Intelligent Design – Frequently Asked Questions
Francis
Crick (1988, What Mad Pursuit, Basic Books S.138 zitiert nach Dembski
2004)
Vorbemerkung: Zu Intelligent Design kursieren zahlreiche Fragen,
die immer wieder gestellt werden. Auf diese Fragen soll hier eine kurze
Antwort, u.U. mit weiterführenden Verweisen, gegeben werden. Die FAQ werden
gelegentlich ergänzt.
Stand vom: 11.04.06
Neuerungen: Kleinigkeiten, B2 / C9
Inhalt:
A1: Was
ist das ID-Movement?
A2: Was
ist die Position der vorliegenden Website zum Movement?
Bereich B:
Der ID-Ansatz.
B1: Was
ist „ID“?
B2: Ist
ID eine Alternative zur naturalistischen Wissenschaft?
B3: Sind
Designer Lückenbüßer?
B4:
Werden durch die Tatsache, dass Organismen zu „Descent-with-Modification“ fähig
sind, nicht alle Analogien wertlos?
B5: Ist
ein Designer falsifizierbar?
B6:
Basiert die ID-Argumentation nicht letztlich auf Teleologie?
B7: Sind
„Ziele“ vielleicht eine Illusion, werden sie nicht einfach vom Menschen
hineininterpretiert?
B8: Gibt
es Unterschiede zwischen einer design- und einer schöpfungstheoretischen
Perspektive?
B9:
Können wir nur von Menschen verursachte Signale erkennen?
Bereich C:
Diverse Fragen, die in näheren Bezug zu ID stehen.
C1: Ist
der ID-Ansatz eine Schöpfungslehre, in der der Schöpfer keinen Namen hat?
C2: Was
ist Kreationismus?
C3: Wie
steht ID zum Kreationismus und anderen Schöpfungslehren?
C4: Sind
„Design-Fehler“ ein Einwand gegen ID?
C5:
...und wie steht es mit der „Junk-DNA"?
C6: Wie
steht ID zum Konzept der „Theistischen Evolution“?
C7: Ist ID
inkompatibel zum Darwinismus?
C8: Gibt
es einen „Intelligent Design – Kreationismus“?
C9: Wie
verträgt sich ID mit der Vorstellung einer gemeinsamen Abstammung?
C10:
Und wenn nur der Evolutionsprozeß designed ist?
C11:
Wie steht ID zu einem supernaturalistischen Designer?
C12:
Führt der Design-Gedanke nicht zum unendlichen Regress?
BEREICH A:
A1: Was ist
das ID-Movement? Mit dem „ID-Movement“ wird oft die Gruppe von ID-Vertretern rund
um William A. Dembski angesprochen. Diese Gruppe ist im Discovery Institut (Seattle) organisiert,
und wenn von „ID-Movement“ gesprochen wird, sind oft genau diese Organisation
und die dort vertretenen Zielsetzungen gemeint. Selbstverständlich kann man den
Begriff „ID-Movement“ auch so fassen, dass er alle Vertreter der
ID-Theorie umfasst, dabei ist es jedoch notwendig A2 zu berücksichtigen.
A2: Was
ist die Position der vorliegenden Website zum Movement? Sofern „Movement“ in der unter A1 nahegelegten Form
verstanden wird, gilt: Diese Website steht in keinem Bezug zum ID-Movement.
D.h. vor allem, dass die über naturwissenschaftliche Anliegen hinausgehenden
Zielsetzungen des Discovery Instituts nicht geteilt werden. Allgemein
gilt: Dort vertretene politische und u.a. Zielsetzungen müssen keineswegs von allen Personen geteilt
werden, die den ID-Ansatz vertreten. Darum scheint es empfehlenswert, klar
darzulegen, ob man den Begriff „ID-Movement“ auf das im Discovery Institut
beheimatete Movement rund um William A. Dembski bezieht, oder damit eine
allgemeine Strömung bezeichnen möchte, die mit Nachdruck und wissenschaftlichem
Anspruch die Frage nach Planung in der Natur stellt.
BEREICH B:
B1: Was
ist „ID“? ID ist das Kürzel für „Intelligent Design“. Intelligent
Design ist als Abgrenzung zu „Design“ zu verstehen, welches keinen Designer
beinhaltet – kurz gesagt: Planung anstelle „blinder Uhrmacher“; echte
Zielgerichtetheit (Teleologie) anstatt scheinbarer Zielgerichtetheit
(Teleonomie). Das Kürzel „ID“ ist mittlerweile fast so problematisch wie der
Begriff „Evolution“ – und genau wie dieser ein Stolperstein so mancher
Ausführungen. Daher hier die wichtigeren Bedeutungsmöglichkeiten des Kürzels
„ID“:
1)
ID als Bewegung (Movement): Siehe A1, A2.
2) ID als „Gedanke an
Planung“: In diesem Kontext ist „ID“ ganz einfach die Auffassung,
bzw. der Denkansatz, dass es in der Natur allgemein und speziell in der
Organismenwelt Planung gibt, oder geben könnte. Woher diese Aufgeschlossenheit
gegenüber dem Design-Gedanken kommt, ist eine andere Frage und müsste für jeden
Menschen separat betrachtet werden. Kennzeichnend für ID-Theoretiker ist, dass
sie sich nicht mit dem „Gedanken an Planung“ zufriedengeben. Aufbauend auf dem
Sachverhalt, dass Design grundsätzlich mit wissenschaftlichen Methoden
feststellbar ist, gehen sie daran, den „Design-Gedanken“ in ein
wissenschaftliches Konzept zu fassen.
3) ID als Signalerkennungstheorie, bzw. ID-Theorie: Gibt
es positive Evidenz für das Wirken eines Designers? Wie kann man diese systematisch
erkennen und testen? Hier wurden bislang Konzepte wie Irreduzible
Komplexität
und Spezifizierte
Komplexität
entwickelt. Auf Basis dieser Ansätze ist prinzipiell lediglich eine
Ja/Nein-Entscheidung über Design bezogen auf das jeweils betrachtete Objekt
möglich. Ja/Nein ist in diesem Fall natürlich keine endgültige Entscheidung –
bevor der Mensch nicht wirklich alles weiß, geht es auch hier nur um
Plausibilitäten.
4) ID als Startpunkt: Aufbauend auf einem
(vorläufigen) positiven Ergebnis der ID-Theorie, ergeben sich neue
Perspektiven, Erwartungen und Fragen (vergl. Dembski 2004 „Research Themes“
ab S.310).
Heuristisch produktive Perspektiven, z.B.: Was könnte sich
ein Planer dabei gedacht haben, als er (Speiseröhre und Luftröhre kreuzte/ den
„laryngeal nerve“ der Giraffe so „umständlich“ angeordnet hat/...)? Warum gerade
so und nicht anders? ...
Aufbauend auf einem positiven Endergebnis der ID-T. gibt
es auch einige naheliegende Erwartungen, etwa Strukturen, die komplexer sind,
als es rein funktionell vertretbar ist. (Wie könnte man eine solche Verspieltheit
nachweisen?)
ID ist auch mit zahlreichen Fragen verbunden, die übrigens
nicht notwendigerweise alle im naturwissenschaftlichen Bereich liegen müssen:
So legt die synorganisierte Komplexität des Reproduktionszyklus des Kleinen
Leberegels ganz klar den Schluss auf eine planende Instanz dahinter nahe
(obwohl man das freilich noch genauer überprüfen müßte, etwa anhand der von
M.J.Behe entwickelten Kriterien). Jetzt kann man weitere Fragen stellen, etwa:
Was ist die Historie dieses Systems, welchen Veränderungen war es unterworfen?
Innerhalb welcher Grenzen läßt sich das System variieren? Ist das System
optimal/in welchem Sinn ist es optimal? (Eine detaillierte Aufstellung solcher
Fragen findet sich in Dembski 2000) Und dann natürlich auch Fragen, die den
Bereich der Naturwissenschaft sprengen, etwa: Ist das Design moralisch gesehen
richtig?
