Seit meinem ersten Aufenthalt
in Kanada war es mein Wunsch, die kanadische Wildnis näher
kennen zu lernen. Noch dazu kam ich zur Erkenntnis, dass ein Mensch
mit einem bewegungsarmen Berufsleben im Urlaub Bewegung braucht.
Was also lag näher als ein Aktivurlaub in der kanadischen Wildnis?
Unser Team bestand aus:
Werner Senn, Werner Unsinn, Willi Schatz, Walter Köll,
Peter Nothdurfter und Johann Vigl.
Auszug aus dem Tagebuch:
Nach feuchter Nacht kommt auch ein feuchter Morgen. Statt Bannocks
gibt es heute frische Omelettes zum Frühstück. Sie schmecken
etwas salzig, ungewohnt für uns. Den Twitya River können
wir bereits sehen, und wir hoffen, ihn bald zu erreichen. Aber es
zieht sich.
Als wir dann an seinem Ufer stehen, denkt sich jeder sein Teil.
Er ist etwa mit dem Inn vergleichbar und hat an dieser Stelle eine
beachtliche Strömung über eine Breite von gut 20 Metern.
Wir überlegen nicht lange und entscheiden uns für schwimmende
Überquerung mit Seilhilfe. Michael schwimmt als erster hinüber,
und es treibt ihn stark ab. Da wissen wir schon, was uns erwartet.
Nach und nach werden alle mit Brustgeschirr ans Seil gebunden und
hinübergezogen. Das gleiche passiert mit der kompletten Ausrüstung.
Wir müssen nur alles in die einzigen zwei wasserdichten Säcke,
die wir haben, umpacken. Jeder erwischt viel Wasser, aber wenig
Luft. Unser Gottvertrauen ist unerschütter- lich, und so ist
nach drei Stunden alles am anderen Ufer. Ich hatte als Letzter noch
einige Kraft aufzubieten, um das Seil auf meine Seite zu ziehen
und eine Sicherung aufzubauen. Die letzte Sicherung mußte
ich dann mit zwei Steinen durchschlagen und zurücklassen.

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