MADE IN CHINA

Frankreich 2019 – Regie: Julien Abraham – Kamera: Julien Meurice – Schnitt: Scott Stevenson – Musik: Pauline Berland – Mit: Frédéric Chau, Medi Sadoun, Julie de Bona, Steve Tran, u. a. – 87 Min. OmU (Französisch/Mandarin) / deutsche Fassung – Alter: k. A.

madeinchina

Der junge Fotograf François hat zu seinen asiatischen Wurzeln nicht gerade das beste Verhältnis. 10 Jahre ist es her, dass er nach einem Streit mit seinem Vater die Brücken zum chinesischen Teil von Paris abgebrochen hat. Erst als seine Freundin Sophie ihm mitteilt, dass er Vater wird, werden für François die Karten im großen Spiel mit der Identität neu gemischt. Er ahnt, dass er für sein Kind den Kontakt zu seiner Familie und ihren Traditionen erneuern muss. Mit seinem besten Freund Bruno als moralische Unterstützung wagt er sich zurück ins Chinatown von Paris, doch Bruno ist ein liebevoller Chaot, der sich spontan in François‘ „Beinahe-Cousine“ verliebt und gedankenlos von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert. Beinahe die gesamte Familie begrüßt François mit Überschwang, nur sein Vater zeigt keinerlei Interesse am verlorenen Sohn und so gestaltet sich der familiäre Neubeginn schwerer als gedacht.
Nach dem großartigen Erfolg mit seiner Hauptrolle in „Monsieur Claude“ bewährt sich Frédéric Chau nun in einer Geschichte voller Wärme und Wahrheit. Unbeschwert und doch mit Anspruch und Tiefe spaziert MADE IN CHINA auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Drama. Es entstand ein beglückendes Kinoerlebnis, das uns wieder bewusst macht, dass keine Familie eine Insel, sondern immer auch Teil von etwas Größerem ist.

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