Dembski
2004: The Design Revolution. Answering The Toughest Questions About
Intelligent Design. InterVarsity Press
Dembski
2000: Intelligent
Design Coming Clean
B2: Ist
ID eine Alternative zur naturalistischen Wissenschaft? Thomas Waschke (2004) hat einen Artikel mit
der Frage „Intelligent Design – Eine Alternative zur naturalistischen
Wissenschaft?“ betitelt. Im Prinzip ist die Antwort schon in der Frage
enthalten – denn was wäre schon die Alternative zu einer naturalistischen
Wissenschaft? Es gibt keine, Naturwissenschaft kann man nur naturalistisch
betreiben. Genauer gesagt: Methodisch naturalistisch. Philosophischer
Naturalismus – ergo das Paradigma, dass letztlich alle Dinge auf
naturalistische Prozesse zurückzuführen sind – ist hingegen keine Voraussetzung
für das Betreiben von Wissenschaft. Das hat auch Thomas Waschke (2002) ähnlich
formuliert, er schreibt:
„Zurzeit sind die
Naturwissenschaften methodisch naturalistisch ausgerichtet. Daraus folgt jedoch
kein philosophischer Naturalismus in der Form, dass die Existenz eines Gottes
ausgeschlossen wird. Sollte beispielsweise die ID-Bewegung zeigen können, dass
es einen Schöpfer geben muss, weil bestimmte Strukturen naturalistisch nicht
erklärbar sind, dann würde diese Erkenntnis für die Methodik der Forschung
keine Bedeutung haben. Naturwissenschaft würde immer noch darin bestehen, aus
Theorien Aussagen abzuleiten, die durch Vergleich mit den Ergebnissen von
Experimenten oder Beobachtungen geprüft werden.“
Der Naturalismus reibt
sich in dem Bereich mit ID, wo er ins philosophische abgleitet. Eine philosophisch
naturalistisch gefärbte Wissenschaft ist freilich unverträglich mit dem
Gedanken an Design, da sich ID-Vertreter in der Frage nach dem Ursprung der
Dinge nicht auf die Suche intelligenzloser Ursachen beschränken – diese
Vorgehensweise wäre nämlich im Sinne der Frage nach der realen Historie des
Lebens nicht vertretbar. Es wäre in etwa so, als würde man ein an sich
erfolgreiches Werkzeug (=methodischer Naturalismus) in einem falschen Kontext
anwenden wollen; - schon einmal versucht, PC-Bauteile mit dem Hammer zu
installieren...? Letzteres wäre methodisch nicht wirklich zu rechtfertigen,
einer solchen Handlungsweise müsste irgendeine ideologische Vorentscheidung
zugrunde liegen („Hämmer – die Lösung ALLER Probleme...“). Genau so wenig ist
es methodisch zu rechtfertigen, wenn man den Anspruch auf eine Erforschung der
realen Historie irgendeiner Sache stellt und sich dann a priori auf eine
bestimmte Erklärung (oder eine bestimmte Art von Erklärung) festlegt. Kurz gesagt: ID ist in dem Sinne keine
Alternative zur naturalistischen Wissenschaft, als es Wissenschaft genau auf
diese Weise betreibt. ID ist jedoch eine Alternative zu einer mehr oder weniger
philosophisch naturalistisch gefärbten Wissenschaft, da es bei der
Interpretation von methodisch naturalistisch gewonnen Daten, Design als Deutung
zulässt, bzw. die Daten explizit darauf hin untersucht.
Waschke
2004: Intelligent Design Eine Alternative zur naturalistischen Wissenschaft?
Skeptiker 16, 128-136
Waschke
2002: Die Kreationisten: pseudo-wissenschaftliche Evolutionsgegner mit
biblischem Hintergrund. „Materialien und Informationen zur Zeit“ 31.
Jahrgang 2002, Heft 3/02 Seite 39-48 URL.: http://www.waschke.de/twaschke/gedank/diskuss/miz.htm
B3: Sind Designer Lückenbüßer? Designer büßen nicht in Lücken, sie produzieren
Lücken: Die Interventionen einer Intelligenz führen „vollautomatisch“ zu Lücken
in naturalistischen Erklärungen – daran erkennt man ID letztlich auch. Es ist
also selbstverständlich, dass ID aus Perspektive naturalistischer
Erklärungen immer nach „Lücken“ aussieht. Ein Argument ist das aber nicht,
da es schließlich genau um die Frage geht, ob die „Lücken“ temporärer Natur
sind (es also nur vorerst keine naturalistische Erklärung gibt), oder auf das
Wirken einer Intelligenz zurückgehen (in diesem Fall kann man ewig nach
plausiblen naturalistischen Erklärungen suchen).
B4: Werden durch
die Tatsache, dass Organismen zu „descent-with-modification“ fähig sind, nicht
alle Analogien wertlos? Dazu sind drei Punkte
zu berücksichtigen:
1)
Komplex synorganisierte Systeme (präziser gefasst als „irreducible complexity“)
haben ja gerade die Eigenheit, dass sie sich auf „descent-with-modification“
basierenden Erklärungsversuchen entgegenstellen. Die Tatsache, dass Organismen
als „Mehrgenerationensysteme“ (Thomas Waschke) zu verstehen sind, ist mithin
schon berücksichtigt!
2)
Wodurch wird „Abstammung mit Modifikation“ überhaupt ermöglicht? Durch genau
die komplexe Synorganisation, welche ID-Kritiker damit erklären möchten! (z.B.
Francis 2001) „Abstammung mit Modifikation“ ist ergo keine
Selbstverständlichkeit, sondern eine Voraussetzung, die evolutionstheoretisch
erst zu erklären ist – genau genommen bevor weiter diskutiert
wird.
3)
In der menschlichen Technik würde man echte Reproduktions- und Variationsfähigkeit
als genialen Durchbruch feiern. Es wäre ein Zeugnis hochentwickelter
Ingenieurskunst. Heute blickt man in die Natur und lernt langsam, wie komplex
organisiert dort die Abläufe sind, die den Eigenschaften „Reproduktion“ und
„Variation“ zugrunde liegen. Das logische Argument würde somit lauten, dass
diese „Features“ erst recht einen Designer nahelegen!
Fazit:
Der Hinweis auf „descent-with-modification“ an sich schwächt den Schluss auf
Planung nicht. Dieses Prinzip – basierend auf hochkomplexen Abläufen – bietet
lediglich die Möglichkeit eines Arguments, genauer: Es ist eine notwendige
Voraussetzung für ein Argument gegen Design. Das Argument selbst muß in
Gestalt einer leistungsfähigen Evolutionstheorie formuliert werden.
B5: Ist ein Designer falsifizierbar? Nein. Man kann eigentlich nie sicher ausschließen,
dass hinter einem Sachverhalt intelligentes Design steckt. Darum geht es
auch nicht – es ist nicht Thema einer ID-Theorie Designer zu widerlegen. Es geht darum, positive Indikatoren
für das Wirken eines Designer zu finden – diese sind dann testbar. Ein
Beispiel: Wenn man einen SETI-Wissenschaftler fragt, wie er denn ausschließen
möchte, dass die Signalreihe „hzigggr“ designed ist, wird er wahrscheinlich die
Stirn runzeln. Das kann er nicht, da Designer prinzipiell die Dinge auch so
anordnen können, dass niemand auf Design schließt. (In der Forensik kämpft man
mit genau diesem Problem: Wie entlarvt man intelligente Eingriffe, die als
natürliche Abläufe getarnt sind?) Er wird statt dessen fragen, was überhaupt für
eine Planung der Signalreihe „hzigggr“ spricht! Deswegen dreht sich alles um
die Frage nach positiver Evidenz für ID. Bei Signalen aus dem All
genauso, wie bei der Betrachtung von Lebewesen.
B6: Basiert die ID-Argumentation
nicht letztlich auf Teleologie? Die
Argumentation für Design läßt sich letztlich darauf zurückführen. Wenn
z.B. ID-Theoretiker über das Kriterium der „Irreduziblen Komplexität“ nach
komplex synorganisierten Systemen suchen, die sich bekannten naturalistischen
Erklärungen widersetzen, so passiert dabei mehr, als nur die (gegenwärtigen?)
Grenzen mechanistischer Erklärungen aufzuzeigen: Man deckt dabei systematisch
die hochgradige Zielgerichtetheit zahlreicher Lebenserscheinungen auf. Stellt
sich die Frage, worauf diese Teleologie erfahrungsgemäß hindeutet: Auf das
Wirken blinder, ungelenkter Naturkräfte? Oder auf eine Instanz, die in der Lage
ist, Ziele zu fassen – intelligent zu planen?
B7: Sind „Ziele“ vielleicht eine Illusion, werden
sie nicht einfach vom Menschen hineininterpretiert? Das könnte sein – wer kann das schon ausschließen?
Und tatsächlich kann man problemlos Beispiele finden, wo Menschen irgendwo
„Ziele“ hineingelegt und teleologische Fehlschlüsse produziert haben. So
einfach ist die Situation – zumindest in der Biologie – jedoch nicht. Ich
möchte das anhand eines Beispiels von Martin Neukamm (2003) aufzeigen, er
schreibt:
„Doch bevor wir darauf zu sprechen kommen, wollen
wir zunächst anhand eines einfachen Beispiels (das mit Vererbung, Variation und
Auslese zunächst noch gar nichts zu tun hat!) zeigen, worin der teleologische
Fehlschluß der ID-Theorie liegt.
Man stelle sich vor, ein ID-Theoretiker
suche nach einer neuen Unterkunft und finde eine Mietwohnung, die genau seinen
Vorstellungen entspricht. Die Räumlichkeiten sind prunkvoll möbliert (erfüllen
also DEMBSKIs Komplexitätsbedingung), erfüllen auch eine „Funktion“ (sie dienen
den Menschen als Unterkunft und „tragen“ somit ein „Funktionsmuster“), und ihre
Entstehung kann nicht natürlich erklärt werden. Das Konstrukt ist also
„spezifisch komplex“ – ohne zu zögern schließt der ID-Theoretiker anhand
DEMBSKIs „Erklärungsfilter“ also auf ein planvolles Design.
Ein anderer ID-Theoretiker sucht ebenfalls nach einer Bleibe,
begutachtet aber eine durch Bodenerosion gebildete Tropfsteinhöhle. Bei
näherer Betrachtung stellt auch er fest, daß sie seinen Anforderungen
entspricht: Das Höhleninnere ist in mehrere bewohnbare Kammern unterteilt, ein
unterirdischer Fluß beschert ihm fließendes Wasser, und das Gewölbe ist mit
kunstvoll verzierten Tropfsteinen ausstaffiert. Natürlich ist die Struktur der
Höhle sehr komplex, „funktional“ eingerichtet, und die
Kalkgebilde an der Decke zeugen von einer abstrakten Schönheit, die
„intelligent arrangierte Muster“ („...patterns, which are given
independently from the system...“) erahnen läßt. Der ID-Theoretiker lebt im 16.
