Zweifellos gehört die Festenburger Schloßkirche zu den wichtigsten und liebenswürdigsten Schöpfungen Hackhofers. Nach Erprobung seiner Fähigkeiten im Kapitelsaal des Stiftes und in der Marktkirche von Vorau erging an den Künstler 1709 der Auftrag zur malerischen Ausgestaltung der Katharinenkirche auf der Festenburg.

Katharinenkirche

Hackhofers Aufgabe blieb nicht alleine auf die Freskierung der Decke beschränkt, vielmehr wurde ihm die künstlerische Aussttung des ganzen Kirchenraumes im Sinne eines barocken "Gesamtkunstwerkes" anvertraut. Die dem Eingang gegenüberliegende Schmalseite wird zur Gänze durch den Altar eingenommen, dessen prunkvoller Säulenaufbau und plastischer Schmuck nur aus täuschend bemalten Bretterkulissen besteht, die vollständig den Eindruck eines dreidimensionalen Marmorwerkes erwecken. Ikonologisch bietet nämlich das Deckenfresko mit rund 100 m2 nur einen Teilaspekt eines übergeordneten Ganzen: Das Hauptgeschehen vollzieht sich am Hochaltar, wo das Antependium der Mensa in dunklen Tönen die Titelheilige der Kirche, die hl. Katharina von Alexandrien, aufgebahrt zeigt, die auf dem weit heller gehaltenen Altarblatt in Ihrer Verklärung von Maria begrüßt und der Hl. Dreifaltigkeit, die diesem Vorgang zusieht und als Altarbekrönung eine Gloriole bildet, empfohlen wird. Über diesem Geschehen scheint sich an Stelle des Plafonds der Himmel zu wölben, in dessen Wolkenlandschaft sich Scharen weiblicher Heiliger und Engel, zum Teil musizierend, versammelt haben, um der Heiligen einen würdigen Empfang zu bereiten, wobei die hl. Cäcilia an der Orgel die Leitung der himmlischen Chöre übernommen hat. Musizierende Engel und Sängerinnen lehnen sich aber auch an die Balustrade, die das Deckenareal an drei Seiten einfaßt und den Höhenabschluß der Wände markiert. Ohne Zweifel ist mit diesem Deckenfresko, das die Jahreszahl 1710 trägt, in der barocken Monumentalmalerei der Steiermark ein Höhepunkt erreicht. "In Anbetracht der Sublimität des Kolorits an der Decke der Festenburger Katharinenkirche darf ohne Einschränkung festgestellt werden, daß hier Hackhofer zweifellos sein Meisterwerk geschaffen hatte, mit dem sich weder vor noch nach ihm ein in der Steiermark tätiger Freskant messen konnte" (G. Brucher).

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