Aus der Chronik des Club's

Gründungsmitglieder 1899

 

 Obmann

Rudolf Matt

Holzhändler und Ziegeleibesitzer
Obm. Stv.

Rudolf Rhonefeld
Architekt und Cafetier

 

Der Sängerclub Langenlebarn blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Von reifen "sangesfrohen und musikliebenden" Männern am 22. Februar 1899 konstituiert, ist der Verein deutlich vom Zeitgeschehen geprägt. Die Gründungsmitglieder waren einflussreiche und typische Vertreter des ehrbaren Bürgertums, das sich in dieser Epoche immer weiter entwickelte und das bevorstehende Ende der Donaumonarchie signalisierte. Die Gründung von Gesangvereinen war in jener Zeit weit verbreitet, ihre Führung war hierarchisch und streng.


  Chorleiter

Johann Tree

Fleischhauer und Pächter

Chorm. Stv.

Ottokar Konradt Ökonomieverwalter

 

In diese Zeit fällt das langjährige verdienstvolle Wirken des Herrn Wratislaw HOSEK, der als Schöpfer der ersten Clubchronik zu nennen ist, die aber leider gegen Ende des 2.Weltkrieges zerstört wurde.

Wratislaw HOSEK führte den Verein von 1907 bis 1912 als Obmann, er wurde 1913 Ehrenmitglied und war noch viele Jahre als Funktionär tätig.

 

 Schriftführer

Gustav HADERLEIN

Eisenbahn Pensionist
 Es war damals üblich, dass ein neuer Sänger nur über Vorschlag eines Mitgliedes und unter Stimmenmehrheit des Vorstandes aufgenommen wurde. Zuvor musste allerdings vom Chormeister die gesangliche Eignung festgestellt werden. Wer kein "begnadeter" Sänger war, hatte immerhin die Chance, aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung die Ehrenmitgliedschaft verliehen zu bekommen. Mitglieder des Sängerclubs waren in diesen Zeiten über den Ort hinaus geachtete Männer. Männer, versteht sich, denn der Sängerclub ist ein Männerchor. Dies darf in keiner Weise als Widerspruch zur Emanzipation der Geschlechter verstanden werden. Ein Männerchor ist ganz einfach ein spezieller Klangkörper.

  Kassier

Karl WEIDLINGER Wirtschaftsbesitzer
 Nach nun mehr als 100-jährigem Bestand hat sich die Tradition nur unwesentlich verändert, jedoch zwangsläufig dem Trend der Zeit angepasst. Aus der ursprünglichen, damals sicherlich auch politisch bedingten Zielsetzung, hat sich das Repertoire auf sakrale, klassische und internationale moderne Chorliteratur ausgedehnt. Aus den Liedertafeln wurden Konzerte zu ausgewählten Themen mit Solisten- und Orchesterunterstützung. Aus den Unterhaltungsabenden wurden Ballveranstaltungen mit Begrüßungs- und Mitternachtseinlagen. Aus den Sängerfahrten in die benachbarte Umgebung wurden Reisen in andere Bundesländer und ins Ausland. Der medialen Entwicklung entsprechend ist der Sängerclub im Rundfunk und im Fernsehen aufgetreten und ist auf Tonträgern präsent. All diese Aktivitäten wurden von einem interessierten Publikum verfolgt und mit reichlichem Beifall belohnt. Heute ist der Sängerclub aus dem kulturellen Geschehen im Tullnerfeld nicht mehr wegzudenken.
     

 Aus der Chronik

Eine handvoll sangesbegeisterter Männer, insbesondere die Herren Johann TREE und Ottokar KONRADT regten

1899
die Gründung eines Männerchores an. Am 22. Februar fand im Gasthaus TREE (heute BUCHINGER) die Gründungsversammlung statt. Probenabend war jeden Mittwoch im Gasthaus PASCHING, nachmals PIRINGER und HOF, heute FLOH.

1900
Der Verein nahm am 28. Juni geschlossen am Huldigungsfackelzug zu Ehren des 70. Geburtstages von Kaiser Franz Joseph in Wien teil.

1901
Bei der Gersthofer Liedertafel am 23. März in Wien wurde an den Ehrenchormeister des Wiener Gesangsvereines Prof. Eduard KREMSER die Bitte gerichtet, die Schaffung eines Wahlspruches zu übernehmen. Dieser schrieb aus dem Stegreif einen vierstimmigen Chorsatz "Deutsches Lied vom Donaustrand, kling hinaus ins weite Land" nieder und übergab ihn an Chormeister TREE. Die Konstituierung des Vereines wurde am 11. Mai durch die k.u.k. Stadthalterei in Wien angezeigt und am 29. Mai unter der Zahl 42.740 genehmigt. Die offizielle konstituierende Versammlung hielt der Club am 5. Juni ab. Zum ersten Ehrenmitglied des Clubs wurde am 12. Juni Hermann ERHARDT bestellt.

