meinen Umbauten Herr Heiner
Schuch, der Obmann (in jedem anderen Verein
„Präsident“ - bei den
Sharkies bescheiden „Sekretär“ genannt)
der Österreichischen Shark24
Klassenvereinigung nicht nur mit Rat, sondern mehrere Tage im Sommer
2004 auch aktiv mit „Tat“ geholfen hat,
wofür ich ihm sehr dankbar bin.
Im März 2002 habe ich mir eine gebrauchte Shark 24 gekauft.
Gebaut 1977 in der Korneuburger Werft, mit Kurzkiel, zum Segeln auf dem
Neusiedler See geeignet.
Sehr
bald habe ich bemerkt, dass die Ausstattung des laufenden Gutes
mangelhaft, die Leinenführung des 25 Jahre alten Konzeptes
mitunter
etwas umständlich zu handhaben war.
Beim Betrachten anderer
Sharks fiel mir eine Vielfalt von unterschiedlichsten
Detaillösungen
auf, die meine Verwirrung nur vergrößerte. So
kämmte ich das Internet
nach neuen Ideen und Anleitungen durch.
Überraschenderweise
fanden sich dabei zwar tolle Beispiele für einen
funktionelleren und
schöneren Innenausbau, oder Anleitungen zur Renovierung der
Rumpfschale, sehr spärlich aber waren die Angaben zu besserem
Segeln.
Wollen sich die Regattasegler nicht in die Karten schauen lassen - oder
waren meine Probleme für alle anderen einfach zu banal?
Wie
auch immer: um anderen Nachkommenden mein Dilemma zu ersparen, schreibe
ich nieder, was ich erfahren, gelernt und umgesetzt habe. |
| Nach genauer Beobachtung vieler Sharks (auch der
Versionen, wie sie
jetzt ausgeliefert werden) und mehreren Gesprächen mit anderen
Eignern,
besonders aber mit Heiner Schuch, orderte ich bei Bodo Günther
im
Marinedepot eine Kiste mit Zubehör (Bild 1 – die
erste Kiste – nach und
nach kam dann noch einiges dazu). Ziel war, alle Fallen und Strecker
ins Cockpit umzuleiten, um die Handhabung und die
Trimmmöglichkeiten zu
verbessern. |
 |
|
|
Beginnen wir ganz
vorne:
Der alte Fockroller (Bild 2), dem ich schon
eine neue Reffleine verpasst hatte, war trotzdem ein Murks, besonders
wenn man allein unterwegs war: das Fockfall lief parallel zum Vorstag,
die Vorliekspannung wurde an einer parallel zum Vorliek mitaufrollenden
Talje eingestellt – jedes mal musste man zum Nachstellen aufs
Vorschiff, wenn die Spannung nachließ.
Dies wurde geändert – hier
kam ein Bartels Roller mit Endlosleine, die entlang des gesamten Decks
herumgeführt wurde (Bild 3 – einziges Bild das nicht
mein Boot zeigt).
Diese Endlosleine wird jetzt, wenn nicht gesegelt wird, an einem
kleinen Schäkel an der Deckverankerung des Achterstags
eingepickt (um
ihr Schrumpfen beim Trocknen zu hemmen – Bild 4).
Das Fockfall läuft jetzt mit einer 6mm Dyneema Leine an StB
zum Cockpit (siehe später).
|
 |
 |
 |
|
|
| Große
Änderungen ergaben sich an Mastfuß und Baum. Bei
meiner „alten“
Shark vor dem Umbau wurde das 8mm Großfall am Mast belegt,
der
Baumniederholer direkt vorne eingestellt, sowie die Spannung des
Großvorlieks mit einer Talje, die den Baum zum
Mastfuß spannte.
Lediglich Spifall (rot) und Toppnant (gelb) waren jeweils StB und BB
zum Cockpit umgeleitet, der Spibaumniederholer war auch am Mast belegt
(Bilder 5 und 6). Cunningham hat es keinen gegeben, die Reffleine war
am Baum angeschlagen und der Unterliekstrecker war mit einem Mini-Block
im Baum zu schwach untersetzt. |
 |
 |
|
|
| Ich habe daher
die Nieten der Mastführung des vorderen Baumbeschlags
aufgebohrt und in den Baum eine neue Talje für den
Unterliekstrecker
eingefädelt. Vorne ein Einer mit Hundsfott, hinten ein Zweier
Violinblock (7,8 und 9) und die Leine durch eine neue Öffnung
vorne im
Baum (10) über eine kleine Rolle nach unten heraus und zum
Mastfuß
geführt, danach den Baumbeschlag wieder angenietet (auf den 4
Bildern
sind der Lümmelbeschlag links und die Baumnock rechts; die
Talie ist
noch nicht eingefedelt, damit man die Leinenführung erkennen
kann). |
|
|
|
|
Der Mastfuß bekam zwei Niro-Lochschienen und
eine Serie von Umlenkblöcken.