Jahrhundert, weiß also nichts über den Entstehungsprozeß von Tropfsteinhöhlen,
und selbst wenn er sie kennte, würde er (unter Zugrundelegung falscher
Voraussetzungen und in Analogie zu den Evolutionsgegnern) einige
Wahrscheinlichkeitsberechnungen anstellen um zu „beweisen“, daß solch ein
komplexes, „funktionales“ und „intelligent arrangiertes“ Wohnsystem niemals
auf natürlichem Wege entstehen kann!“ (Heraushebungen im Orginal)
Reinhard
Junker (2004, S.7)) hat sinngemäß auf dieses Beispiel erwidert, dass der Schluß
auf Design in Wirklichkeit eine vorhergehende eingehende Untersuchung bedingt,
wodurch solche Kapitalirrtümer praktisch ausgeschlossen sind. Das ist sicher
richtig, jedoch meiner Meinung nicht der einzige Knackpunkt des obigen
Beispiels. Denn ein Kritiker könnte hier einhaken und fragen: „Was wäre,
wenn auch die eingehende Untersuchung keine natürlichen Entstehungswege dieses
Höhlensystems aufgezeigt hätte? Hätte man dann etwa einen Hinweis auf ID?“
Nein, zumindest keinen, der einen größeren Gültigkeitsrahmen beanspruchen
könnte: Der oben konstruierte ID-Theoretiker projiziert einfach ein Ziel in
diese Höhle, salopp formuliert: „Nein, wie fein: Diese Kammer ist gar hübsch und bietet
mir ein fließend Wässerlein! Wer hat’s für mich gerichtet...?“ Mit dieser Methodik könnte man dann tatsächlich
überall Ziele hineinlegen – es ist grundsätzlich immer möglich eine Art
„übergeordnete Teleologie“ zu postulieren. Meine Behauptung ist, dass sich
Neukamm’s Beispiel kaum auf die Biologie übertragen läßt. Ich habe unlängst in einem Aufsatz (2004) mehrmals betont,
dass man es in der Biologie nicht mit irgendeiner fragwürdigen „übergeordneten“
Telologie zu tun hat, sprich einem Sachverhalt, wo man nicht recht entscheiden
kann, ob er auf ein Ziel hin gerichtet ist, oder ob man dieses Ziel nur
hineininterpretiert. So in etwa liegt die Sache derzeit, wenn es um die
Feinabstimmung des Kosmos auf Leben hin geht: Ist Leben das Ziel des
Kosmos oder nur ein Nebeneffekt? Ist der Kosmos auf das Leben hin organisiert,
oder existiert Leben ganz banal deshalb, weil der Kosmos so ist wie er ist und
nicht anders? Viel einfacher und aus
unserer Perspektive zu entscheiden: Ist die Höhle auf die Bedürfnisse des
Höhlenforschers abgestimmt oder hat sich der Höhlenforscher nur diese Höhle als
Wohnung auserkoren, weil sie „seinen Anforderungen entspricht“? Ist sie für ihn „arrangiert“ bzw.
„gerichtet“ (würde erfahrungsgemäß auf eine Intelligenz hinweisen) oder wurde
sie überhaupt erst aufgrund ihrer Konfiguration ausgewählt?
Und jetzt zur Begründung meiner obigen Behauptung:
Kann man die Neukammsche Argumentation auf die Biologie übertragen, z.B. auf
einen Coli-Rotationsmotor? Nein, da hier der Clou der Argumentation nicht
greift: Niemand würde behaupten, dass das gesamte Funktionsgefüge einer solchen
Struktur nicht auf ein Ziel (d.h. „Rotation“) hin gerichtet ist. Anders
kann man diese Struktur auch gar nicht begreifen. Hier ein Ziel zu leugnen,
wäre gleichbedeutend mit einem Erkenntnisverzicht; - wer möchte gerne Biologie
ohne die Frage „Wozu“ betreiben? In der Biologie steht man nicht vor einer
schwer greifbaren „Epi-Teleologie“, sondern vor der Art Zielgerichtetheit, wie
sie auch der menschlichen Technik innewohnt. Es ist auch nicht so, dass diese
Zweckorientierung des Lebens direkt geleugnet würde (vergl.
Rammerstorfer 2004, S.9-15; 54-56), dies ist schlicht nicht möglich. Daraus
resultiert natürlich ein Dilemma: Echte „Zwecke“ bzw. „Ziele“ sind –
nach allem was man weiß – mit mechanistischen Erklärungen inkompatibel. Seinen
Niederschlag findet das in einer ebenso genialen wie zweifelhaften
Wortschöpfung – der Teleonomie. Das bedeutet nur, dass Organismen zwar
zweckorientiert aufgebaut sind, dies jedoch nur eine durch nicht-teleologische
Prozesse erzeugte Illusion ist. Klar ist – und das sehen auch
Evolutionstheoretiker so -, dass man für ein solches Manöver eine Begründung
braucht. Da wird i.d.R. der Darwinismus angeführt, der angeblich mit seinem
mutations/selektions-basierten System das Potential besitzt, Sachverhalte
zustande zu bringen, die frappierend so aussehen, als wären sie auf ein Ziel
gerichtet. (Wie Rotationsmotoren, Pumpsysteme, Harpunensysteme, Kameras,
Getriebesysteme, Dinge für die es in der heutigen Technik noch gar keine
Vergleichsmöglichkeiten gibt,...)
Kurz: Der Irrtum von Neukamms Höhlentheoretiker läßt
sich nicht in die Biologie übertragen, da die Biologie, bzw. der dortige
„Anschein von Planung“ (wie er auch von Evolutionstheoretikern stets eingeräumt
wird) eine besondere Qualität hat. Resultierend aus einer Zielgerichtetheit,
die nicht einfach aufgesetzt wird, sondern in der Natur der Sache liegt
und für Forscher unmittelbare Relevanz besitzt, verfügt dieser „Anschein von
Planung“ über einiges an
Überzeugungskraft. Jedenfalls so lange, bis er durch eine leistungsfähige Evolutionstheorie
als auf teleonomischen Gegebenheiten basierend entlarvt wird. Angeblich hat das
bereits Darwin vollbracht, was man aber
überprüfen kann: Man konfrontiere die auf Darwin basierenden
Vorstellungen von Evolution mit den Sachverhalten, die entsprechend der
heutigen Lehrmeinung nur hochteleologisch aussehen, es jedoch gar nicht sind.
(vergl. z.B.: Scherer 1996, Behe 1996, Lönnig 1998, Swift 2002, Simmons
2004)
FAZIT: Sind „Ziele“ also nur Illusion,
Interpretationen des Menschen? Vielleicht, vielleicht nicht. Die Kernfrage ist
nur, wonach es heute aussieht: Es sieht fast 150 Jahre nach der „Origin“
immer noch so aus, als wäre die Teleologie der Organismenwelt nicht in
Teleonomie aufgelöst worden. Im Gegenteil: Die Entdeckungen der letzten 50 Jahre
auf biochemischer Ebene – ergo das, was man über die komplexe Organisation des
Lebens gelernt hat – zeigen allenfalls in die Gegenrichtung. Natürlich kann man
argumentieren, dass all die Zwecke Resultat zielloser Prozesse sind. Man kann
aber auch argumentieren, dass die Zweckhaftigkeit der organischen Welt real
ist und damit auf eine zielsetzende Instanz hinweist. Gleichwertig sind diese
Positionen allerdings nicht: Die Vertreter erster Position müssen diese – da
sie nicht die naheliegendere ist – begründen. Und alle Begründungen in diese
Richtung sind umstritten (inkl. Auf Darwin basierender Ansätze und nicht nur
durch Evolutionskritiker), es wird auch gelegentlich eingeräumt das sie zum
heutigen Zeitpunkt nicht existieren – aber eventuell in Zukunft. Vielleicht
auch nicht...
Neukamm 2003: Evolution und „Intelligent Design“
(ID) URL.: http://www.martin-neukamm.de/id.html
(Stand 5.12.03)
Junker 2004: Intelligent Design URL.: http://www.genesisnet.info/pdfs/Intelligent%20Design.pdf
Rammerstorfer 2004: Evolution der
Insektenflugsysteme URL.: http://members.aon.at/evolution/IflightIdesignPDF1.pdf -> für eine erweiterte Diskussion dieses
Themas siehe: Rammerstorfer 2006: „Nur eine Illusion? Biologie und Design?“
(Tectum-Verlag)
Scherer 1996: Entstehung der Photosynthese.
Grenzen molekularer Evolution bei Bakterien? Hänssler
Behe 1996: Darwins Black Box. The Biochemical
Challenge to Evolution. Simon&Schuster
Lönnig 1998: Zehn Paradebeispiele gegen
Zufallsevolution. Naturwissenschaftlicher Verlag Köln
Swift 2002: Evolution under the Microscope Leighton
Academic Press
Simmons 2004: What Darwin Didn’t Know Harvest
House Publishers
B8: Gibt es Unterschiede zwischen einer design- und
einer schöpfungstheoretischen Perspektive? Theoretisch ist es unwichtig, ob man „Schöpfung/Schöpfer“
oder „Design/Designer“ sagt (letzteres wirkt, wie man mit einem Schmunzeln
feststellen kann, vom Stil her „moderner“) und es gibt Situationen, in denen
die Begriffe austauschbar sind. Es macht jedoch einen gewaltigen Unterschied,
ob man von einer „designtheoretischen“ oder einer „schöpfungstheoretischen“
Perspektive spricht. Eine designtheoretische Perspektive impliziert im
Prinzip nur, dass die ID-Theorie ein positives Endergebnis liefert (Design:Ja)
und das man nun auf dieser Basis weitere Überlegungen/Interpretationen
anstellt.