1902
Am 19. Oktober wurde der Verein in den Sängerbund aufgenommen.

1903
Verschiedene Mitglieder des Clubs vereinten sich zu einem Orchester. Bei der Generalversammlung wurde beschlossen, die Liederbücher von Eduard KREMSER für das No-tenarchiv anzuschaffen und diese aus der Clubkasse zu bezahlen. Bei der Sparkasse Tulln wurde ein "Einlegebuch" angelegt.

1904
Die Herren LANGAUER sen. und jun. traten aus dem Sängerclub aus und gründeten in Langenlebarn einen gemischten Chor unter der Bezeichnung "Volksgesangsverein". Am 3. Juli unternahm der Wiener "Gotthardbund" einen Sänger- und Familienausflug nach Langenlebarn. Festgottesdienst, Frühschoppen und abends gemeinsames Singen und Musizieren standen auf dem Programm. Zum zweiten Ehrenmitglied des Sängerclubs wurde am 24. Februar Ignaz STEPANEK ernannt.

1905
Im Jänner teilte der Gotthardbund die Umbenennung des Vereins auf "Neubauer Sängerbund" mit. Bei der Generalversammlung am 11. März bat Obmann Rudolf ROHNEFELD von einer Wiederwahl seiner Person wegen Zeitmangels und Arbeitsüberlastung abzusehen.

1906
Eine blamable Situation für den Club ergab sich im Zuge der Installation von Pfarrer Josef PREUSS. Die Leitung des Sängerclubs musste bedauern, dass der Verein wegen der geringen Beteiligung an Sängern nicht singfähig war. Bei der daraufhin stürmisch verlaufenen ausserordentlichen Generalversammlung wurde die Stellung des Orchesters im Club heftigst diskutiert. Sehr tüchtige Mitglieder wie A. WAGNER - Obmann des Zither- u. Schrammelclubs "D'Lebinger Herzbinkerl" - und E. GOLDBERGER gingen dem Club dadurch verloren. Am 1. Juli besuchte der Neubauer Sängerbund den Sängerclub Langenlebarn.

1907
Etwas verspätet wurde am 2. Februar in der Pfarrkirche die Gründungsmesse für den Sängerclub gelesen. Am 17. April wurde eine Reisekassa angelegt. Am selben Abend brachte der Chor dem Bischof von St. Pölten, Dr. RÖSLER, ein Ständchen dar.

1908
Am 3. Februar wirkte der Club beim Empfang des neuen Oberlehrers, Herrn Johann POLLAK und dessen Amtseinführung mit. Die Herren Franz LAMPERT und Leopold UHLIK traten dem Club bei. Am 7. Mai war der Club fast vollständig bei der vom niederösterreichischen Sängerbund in Schönbrunn veranstalteten Serenade, anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums "Seiner Majestät, Kaiser Franz Josephs I", vertreten. Chormeister Johann TREE wurde zum Ehren-Chormeister ernannt. Gründungsmitglied Rudolf ROHNEFELD zog nach Wien. Der Club verlor ein wertvolles Mitglied, erwarb aber bei einer Versteigerung das zurückbleibende Harmonium.

1909
Am 4. Juli wurde das 10-jährige Bestandsjubiläum festlich begangen. Zu Silvester hielt der Club erstmals eine Silvesterfeier ab. Veranstaltungsort war die Restauration beim Bahnhof, welche von R. ROHNEFELD verkauft und von Sangesbruder Leopold UHLIK erworben worden war. Johann TREE wurde Bürgermeister und besetzte dieses Amt bis 1919. Er leitete auch den Kirchenchor.

1910
Am 17. April war der Verein bei der 1. Liedertafel des Musikvereines St. Andrä/Wördern und am 10. Juli beim 30-jährigen Gründungsfest des MGV Königstetten, verbunden mit einer Fahnenweihe, vertreten. Am 2. Oktober umrahmte der Sängerclub die Einweihung der "Kaiser-Jubiläumsschule", die in überraschend kurzer Zeit, vom 12.04.1910 - 2.10.1910, erbaut worden war.

1911
Der Verein verlegte sein Clublokal vom GH PASCHING (heute FLOH) in das GH UHLIK, wo bis 1986 das Extrazimmer für die Proben zur Verfügung stand.

1912
Mitwirkung bei der Bestandsfeier der FF-Langenlebarn. Vom 27.-31. Juli nahm der Sängerclub am Sängerfest in Nürnberg teil. Zur Vermählung des ausübenden Mitgliedes und Herbergsvaters Leopold UHLIK mit Frl. Maria GRELL am 25. November, brachte der Club ein Ständchen dar.

