Ein bekannter Schwachpunkt des Morphy Richards DRM-Radios ist die Antenne. Sie ist viel zu kurz für Kurzwelle! Es ist naheliegend, eine längere Antenne einzubauen, jedoch wird das meiner Meinung dem wunderschönen Koax-Anschluß des RS500-Moduls nicht wirklich gerecht.
Ich verwende daher eine selbstgebaute Magnetic Loop Antenne. Das hat zahlreiche Vorteile:
und zwei Nachteile:
Diese Antenne habe ich schon früher gebaut und habe sie für AM- und Amateurfunkempfang verwendet. Beim DRM-Empfang hat sich die Schmalbandigkeit der Antenne als Nachteil herausgestellt, weil das DRM-Radio beim Sendersuchlauf in kurzer Zeit einen sehr großen Frequenzbereich überstreicht. Am besten funktioniert alles, wenn man die Schalterstellung 4 (siehe unten) wählt. Für den DRM-Empfang mit dem Morphy Richards Radio ist es daher völlig ausreichend, den Ring aus Kupferrohr mit einem RG-58-Kabel direkt mit dem Eingang des RS-500-Moduls zu verbinden.
Die Magnetic Loop besteht aus einem Ring aus 10 mm starkem Kupfer-Installationsrohr, mit parallelgeschaltetem Drehkondensator (aus einem alten Röhrenradio ausgebaut). Die Anzapfung für die Ableitung zum Empfänger erfolgt mit einer Krokodilklemme bei ca. 45 - 90 Grad des Kreises vom kalten Ende aus. Durchmesser der Loop ist ca. 55 cm, die dafür notwendige Rohrlänge ist ca. 1,7 m. Der abstimmbare Frequenzbereich ist damit ca. 4,2 bis 21 MHz.

Die Antenne ist sehr selektiv und hat ein ausgeprägtes Resonanzmaximum. Sie muß in den unteren Bändern bei Frequenzwechsel von mehr als 100 kHz nachgestimmt werden (in den oberen Bändern 200 kHz).
Eine zweite Loop hat 1 m Durchmesser / 3,14 m Rohrlänge und überstreicht einen Frequenzbereich von 2,9 bis 14 MHz. An den Loops sind Bananenstecker angelötet, mit denen sie am Drehkondensator angesteckt werden.

Der Drehkondensator ist zusammen mit einem Umschalter, zwei Spulen und den Anschlußbuchsen in einem Kunststoffgehäuse eingebaut. Der Umschalter ermöglicht wahlweise:
Ist man nur an der Kurzwelle interessiert, so kann man sich den Aufwand mit dem Drehschalter ersparen und benötigt nur die Loop (Kupferrohr), den Drehkondensator plus Gehäuse, die Buchsen, Stecker und die Krokoklemme. Die Verdrahtung im Inneren des Gehäuses wird dadurch wesentlich einfacher.



Mit dem Schalter wird der Frequenzbereich eingestellt, mit dem Drehko auf stärkstes Signal eingestellt (in Stellung 4 nicht notwendig) Die 1. und 4. Stellung sind für Kurzwelle wichtig.
In der 1. Stellung ist die Antenne sehr selektiv und liefert auf der Resonanzfrequenz ein starkes Signal. Mit dem Drehkondensator auf stärkstes Signal einstellen.
In Stellung 2 und 3 werden Induktivitäten mit der Loop in Serie geschaltet zur Verringerung der Resonanzfrequenz (Grenzwelle). Die Empfindlichkeit wird dann aber schlechter. Die Krokoklemme muß an das rechte (heiße) Ende der Loop geklemmt werden.
In Stellung 4 ist die Loop direkt an das Koax-Kabel angeschlossen. In der 4. Stellung hat die Loop im interessierenden Frequenzbereich keine ausgeprägte Resonanz. Die Spannung ist geringer und die Antenne wird breitbandig und braucht nicht nachgestimmt werden. Die Unempfindlichkeit gegenüber elektrischen Störungen bleibt erhalten.
Stellung 5 des Schalters ist nicht benützt.
In Stellung 6 wird eine Ferritantenne (siehe Foto oben) in die Buchse gesteckt und mit dem Drehko abgestimmt. Für Mittel- und Langwelle. Die Loop wird dazu nicht benötigt und muß nicht angesteckt sein.