Eine schöpfungstheoretische Perspektive zeigt
hingegen auf einen ganz anderen Hintergrund, nämlich den einer wie auch immer
gearteten Schöpfungslehre – und da sind in der Regel weit mehr Aussagen drinnen
als die, dass man positive Evidenz für ID findet (Angaben über den
Designer/Schöpfer; über den Ablauf der Schöpfung;...). Der Grund ist, dass die
„Basis“ hier nicht (nur) auf naturwissenschaftlich gewinnbaren Daten und deren
Interpretationen beruht, sondern im Gegensatz zum ID-Programm auf dem
Prinzip der Offenbarung.
B9: Können wir nur von Menschen verursachte Signale
erkennen? Hier ein kleiner
Ausschnitt aus einem Mailwechsel mit Thomas
Waschke:
„[Argumente für ID] sehe ich beim besten Willen nicht. Sie
[ID-Theoretiker] erkennen menschliche Signale in Ein-Generationen-Systemen.
Das war's dann auch schon. Muss man das als Argument werten?“
Thomas
Waschke hat hier also (u.A.) betont, dass ID von Menschen stammende Signale
erkennt. Ich habe erwidert:
„Nicht menschliche Signale. Signale, die inkludieren, dass
deren Urheber mindestens genausoviel kann wie wir und zumindest grundlegende
Ähnlichkeiten zu uns aufweist. Andere Signale können wir verm. doch gar nicht
erkennen. Da ist kein Problem für ID.“
Der
Punkt ist, dass die ID-Theorie – genauer: die Kriterien, die dafür im
Bereich Biologie entwickelt werden – nicht in der Lage sein muss, intelligentem
Wirken in jedem Fall auf die Spur zu kommen. Dieser Punkt trifft u.A. auf die
hier aufgeworfene Frage zu: Wenn die Intelligenz, welche wirkt, von unserer
extrem verschieden ist, wäre es ja theoretisch möglich, dass wir quasi mit der
Nase auf die Spuren ihres Wirkens stossen und sie trotzdem nicht als solche
erkennen: Weil wir kein Erkennungsmuster dafür haben. SETI-Forscher gehen auch
mit gewissen vorgefaßten Konzepten darüber, wie eine Intelligenz zu erkennen
sein sollte, an die Untersuchung außerirdischer Signale heran. Diese
„vorgefaßten Konzepte“ gehen logischerweise von uns selbst als Intelligenzen
aus. D.h. allerdings nicht, dass sie darauf limitiert wären, nur von Menschen
stammende Signale als designed zu erkennen. Wenn sie Signale nicht irdischen
Ursprungs aus dem All erhalten, die Charakteristika aufweisen, wie sie auch von
Menschen erzeugte Signale aufweisen, wissen sie mindestens zwei Dinge: 1) Es
gibt da draußen Intelligenz(en) 2) Wer immer die sind, oder wer immer das ist:
Die fremde Intelligenz kann mindestens soviel wie wir und ist uns nicht völlig
unähnlich.
Die
Antwort laute somit: Wir können Signale erkennen, soweit das unsere Erfahrungen
und Konzepte als Menschen über das Wirken von Intelligenzen zulassen. Doch
daraus kann man nicht logisch folgern, dass die Signale deswegen
notwendigerweise menschlichen Ursprungs sein müssen bzw. das wir nur das
Wirken menschlicher Intelligenzen erkennen können.
Thomas
Waschke hat das anschließend übrigens sehr treffend formuliert:
„Stimmt. Das Problem sind eher die Systeme. Klar, wenn wir auf dem
Mars ein Objekt fänden, das nach bearbeiteter Materie aussieht, würden wir
sofort auf einen Schöpfer schließen. Und zwar zu Recht: Materie in
Ein-Generationen-Systemen 'kann' das nicht. Aber wenn man dort
bakterienähnliche Wesen gefunden hätte, oder auch irgendwelche grünen Männchen,
hätte kaum jemand die als erschaffen gedeutet.“
BEREICH
C
C1: Ist der ID-Ansatz eine Schöpfungslehre, in der
der Schöpfer keinen Namen hat? ID
stellt die Frage nach Planung in der Natur und versucht diese ausschließlich
mit naturwissenschaftlichen Mitteln zu beantworten. Eine Schöpfungslehre beruft
sich auf Offenbarung (z.B. durch die Bibel) und liegt dadurch außerhalb der
Naturwissenschaft* (was nicht negativ gemeint sein soll) – dafür kann sie auch
Informationen liefern, die der Naturwissenschaft nicht zugänglich sind. ID und
Schöpfungslehren unterscheiden sich also grundlegend, es sind grundverschiedene
Ebenen.
*Einzelne
Aussagen einer Schöpfungslehre können jedoch naturwissenschaftlich
überprüfbar sein, oder können wissenschaftliche Theorien motivieren. .
C2: Was ist Kreationismus? Kreationismus
ist ein Wort, welches man sehr differenziert einsetzen sollte, da ansonsten
schnell ein „perfektes Chaos“ entsteht. Wer Kreationismus als Sammelbegriff für
alle Menschen verwendet, die an einen Gott glauben, der womöglich sogar ab und
an (etwa bei der Entstehung des Lebens) in die Schöpfung eingreift, wird
schnell vor der paradoxen Situation stehen, dass unter den Begriff
„Kreationismus“ auch Evolutionstheoretiker fallen. Eine enge Definition von
„Kreationismus“ ist allein schon daher wünschenswert. Laut Meyers
Taschenlexikon (2003 Bd.12) wird Kreationismus u.a. „durch das
Festhalten an einer wortwörtlichen Auslegung des biblischen
Schöpfungsberichts“ (Heraushebung von mir) gekennzeichnet. Damit geht auch eine
sehr kurze Geschichte des Universums und der Erde einher – das ist mit Abstand
das sicherste Kriterium um Kreationisten zu erkennen, dafür sind sie auch
bekannt. So heißt es in einem Lehrbuch
für Evolutionsbiologie*: „Nach kreationistischer Auffassung wurde z.B. die
Welt in sechs Tagen geschaffen und das vor ungefähr 10000 Jahren. Alle Tiere
wurden an einem Tag, dem 5., geschaffen, was gar keinen Spielraum für Evolution
lässt.“ (S.350)
Der
Kreationismus ist also eine spezielle Schöpfungslehre – unter dieser „Rubrik“
wird er auch auf der vorliegenden Homepage geführt. Das zitierte Lehrbuch
definiert übrigens noch einen gesonderten „islamischen Kreationismus“
der von Harun Yahya erfunden wurde. Auch wenn sich diese Gruppe viele Argumente
von (US-)Kreationisten „borgt“ und darum in vielen Bereichen kaum von diesen zu
unterscheiden ist, sind sie doch auf die vertretene Schöpfungslehre bezogen keine
Kreationisten. Anstatt noch „einen eigenen islamischen Kreationismus“
einzuführen, wäre es eventuell sinnvoller, ganz einfach von einer „islamischen
Schöpfungslehre“ zu sprechen – das könnte diversen Irrtümern vorbeugen. (So
wird es einen „islamischen Kreationisten“ nicht sonderlich beeindrucken, wenn
für eine „alte Erde“ argumentiert wird...)
Aus
dem Gesagten folgt, dass nicht jeder, der an „Kreation“ in irgendeiner Form
glaubt, Kreationist ist. Eine besonders „weite“ Verwendung des Wortes
Kreationismus ist vor allem für Autoren von Interesse, die die damit
verbundenen negativen Assoziationen für ihre Zwecke nutzen wollen. Diese
stammen zu einem guten Teil von den akademisch ungenügenden (dafür stark
populistischen) Leistungen vieler kreationistischer Vereinigungen, die oft
darauf setzen, die kritischen Punkte ihrer eigenen Auffassung „unter den Tisch zu
kehren“ – während sie gleichzeitig „Wissenschaftlichkeit“ für sich
proklamieren. Einen klaren Kontrast zu solchen kreationistischen Strömungen
(aber auch zu Schöpfungsvertretern wie Harun Yahya, die leider auf einem
ähnlichen Niveau arbeiten) bildet die Studiengemeinschaft Wort und Wissen.
Die Linie dieser Vereinigung kann man z.B. sehr gut aus dem Artikel „Reaktionen der
Fachwelt auf die Ergebnisse der Schöpfungsforschung“ ableiten.
*Storch,
Welsch, Wink 2001: Evolutionsbiologie Springer-Verlag
C3: Wie steht ID zum Kreationismus und anderen
Schöpfungslehren? ID-Vertreter
sind ein recht heterogener Mix: Von Evolutionisten wie Michael Behe (=Vertreter
einer gemeinsamen realgenetischen Abstammung) bis hin zu Kreationisten
wie Paul Nelson (=Schöpfung in sechs Tagen) ist alles möglich. Die Ursache
dafür ist, dass ID keine Aussagen über das „Wie“ der Schöpfung macht, sondern eine
Ebene darunter ansetzt – es betrachtet das „Ob“. Die Frage, ob und wie
Planung mit naturwissenschaftlichen Mitteln möglichst sicher nachzuweisen ist,
ist nicht Thema einer Schöpfungslehre, aber Thema des ID-Ansatzes.