1914
Am 15. Juni veranstaltete der MGV St. Andrä/Wördern ein Sinfoniekonzert unter Mitwirkung von Edmund EYSLER. Auch der Sängerclub konnte das Publikum begeistern. Am 28. Juni beging der MGV Tulln das 50-jährige Bestandsjubiläum. Bei einem Preissingen errang unser Club den 2. Platz (Silberpokal). Während des Festes schallte eine vor Aufregung bebende Stimme vom Balkon der Bezirkshauptmannschaft: "Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin sind in Sarajevo ermordet worden". Das Fest nahm ein jähes Ende. Ehrenchormeister Eduard KREMSER starb am 27. November im 77. Lebensjahr. Mit der allgemeinen Mobil-machung im Juli erlosch das Vereinsleben.

1919
Im Oktober fand die erste Generalversammlung nach dem Krieg statt.

1920
Der Sängerclub besuchte das 40-jährige Gründungsfest des MGV Königstetten am 30. Mai.

1922
Eduard POLLAK wurde zum Obmann gewählt und später auch Bürgermeister.

1923
Unter Bürgermeister Franz SCHRAIK wurde der Ort elektrifiziert. Die Lichtfeier fand im GH PIRINGER (heute FLOH) statt.

1924
Zum 25-jährigen Bestandsjubiläum des Sängerclubs wurde die neue Vereinsfahne geweiht. Teilnahme am 60-jährigen Bestandsfest des MGV Tulln.

1925
Gründungsobmann Rudolf MATT verstarb am 13. Dezember.

1928
Im 100. Todesjahr von Franz Schubert nahm der Sängerclub am "10. Deutschen Sängerbundfest" in Wien teil, zu dem ca. 100.000 Sänger kamen. Chormeister PAUSCH wollte im Dezember wegen mangelhafter Probenbesuche sein Amt zurücklegen-von 35 Mitgliedern waren nur 15 bei der Liedertafel anwesend !

1929
Um den 10. Mai entbrannte eine hitzige Debatte "für oder gegen" die Aufnahme von Frauen in den "ostmärkischen Sängerbund": Die Männer blieben standhaft, es kam nicht dazu. Am 1. Dezember wurde Obmann Eduard POLLAK wiederholt zum Bürgermeister von Langenlebarn gewählt.

1930
Am 26. Februar schaffte der Verein einen "Vervielfältigungsapparat" an. Am 15. August wurde die umgegossene Vesperglocke für die Pfarrkirche geweiht. Glockenpatin war Stefanie POLLAK, die Gattin des Obmannes. Chormeister PAUSCH übersiedelte am 4. Oktober nach Wien, neuer Chormeister wurde Heinrich NAGL. Am 29. Oktober verstarb Gründungs- und Ehrenchormeister und Altbürgermeister Johann TREE.

1931
Am 26. Jänner verstarb Ehrenchormeister Josef PAUSCH. Am 7. Juni fand in Langenlebarn das 9. Gausängerfest mit 15 teilnehmenden Vereinen statt. Im Oktober musste ein Schiedsgericht statutengemäß einen internen Streit schlichten. Bei der Generalversammlung am 21. November wurde Dr. Richard EISENMENGER zum Chorleiter und Franz LAMBERT zu dessen Vertreter gewählt. Der bisherige Chormeister Heinrich NAGL trat daraufhin aus dem Verein aus.

1933
Am 28. Februar fand im Gasthaus UHLIK ein gelungener Faschingsrummel bei übervollem Saal statt. Bei der Ausschusssitzung am 25. Oktober kam es zu schweren Auseinandersetzungen wegen einer Anleihe. Obmann POLLAK und Chormeister Dr. EISENMENGER traten daraufhin tief entzweit aus dem Verein aus. Chormeister NAGL übernahm wieder sein Amt, POLLAK die Obmannschaft.

1935
Obmann Stellvertreter Wratislaw HOSEK begann eine Chronik über den Sängerclub anzulegen. Am 15. Mai trat Leopold NEMETZ dem Verein bei.

1936
Der Verein war mit Chormeister NAGL nicht mehr einverstanden, der bisherige Stellvertreter Peter PIRCHER übernahm seine Stelle. Am 16. Februar wurde Obmann Eduard POLLAK Ehrenbürger von Langenlebarn.

1937
Am 1. Mai Teilnahme an der Fahnenweihe der Ortsgruppe "Vaterländische Front". Bei der 100-Jahrfeier der DDSG am 19. Juni zogen die Schiffe ,,Maria Anna" und ,,Johann Strauß", mit Bundespräsident MIKLAS an Bord durch die Wellen, 18 Mitglieder standen mit der Vereinsfahne aber ohne Gesang am Ufer. Am "12. Deutschen Sängerbundfest" und 75-jährigen Bestandsjubiläum des deutschen Sängerbundes in Breslau nahmen 10 Sänger mit ihren Frauen teil. Eintritt von Rudolf THORD am 1. Dezember.

