JAHRESSCHWERPUNKT: 30 Jahre Fall des „Eisernen Vorhangs“

Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ jährt sich 2019 zum 30. Mal. Aus Anlass dieses Jubiläums zeigt das Filmstudio monatlich Perlen der Filmgeschichte, die von dieser Epoche handeln. Dabei geht es nicht um historische Wahrheitssuche, sondern um Cinephilie. Und des Lebens in einem geteilten Kontinent.

CHUCK NORRIS UND DER KOMMUNISMUS
– Chuck Norris vs. Communism

Rumänien/Großbritannien/Deutschland 2015 – Regie: Ilinca Calugareanu – Kamera: Jose Ruiz – Schnitt: Ilinca Calugareanu – Musik: Rob Manning, Anne Nikitin – Mit: Irina Margareta Nistor, Ana Maria Moldovan, u. a. – 78 Min. OmU (Rumänisch) – Alter: k. A.

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In den 1980er-Jahren ist Rumänien unter der Diktatur Ceausescus kulturell völlig isoliert. Die Zensur reicht in alle Bereiche des Lebens, das Staatsfernsehen zeigt ausschließlich Propagandaprogramme – in schwarz-weiß und nur wenige Stunden am Tag. Die Angst vor den Organen der staatlichen Überwachung lähmt die Menschen. Doch dann öffnet sich ein Fenster in die freie Welt, zugänglich für alle, die sich trauen hinzuschauen: Teodor Zamfir schmuggelt tausendfach VHS-Kassetten von Hollywoodfilmen ins Land und lässt sie ins Rumänische übersetzen. Die Übersetzerin Irina Nistor wird dadurch zur Stimme der Nation und zum Symbol der Freiheit. Die Rumänen treffen sich in ihren Wohnungen zu illegalen Videoabenden und üben so stummen Widerstand gegen das totalitäre System.
Regisseurin Ilinca Calugareanu inszeniert mit CHUCK NORRIS UND DER KOMMUNISMUS ein Stück Zeitgeschichte und erzählt anekdotisch vom Kalten Krieg und von einer subversiven Bewegung, die mit Helden wie Chuck Norris von einer freien und bunten Welt jenseits des Eisernen Vorhangs in Berührung kamen. Publikumsliebling am Sundance Film Festival 2015.

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