C4: Sind „Design-Fehler“ ein Einwand gegen ID? Mit
Einschränkung: Ja. Die Einschränkung liegt darin, dass dieser Einwand erst
funktioniert, wenn man gewisse Annahmen über den Designer tätigt. Die
Feststellung von Design beinhaltet nicht, dass es auch fehlerfrei oder
„perfekt“ (in welchem Sinne auch immer man „perfekt“ definieren würde) sein muß
– es sei denn, eine Grenzüberschreitung in den theologischen Bereich wird
vorgenommen. In dieser – sehr häufigen Form – ist das Argument der
„Design-Fehler“ (In erweiterter Form: „argument of imperfection“) ein
theologisches Argument.* Trotzdem kommt man über Umwege zu der Prognose, dass
„Design-Fehler“ zumindest selten sein sollten – ganz ohne theologische
Rückgriffe.**
Nun
sollte man definieren, was ein „Design-Fehler“ ist. Und hier weis jeder
Techniker, dass das gar nicht so einfach ist. Hier gibt es Überlegungen, wie:
Worauf wurde ein Produkt ausgelegt? Welche Lebensdauer sollte es aufweisen?
Welches Anwendungsgebiet ist vorgesehen und wo sollen leistungsmäßige
Schwerpunkte gesetzt werden? Welche Kompromisse zwischen verschiedenen
Anforderungen (inkl. Konstruktionsphase) müssen eingegangen werden? Ist der
Fehler ein Fehler im Entwurf, oder hat er eine vom Konstrukteur losgelöste,
unabhängige Ursache? (So wäre die Annahme, ein nicht mehr funktionierender
Taschenrechner hätte keinen oder einen völlig inkompetenten Konstrukteur gehabt
absurd: Die Historie eines geschaffenen Objektes ist immer eine Fragestellung
für sich.)
Das
ist schon in der menschlichen Technik nicht immer einfach. Wir reden hier aber
von „Fehlern“ im Aufbau der Organismen und das macht einen gewaltigen
Unterschied. Angesichts der komplexen Organisation der belebten Welt, verhält
sich der Versuch „Design-Fehler“ nachzuweisen analog zum Versuch eines
Pyramidenbauers in einem Spaceshuttle
Fehlkonstruktionen nachzuweisen: Ein Unternehmen mit hohem Risiko. Wie
obige Fragen bereits andeuten, ist ein Kontext zu berücksichtigen – und der
wird um so größer, je komplexer die vorliegenden Systeme sind. In diesem Sinne
verwundert es dann auch nicht, dass „Design-Fehler“ mit zunehmenden Wissen eine
merkliche Tendenz zur Auflösung zeigen. In vielen Fällen reicht es auch schon,
aktuelle Literatur durchzugehen, um die Behauptung von „Design-Fehlern“
begründet in Frage stellen zu können (z.B. Rammerstorfer 2003 ),
manches muss jedoch vorläufig offen bleiben. (Zum Paradebeispiel unter den
„Design-Fehlern“ – dem Wirbeltierauge – vergl. Ayoub 1996, Denton 1999,
Neuhaus&Ullrich 2000; allgemeinere und umfassende Publikationen mit einem
engen Bezug zum Thema sind: ReMine 1993, Junker 2002, Hunter 2003)
Was
bleibt, ist die Frage nach dem heuristischen Wert der verschiedenen Positionen.
Ein designtheoretisch motiviertes Forschen stellt in solchen Punkten mit
Nachdruck die Frage nach Funktionen und fordert umfassendes Verständnis der zur
Diskussion stehenden Strukturen und ihres Kontexts. Evolutionstheoretisch
gesehen, fehlt in diesen Fällen meist die Motivation weiter zu forschen – es
sei denn solche „Fehler“ verursachen auch evolutionär gesehen Probleme, was
etwa bei der „Junk-DNA“ der Fall ist. (Siehe C5) Dass ein ungelenkter
evolutionärer Prozess Fehler produziert, ist ja eine logische Erwartung.
Umgekehrt sind die zahllosen Beispiele für hervorragendes Design in Organismen
in einer evolutionären Perspektive auch kein Problem – zumindest wird ihnen
keine besondere Bedeutung zugemessen. Unter diesen Umständen ergeben sich
natürlich wenig Anreize zur Forschung.
*Das
„argument of imperfection“ betrachte ich deswegen als „erweitert“, weil es
nicht nur unmittelbare Fehler im Aufbau der Organismen (bzw. ihrer Systeme)
sucht, sondern die Gesamtbeschaffenheit der Organismenwelt miteinbezieht
– Stichwort „Ähnlichkeitsmuster“. Während man in ersterem Fall das Argument
auch so gestalten kann, dass es nicht auf eine spezielle Form von
Designer bezogen ist und keine besonderen Aussagen über den Designer selbst
macht**, ist das schlicht nicht mehr möglich, wenn man einem Designer
vorschreiben möchte, wie die Organismenwelt insgesamt auszusehen hätte, wenn
sie geschaffen worden wäre. („Warum hätte ein Designer immer wieder auf die
gleichen Grundbaupläne zurückgreifen sollen? ...“)
**Wenn
man komplex synorganisierte Systeme als Indikatoren für Design wertet, kommt
man nicht umhin, konsequent zu argumentieren: Da zählt dann z.B. auch das
Wirbeltierauge dazu, zweifellos ein hochkomplex organisiertes System. Wenn man
den Ursprung dieser Konstruktion nun auf eine planende Instanz zurückführt, so
sagt der verwickelte Aufbau wenigstens eine Sache über die „planende Instanz“
aus: Sie war offensichtlich hochintelligent. Intelligent genug jedenfalls, um
banale „Fehler“ wie eine inverse Retina zu vermeiden. Eine solche Disharmonie
innerhalb einer Konstruktion wäre aus designtheoretischer Perspektive schwer zu
verdauen: Schlichtweg genial wirkende Konstrukte, welche mit Fehlern durchsetzt
sind, die (wie von Evolutionisten gerade im Fall des Wirbeltierauges betont
wird) jeder Laie erkennen kann – so etwas wäre allenfalls im Ausnahmefall
tragbar. Für die Aussage, dass derartiges auf ID-Basis kaum zu erwarten wäre,
braucht es noch keinen Rückgriff auf einen bestimmten Typ von Designer,
wie er etwa aus der Bibel bekannt ist. Wäre das nicht der Fall, fiele es aus
den Bereich des ID-Ansatzes heraus in den Bereich einer Schöpfungslehre.
George Ayoub 1996:
On the Design of the Vertebrate Retina.
Michael J.
Denton 1999: Selected Excerpts: The Inverted Retina: Maladaptation or
Pre-adaptation?
ReMine
1993: The Biotic Message. Evolution Versus Message Theory. St.Paul
Science
Junker
2002: Ähnlichkeiten, Rudimente, Atavismen. Design-Fehler oder Design-Signale?
Hänssler-Verlag
Hunter
2003: Darwin’s Proof. The Triumph of Religion over Science. Brazos Press
C5: ...und wie steht es mit der „Junk-DNA“? Das
ist ein besonders interessantes Beispiel um obige Ausführungen (C4) in
der Praxis anzuwenden. Man beachte dabei auch, dass der Fall der „Junk-DNA“
anders gelagert ist, als etwa das (fragwürdige) Beispiel der inversen Retina
des Wirbeltierauges, welches oft als Design-Fehler vorgebracht wird. Ulrich
Kutschera (2001) formuliert dieses Argument wie folgt: „Nur ein Bruchteil
der etwa 3 Milliarden Basenpaare der DNA (etwa 3% des Genoms) kodieren für
Proteine bzw. RNA-Moleküle. Diese wertvollen Erbanlagen (Gene) liegen,
unübersichtlich verteilt, als einsame Abschnitte innerhalb unermeßlich langer
DNA-Stränge, die aus monotonen Basensequenzen ohne Informationsgehalt bestehen
(„DNA-Schrott“, s. Kap.1). Über 90 % des Genoms (funktionslose DNA-Sequenzen)
werden mit großem Energieaufwand von Generation zu Generation weitergegeben.
Die ungeordnete Struktur des Human-Genoms steht im Widerspruch zum Konzept
eines „planenden Schöpfers“.“ (S.209, auf S.11 legt Kutschera dem
„DNA-Schrott“ eine Bedeutung als Vorrat zur Entstehung neuer Gene nahe.)
Von einem „Widerspruch“ kann nicht die Rede sein.
Auch aus ID-Perspektive ist die Frage nach der Historie eines Objektes zu
stellen – man kann nicht einfach davon ausgehen, dass sich ein designtes Objekt
noch im Urzustand befindet. Und degenerative Prozesse können überall in der
Organismenwelt beobachtet werden – warum sollte da die Ebene des Genoms eine
Ausnahme darstellen? Doch ID-Theoretiker machen es sich nicht so einfach und
ordnen die ca. 90% „Junk“ ungeprüft in die Sektion „Degeneration“ ein. Aus
designtheoretischer Perspektive liegt ganz einfach der Gedanke zu nahe, dass
das, was man heute allgemein als „ungeordnete Struktur“ einstuft in
Wirklichkeit der Ausdruck einer sehr komplexen Organisation sein könnte. So
wird auf der einen Seite „Junk“ nicht ausgeschlossen, aber gleichzeitig die
Wichtigkeit der Suche nach Funktionen stets betont (z.B. Dembski 1999, S.150).
Gibt es Anhaltspunkte für solche Funktionen?