Schicksalsjahr 1938
Die seltene Erscheinung eines Nordlichtes am 25. Jänner erzeugte in der Bevölkerung Unruhe und Angst vor Krieg, Krankheit und Überschwemmung . Am 12. März erfolgte der Einmarsch deutscher Truppen. Obmann Eduard POLLAK legte sein Amt zurück und wurde noch in der Nacht des Einmarsches seiner Amtsgeschäfte als Bürgermeister des Marktes Langenlebarn enthoben. Dr. EISENMENGER trat an seine Stelle. Am 8. August fand eine letzte Gesangsprobe statt. Das Vereinsgeschehen erlosch. Der Vereinsvorstand, nach den nationalsozialistischen Vorgaben neu gewählt, wurde zwar nicht aufgelöst, die Vereinstätigkeit aber auf Dauer des 2. Weltkrieges eingestellt.

1947
Unter dem Druck der Besatzungsmacht wurde der Verein von der Sicherheitsdirektion für NÖ aufgelöst. Auf das Betreiben von Heinrich NAGL erfolgte am 18. Dezember

1948
die Neuzulassung durch die Sicherheitsdirektion und eine eher zaghafte Neubelebung. Die Sangesbrüder Karl HÜTTL, Heinrich NAGL, Leopold UHLIK, Gottfried WAGNER und Ing. Otto ZEISBERGER bildeten den neuen Vereinsvorstand.

1949
Trotz aller Bemühungen gab es nur unregelmäßige Proben und schwachen Besuch. Auch in den folgenden Jahren gab es keine wesentliche Belebung. Das kulturelle Leben hatte sich auf den neu gegründeten Volkstheaterverein Langenlebarn verlagert. Seele dieses Vereines war Leopold NEMETZ.

1952
Erwachen aus dem Dornröschenschlaf. Gottfried WAGNER konnte die Probenarbeit wieder aufnehmen. Die Sangesbrüder Pfarrer NEUWALD, August FRIEDRICH, Ignaz GRUBER, Franz KASTNER, Franz SCHRAIK, Walter WALDHUBER, Karl WERNER, Rudolf WITSCH, und Johann ZIMMERMANN sen. stießen zum Verein.
Erster öffentlicher Auftritt beim Totengedenken am 1. November.

1953
Offizielle Aufnahme des Sängerclubs als Mitglied des Sängerbundes für Wien und NÖ. Heinrich NAGL wurde Ehrenchormeister, Ignaz KELLER Ehrenmitglied.

1954
Für die aktiven Mitglieder wurden Clubabzeichen beschafft. Josef WÜHL wurde Ehrenmitglied.

1956
Mit der Mozartfeier zum 200. Geburtstag des Komponisten gelang dem Sängerclub ein Höhepunkt. Er wirkte auch bei der Eröffnung der Turnhalle und der Weihe der "Leopoldi-Glocke" mit.

1957
Am 2. Februar wurde der 1. Sängerball veranstaltet. Am 3. Februar verstarb SB Karl Christ. Am 28. April erfolgte die Uraufführung des Oratoriums "Tod und Auferstehung" von Leodegar LÖSCHL gemeinsam mit dem Kirchenchor und der Musikvereinigung Langenlebarn. Der Club wirkte bei der Aufführung des Werkes "Die Schöpfung" in der Stadtpfarrkirche Tulln mit.

1958
Die Teilnahme am 3. Österr. Sängerbundfest in Wien mit Fahne und 17 Mitgliedern unter ca. 40.000 Sängern wurde zu einem unvergesslichen Ereignis. Frau Paula EHRLICH konnte als Pianistin für den Verein gewonnen werden.

1959
Der 2. Sängerball wurde vom Musikkorps der Wiener Polizei gestaltet. Die Ballveranstaltungen erfolgten von nun an in zweijährigem Rhythmus und wurden im Gasthaus HOF (heute FLOH) abgehalten. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt gelang mit der Aufführung der Paukenmesse am 28. Juni. Der aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Rücktritt von Obmann Ing. ZEISBERGER stürzte den Verein in eine ernsthafte Krise, die nur durch das entschiedene Eintreten von SB Rudolf THORD gemeistert werden konnte, der die Vereinsführung übernahm.

1960
Die Ehrenmitglieder Heinrich NAGL und Rudolf OLBRICH wurden zur letzten Ruhe geleitet. Zu Pfingsten wurde die Paukenmesse wieder aufgeführt.