Betrachtet
man jetzt die Fotos von der Umgebung des Mastfußes/neu, dann
sieht man
auf der Backbord Seite (von achtern fotografiert Bild 11) von vorn nach
achtern: Fockschot (8mm weiß mit roten Punkten,
läuft vor dem Mast
vorbei), Großfall (6mm Dyneema, rot mit schwarzen Streifchen,
größerer
Block), Reffleine (6mm rot/weiß gestreift), Cunningham (6mm
gelb/blau),
Unterliekstrecker (4mm weiß), Baumniederholer
(weiß/grün). |
 |
|
|
| An Steuerbord
(von vorn Bild 12) sieht man ebenfalls in der Reihenfolge
von vorn nach achtern den Spibaumniederholer (gelb – mittig
angebracht
mit Feder/stehend), Toppnant (6mm blau mit rot/gelb/blauen Streifchen),
Fockfall (6mm Dyneema blau mit blau/gelben Streifchen,
größerer Block),
Spifall (6mm weiß, mit schwarz/roten Streifchen) und die Dirk
(5mm
weiß/schwarz). Auf den nächsten Bildern (13 und 14)
sieht man nochmals
das ganze von vorn (die Elektrik ist noch nicht erneuert, daher ist der
Stecker am Mastfuß mit Isolierband zugeklebt). Im Bild 15
erkennt man
nochmals gut den Cunningham und den Baumniederholer sowie die Reffleine
und etwas weniger deutlich den Unterliekstrecker. |
|
|
|
|
| Bei den Bildern
vom Cockpit sieht man nochmals an BB (16) die Leinen
fürs Großsegel (lesbar beschriftet) und an StB (17)
von Mitte nach
außen: durch die Hebelklemme Spifall und Fockfall, dann
daneben die
Dirk (einzige Ausnahme, weil an BB kein Platz mehr war, sonst ist StB
alles für die Vorsegel reserviert), Toppnant und
Spibaumniederholer.
Noch einige Bilder mit der neuen Reffleine (18) und dem alten (19) und
neuen Masttop mit Verklicker (20). |
|
|
|
|
| Sehr
bewährt haben sich zwei Curry-Klemmen beidseits am Mast (auf
Bild
21 knapp unterhalb des Ringes für den Spibaum), wo man an BB
das
Großfall, an StB Fock- oder Spifall nach dem Heissen
vorläufig belegen
kann, bevor man sie vom Cockpit aus fest durchsetzt, wobei diese dann
jeweils von selbst aus den Klemmen springen (Bilder 22 und 23
– Mast
von BB und schräg vorne). |
|
|
| Bild (24) zeigt
das Cockpit vor dem Umbau. Neu ist hier jetzt eine
zusätzliche Untersetzung des Schwertfalls, das noch dazu jetzt
immer
von Luv zu bedienen ist (25), wodurch auch beim Zug auf die Seite die
Kollisionen mit dem Pinnenfeststeller wegfallen. |
 |
 |
|
|
Auf dem
nächsten Bild sieht man die neue Travellerschiene
mit einem
Harken Schotwagenautomaten und Endlosleine (26), auch automatisch immer
von Luv aus zu bedienen. Auf demselben Bild und dem nächsten
(27),
etwas weniger deutlich erkennbar, findet man den zusätzlich
untersetzten Achterliekspanner, mit einer nochmals untersetzten Talje,
ebenfalls für die Bedienung jeweils von Luv (im Detail besser
zu sehen
auf Bild 28 und 29).
Auf
dem nächsten Foto (30) sieht man eine wesentliche Verbesserung
zur
Belegung der Fockschot auf einer Curry Klemme, die auf einer Aluplatte
fixiert ist, die ich wiederum unter die Winsch geschraubt habe (Alu
ließ sich gut schneiden, ist aber etwas zu weich, hier sollte
man Niro
nehmen). Nun kann man die Fockschot loswerfen oder belegen, wenn man
hoch auf dem Luvsüll sitzt. |
 |
 |
|
|
| Für den
Spibaum habe ich am Großbaum StB-seits zwei Augbügel
angenietet
(31), wo man ihn schon mit angeschlagener Toppnant und Niederholer
aufbewahren kann und im Bedarfsfall gleich nach vorne umklemmt (32). |
 |
 |
|
|
| Für die
Spischoten (33) verwende ich zwei Umlenkrollen und Klemmen an
Punkten, wo schon früher solche befestigt waren (siehe auch
21), den
Barberhawler hänge ich an der Lochschiene ein und
belege ihn an der
früher für die Fock verwendeten Kammklemme (siehe
Bild 34). Das ist
wahrscheinlich etwas übertrieben, die Beschläge waren
aber vorhanden
und ich wollte nicht neue montieren und die alten Löcher
zukitten. |
 |
 |
|
|
| Den Innenraum finde ich für einen Daysailer
ausreichend gut eingerichtet (35). |
 |
| Einzige Neuerung
ist die Batteriebox, die ich aus Gründen des Gewichtstrimms
nach vorne verlegt habe (36, 37, 38, 39, 40). |
|
|
|
|
| Ausserdem habe ich ein Solarpaneel mit Siccaflex auf
das
Kajütschiebedach geklebt. Die Kabelführung muss
natürlich entsprechend
flexibel sein (41). Mit einem entsprechenden Regler ist das ganze sehr
praktisch, ich erspare mir seither das Nachladen mit Landstrom. |
 |
|
|
Der Trailer hat neue Bremsen und Räder bekommen. Das
Kielauflagebrett wurde eingeschnitten (42), damit das Schwert ein
Stück
heraushängen kann (43 - es ist oben zu breit und klemmt sich
leicht
sehr fest, wenn man es ganz hineindrückt – ein Manko
der Korneuburger
Konstruktion).
Zirka € 4000.- habe ich in die Renovierung gesteckt, es wurde
nur hochwertiges Material verwendet. |
 |
 |
|
|
Obwohl ich mit dem Umbau und den Verbesserungen sehr zufrieden war
(Bild 44) und nicht nur beim Basteln, sondern danach auch beim Segeln
viel Spaß hatte, habe ich meine Shark24
„Orion“ im Jahr 2007 verkauft.
Jetzt segle ich einen Trimaran, bleibe aber der Shark-Gemeinde
weiterhin herzlich verbunden. |
 |