Richard v. Sternberg hat 2002 in einer Arbeit nicht nur die Hypothese der „selfish
DNA“ kritisiert, sondern auch Funktionen für repetitive DNA-Sequenzen
nahegelegt. (Diese werden großteils der „Junk-DNA“ zugerechnet.) W. Wayt Gibbs
(2003) zeigt in einem Artikel ebenfalls auf, dass wohl kaum alles von dem, was
heute unter dem Begriff „Junk“ geführt wird, auch tatsächlich „Junk“ ist: „Journals
and conferences have been buzzing with new evidence that contradicts
conventional notions that genes, those sections of DNA that encode proteins,
are the sole mainspring of heredity and the complete blueprint for all
life. Much as dark matter influences the fate of galaxies, dark parts of the
genome exert control over the development and the distinctive traits of all
organisms, from bacteria to humans. The genome is home to many more
actors than just the protein-coding genes.(...) “What was damned
as junk because it was not understood may, in fact, turn out to be the very
basis of human complexity.““ (Heraushebungen von mir.)
Tatsächlich kennt man heute für einige Komponenten
des Genoms, die früher als „Junk“ geführt wurden, Funktionen. Für Introns liegt
etwa eine Bedeutung auf der Ebene der Genregulation nahe usw. Trotzdem sollte
man die „Junk-DNA“ nicht voreilig „funktionalisieren“ – wenn es auch gute
Argumente gibt um Funktionen in diesem Bereich der DNA zu suchen, so gibt es
ebenfalls gute Argumente, die die Vermutung nahelegen, dass im Genom
tatsächlich viel realer „Junk“ existiert. Das hat mir Wolf Ekkehard-Lönnig
mitgeteilt, ein Beleg dafür sei u.a., dass sich in verschiedenen Drosophila-Linien
und –Arten, welche vor wenigen Jahrzehnten noch völlig frei von bestimmten
Transposons („transposable elements“ produzieren sehr viel „DNA-Schrott“)
waren, genau diese Transposons stark verbreitet haben (vergl. Hybrid Dysgenesis,
Beitragsmitte/Zitat von Syvanen). Eine direkte Funktion von Transposons ist
jedoch nicht bekannt – wenn man von einigen Ausnahmen absieht, in der
sie Funktionen in der Genexpression übernehmen. Man könnte sagen, die Genome
dieser Lebewesen sind in kürzester Zeit regelrecht mit „Junk“ überschwemmt
wurden. Durch Transposons induzierte
Mutationen sind zudem gemäß Heinz-Albert Becker & W.E.-Lönnig (2001) – im
Kontrast zu den erwarteten positiven Effekten auf davon betroffene Organismen –
meist Gen-Deaktivierungen oder Nullmutationen. Abgesehen davon, dass die
meisten Transposon-Bewegungen möglicherweise kaum Auswirkungen auf den Phänotyp
haben, scheinen sie entweder leicht selektionsnegativ oder selektionsneutral zu
sein. Darum ist es schwer, etwa in den plötzlichen massiven
Transposon-Bewegungen bei Drosophila irgendeinen Sinn zu erkennen.
In welcher Beziehung steht „Junk-DNA“ zu
evolutionären Erklärungsansätzen? Oberflächlich betrachtet ist die Situation
einfach: Eine chaotische und weitläufig degenerierte DNA paßt sehr gut zu
Mechanismen, die kurzsichtig und planlos sind. Das trifft jedoch in diesem Fall
nicht zu. Man beachte, wie und warum Ernst Mayr für eine Funktion der
„Junk-DNA“ plädiert:
„Ein erstaunlich hoher Anteil der DNA in den
Chromosomen erfüllt anscheinend keinerlei Funktion; unter anderem codiert sie
weder RNA noch Proteine. Diese DNA, die manchmal – vermutlich zu unrecht – als
„Schrott“ (junk) bezeichnet wird, macht beim Menschen nach Schätzungen bis zu 97
Prozent der gesamten DNA-Menge aus. (...) Unter Evolutionsforschern herrscht
allgemein die Ansicht, dass die natürliche Selektion diese scheinbar
überflüssige DNA schon längst beseitigt hätte, wenn sie nicht doch eine – bis
heute nur noch nicht entdeckte – Aufgabe erfüllen würde.“ (S.139) Mayr zählt anschließend einige Funktionen
von Elementen der „Junk-DNA“ auf (Stichwort „Introns“), die man schon gefunden
hat. Auf S.141 schreibt er: „Manchen Schätzungen zufolge sind 95 Prozent der
menschlichen DNA solcher „Schrott“. Als Darwinist mag man kaum glauben, dass es
der natürlichen Selektion nicht gelungen sein soll, sich dieser Menge zu
entledigen, wenn sie wirklich nutzlos ist, da die Herstellung von DNA mit
erheblichen Aufwand verbunden ist.“
Mayr stellt wie Kutschera fest, dass eine stark mit
„Junk“ beladene DNA einen erheblichen Aufwand bedeutet. Das Herumschleppen von
soviel „Junk“ bringt einen unmittelbaren Selektionsnachteil mit
sich! Da hilft es auch nichts, wenn man argumentieren möchte, dass „Junk-DNA“
einen evolutionären Spielraum bieten könnte, der u.U. einmal nützlich sein könnte
(etwa um im Katastrophenfall eine rasche Anpassung zu ermöglichen). Evolution
basiert auf der Gegenwart: Wenn „Junk-DNA“ gegenwärtig einen Aufwand
bedeutet (=Selektionsnachteil), ist es schlicht irrelevant, ob sie zukünftig
einmal einen Vorteil bietet oder nicht. In Bezug auf Transposons – bei denen
man einige Beispiele von „Invasionen“ wie bei Drosophila kennt –
vermutet man, dass sie den betroffenen Organismen nicht sehr schaden. Ein
Artikel von A.E. Vinogradov (2003) scheint jedoch direkt auf
Selektionsnachteile durch solche „Transposon-Invasionen“ hinzudeuten.
Offensichtlich sind Arten mit einem hohen Aufkommen an Transposons gefährdeter
als Arten ohne. Dies lässt eine vollständige funktionale Erklärung der
„Junk-DNA“ unwahrscheinlich erscheinen. Und gleichzeitig zeigt es, dass die
natürliche Selektion offenbar mit einer weniger „feinen Klinge“ operiert, als
es Neodarwinisten wie Ernst Mayr recht sein kann. Ein großes Ausmaß an „Junk“
im Genom, bedeutet auch, dass es auf dieser Ebene i.d.R. offensichtlich nicht
sehr darauf ankommt, ob etwas mit „großem Energieaufwand“ bzw. „erheblichen
Aufwand“ verbunden ist, bzw., dass der Aufwand nicht groß genug ist, um
selektionstheoretisch ins Gewicht zu fallen.
FAZIT: „Junk-DNA“ steht – im Gegensatz zu
verbreiteten Behauptungen – nicht im Widerspruch zum ID-Konzept. Dieses legt
zwar die Suche nach Funktionen nahe, fordert aber keineswegs, dass kein „Junk“
existieren darf. „Junk-DNA“ ist jedoch ein Problem für selektionstheoretische
Ansätze, aus deren Perspektive das Ausmaß an Degeneration merkwürdig erscheint
– es sieht so aus, als sei die natürliche Selektion ziemlich tolerant.
Gegenwärtig scheint es nicht unvernünftig anzunehmen, dass einiges von dem, was
heute als „Junk“ klassifiziert wird, eine gut begründbare Funktion hat – man
bedenke, dass es bis heute ein Rätsel ist, wie der Bauplan eines Organismus
gebildet wird. Sollte diese Information etwa nur in den paar Genen stecken, die
für RNA und Proteine codieren? Trotzdem erscheint die Annahme größerer Mengen
DNA-„Junk“ nicht unrealistisch. Aber viele Daten sprechen
bereits dafür, dass
nicht alles, was heute als Junk betrachtete wird, tatsächlich auch Junk ist. Es
lohnt sich, wissenschaftlich weiter nach Funktionen zu suchen.
Denken im Paradigma „Design“...
...was bedeutet das? Ich denke, dass dies recht gut
durch eine Anmerkung von Frieder Meis zum Thema „Junk-DNA“ deutlich wird. Er
hat mir geschrieben: „Ein
Beispiel aus der Informatik. Um Datenzugriffe extrem zu beschleunigen, bedient
man sich u.a. der folgenden Methode: Man sorgt dafür, dass jeder Datensatz
genau gleich lang ist. Angenommen man speichert die Anschrift einer Person in
eine Datenbank. Man kann leicht verstehen, dass man sehr schnell auf den 1000.
Datensatz zugreifen kann, wenn man weiß, dass jeder Datensatz 300 Zeichen groß
ist. Dann springt man einfach auf dass 300000. Zeichen – fertig! Dadurch
schleppt man aber ziemlich viel Junk mit sich herum. Wenn man nämlich für den
Vornamen beispielsweise 30 Zeichen reserviert und jemand heißt „Ute“, dann sind
27 Zeichen ungenutzt.“
Es
ist eigentlich gar nicht wichtig, ob und inwiefern dieses Argument in der
biologischen Realität zutrifft. Wichtig ist, dass hier explizit aus der
Perspektive eines Designers (in diesem Fall aus dem Bereich Informatik) an
einen biologischen Sachverhalt herangegangen wird. Klarer Fall: Wer hinter der
organischen Konstruktion Planung vermutet, wird eine solche Vorgehensweise als
naheliegend aufgreifen: Was könnte einen Designer dazu bewogen haben, X so zu
machen wie es ist? Wäre eine andere Lösung nicht besser? Wie würde ich es
machen? Gibt es in der menschlichen Technik ähnliche Fälle, die zu
Vergleichszwecken herangezogen werden können? Wenn ja: Wo liegen die
Unterschiede, warum existieren sie und was sagt uns das? Etc.
In
diesem Sinne ist das Argument von Frieder Meis in jedem Fall ein gutes, da es
zu weiteren Forschungen und neuen Perspektiven anregt.