1962
Der Tullner Sängerkreis entbot Landeshauptmann Leopold Figl einen musikalischen Gruß aus dessen Heimat.

1964
Ehrenmitglied Johann HORVARTH verstarb im 83. Lebensjahr. Der Gesangsverein Leibnitz veranstaltete am Fliegerhorst einen "Steirischen Abend". Beteiligung am Landessängerfest in Krems und an der 100-Jahrfeier des Tullner Gesangvereines. Am 11. August verstarb SB Josef PÖTTENAUER. Am 8. November wurde in der Pfarrkirche ein Kirchenkonzert gemeinsam mit der Sängerrunde Muckendorf veranstaltet.

1965
Gemeinsames Kirchenkonzert in Zeiselmauer mit der Sängerrunde Muckendorf und dem Kirchenchor Zeiselmauer. Am 1. November wurde die "Helenenmesse" von Leodegar LÖSCHL uraufgeführt und am 7. November erreichte der Sängerclub bei einem Wertungssingen in St. Andrä/Wördern die Note "sehr gut".

1966
Prof. Friedrich FÖRSTL wurde Chormeisterstellvertreter. Am 28. März verstarb Ehrenmitglied Leopold NEMETZ, der sich als Theaterschriftsteller großen Ruhm erworben hatte. Beim 80-jährigen Gründungsfest der FF-Langenlebarn sang der Sängerclub die "Deutsche Messe" und am 24. Dezember zum ersten Mal die Weihnachtsliedermesse in der Fliegerhorstkirche.

1967
Die Sangesbrüder Friedrich KNEIS, Josef PÖTTENAUER, Johann WEIDL und Wilhelm WERNER kamen zum Sängerclub. Karl HÜTTL wurde zum Ehrenobmann ernannt. Am 24. Juni fand im GH UHLIK ein Johann Strauß Abend, gemeinsam veranstaltet mit dem Kirchenchor und den Lebarner Schrammeln statt. Am 9. Juli veranstaltete der Tullner Sängerkreis eine Schifffahrt nach Dürnstein mit 750 Teilnehmern, davon 54 aus Langenlebarn, drei Musikkapellen und einem Schrammelorchester.

1968
Nachdem der Kirchenchor unter Männermangel litt, wurde eine Fusion erwogen, aber wieder verworfen. Beim Landessängerfest in St. Pölten konnte der Verein unter Prof. FÖRSTL wiederum mit "sehr gut" bewertet werden. Am 9. Dezember verstarb Ehrenmitglied Josef WÜHL.

1969
Beim 70-jährigen Gründungsfest des Sängerclubs wurde die "Deutsche Messe" gesungen. Der Club erfreute sich 36 aktiver und 31 unterstützender - sowie sechs Ehrenmitglieder. Am 25. August verstarb Ehrenobmann Karl HÜTTL, und am 11. November DK Walter WALDHUBER in Wien.

1970
Chorleiter und Bürgermeister OSR Gottfried WAGNER wurde von der NÖ Landesregierung das silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich verliehen. Der Verein feierte mit Leodegar LÖSCHL dessen 60. Geburtstag. Die geplante Zusammenlegung der Gemeinden Tulln und Langenlebarn führte zu einer Volksabstimmung und der eindeutigen Absage seitens der Langenlebarner Bürger.

1971
Wiedereinmal geriet der Verein in eine personelle Krise, wenige aktive Mitglieder und mangelhafter Probenbetrieb überschatteten das Vereinsleben. Am 22. Februar feierte Chorleiter Gottfried WAGNER seinen 60. Geburtstag. Die Generalversammlung am 26. Februar wählte SB Roland WENTH zum neuen Chormeister. OSR Gottfried WAGNER schied nach 22 bewegten Jahren aus dieser Funktion. Zum Zeichen der Wertschätzung wurde er zum Ehrenchormeister ernannt und es wurde ihm der Ehrenring verliehen. Bei der Eröffnung des neuen Stadtsaales in Tulln wirkte auch der Sängerclub mit.

1972
OSR Gottfried WAGNER wurde das Ehrenbürgerrecht verliehen. Anlässlich des 175. Geburtstages von Franz SCHUBERT wirkte der Verein am 6. Mai beim Konzert im neuen Stadtsaal in Tulln mit, ebenso bei der Weihe der neuen Pfarrkirche Tulln St. Severin. Am 7. Oktober sang der SCL bei der Weihe des neuen Pfarrhauses und Pfarrzentrums.

1973
Unsere Pianistin und Ehrenmitglied, Frau Paula EHRLICH, verstarb am 23. März. Am 4. Mai fand in Langenlebarn ein Leopold NEMETZ-Liederabend statt. Am 13. u. 14. Oktober fanden die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des TULLNER SÄNGERKREISES statt.

1974
Bei der 75-Jahrfeier des Sängerclubs Langenlebarn im September wirkten insgesamt zehn Chöre mit.

1975
Im Todesjahr von Robert STOLZ übergab Roland WENTH die Chorleitung an Franz POLLATSCHEK. Dieser Wechsel und der Eintritt der SB EDER, LECHNER, MAYER, RICHNOVSKY und SALOMON gaben dem Verein neue Impulse. SB Friedrich HASELSTEINER feierte seinen 60. Geburtstag. Am 29. Juni wurde das Kriegerdenkmal des ÖKB geweiht, am 10. August fand die Eröffnung des umgestalteten Sportplatzes an der Donaulände statt und am 24. Oktober wurde der neue Kindergarten in Langenlebarn seiner Bestimmung übergeben. Beim Liederfestival im Stadtsaal Tulln am 29. Oktober trugen die Sänger zum erstenmal ihre neue Uniform: schwarzer Blazer und hellgraue Hose.

1976
Nach Jahren der Unterbrechung hielt der Sängerclub den 8. Sängerball ab. Er fand mangels geeigneter Räumlichkeiten in Langenlebarn im Stadtsaal von Tulln statt und wurde ein unerwartet großer Erfolg. Weitere Auftritte erfolgten anlässlich der 90-Jahrfeier der FF-Langenlebarn und der 300-Jahrfeier der Pfarrkirche St. Helena am 11. u. 12. Juni. Als konzertante Aufführung wurde am 20. November ein Liederabend im Stadtsaal unter dem Motto "Ernst und Heiter" gemeinsam mit dem Chor St. Peter aus Wien veranstaltet.

1977
Vorstand Rudolf THORD legte nach 18-jähriger aufopfernder Tätigkeit sein Amt als Obmann zurück. Eine Ära ging damit zu Ende. Neuer Vorstand wurde "Multifunktionär" Johann ZIMMERMANN sen. Bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag wurde SB Franz KASTNER zum Ehrenmitglied ernannt.

1978
Mitwirkung beim Sängerfest in den Marchfeldschlössern. Ernennung von Rudolf THORD zum Ehrenobmann und Verleihung des Ehrenringes. Zum 150. Todestag von Franz SCHUBERT sang der Sängerclub (mit 31 Sängern), am 25. November gemeinsam mit dem Tullner Gesangsverein ein Gedenkkonzert im Tullner Stadtsaal.

1979
Mitwirkung beim Sängerfest auf der Schallaburg am 1. Mai. Am 27. August starb Ehrenmitglied Leodegar LÖSCHL. Am 16. September nahm der Sängerclub am 60. Gründungsfest der Singgemeinschaft Asperhofen teil. Ein wichtiges Ereignis für das Kulturgeschehen im Ort war die Eröffnung des Florahofsaales am 16. Dezember. Seither gehören ein Herbstkonzert und der Sängerball zu Fixpunkten im Jahreskreis.

1980
Die Sänger erhielten eine neue Clubgarnitur: beiger Blazer und braune Hose. Am 14. Juni feierte der SCL etwas verspätet seinen 80-jährigen Bestand mit einem Festkonzert und 5 Gastchören. "Herbergsvater" und Ehrenmitglied Dr. Leopold UHLIK verstarb unerwartet nach kurzer Krankheit am 14. Dezember.

1981
Verleihung des goldenen Ehrenringes der Stadt Tulln an Ehrenchormeister OSR Gottfried WAGNER. Chormeister Franz POLLATSCHEK, der enorme Aufbauarbeit geleistet hatte, übergab seine Funktion an Dir. Peter HERBIST. Der tragische Tod von SB Günther SCHWARZ erschütterte den ganzen Ort.

1982
Am 15. Mai wurde in Neuaigen ein Konzert gestaltet. Mitwirkung bei der 100-Jahrfeier des Gesang- und Musikvereins Großweikersdorf sowie beim Fest "50 Jahre Sängerrunde Muckendorf". Auf Initiative von SB WENTH fand am 27. September gemeinsam mit dem Singkreis Völkermarkt ein "Kärntner Abend" im Florahof statt.

1983
Die Sängerreise führte diesmal nach Kärnten. Das deutsche Lied vom Donaustrand erklang in Arnoldstein. Ein Höhepunkt des Konzertabends war der Auftritt des Osttiroler Viergesanges. Auf der Heimfahrt besuchten wir unsere Freunde in Völkermarkt.