Kutschera 2001: Evolutionsbiologie. Eine
allgemeine Einführung. Parey-Verlag
Dembski 1999: Intelligent Design. The Bridge
Between Science & Theology. InterVarsity Press
Sternberg 2002: On the Roles of Repetitive DNA Elements
in the Context of a Unified Genomic-Epigenetic System. Ann. N.Y. Acad. Sci.
981:154-188.
Gibbs 2003: The Gems of Junk-DNA
Scientific American, November 2003
Becker&Lönnig 2001: Transposons: Eukaryotic
ENCYCLOPEDIA OF LIFE SCIENCES
URL.: http://www.els.net/els/public/home/default.asp?sessionid=public
Mayr 2003 (dt.): Das ist Evolution. C.
Bertelsmann
Vinogradov 2003: Selfish DNA is Maladaptive: Evidence From The Plant Red List. Trends in Genetics 19: 609-614
C6: Wie steht ID zum Konzept
der „Theistischen Evolution“? Der ID-Ansatz
konzentriert sich darauf, Hinweise auf Planung zu erfassen und zu überprüfen.
Daraus resultiert natürlich u.a. die Frage nach dem „Wie“ des
Designprozesses. So interessant sie auch ist – ohne Zeitmaschine ist sie nicht
wissenschaftlich zu beantworten, allenfalls lassen sich Spekulationen darüber
anstellen (Was zumindest durchaus produktiv sein kann!). In diesem Bereich –
der den Rahmen von ID übersteigt – können Schöpfungslehren bzw. Konzepte wie
Theistische Evolution angreifen. Ob das Konzept einer Theistischen Evolution,
oder auch eines „front-loaded“ Designs sinnvoll ist, wäre aber ein Frage für
sich. Siehe auch: http://www.meta-library.net/id-wd/musta-frame.html
C7: Ist ID inkompatibel zum
Darwinismus? ID verträgt sich ganz
hervorragend mit selektionstheoretischen Ansätzen – sofern diese nicht den
Anspruch auf eine „Alleinerklärung“ der Organismenwelt stellen. (Meist ist
jedoch genau dieser Anspruch impliziert, wenn von „Darwinismus“ gesprochen
wird.) Soweit man heute feststellen kann, sind solche Ansätze recht
erfolgreich, wenn es um die Erklärung mikroevolutiver Phänomene geht – was
darüber hinausgeht, ist Gegenstand von Debatten (auch innerhalb des Paradigmas
„Evolution“). Im Rahmen des ID-Ansatzes haben die Weiterentwicklungen von
Darwins Selektionstheorie einen sicheren Platz, es ist für diesen essentiell,
Evolutionsprozesse genau zu verstehen.
Eine allgemeinere Antwort wäre: ID läuft darauf
hinaus, die Reichweite natürlicher Prozesse nach Möglichkeit und heutigem
Wissenstand einzuschätzen – dies wird überall dort gemacht, wo ein begründbarer
Verdacht auf Planung besteht. Dabei wird keine Rücksicht auf das
genommen, was man heute allgemein glaubt durch wie auch immer geartete
natürliche Prozesse erklären zu können – was zählt sind Fakten und Argumente.
Dabei kommt es natürlich zu Konflikten, insbesondere mit der herrschenden
darwinistischen Lehrmeinung.
C8: Gibt es „Intelligent
Design – Kreationisten“? Ja, als Wortschöpfung,
in der verschiedene Ebenen vermischt werden. Zum einen die Ebene eines rein
naturwissenschaftlichen Ansatzes und die Ebene einer Schöpfungslehre, die wohl
naturwissenschaftlich testbare Aussagen macht, aber letztlich auf Offenbarung
als Quelle basiert. Zum anderen die Ebene einer allgemeinen Fragestellung nach
intelligentem Design und die Ebene einer Erklärung für Art und Ablauf der
Schöpfung. Der Begriff wird verschieden verwendet:
+ Auf Kreationisten, die auf ID-Ebene
argumentieren. Stellt sich die Frage: Wenn der Kreationist gerade für Design
argumentiert, welche Relevanz hat in diesem Kontext sein Schöpfungsglaube, bzw.
die Form seines Schöpfungsglaubens? (Konsequenterweise sollte man dann bei
Michel Denton und anderen ID-Theoretikern, die eine gemeinsame realgenetische
Abstammung vertreten, von „Intelligent Design – Evolutionisten“ sprechen, bei
Personen wie Frank Tipler von „Intelligent Design –Atheisten“ usw., frei nach
dem Motto: Warum Klarheit schaffen, wo man auch begrifflichen Nebel produzieren
kann?)
+ Impliziert die Aussage, dass Intelligent Design
Kreationismus im neuen Gewande ist. Stellt sich die Frage: Warum hat der Kritiker
kein Interesse an einer differenzierten, produktiven Abhandlung der
Thematik?
Z.B. haben William A. DEMBSKI und Michael RUSE
(2004) in der allgemeinen Einleitung ihres Buches „Debating Design“* ID
viel differenzierter beschrieben, als dies oft getan wird. Ein Auszug:
„Although most supporters of Intelligent Design are
theists of some sort (many of them Christian), it is not necessarily the case
that a commitment to Intelligent Design implies a commitment to a personal God or indeed to any God that would be
acceptable to the world’s major religions. The claim is simply that there must
be something more than ordinary natural causes or material mechanisms, and
moreover, that something must be intelligent and capable of bringing about
organisms. Intelligent Design does not speculate about the nature of such a
designing intelligence.“ (S.3)
Hier zeigt sich gut, dass es für eine ernsthafte
Diskussion notwendig ist, gewisse Ebenen zu trennen. Die Ebene einer
Weltanschauung (z.B. Theismus,Atheismus,...) von der Ebene einer
wissenschaftlichen Argumentation (Wie kann man ID in der Biologie erkennen?,
Was spricht für Stammbaum XY?, ...) und die Frage was woraus resultiert: Ist X
Theist/Atheist/..., weil er seine wissenschaftlichen Befunde dahingehend besser
interpretieren kann? Lässt X sich bei seinen Forschungen durch seine Form des
Theismus/Atheismus/... motivieren?
Wer hier nicht versucht sauber zu argumentieren,
wird auch nicht ernst genommen. Das gilt für Menschen, die meinen, den neuesten
evolutionstheoretischen Erklärungsversuch für die biologische Realität mit
einer Bemerkung in Richtung der jeweiligen Ideologie des Urhebers abwerten zu
können, genauso wie für ID-Kritiker die sich einer solchen Methodik
bedienen.
*Ein Band mit Beiträgen von bekannten
ID-Vertretern, Darwinisten, Vertretern komplexer Selbstorganisationsprozesse
(bei denen „natürliche Selektion“ eine untergeordnete Rolle spielt) und theistischen Evolutionisten. Michael
RUSE ist Darwinist und ein bekannter Gegner von ID, DEMBSKI das genaue
Gegenteil.
Mike Gene (2002) hat zur Wortschöpfung „Intelligent
Design–Kreationismus“ eine scharfsinnige Abhandlung geschrieben: Intelligent Design
Creationism
Dembski&Ruse 2004: Debating Design. From
Darwin To DNA Cambridge University Press
C9: Wie verträgt sich ID mit
der Vorstellung einer gemeinsamen Abstammung? ID schließt eine gemeinsame realgenetische
Abstammung nicht notwendigerweise aus. Es gibt auch ID-Theoretiker, die diese
vertreten (etwa in Verbindung mit einem „front loaded“ – Design). Nur: Gerade
auf ID-Basis kann man eine gemeinsame Abstammung in Frage stellen, da sich neue
Perspektiven ergeben. Gemeinsame Abstammung aufgrund eines geistigen
Grundkonzepts (nicht einer gemeinsamen Ahnenlinie), wäre in diesem Fall eine
grundsätzlich denkbare Erklärung für das Ähnlichkeitsmuster der Organismenwelt.
Die Frage ist, wie man diese Denkmöglichkeit in die Form eines testbaren
Ansatzes bringt.
C10: Und wenn nur der
Evolutionsprozeß designed ist? Der ID Ansatz beschäftigt sich damit, positive
Befunde für das Wirken eines Designers zu erfassen. Nehmen wir an, ein Designer
hatte nur die nötigen Rahmenbedingungen für einen mutations–und
selektionsbasierten Evolutionsprozess geschaffen. Dieser rein auf
natürlichen Vorgängen basierende Prozess
hat anschließend – ganz im Einklang mit den gängigen Vorstellungen – die
Organismenwelt in ihrer ganzen komplexen Organisation, Vielfalt und
Schönheit geschaffen. Wenn dem so wäre, würde es letztlich keine Anhaltspunkte
für das Wirken einer Intelligenz geben – die ID-Theorie würde früher oder
später ein negatives Ergebnis liefern.
Wissenschaftlich interessant würde diese
Spekulation sowieso erst zu dem Zeitpunkt, wo Gründe für die Annahme eines
„konstruierten Evolutionsprozesses“ (bzw. für konstruierte Rahmenbedingungen
eines Evolutionsprozesses) geliefert werden.
C11: Wie steht ID zu einem
supernaturalistischen Designer? Bei
ID geht es darum, Hinweise auf Planung dingfest zu machen. Darauf aufbauend
kann man natürlich auch Fragen nach dem Designer selbst stellen. Rein für den
ID-Ansatz ist es jedoch nicht weiter wichtig, ob dieser Designer innerhalb
oder außerhalb der Natur steht. Wichtig ist nur, dass ein wie auch immer
gearteter Designer identifizierbare Spuren in unserer mit
naturwissenschaftlichen Methoden zugänglichen Welt hinterlassen hat. Dann ist
es zumindest grundsätzlich möglich, diese zu entdecken und somit die
nötige Grundlage für alle weiteren Fragen zu legen.