1984
Die SB DREISZKER und RICHNOVSKY schrieben die erste und bislang auch letzte "Langenlebarner Faschingszeitung". Die Tullner Blasmusik nahm ein Tonband auf, wobei zwei Märsche vom Sängerclub begleitet wurden. Die SB J. FRIEDRICH (Schlagzeug), L. GÖBL (Klarinette), P. HERBIST (Akkordeon), E. RICHNOVSKY (Trompete) und J. ZIMMERMANN sen. (Bass), formierten sich zu einer Clubband. Das Festkonzert zum 85-jährigen Bestand des Sängerclubs wurde vom Gesangsverein Arnoldstein/Kärnten mitgestaltet. Die Clubband umrahmte diesmal die Weihnachtsfeier.

1985
Sängerfahrt ins bayrische Mitterfels und Straubing. Die Feier "1000 Jahre Königstetten" sah den Sängerclub als Gratulanten. Völlig unerwartet verstarb Fahnenjunker Heinrich WANDALLER am 13. April. Bei der Installation von Pater Franz HAUSER in der MilPfarre3, welcher Superior Rudi SCHÜTZ nachfolgte, gestaltete der Sängerclub die Festmesse in der Fliegerhorstkirche. Zum Herbstkonzert wurde der MGV Wulkaprodersdorf eingeladen.

1986
Sängerfahrt nach Wulkaprodersdorf, Forchtenstein und Mörbisch. Am 20. März gaben wir Ehrenmitglied Ing. Otto Zeisberger das letzte Geleit. Das Herbstkonzert wurde mit der Singgemeinschaft Langenlebarn gestaltet. Der Sängerclub verlegte sein Clublokal vom Restaurant UHLIK/BÖCK in den Florahof. Mit der Pfarrgemeinde wurde eine erste Adventfeier im Florahof gestaltet. SB Hans FREITAG wurde bei der Feier seines 60. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt.

1987
Sängerfahrt ins Almtal und nach Gmunden. Abschied von Friseurmeister Rudolf RENNER, Leiter der bekannten Tanzkapelle "Rudi Renner". Der Sängerclub sang beim Begräbnis des völlig unerwartet verstorbenen Ortsvorstehers Leopold RANSMAYER. Anlässlich der Tullner Gartenbaumesse trat der Sängerclub im Seniorenclub auf. Die Aufnahmen hierzu erfolgten im ORF-Studio am Küniglberg. Bei der Feier "110 Jahre MGV Göllersdorf" war der Verein ebenfalls vertreten.

1988
Großen Erfolg brachte dem Sängerclub eine Kirchenkonzertreihe in den Pfarren Langenlebarn, Königstetten, Heiligeneich und Tulln St. Stephan, gemeinsam mit dem Tullner Gesangsverein "La Musica" und dem Kirchenchor Rappoltenkirchen. Ehrenobmann Rudolf THORD wurde der Ehrenbrief des Sängerbundes für Wien und NÖ überreicht. Zum Halbjahresabschluß radelten die Sänger in die Kronau zum Heurigen. Beim Jubiläum "75 Jahre MGV Tulbing" gratulierte der Sängerclub musikalisch.

1989
Der Club gestaltete für den ÖKB Baumgarten-Freundorf die 90-Jahrfeier. Die diesjährige Sängerfahrt führte nach Groß-Siegharts ins Waldiertel. Die Festmesse "25 Jahre MilPfarre Langenlebarn" wurde vom Sängerclub gestaltet. Mitwirkung des Vereines bei der ORF-Übertragung von der Blumenmesse in Tulln. Zum 90-Jahr-Jubiläum des Sängerclubs wurde ein Jubiläumskonzert veranstaltet.

1990
Ein Chorseminar in Großrußbach wurde von vielen Mitgliedern besucht. Die von SB KAUFMANN vorbereitete Sängerfahrt führte über die südsteirische Weinstraße nach St. Veit/Vogau, Gamlitz und Ehrenhausen. Das Herbstkonzert wurde gemeinsam mit dem MGTV Groß-Siegharts gestaltet.

1991
Als Anerkennung für die Gestaltung der Weihnachtsfeier nahm der Sängerclub an einem Hubschrauberflug beim Fliegerregiment 1 teil. Das 25-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Anton AICHINGER wurde vom Sängerclub mitgestaltet. Das Herbstkonzert stand unter dem Thema des Jahresregenten Wolfgang Amadeus Mozart.

1992
Sängerfahrt an den Plattensee mit Sonntagsmesse in Keszthely. Am 6. Oktober verschied Ehrenmitglied Karl RAAB. Er war ausgebildeter Sängerknabe und wirkte als ChormStv, Pianist und Organist.

1993
Obmann J. FRIEDRICH feierte seinen 60er. Am 9. März geleiteten wir Ehrenmitglied Franz SCHRAIK zur letzten Ruhe. Am 14. Mai verstarb Ehrenmitglied ADir Friedrich KAISER. Das 70-Jahr-Jubiläum des Sängerkreises Tulln wurde festlich begangen.