C12: Führt der Design-Gedanke
nicht zum unendlichen Regress? Der
Einwand wird oft in dieser Form gebracht:„ID-Vertreter argumentieren, dass
komplex organisierte Systeme nicht durch naturalistische, nicht-teleologische
Prozesse entstehen können. Dabei übersehen sie aber, dass der von ihnen
vertretene Designer selbst äußerst komplex beschaffen und genial sein muss, um
etwa das Leben zu konzipieren und erschaffen zu können. Damit benötigt er –
nach Logik der ID-Vertreter – selbst einen Designer...: So landet man in einem
unendlichen Regress.“
Dazu sind einige Punkte zu beachten:
1)Die ID-Theorie bleibt davon unbeeindruckt – wenn
sie die Frage nach ID gemäß heutigem Wissenstand positiv beantwortet, so stehen
die (möglichen) Konsequenzen dieses Ergebnisses schlicht auf einem anderen
Blatt geschrieben. Obiger Einwand trifft also nicht die ID-T. an sich.
2) Es stimmt, dass der Schluss auf Planung die
Frage nach der Herkunft des Planers aufwirft. Obiges Argument läuft jedoch
darauf hinaus, einen Designer, bzw. Hinweise darauf, abzulehnen, weil dadurch
Fragen aufgeworfen werden könnten, die sich einer Antwort mit
naturwissenschaftlichen Methoden möglicherweise sogar für immer entziehen
werden: Was nicht sein darf, kann nicht sein. In Wirklichkeit ist die
Feststellung von Intelligent Design unabhängig von der Frage, woher der/die
Designer kommt/kommen – selbiges gilt für die Identitätsfrage.
3) Das Argument ist in seiner absoluten Form nicht
gültig, da es auch Denkmöglichkeiten gibt, einen „infiniten Regress“ zu
vermeiden. Dazu muss man zunächst unterscheiden, ob sich das Argument auf einen
naturalistischen oder einen supernaturalistischen Designer
beziehen soll.
Im ersten Fall liegt es nahe, eine außerirdische
Intelligenz zu postulieren. Wenn das Leben auf der Erde nicht durch
naturalistische Prozesse entstehen konnte, welchen Sinn hat es dann, dies auf
das Wirken einer außerirdischen Intelligenz zurückzuführen, die doch auch
wieder auf eine Intelligenz zurückzuführen ist, weil sie ebenfalls
genial-komplex organisiert sein muss, um uns zu schaffen? Das führt in den
unendlichen Regress. Allerdings nur auf Basis einiger Voraussetzungen, nämlich
das diese außerirdische Intelligenz uns, bzw. dem Leben auf unserem Planeten,
ähnlich ist und den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, also somit ebenfalls
– soweit man das beurteilen kann – nicht naturalistisch entstehen kann. Aus
diesen Bedingungen für das Argument des „unendlichen Regresses“ lässt sich auch
der Ausweg daraus ableiten: Man könnte spekulieren, dass diese „außerirdische
Intelligenz“ so beschaffen ist, dass sie eben doch durch naturalistische
Prozesse entstehen konnte und vielleicht am Entstehungsort dieser Intelligenz
andere Gesetzmäßigkeiten und Bedingungen herrschen/herrschten, als wir es
beobachten können. So kann man den „unendlichen Regress“ vermeiden –
theoretisch jedenfalls. Praktisch kann man diesen Ausweg nur benutzen, wenn man
zeigen kann, wie denn diese Intelligenz wenigstens im Prinzip beschaffen sein
könnte, damit sie selber keinen Designer benötigt, d.h. auf naturalistischen Weg
entstehen kann. Auch für das Postulat, dass am Entstehungsort dieser
Intelligenz vielleicht „andere Gesetzmäßigkeiten und Bedingungen“ herrschen,
sollte man konkrete Vorstellungen ins Feld führen können. Solange das nicht der
Fall ist, stellt der „unendliche Regress“ für den Glauben an einen innerhalb
der Natur stehenden Designer ein Problem dar, welches jedoch – wenigstens
theoretisch - nicht unlösbar ist.
Einfach ist hingegen der Fall eines außerhalb der
Natur stehenden Designers: Hier hat das Argument des „unendlichen Regresses“
keine Basis mehr, da ID–Theoretiker zwar wohl die (gut fundierte) Meinung
vertreten, dass „komplex organisierte Systeme nicht durch naturalistische,
nicht-teleologische Prozesse entstehen können“, aber diese Aussage nur auf
die beobachtbare, materielle Welt beziehen können. I.D.-Theoretiker,
sagen nur (und begründen), dass diese und jene Struktur auf Planung hindeutet
und – nach bestem Wissen – nicht naturalistisch entstehen kann.
ID-Vertreter sind somit mit ihren Argumenten, was „komplex organisierte
Systeme“ betrifft, an die bekannten Naturgesetze und deren Effekte
gebunden, nur darauf lassen sich ihre Argumente – was z.B. „irreducible
complexity“ anlangt – anwenden. Wie können sich Argumente, die eine
naturalistische Basis bedingen, auf einen supernaturalistischen Designer
beziehen? Damit ist obiger Einwand,
jedenfalls was einen supernaturalistischen Designer betrifft, entkräftet. Er
kann aufgrund eines Kategorienfehlers nicht angewandt werden.
4) Kann ein Designer ewig sein? Wäre er ewig, hätte er
keine Ursache und man käme nie auch nur in die Nähe eines unendlichen
Regresses. So gewagt der Gedanke zuerst erscheint, so unausweichlich ist er –
mit oder ohne Designer. Selbst wenn man davon ausgehen möchte, dass das
Universum aus der Schwankung eines Quantenvakuums spontan entstanden ist, so
verschiebt man die ultimative Frage („Warum existiert etwas und nicht vielmehr
nichts?“) nur: Selbst ein Quantenvakuum ist nicht nichts, auch wenn der Begriff
„Vakuum“ die Vorstellung transportiert, dass nichts da ist. In Wirklichkeit
bezeichnet der Begriff Quantenvakuum ein Quantenfeld in seinem Grund – oder niedrigsten Energiezustand. Ein
Quantenvakuum ist also nicht „nichts“, denn damit sich ein Feld in seinem
Grundzustand befinden kann, muss es logischerweise zuerst mit seinen Masse-,
Energie- u.ä. Eigenschaften existieren. Es stellt sich natürlich auch die Frage
nach dem Ursprung der Gesetze, die ein derartiges Vakuum beherrschen. Dann die
Frage nach dem Ursprung dieses Ursprungs, dessen Ursprung erneut Fragen nach
seinem Ursprung aufwirft, der seinerseits wieder einen Ursprung haben muss, der
ohne einen Ursprung mit Ursprung nicht auskommt... – ein unendlicher
Regress.
Sofern man nicht gerade annehmen möchte, dass aus absolut
nichts etwas entsteht, zwingt einen die simple Tatsache, dass
offensichtlich etwas existiert, zu der Annahme, dass irgend etwas schon immer
dagewesen sein muss.
Und grundsätzlich hat die Wissenschaft kein
Problem mit der Vorstellung, dass es Dinge ohne Anfang gibt: Vor der
Urknalltheorie gab es die Vorstellung eines ewigen Universums – eine
Vorstellung die man ungern aufgab. Kitty Ferguson (2001) berichtet über die
Ablösung dieser Vorstellung: „Als ungeachtet der persönlichen Präferenzen
verschiedener Wissenschaftler bewiesen war, daß das Universum sich tatsächlich
ausdehnt, legten Herman Bondi, Tom Gold und Fred Hoyle die
„Steady-State-Theorie“ vor – eine Erklärung für die Ausdehnung des Universums,
die ohne die Annahme auskommt, das Universum habe einen Anfang gehabt. (...)
Aus Gründen, die nicht das geringste mit wissenschaftlicher Objektivität zu tun
haben, war die Urknall-Theorie eine zu bittere Pille, und manche Forscher
wollen sie bis heute nicht schlucken.“
Auch wenn die „Steady-State-Theorie“ letztlich gegen
die Vorstellung eines Urknalls und damit eines Anfangs unterlag: Warum sollte
nun ein ewiger Schöpfer grundsätzlich unvorstellbarer sein als ein ewiges
Universum (das man ggf. ja gerne in Kauf nimmt)?
Fazit: Der Design-Gedanke führt nicht zwangsläufig zum
unendlichen Regress: Im Falle eines naturalistischen Designers nur bedingt und
im Falle eines außerhalb der Natur stehenden Designer kann davon a priori
nicht die Rede sein. Das „Regress-Argument“ geht über die ID-Theorie hinaus
(1), ist von der grundsätzlichen Argumentationsstruktur her mit Vorsicht zu
beurteilen (2), trifft in der Praxis nur sehr eingeschränkt, d.h. unter
bestimmten Annahmen zu (3) und steht vor ganz grundsätzlichen Einwänden (4).
Weitere Ausführungen zum Thema finden sich bei
Wolf-Ekkehard Lönnig
und Jay
Richards. Siehe auch Rammerstorfer, M. (2006): „Nur eine Illusion?
Biologie und Design“ (Tectum-Verlag), Anhang B für eine detailliertere
Abhandlung.
Ferguson 2001: Gott und die Gesetze des Universums.
Econ S.117
© 2004 by Markus Rammerstorfer
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