1994
Am 27. Jänner wurden SB Roland WENTH und am 22. März Karl STREJC auf ihrem letzten Weg begleitet. In das 95. Bestandsjahr fiel die Gründung des Knabenchores des Sängerclubs. Voll Stolz kann festgehalten werden, dass diese Saat bereits im Jubiläumsjahr Früchte trägt. Der Club sang beim 60. Geburtstag von SB Karl BRADAC, beim 75-Jahr-Jubiläum in Asperhofen und bei der Hochzeit von SB Klaus Peter OSTHOFF. Die Europäische Union wirft ihre Schatten. Der Sängerclub veranstaltete gemeinsam mit dem Knabenchor und "Amici Musici" das Herbstkonzert "Eurovisionen" im Florahof, das vom Stellvertreter des erkrankten Chormeisters, Dir. P. HERBIST, Ludwig FLEßL geleitet wird.

1995
Völlig unerwartet verstarb am 20. Jänner SB Walter LECHNER. Die Generalversammlung wählte Ludwig FLEßL zum Chormeister. Die Verdienste des scheidenden Chormeisters Chordirektor Peter HERBIST wurden in diesem Zusammenhang entsprechend gewürdigt. Die SB KAUFMANN und WITSCH feierten ihren 60. Geburtstag. Beim Herbstkonzert war der Tullnerfelder Bäuerinnenchor zu Gast. Das Vereinslokal im Amtsgebäude wurde fertiggestellt und somit ein schönes Probenlokal für den Chor Amici Musici und den Sängerclub geschaffen.

1996
SB Ing. SCHREIBER lud zu seinem 70. Geburtstag, Ehrenchormeister Gottfried WAGNER wurde zum 85er gratuliert. Obmann Josef FRIEDRICH übergab nach zehn intensiven Jahren die Vereinsführung an Ing. Erich KNAPITSCH. Die Gestaltung einer Hochzeit in Zelking, wo L. FLEßL das Ave Maria auf Bitte des Pfarrers wiederholen musste, wurde mit einer Sängerfahrt nach Melk verbunden. Das Herbstkonzert unter dem Motto "Golden Memories" brachte ein sehr stimmungsvolles und abwechslungsreiches Programm mit solistischen Einlagen. Bereits von schwerer Krankheit gezeichnet feierte SB Hans FREITAG seinen 70er.

1997
Der Sängerball wurde in diesem Jahr auf Silvester vorverlegt. Teilnahme am internationalen Schubert Chorfest am 8. Mai auf dem Wiener Rathausplatz. Die Sängerfahrt erfolgte in diesem Jahr nach Passail. Der Club nahm an der Fahnenweihe des MGV Pulkau teil. In Kirchberg/Wagram wurde die Weintaufe durch entsprechende Trinklieder mitgestaltet. SB Josef FRIEDRICH wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Den SB Anton BICHLER und Rudolf PÖTTENAUER wurde das letzte Geleit gegeben. Mitwirkung beim großen Kirchenkonzert des Tullner Gesangsvereines La Musica in Tulln St. Stephan. Rüstig und in voller Frische feierte Ehrenmitglied Franz KASTNER mit uns seinen 80. Geburtstag.

1998
Am 27. Mai begleiteten wir SB Hans SALOMON auf seinem letzten Weg. Zum 70. Geburtstag von OSR Hans SINABELL gestalteten wir zu dessen Ehren ein Konzert des Tullner Sängerkreises mit. SB Hans MAYER feierte seinen 60er. Ein weiteres Konzert des Tullner Sängerkreises anlässlich der Egon Schiele-Ausstellunmg wurde am 30. August an der Tullner Donaulände mitgestaltet. Am 19. November geleiteten wir Ehrenmitglied Hans FREITAG auf seinem letzten Weg. Er war lange Jahre Kassier des Sängerclubs und ein fleißiger Helfer.

1999
Der Sängerclub feiert seinen hundertjährigen Bestand. Aus diesem Anlass fand am 16. Oktober ein großes Jubiläumskonzert statt zu welchem der Männergesangverein "Kornblume - Liebenfels" aus dem Kärntner Glantal und der gemischte Chor "Amici Musici" aus Langenlebarn sowie die Blechbläsergruppe "s'Lebarner Blech" zur Mitgestaltung eingeladen waren.
Am 17. Oktober fand ein Festgottesdienst mit Segnung der Fahnen und Wimpel statt. Zu den Festansprachen diverser Honoratioren brachten der Kirchenchor Langenlebarn, die Chorvereinigung La Musica aus Tulln, der Männergesangverein Tulbing, die Sängerrunde Kritzendorf, der Hagenthaler Chor und Kornblume Liebenfels ihre Gratulationsständchen. Vor dem gemeinsamen Festessen sang man gemeinsam den Chor "A guate G'sundheit".